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Test: Dave Smith Instruments Pro 2, Synthesizer

21. August 2014

The Successor Of Pro One.

Vorwort zum Seqential Pro-2, Version 1.4

Seit Mitte 2018 firmiert Dave Smith Synthesizer-Company wieder unter Daves erster Firmengründung SEQUENTIAL, die 1987 in Konkurs gegangen war. Der DSI PRO 2 erhielt daher im Zuge der neuen Firmierung mit der Veröffentlichung des Up-dates 1.4 ebenfalls den Markennamen SEQUENTIAL Pro 2. Den Test zu diesem Update, finden Sie HIER. Vor allem durch die neuen FM-Möglichkeiten besitzt der Pro-2 ein noch größeres Klanpotential als zuvor.

PRO-2, der Nachfolger des Sequential Pro One

Mit dem Dave Smith Instruments Pro 2 setzt Dave Smith erneut die Ahnenreihe der Synthesizer Propheten fort, die 36 Jahre zuvor mit dem phänomenalen Sequential Circuits Prophet-5 begann. Aus SCI wurde zwischenzeitlich DSI und aus analog wurde hybrid, aber Dave Smith, die treibende Kraft hinter all den Propheten, hat nichts von seinem enthusiastischen Schaffensdrang verloren.

Und nun setzt Dave zum ersten Mal an, den Ur-Propheten auch klanglich zu imitieren. Einer der Filtervarianten im Pro 2 wurde vom Aufbau wie auch klanglich dem Vintage-Vorbild Prophet-5 nachempfunden. Aber auch ansonsten ist der Pro 2 keine abgespeckte Version des kürzlich  erschienen Prophet 12, sondern im Gegenteil – eine in Teilbereichen sogar deutlich aufgewertete Variante.

Prophet 12 Besitzer könnten da durchaus neidisch werden. Trotz allem empfehlen wir vor diesem Test die Lektüre des AMAZONA.de-Tests zum Prophet 12, denn bis auf die umfangreichere Polyphonie und den größeren Tastaturumfang kann der Kleine schon mal grundsätzlich was der Große kann. Aus diesem Grund gehen wir in diesem Test vor allem auf die Eigenheiten und Neuheiten des Pro 2 gegenüber dem Prophet 12 ein.

Im Vergleich zu seinen beiden Vintage-Vorgängern ist er übrigens weniger ein Prophet-5 als ein aufgemotzter Pro One. Und somit scheint auch die Namensgebung „Pro 2“ schlüssig.

Haptik

Hatten die ersten DAVE SMITH Synthesizer (Evolver) in der Verarbeitung noch so etwas – ich muss es leider so sagen – „billiges“ an sich, so machte der Pro 2 schon beim Auspacken auf mich einen sehr hochwertigen und stabilen Eindruck. Auch die gerasterten Regler, das hervorragend lesbare Display (selbst in Schräglage) und die Druckknöpfe (mit eingebauter Status-LED) sind wirklich vom Feinsten.

Holzseitenteile und Metallgehäuse dürften auch einen Bühnenalltag gut überstehen, dafür bringt der kleine Pro-2, aber auch ein zwei Kilo mehr auf die Waage als vergleichsweise das monophone Evolver-Keyboard seinerzeit.

Auch die Stromversorgung wurde über einen Kaltgeräte-Stecker gelöst und die Tastatur spielt in der Synthesizer-Oberklasse mit und beherrscht selbstverständlich auch Aftertouch.

Anschlüsse

MIDI-Trio, Stereo-In und Stereo-Out, zwei Pedalanschlüsse – und jetzt kommt’s: 4 x CV-IN, 4 x CV-OUT und ein Gate-Out. Somit versteht sich der Pro 2 auch als Schnittstelle der MIDI- und CV/Gate-Welt.

DSI Pro 2 Rückseite

Oops, hat da gerade ein Prophet 12 Besitzer ein paar Tränen verdrückt? Dann bitte ein großes Taschentuch bereithalten, es kommt noch schlimmer.

Control

Nicht nur Sound-Editing auf dem Pro 2 macht dank der vielen Regler und Knöpfe enorm Spaß, sondern auch für eine Performance sind vier zusätzliche Spielhilfen verfügbar. Neben dem klassischen Modulations- und Pitchrad auch zwei Ribbon-Controls, die sich frei belegen lassen.

Oszillatoren & Paraphonie

Mit dem Prophet 12 verabschiedete sich Dave Smith nun gänzlich von seinen rein analog erzeugten Oszillatoren und setzt pro Stimme auf vier digitale Oszillatoren (plus einen Sub-Oszillator), die fähig sind, ganz unterschiedliche Spektren zu erzeugen.

Bereits in der Evolver-Serie, die auch in unseren TOP-CHARTS lange Zeit auf den obersten Rängen zu finden war, arbeitete Dave Smith mit vier Oszillatoren, allerdings waren davon nur zwei digital erzeugt und zwei noch „echt“ analog.

Diese Teilung beim Evolver verhinderte aber trotz der vier Oszillatoren eine vierfache Polyphonie. Also die Verteilung der vier Oszillatoren auf vier unterschiedliche Stimmen, im Fachjargon bei monophonen Synthesizern „Paraphonic“ genannt.

DSI Pro 2 Oscillators

Im Pro 2 hingegen ist es möglich, im „Paraphonic Mode“ bis zu vierstimmige Akkorde zu spielen. Dabei durchlaufen zwar alle vier Oszillatoren den selben Filterstrang, verfügen aber über vier individuelle Hüllkurven.

Bleibt immer noch das Argument, warum dann nicht alle vier Oszis analog aufgebaut sind. Zum einen wären die klanglichen Möglichkeiten enorm eingeschränkt, zum anderen sind die klassischen, analogen Schwingungsformen wie Sägezahn, Rechteck oder Sinus nicht von ihren digitalen Kopien zu unterscheiden. Zumindest nicht mehr beim Pro 2 – Punkt. Ich habe wirklich den Versuch unternommen und die genannten Schwingungsformen in ungefilterter und unbearbeiteten Form verglichen mit einem DSI Tetra, einem Moog Prodigy und einem ARP Axxe.

Natürlich konnte man dabei feine, klangliche Unterschiede erkennen, aber das war’s auch schon. Der Pro 2 Sägezahn klingt nicht weniger analog als der Tetra-Sägezahn.

Ich war einst Besitzer eines Waldorf Q+ – also der Q-Variante mit dem analogen Filterboard. Der Q konnte seine digitale Herkunft nicht verleugnen, die Filter alleine haben es nicht „gerissen“. Ganz anders der 12 Jahre jüngere Pro 2. Hätte ich es vorher nicht gewusst, ich hätte (bei den entsprechend programmierten Sounds) schwören können, einen voll analogen Synthesizer zu hören!!!

Schickt man dann den „digitalen“ Sägezahn im Pro 2 durch die analogen Filter, ist jegliche Diskussion sowieso Makulatur.

Die Entscheidung, die vier Oszillatoren also digital zu erzeugen, ist meines Erachtens die Richtige gewesen.

Noch ein Wort zu den digitalen Spektren wie Boing, Gothic, Super Church … und anderen (ich mag die Namen). Hatte der Evolver in tiefen Lagen (und seinerzeit auch der SCI Prophet VS) immer mit einem deutlichen Aliasing zu kämpfen, ist dieses Manko beim Pro 2 zwar nicht gänzlich verschwunden, aber deutlich verbessert worden.

Und noch einer hinterher … nein, der Prophet 12 besitzt keinen Paraphonic Mode – nun gut, braucht er ja eigentlich auch nicht.

Filter

Bislang wurden von Dave Smith Instruments bis zum Prophet 12 Curtis-Filter verbaut, der Pro 2 setzt allerdings erstmals auf ein neues, von DSI selbst entwickeltes FIlter-Design. Die Meinungen bzgl. Curtis Chips gehen ja gerne mal auseinander. Mir persönlich sagte aber der Klang aller Dave Smith Synthesizer immer sehr zu. Ich bin einausgesprochener Freund der Tetras, Mophos und Revolvers – gerade wegen des Filters.

Der Pro 2 klingt hingegen deutlich sauberer, irgendwie klinischer – und irgendwie vermisse ich diesen ganz speziellen Klang der Curtis Chips.

DSI Pro 2

Leider hatte ich keinen Pro 12 hier zum direkten Vergleich, aber Peter M. Mahr, ein guter Freund der auch an den Werksounds des Pro 2 mitwirkte, konnte die beiden Synthesizer direkt miteinander vergleichen und stellte fest, dass der Pro 2 einen Tick direkter und wuchtiger klingt als der Prophet 12.  Eben genau das, was man von einem monophonen Performance-Synthesizer auch erwartet.

Der Pro 2 wartet mit einer 2-Filter-Architektur auf. Filter eins wurde dem legendären Prophet-5 4-Pole-Filter nachempfunden, das zweite Filter dem eines 2-Pole Oberheim SEM-Filters. Beide Vorbilder habe ich lange Zeit besessen und konnte beim Hören eine gedankliche Verbindung herstellen. Ich vermute aber, dass das eher an der Flankensteilheit als am Soundcharakter lag. Beide Filtermodelle klingen jedenfalls voll analog und können auch ohne die Beschwörung der berühmten Vorbilder überzeugen.

Ich bin mir aber sicher, es wird nicht lange dauern und wir finden auf YouTube 1:1 Vergleiche zwischen Pro 2, Prophet-5 und Oberheim SEM. Aber ist das wirklich wichtig?

Analog Sequenzer

Der im Pro 2 integrierte Sequencer ist ein waschechter, analogen Vorbildern nachempfundener Sequencer von schlichter Vielseitigkeit (Gegensätze ziehen sich bekanntlich an). Und hier schmerzt der Unterschied nun wirklich: Denn nein, der Prophet 12 muss auf dieses wunderbare Feature leider ebenfalls verzichten.

Der ebenfalls integrierte Arpeggiator ist sicher ein nettes und schnell bedienbares „Kreativwerkzeug“, aber der „analoge“ Sequencer „is amaz(on)ing“.

16 Spuren mit je 16 Steps oder 8 Spuren mit je 32 Steps können sowohl auf interne Parameter geroutet oder über die CV-Ausgänge ausgegeben werden.

Die Möglichkeiten des Sequencers würden den Rahmen dieses Testberichts sprengen, wir versprechen aber, einen eigenen Step-Sequencer Workshop für den Pro 2 nachzureichen.

Bleibt festzuhalten: Der Sequencer ist stringent aufgebaut, leicht zu bedienen und dank der 16 beleuchteten Tip-Taster verliert man auch nie den Überblick. Zahlreiche Werksounds bedienen sich übrigens dieses Tools und sind ausgezeichnete Templates für eigene Kreationen.

Effekte

Der Dave Smith Instruments Pro 2 verfügt über einen Effektprozessor, der in erster Linie dazu geschaffen wurde, Delays zu erzeugen (der A&O-Effekt der Vintage-Welt). Derer sind aber gleich vier vorhanden. Drei Standard Delays mit der Möglichkeit, neben Zeiteinheiten auch Einfluss auf Filterfrequenz und Panorama zu nehmen, sowie einem Eimerketten-Delay (fachlich korrekt „Bucket-Brigade-Device“ bezeichnet), mit dem sich klassische Vintage Delays erzeugen lassen. (Auch das war zumindest in der letzten Software Version des Prophet 12 noch nicht vorhanden).

Selbstredend lassen sich die Delays zu einer internen Clock oder zur externen MIDI-Clock synchronisieren.

Ob Ping-Pong-Delay, Flanging oder Chorus, die Möglichkeiten sind wahrlich umfangreich. Das Handbuch spricht sogar davon, mit den vier Delays „Hall-Imitate“ erzeugen zu können. Da darf man seine Erwartungen aber nicht zu hoch schrauben.

Zusätzlich lässt sich am Ausgang das Signal aber auch analog anzerren. Und das macht der Pro 2 wirklich sehr gut. Ganz ohne blaue Show-Röhre und zahlreichen Parametern sorgt ein Poti rechts neben dem Volume-Regler für (nicht abspeicherbare) Distortion. Das Teil tut, was man von ihm erwartet. Geil – abgehakt.

Klang

Der Pro 2 kann sie alle.

Ob moogy oder VS, ob analog oder digital, röchelnd oder sägend – und das immer durchaus überzeugend.

„Durchaus?“ Nach ausgiebigem vergleichen, muss ich zugestehen, dass mir der Pro 2 bei rein analogen Sounds zwar gut gefallen hat, aber er hier nicht in der Oberliga mitspielt. Selbst ein Prophet 8 aus dem eigenen Haus klingt für meinen Geschmack fülliger und „analoger“. Das ist aber Jammern auf höchstem Niveau. Also bitte nicht falsch verstehen.

Und sonst? Klar wünscht man sich immer noch das eine oder andere Synth-Feature hinzu, aber die klanglichen Möglichkeiten, die einem der Pro 2 bietet, beschäftigen Einsteiger die nächsten Jahre und Profis werden ständig Neues entdecken – versprochen.

Pro2 Display

Alternativen & Preis

Da müssen wir leider die Achillesverse des Pro 2 ansprechen. Mit einem Ladenpreis von 1.749,- Euro liegt der neueste Spross von Dave deutlich im oberen Preissegment. Der vierstimmige Schwede Analog Keys, ebenfalls mit einem ausgefeilten Sequencer, liegt 200,- Euro unter dem Preis des Amerikaners. Aber selbst der Moog Sub 37 (2-stimmige Paraphonie) ist für 350,- Euro weniger zu haben. Auf der anderen Seite wird es ein Prophet 12 für 2.600,- Euro nun schwer haben. Der peilt zwar eine andere Zielgruppe an, aber Klavier wird ja wohl kaum einer mit dem Prophet 12 spielen wollen – also stellt sich die Frage, wer bleibt denn jetzt als Zielgruppe für den Prophet 12 noch übrig?

Daves Produkte sind zumindest wertbeständig, ganz im Vergleich zu so machen neuen Korg oder Roland Produkten, deren Preise am Gebrauchtmarkt schon nach wenigen Monaten nach Erscheinen in den Sturzflug übergehen. Das Risiko einer Investition ist beim Pro 2 also  deutlich geringer, da der Wiederverkaufswert stabil bleiben sollte.

YouTube Demo

Danksagung

An dieser Stelle möchte ich mich noch herzlich bei meinem Freund Peter M. Mahr bedanken, der uns nicht nur die tollen Bilder des Pro 2 zur Verfügung gestellt hat, sondern auch die Soundbeispiele zu diesem Test beisteuerte. Noch mehr Soundbeispiele von Peter, der auch an den Werkspresets des Pro 2 mitwirkte, finden Sie unter HIER in SOUNDCLOUD.

DSI Pro 2 Studio

Der Pro 2 im Studio von PMM

Fazit

Der Pro 2 ist für mich derzeit der beste Allrounder, der am Markt ist. Von “kalt” und digital bis “fett” und analog, hat der Pro 2 alles dabei, was man sich als moderner Sounddesigner wünscht.

Vor allem für VST-verwöhnte Maus-Schubser wäre er der ONE & ONLY Hardware-Synth, den ich mir neben den Rechner stellen oder mit dem Laptop in den Club mitnehmen würde. Das Teil schult das Ohr (wie analog ist denn jetzt VST wirklich), macht höllisch Spaß beim Programmieren, scheint unkaputtbar, ist handlich und stellt darüber hinaus auch noch eine Verbindung zu CV/Gate Welt her.

Der Sequencer alleine wäre sicher schon eine gute Anschaffung. Wer einmal mit einem “analogen” Sequencer gearbeitet hat wird festellen, dass man über diesen Workflow zu komplett anderen Ergebnissen kommt als mit einer DAW.

Also kurzum: Wir lieben das Teil – wenn er halt bloß nicht so teuer wäre!!!

Plus

  • überzeugender und vielseitiger Klang
  • bis zu vierstimmig polyphon (Paraphonie)
  • analoger Sequencer UND Arpeggiator
  • hervorragende Verarbeitung
  • sehr gute Tastatur
  • 2 Ribbon Controller
  • 4 CV In, 4 CV Out, 1 Gate Out
  • 4 Delays, davon ein Eimerketten-Delay
  • analoge Filter (Prophet-5 und Oberheim SEM nachempfunden)

Minus

  • Preis

Preis

  • Ladenpreis: 1749,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Atarkid  AHU

    Wenn ich so dran denke was ich damals für meinen DX-7 und andere Spielsachen aus der Zeit bezahlt hab, kommt der Pro2 doch geradezu günstig daher. Man ist da wohl etwas verwöhnt durch den „Ramsch“ der letzten Jahre.

    Und mal ehrlich, diese neuen DSI’s sind ja sowas von megasexy :)… Da legt man doch gerne noch ne Mark drauf. Beim Pro 2 fällt mir eh nur ein Wort ein: G A S !

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Super Bericht und auch super Klangbeispiele.
    Beim Preis bin ich jedoch auch der Meinung, dass er nicht wirklich auf der Minusseite aufzuführen ist.
    Wenn die Verarbeitung wirklich gut ist, legitimieren die eingebauten Features durchaus diesen Preis. Der Sound ist klasse, und dann noch einen 16spurigen 16Stepper, bzw. 8spurigen 32Stepper, der auch externe Geräte antriggern kann, was würde der als Stand-alone-Gerät wohl kosten? Auch eher 4- als 3-stellig, oder?
    Ich denke (immer vorausgesetzt, Peters haptische Fähigkeiten irren sich nicht), dass derjenige, der eine gute Hardware mit gutem Klang UND diesen Sequenzer gebrauchen kann, den Preis gerne in Kauf nimmt.

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ich kann den Vergleich mit dem Prophet 12 so nicht nachvollziehen. Das Spielen mit Mehrstimmigkeit und Akkorden gehört für mich zu den faszinierendsten musikalischen Angelegenheiten überhaupt. Vielstimmige Pads waren für mich der Grund, überhaupt mir Synthesizern anzufangen. Hier auf Amazona und in anderen Synthkreisen spielt ja das „Blubbern“ mit Sequencern eine große Rolle. Aber das erlaubt keine kreativ improvisierten Akkordwechsel sondern nur automatisch ablaufende Soundkreationen. Soundtechnisch eine feine Sache, aber musikalisch extrem limitiert und für das improvisierte Zusammenspiel mit anderen Musikern (wenn es nicht gerade ebenfalls Sequencer-verliebte Synthfreaks sind) auch ziemlich uninteressant. (In diesem Sinne empfinde ich einen Arpeggiator als musikalisch sehr viel wertvoller.) Und was bleibt jenseits davon von einem monophonen Synthesizer? Bass und Lead-Parts. Letzteres kann eine E-Gitarre sowieso besser. (Kleine Provokation am Rande.) Was ich damit sagen will ist einfach, das Herunterspielen von Vielstimmigkeit als Feature ist, wenn man einen Synthesizer wirklich als MUSIK-Instrument und nicht nur als Soundmaschine betrachtet, schon eine sehr spezielle Sicht.

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      Atarkid  AHU

      Du hast schon recht, ist alles recht speziell. Aber für die Polyphonie gibt es doch auch Lösungen. Ich finde den Modulus 002 recht interessant. Mal sehen, erschwinglich ist der auch nicht gerade, sieht dazu noch bescheiden aus. Aber die Klangbeispiele machen Lust auf mehr. Ich seh schon, das werden synthhaft teure Monate ^^….

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      Tyrell  RED 3

      Hier wurden ja auch nur die Unterschiede aufgeführt. Und es ist schon erstaunlich, dass der Pro 2 in vielen Punkten bessere Features hat als der Prophet 12. Nach meiner Erfahrung gab es so etwas bislang noch nicht, dass ein „kleinerer Nachfolger“ (bis auf die Polyphonie) den Vorgänger übertrumpfte. Ansonsten gebe ich Dir uneingeschränkt Recht.

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        willtrop

        die vergleiche sind sehr oberflächlich.
        ich habe mir einen p12 gekauft und nicht einen p08 oder elektron keys um ungestört chords spielen zu können und gleichzeitig noch eine menge optionen fürs sounddesign zu haben.
        beide synths sind top und wäre der preis nicht so hoch würde ich auch einen zusätzlichen pro2 in erwägung ziehen.
        wenn ich wählen müsste zwischen beiden würde ich den pro12 bevorzugen gerade weil monophonen kram genug habe incl. analog sequencer.

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      AMAZONA Archiv

      Ich bin selbst ein äußerst zufriedener P12 Besitzer. Der eine oder andere weiss das vielleicht auch (Stichwort P12 „CPM SoundSet“ von Cord Müller und meiner Wenigkeit -http://www.petermmahr.com/dsi-prophet-12-cpm-soundset-download/). Und dennoch, für mich macht ein Monophoner absolut Sinn, auch und gerade als Ergänzung zum P12. Steve Windwood, George Duke, Michael Lindup, Billy Currie u.v.a.m. haben gezeigt und tun es teilweise noch immer, dass ein Monophoner anders gespielt und eingesetzt werden will. Sie sind meines Erachtens taugliche Beispiele dafür, dass man als Keyboarder der Saitenzunft durchaus Paroli bieten kann.

      Bzgl. Sequenzer Geblubber – Diese Demos dienen allein dazu einen Teil der Fähigkeiten des _Instruments_ zu zeigen, anders als bei Jordan Rudess Demos (kleine Gegenprovokation ;-)). Leider musste ich meinen Pro2 verkaufen. Denn ansonsten würde er hier stehen und die beiden würden für mich ein komplettes Paar ergeben.

      Ich schliesse mich Peter an – Der Pro2 ist aus meiner Sicht einer der besten Monophonen. Er bietet klanglich derart viele Möglichkeiten, dass er schon fast so flexibel wie ein Modularer ist. Aber ich gebe Dir Recht, unterm Strich zählt – auch für mich ! – was sich damit musikalisch machen lässt.

      Gruss,
      Peter

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        k.rausch  RED

        Supercooler Synth. kpr gefällt das! Aber statt der vielen Sequenzen: Ein paar mehr ganz unspektakulär mit der Hand eingespielte Sounds hätten mich nicht unbedingt um den Schlaf gebracht :)

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          AMAZONA Archiv

          Das Risiko war mir dann doch zu groß. ;-) Deshalb sind die auf der HD. Dafür gibt es auf meiner Soundcloud nur von Hand eingespielte P12 Demos. Stell Dir sicherheitshalber eine Tasse Baldriantee bereit. :-))))))) LGP

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      moogist  

      Kann Dir da nicht ganz zustimmen.
      1. Wer bei einer Session die bessereren Leads spielt, ist wohl abhängig von den Fähogkeiten des jeweiligen Musikers am Instrument.
      2. Die Limitierung eines Instruments (auf eine Stimme) fördert die musikalische Kreativität des Spielers!
      3. FX ist auch noch ein ganz wichtiger Einsatzbereich von monophonen Synthesizern (neben Bass und Leads)
      4. Nur: Der PRO2 kann – wie ich hier lese – bis zu vierstimmig paraphon gespielt werden! Da kann man also doch zwischendurch ein paar nette Akkorde greifen…

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      TZTH  

      Da hast du vollkommen recht & es ist gut, dass das mal jemand erwähnt. Polyphonie eröffent musikalisch eine völlig andere Welt. Somit ist der Prophet 12 definitiv nicht so obsolet wie es scheint. Wenn der Pro2 nicht die Paraphonie hätte wäre die Kiste für mich nur noch halb so interessant. Trotzdem ist der Pro12 ein sehr schönes Instrument & warscheinlich mit dem P12 wirklich das beste was Dave Smith gebaut hat.

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    Trooper  

    Für mich der beste Synth seit sehr langer Zeit. Ist auch nur bedingt ein Konkurrent zum Sub37, da klanglich und konzeptionell völlig andere Kategorie. Preislich für das gebotene auch absolut nicht überteuert, finde ich. Wenn er nur endlich geliefert würde…

    Noch eine wirklich sehr schöne Demo:
    http://sou.....io-demo-ii

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    AMAZONA Archiv

    Diesmal hat Mr. Smith mal alles richtig gemacht. Der Pro-2 ist kein 1:1 Nachbau des Pro-One sondern hat die besten Features sinnvoll erweitert. Klanglich geht er aber in eine ganz Richtung als sein berühmter Vorgänger und ist somit kein Ersatz für den Pro-One. Trotzdem, ein wirklich toller Synth der Spass macht. Vielleicht sogar der Beste der letzten Jahre.

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    Muckeopa  

    Endlich einmal wieder etwas, was mein Interesse geweckt hat.
    Er würde meinen Vieren und Wäldern gut zur Seite stehen.

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    ukm  

    Den Prophet 12 habe ich nach dem Hören aller verfügbare Audio.Beispiele abgehakt. Beim Pro-2 klingt das schon interessanter. Wenn ich mir vorstelle, dass ich da den Voyager, den Prophet ’08 und andere Teile mit einbinden kann, wäre das schon eine Überlegung wert.

    • Profilbild
      willtrop

      also p12 besitzer klingen die beiden synths fast identisch. der hochpass ist leicht aggressiver was ich bei nem monophonen synth sinn macht.
      die audio beispiele für den p12 sind alle recht schwach. das teil ist eine krasse sounddesign maschine. von oldskool vhs leier chords bis hin zu super defnierten noise kaskaden ala emptyset. das man damit auch super monophone bässe machen kann zeigt ja warum es nen pro2 nun gibt.

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    rz70  

    Du hörst da echt große Unterschiede? Selbe OSC, selbe Effekte, selbe Modulation, 80% der Filter sind gleich. Find ich schon bemerkenswert. Sicher das nicht nur die Presets besser sind? Aber kauft man so einen Synthesizer um die Presets zu benutzen?
    Der Pro 2 wird ja ganz schön gehypt zur Zeit. Freut ich für DSI. Vielleicht können die Leute eher mit einem Finger spielen als mit 10 Fingern. Mir wären 2 Stimmen bei so einem Gerät, mit solcher Soundpower, viel zu wenig.

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      AMAZONA Archiv

      Im Falle der Filter irrst Du Dich. Und wenn sich nichts geändert hat, dann ist der Pro2 entweder monophon oder maximal 4stimmig.

      Ansonsten gebe ich Dir Recht. Und was die Presets betrifft, deren Aufgabe ist es das Spektrum des Instruments abzubilden und im besten Fall eine Inspirationsquelle darzustellen. Entweder für eigene Kompositionen, oder als Basis für eigene Klänge.

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      ukm  

      Ja, vom ersten Eindruck meine ich da besonders im sehr wichtigen Attack-Verhalten Unterschiede zu hören. Mag sein, dass dabei auch die Art und Weise, wie die Audiobeispiele präsentiert werden, eine Rolle spielt. Um endgültig urteilen zu können, müsste man schon mal einige Zeit mit den Geräten arbeiten.

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        rz70  

        naja, mein Pulse 2 hat ja auch keine 8 Stimmen. ;-)
        Ich finde schon das der Pro 2 ein Mono Synth ist. Para ist nett, aber einen mehrstimmigen Synth ersetzt das nicht (nach meiner Meinung).
        Mit den 2 Stimmen war ich wohl beim Sub 37.

        Bin auch mal gespannt was von den Neuerungen beim P12 noch hinzukommt. Der Arp haben Sie ja schon in der 1.1 klar verbessert. Aber ich freu mich das der Pro 2 so gute Beurteilungen bekommt, der P12 war ja in Test auch sehr erfolgreich. Nur nicht so bei den „Analog-Anhängern“. Das wundert halt, weil der Pro-2 eben genauso viel Analog kann wie der P12.

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    Onkel Sigi  RED

    Finde ich jetzt nicht so krass, den Preis. So ergibt sich auch eine gewisse Wertstabilität, die Qualität scheint ja zu stimmen.

    „Onkel Sigi“

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    boboter

    Sicher, dass der Pro-2 einen Curtis Filter hat? Die Nachricht, dass DSI endlich darauf verzichtet, ist doch einer der Hauptgründe, warum sich so viele Leute auf den Synth freuen.

    Diese Aussage sollte vielleicht nochmal überprüft werden. Ich hätte erwartet, dass man den Unterschied relativ deutlich hört.

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        microbug  

        Hast Du reingeschaut? Der hat nach meinen Informationen, die von den Entwicklern stammen, eben genau sowas nicht, sondern einen Kaskadenfilter (dem P5 Rev2 nachempfunden, also SSM-like) und einen State Variable Filter (a la Oberheim, sagt Dave auch selbst) – ist schließlich kein Polysynth, da kann man das auch prima diskret aufbauen.
        Curtis-Chips gibts so eh nimmer, die von OnChip (die haben alles von CEM übernommen) für Dave gebauten Bausteine basierten auf den Originaldesigns, sind aber anders aufgebaut – die Curtis-Chips basierten auf einem alten Ferranti-Baukasten, die von OnChip sind sozusagen Redesigns.
        Wenn man P12 und Pro2 gleich einstellt, klingen sie unterschiedlich, PMM wird das bestätigen können.

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    FunKeyLicious

    Durch einen (für mich sehr) glücklichen Zufall bin ich auch seit Kurzem stolzer Besitzer eines Pro2. Nach verschiedenen DSI Synths (Tetr4, MEK, X4) ist dies der erste, wo ich vom ersten Antesten an gesagt habe „wow!“.
    Ich hab mir auf der Entdeckungsreise durch die Features das erste Mal auch die Mühe gemacht, ein Manual von A bis Z durchzulesen und muss zugeben, bei dem Synth wurde von Anfang an alles richtig gemacht. Neben den offensichtlichen Features ermöglichen die vielen Kleinigkeiten eine flüssige und intuitive Arbeitsweise und lassen kaum etwas vermissen – sowohl im Studio als auch im Livebetrieb. Da braucht man nicht auf ein OS-Update warten und hoffen, dass irgendwann ein wenig was nachgereicht wird. Wäre schön wenn andere Firmen (Moog!!) ähnlich vollständige Geräte bauen würden oder Gutes stetig verbessern, statt einfach nur Sondereditionen in verschiedenen Metalllegierungen aufzulegen.
    Zu Sound und Verarbeitung ist dem Bericht und den Beispielen dann schließlich auch nichts mehr hinzuzufügen. Danke Peter&Peter :)

  12. Profilbild
    Elegtrosmok

    Den Preis finde ich absolut in Ordnung. Auch und gerade im Vergleich mit SUB 37, Analog 4. Aber: kann mal jemand was konstruktives zu den Modulationsmöglichkeiten sagen? Gibt es eine frei definierbare Matrix? Wieviele/Welche Mod Quellen und Ziele? Wäre echt mal interessant für mich und sicher auch andere Tonschrauber die am Klang-/FX-/Geräuschpotenzial der Kiste interessiert sind. Entsprechende Soundbeispiele dito. Danke!

  13. Profilbild
    Stue

    Habe den Pro 2 seit einigen Tagen und mich nach Ankündigung von meiner Vorbestellung zum Sub37 verabschiedet.

    Bislang hatte ich ebenfalls nur auf Polyphone gesetzt, u.a. den P08 (ein Klassiker auf seine Art). Wollte eigentlich ursprünglich den Moog-Sound für Bässe und fahre jetzt mit der Kombination aus Pro 2 und dem kleinen Minitaur eine überzeugende Kombi. Der Minitaur kann wunderbar stand alone aber eben auch in Ansteuerung über den Pro 2 gespielt werden – herrlich. Aber hier geht es ja um den Pro 2.

    Der Pro 2 ist ein unglaublich vielseitiger Synth, der jedem „klassischen“ Setup eine große Bandbreite an Sounds hinzufügt. Die Verarbeitungsqualität ist gut, die Bedienung überragend. Im Mix setzt sich der Klang gut durch, die Presets (finde das nicht unwichtig) sind m.E. sehr, sehr gut gelungen. DSI hat sich hier viel Mühe mit den externen Sound-Designern gegeben. Kompliment!

    Viele Grüße

  14. Profilbild
    swellkoerper  AHU

    Sehr schöner Test! Hat jemand Informationen, ob wie früher bei DSI eine Funktion für Poly-Chaining vorgesehen ist? Die Hardware-Vorraussetzungen wären ja da (zweiter MIDI-Ausgang, P12-Module..).

  15. Profilbild
    D.S.x4

    Ist der Pro2 nicht irgendwie das Gleiche wie der Mopho x4?
    Halt noch ein guter Step Sequenzer dabei…

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      Tyrell  RED 3

      Der Mopho 2 klingt komplett anders und gehört in die Familie Tetra und Prophet 8.

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      Tyrell  RED 3

      Wahnsinn. Das kommt durch den schwachen Euro im Moment. In den Artikel bleiben aber die Ladenpreise des Erscheinungs-Datums.

  16. Profilbild
    HerrFrey  

    Seit einem Jahr liebäugele ich mit diesem Hammerteil. Der Preis ist zum Glück wieder unter 2000 Euro gesunken, leider aber noch nicht auf die 1750,-, wie zum Testzeitpunkt.

    Eine Frage an die Pro2-User habe ich noch, deren Beantwortung mir den Kauf erheblich leichter machen würde:

    Kann man die 16 Sequenzer-Tracks auch an jeweils unterschiedliche Midi-Kanäle schicken, um gleichzeitig mehrere externe Geräte damit zu steuern? So im Sinne eines Octatracks?

  17. Profilbild
    Sterilmusic

    Zitat: „„Durchaus?“ Nach ausgiebigem vergleichen, muss ich zugestehen, dass mir der Pro 2 bei rein analogen Sounds zwar gut gefallen hat, aber er hier nicht in der Oberliga mitspielt. Selbst ein Prophet 8 aus dem eigenen Haus klingt für meinen Geschmack fülliger und „analoger“. “

    Der Meinung nach ist das genau die Achilles-Ferse des Pro 2. Der Grundklang der Oszillatoren lässt sich eben nicht mit denen eines Moog vergleichen. Eher mit denen eines statischen Romplers aus den Neunzigern. Genau deswegen schafft es dieses wunderbare Instrument auch nicht, klanglich mit analogen Boliden mitzuhalten, jedenfalls nicht wenn man speziell diesen Klang sucht. Ich empfehle, den Minitaur oder eine Mother gleich mit zu bestellen. Alternativ ein Doepfer Minicase mit einem Mutable Braids, der zeigt, wie fett und nahe am Original digitale Oszillatoren klingen können. Für mich ist der Grundklang der Oszillatoren der absolute Schwachpunkt des Pro 2. Vier mal den Braids stattdessen eingebaut und keiner würde mehr über den Pro One reden. Irgendwas ist doch immer!

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