Interview: Axel Hartmann, Moog One, MatrixBrute, Schmidt and more

8. Dezember 2018

Synthesizer-Zeitgeschichte durch Design

Axel Hartmann 2018 im Gespräch mit AMAZONA.de

Axel Hartmann ist vielen Lesern sicher kein Begriff, obwohl sie seine Arbeit sicher schon das ein oder andere mal bestaunt oder vielleicht sogar gespielt haben. Axel Hartmann ist Designer – und wie sollte es anders sein – nicht irgendein Designer, sondern leidenschaftlich verliebt in das designen von Musikinstrumenten. In jüngster Vergangenheit sind sicher der Moog One sowie der Arturia MatrixBrute zu nennen, aber auch der Alesis Andromeda, fast alle Waldorf-Synthesizer der Neuzeit, oder die Arturia Brute-Linie, tragen seine Handschrift.

Wir haben Axel bereits einmal 2004 und 2006 interviewt. Darüber hinaus hatten wir ihn 2016 zu seinem Projekt 20 befragt. Als Vorgeschichte zu diesem aktuellen Gespräch, ist vor allem der Dreiteiler aus 2006 empfehlenswert, denn heute steigen wir dort ein, wo wir vor 12 Jahren geendet hatten:

Die Heimat der Designbox am frühen Morgen in Ravensburg

Peter:
Hallo Axel, wir hatten einen Großteil deiner Biographie ja schon vor Jahren in einem ersten Interview abgehandelt. Da bleibt jetzt mehr Zeit dafür, ein wenig ins Detail zu gehen. Einer deiner Meilensteine war sicher die Zusammenarbeit in 80ern mit dem Fachmagazin Keyboards und die Veröffentlichung deiner Designstudie GAMBIT. Wie kam es zu der Veröffentlichung?

Axel:
Ich habe damals bei Wolfgang Düren angefangen zu arbeiten. Dieser war zuerst bei PPG und hat dann Waldorf gegründet. Auf diese neu gegründete Firma, welche aus der PPG entstanden ist, hat mich damals noch während der Diplomarbeit Pit Löw hingewiesen. Er war Hauskeyboarder von Frank Farian. Als Diplomarbeit hatte ich bereits an GAMBIT, dieser Keyboard-Workstation, gearbeitet. Die Funktionsweise und technische Ausführung der Workstation habe ich nicht alleine ersonnen, sondern war immer mit den für mich zugänglichen Profi-Keyboardern in Kontakt. Dies waren unter anderem Pit Löw und Gerhardt Zilligen. Mit denen habe ich mich im Zuge meiner Recherchearbeiten getroffen, um meine Workstation wirklich gut und anwendbar für Profi-Musiker zu machen.

Axel Hartmann mit dem Gambit

Nach dem Studium habe ich mich dazu entschlossen, dass ich in dieser Branche arbeiten will. Daraufhin habe ich alle möglichen Firmen weltweit angeschrieben, unter anderem auch Wolfgang Düren / ex PPG. Dieser ist direkt auf mich zugekommen. Meine erste Aufgabe war es, die Messeausstattung für deren NAMM-Stand zu machen für welche ich Plakate gezeichnet habe. Als Waldorf-Mitarbeiter durfte ich dann auch direkt das erste Mal auf die NAMM Show mit. Dort habe ich die Leute von Keyboards kennengelernt. Das war unter anderem Reinhard Schmitz und nach zwei, drei Long Island Icetea in der legendären Hilton-Bar stand der Plan, dass sie in ihrem Heft meine Diplomarbeit veröffentlichen werden. Das war für mich persönlich ein brutal geiler Karrierestart. Damals gab es das Synthesizerstudio Bonn mit Dirk Matten, der dieses Thema auch aufgegriffen hat und eine Ausstellung in seinem Studio gemacht hat. Dort hatten die Leute dann die Möglichkeit, sich das Ganze einmal aus der Nähe anzuschauen. Für mich war das natürlich eine tolle Möglichkeit gewesen, meine Diplomarbeit ein wenig unters Volk zu bringen. Schließlich wurde das Projekt nicht nur von Keyboards veröffentlicht, sondern wurde von Reinhard sogar aufs Cover der Keyboards gebracht.

Peter:
Ein weiterer spannender Punkt in deiner Karriere war, als du angefangen hast, für Moog zu arbeiten. Wie ging das Ganze mit Moog los?

Axel:
Als Synthesizer-Spieler oder besser gesagt Fanatiker stößt man ganz schnell auf den Namen Moog. Schon als sehr junger Keyboarder wollte ich immer einen MINI-Moog besitzen, aber dazu hat mir damals die Kohle gefehlt. Als ich dann ins Berufsleben gestartet bin und das Geld dafür gehabt hätte, gab es Moog plötzlich nicht mehr. Im Jahr 2003 hatte ich dann einen Messestand auf der NAMM Show mit dem Neuron und zufällig war direkt nebendran Bob Moog mit seinem Stand. Dieser durfte endlich wieder unter seinem Namen arbeiten und kam mit einem Prototypen des Moog Voyagers zur Messe, um ihn dort auszustellen. Dort haben wir dann Seite an Seite unseren Messestand aufgebaut. Bob hatte dann bei dem Prototyp Probleme mit den Wheels, die sich nicht sauber bewegen ließen und hat mit seinem Taschenmesser versucht Freiraum zu schaffen. Dort habe ich ihn dann voller Ehrfurcht angesprochen und ihm erzählt, was ich mache. Daraufhin habe ich ihm angeboten, ihm zu helfen. Einfach so ohne etwas dafür zu verlangen, weil ich so ein riesiger Fan bin und es super finde, dass wir zufällig unsere Stände nebeneinander haben. Ich habe ihm dann das Gerät neu aufgesetzt; -.  dabei ging es in erster Linie um den Panel Entwurf (6:30), dass man die richtigen Schriften holt, es einfach ordentlich macht, damit das wie ein richtiger Moog aussieht. Das war somit mein erstes Projekt für Moog. Für diese Arbeit hat er mir einen Moog Voyager geschenkt.

Ein Blick in das Loft der Design Box

Peter:
Diesen hast du auch noch?

Axel:
Der Moog Voyager steht auch heute noch bei mir zu Hause und ich würde ihn nie hergeben. Danach hatte Bob Moog relativ schnell eine Umstrukturierung in seiner Firma. Er hat wahrgenommen, dass er zwar ein genialer Entwickler & Erfinder ist, aber kein guter Geschäftsmann. Irgendwie kam dann Mike Adams ins Spiel, den er über seine Kirchengemeinde kannte. Dieser wurde Geschäftsführer und hat seinen Job hervorragend gemacht.

Peter:
Aber heute ist er nicht mehr dabei?

Axel:
Meines Wissens macht inzwischen Mikes Bruder den Job. Mike Adams hat damals das Management der neu gegründeten Moog übernommen. Mit ihm hatte ich dann auch zu tun, als es darum ging, den Little Phatty zu designen.

Der Ur-Little Phatty als Exponat in der Design Box

Peter:
Das war der erste Moog, der komplett von dir kam, richtig?

Axel:
Richtig. Da ging es ab 2004 darum, dass sie ein Gerät brauchen, das in die Zeit passt und auch bezahlbar ist. Es sollte also gut „industrialisierbar“ sein. Mike Adams war vor seiner Karriere bei Moog in einer Firma im Elektronikbereich für die Optimierung von Produktionsabläufen zuständig und hatte daraus ein sehr umfassendes Know-how. Deswegen wusste er sehr gut, wie er das Gerät aufsetzen muss, damit es später auch in Massen produziert werden kann. Dafür bin ich dann als Industrial Designer beauftragt worden.

Peter:
Dazu habe ich mal eine Frage. Bekommt man als Designer nur alle technischen Features vorgegeben oder bist du bei der Entwicklung bereits involviert?

Axel:
Das ist ganz unterschiedlich. Beim Little Phatty war ich tatsächlich auch in die Art und Weise, wie das Gerät funktioniert involviert und wie es aufgesetzt ist.

Peter:
Da geht es ja auch um Design & Funktion. Zum Beispiel die Bedingung mit dem einen Knopf pro Modul. Ich kann mir vorstellen, das war nicht von Moog vorgegeben, sondern könnte auch eine Design-Idee von dir gewesen sein.

Axel:
Die grundlegende Idee zu dieser Lösung kam von mir. Was kaum einer weiß, der Little Phatty war erstmal gar nicht programmierbar, da man die Kosten niedrig halten wollte. Man wollte einen modernen Moog Prodigy zu schaffen – quasi einen bezahlbaren kleinen Minimoog. Allerdings war es damals kaum denkbar, einen analogen Synthesizer ohne Programmspeicher durchzusetzen. Auf einer Reise kam mir dann irgendwann die Idee, dass wir so was ähnliches wie beim Matrix-12 machen könnten. Also eine anwählbare Funktionalität und einen Regler pro Modul. Dadurch hatten wir wieder Budget frei, um das Ding auch programmierbar zu machen. Auf dem Weg dahin hat sich aus diesem ursprünglich sehr stringenten Synthesizer-Modell der Little Phatty entwickelt. Um wieder auf deine Frage zurückzukommen, war es im Fall MOOG oft so, dass ich in die Entwicklung des User-Interface – und somit der Interaktion zwischen Musiker und Instrument involviert war.

Little Phatty Studie noch ohne Display und Speicher

Peter:
Beim Little Phatty fällt mit zum Beispiel auf, dass die Bedienknöpfe leichte Finger-Mulden haben. Diese werden ja nicht extra für euch produziert, oder?

Axel:
Doch werden sie. Hierzu fällt mir auch eine lustige Geschichte ein. Ich hatte damals in dem Ur-Rohentwurf eine Taste eingesetzt, die man auch aus dem Matrix-12 kennt. Diese stammt von einer deutschen Firma „ Marquardt“. Diese Taster hätte ich gerne gehabt, aber sie waren viel zu teuer. Daraufhin ist mir die Idee gekommen, dass wir eine Silikon-Matte verwenden könnten, die ein ähnlich ergonomisches Design aufweist. Die Tasten, die man auf dem Little Phatty sieht, sind daher nicht lauter einzelne Tasten, sondern sie bestehen aus einem kompletten Silikonfeld, auf dem die einzelnen Tasten abgebildet sind. Ich weiß nicht, ob du das kennst.

Peter:
Kenne ich, zum Beispiel von einigen Drumcomputern wie dem Alesis HR16. Da sitzen die Pads unter der Oberfläche auch alle auf einer Silikonmatte.

Axel:
Genau. Mit der von uns ausgewählten Konstruktion, war die Matte an den Knöpfen teilweise transparent und so gab es die Möglichkeit diese in unterschiedlichen Farben zu hinterleuchten. Diese Technologie stammt aus dem Automotive-Bereich, denn vom Design kann man immer ein bisschen was aus anderen Bereichen adaptieren.

Peter:
Die ganzen Knöpfe liegen also beim Little Phatty auch auf einer Matte?

Axel:
Richtig, die liegen alle auf einer Matte. Das ist eine Matte, die schwarz lackiert wird und in den Bereichen, wo man durchleuchten will, wird die Farbe weggelasert. Dieser Prozess ist eigentlich gut in den Griff zu bekommen, aber beim Little Phatty wurde die Produktion dieser Funktion zu einer kleinen Odyssee. Es kam aufgrund von Fertigungsfehlern zu enormen Ausschuss. Du musst wissen, die Hersteller aus der Musikbranche sind meist kleine Kunden im Vergleich zu anderen Branchen. Es ist daher oft schwierig, erstklassige Lieferanten zu finden, die auch Kleinserien machen.

Peter:
Wird so was dann in China gemacht?

Axel:
Nein, die Matte wurde glaube ich sogar in den USA hergestellt.

Forum
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    syntach  

    Eine unglaubliche Karriere, das ist schon sehr beeindruckend, wie weit Axel Hartmann und seine Firma die Geschichte des Synthesizers mitgeschrieben haben. Top Interview, dazu passend super Fotos (das Sofa im Loft!) – großes Kino!

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    psv-ddv  AHU

    Danke für das sehr, sehr spannende Interview! Insbesondere die Aussagen zu den Abläufen und Hürden bei der Produktentwicklung, sowie die vielen Bilder der Studien und Zwischenstände sind grossartig um die entwurfliche Denkweise von Axel Hartmann besser zu verstehen. Der Herr hat ja die Gestaltung der Synthesizerwelt seit den 90ger Jahren geprägt wie kein zweiter. Ich bin überhaupt kein Fan seiner gestalterischen Arbeiten und würde mir generell etwas mehr Vielfalt bei der Auswahl der Designer in der Musikelektronik Szene wünschen, aber die frühen Arbeiten, Microwave und Wave, wie auch seine experimentellen Studien sind meiner Meinung nach Meisterwerke des Industriedesigns. Also trotz aller Kritik, die ich in diesem Forum schon geäussert habe und zu der ich auch zu 100 prozent stehe, zolle ich ihm meinen Respekt!

  3. Profilbild
    Wellenstrom  AHU

    Hartmann ist ja mittlerweile längst eine Marke innerhalb der Marken. Eine Submarke quasi! ;-)
    Und mit dem Neuron hat er damals Pioniergeist bewiesen.
    Als Musiker, der nebenher großer David Sylvian Fan ist, hätte mich mal ’ne Story dazu interessiert, wie Sylvian zum Neuron kam und ob es da persönliche Kontakte gab.

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      psv-ddv  AHU

      Anmerkung: Mein Kommentar bezog sich auf einen mittlerweile gelöschten Post.
      Nicht auf Wellenstrom’s Neuron/Sylvian Frage.

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    lightman  AHU

    Zurück zum Thema. Einige von Axel Hartmanns Designarbeiten sind in meinen Augen über jeden Zweifel erhaben, dazu gehört zuvorderst der Waldorf Wave. Die helle, klare, optisch wie haptisch sofort nachvollziehbare und zum Hineingreifen nahezu unwiderstehlich einladende Gestaltung hat mich damals fasziniert und tut das heute noch ungebrochen.

    „Serifenlose“ Klarheit ist wohl eines seiner Markenzeichen. Allerdings kommt das auch an seine Grenzen, wie man meiner Meinung nach am MatrixBrute sieht. Die Bedienbarkeit ist zwar gegeben, aber aufgrund der Vielzahl der Knöpfe und Regler bleibt aber nicht viel mehr Raum für Gestaltung über, alles ist stark seriell ausgeführt, da hätte ich mir mehr Mut gewünscht.

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    Kari  

    Zum Interview: Vielen Dank, ich finde Hartmann sehr interessant und freu mich daher über jedes Interview. Ich habe eine gespaltene Meinung zu seine Arbeiten. Einige der (für mich) schönsten Synthesizer wurden von ihm entworfen, aber einige seiner desings gefallen mir überhaupt nicht. Ich gestehe das ich ein wenig neidisch auf seine Job bin. Top aktuelle Synthesizer zu entwerfen und damit Geld zu verdienen wäre mein Traum! Da ich selbst im Bereich Design(und Illustration) tätig bin, habe ich auch schon einige Konzepte für fiktive Synthesizer und Eurorack Module in meiner Freizeit erstellt. Leider nur als Übung. Bin gespannt ob er auch an Waldorfs „Kyra“ arbeitet. Wahrscheinlich wird Waldorf dem Kyra ein komplettes redesign verpassen um sich vom Accsess Virus abzugrenzen.

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    Bernd Kistenmacher  RED

    Ein sehr schönes Interview . Vielen Dank. Ohne den ONE bis jetzt angefasst zu haben denke ich, dass ihm runde Gehäuse-Ecken und eine andere Holzauswahl ein deutlich eleganteres Gesicht verliehen hätten. Aber man wird sehen. Ich vermisse im Artikel ein paar Worte über den Quantum. Dafür, dass er der Knaller des ersten Halbjahres gewesen ist, verliert kaum jemand ein Wort über ihn. Hier wäre vielleicht eine Chance gewesen?

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      AMAZONA Archiv

      Ich kann gut verstehen das die Mitarbeiter von Moog sich im Design an den Memorymoog anlehnen wollten. Ein deutlich progressives Design spiegelt nicht unbedingt die Markenidentität von Moog wieder. Das hält sich eher an Konrad Adenauers Satz: Keine Experimente.

      Das der LittlePhatty auch die Handschrift Hartmanns trägt wusste ich bis dato gar nicht. Ich mag den kleinen Giftzwerg gerne. Und die Designvariante ohne Speicher hat mir richtig gut gefallen.

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        TobyB  RED

        Der Designer macht ja nur ein Angebot und dann kommen das Marketingboard und wer auch immer und hauen dann was von Brand und Visual Branding oder gar USP raus. Bei Moog scheint man das so und so zu verstehen. Auf der einen Seiten highly sophisticated Mother 32 und DFAM und auf der anderen Seite der ONE. Oder eben ein LP. Ich denke MOOG schafft diesen Spagat mittlerweile. Diesbezüglich kenne ich nur noch EHX die diesen Spagat machen und sich treu bleiben.

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          AMAZONA Archiv

          Markenidentität ist sehr wichtig für Unternehmen von dieser Relevanz. Bei meinem Arbeitgeber ist gerade ein Kommunikationsdesigner der unsere „Optik“ auffrischen soll. Statt dessen stellte er aber alles vollkommen um. Alles soll nun frischer aussehen, moderner, heller. Aber das tut es nicht. Es ist nur eine Adaption an die aktuelle Design-Mode. Es ist nicht mal eine Formensprache die verwendet wird.

          Axel Hartmann hat eine sehr deutliche Formensprache. Inzwischen ist seine Formensprache so bekannt, dass sie schnell überall erkennbar ist, wenn nicht vom Hersteller eingegriffen wird. Genau wie bei Hartmut Esslinger oder Dieter Rams.

          Ich möchte neben EHX noch Sequential stellen, die sich zwar entwickelt haben, aber irgendwie doch immer erkennbar bleibt.

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            TobyB  RED

            Hallo Poly,

            der Herr Esslinger und Rahms. Bevor ich faul wurde hatte ich daheim eine Sun Microsystems Keksdose als BIND. Mittlerweile nutze ich sie als Briefbeschwerer. Meine Braun Atelier geb ich auch nicht her. Ich würde EMU bis zur Übernahme durch Creative Labs auch in diese Reihe stellen.

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        syntach  

        „Ich kann gut verstehen das die Mitarbeiter von Moog sich im Design an den Memorymoog anlehnen wollten. Ein deutlich progressives Design spiegelt nicht unbedingt die Markenidentität von Moog wieder. Das hält sich eher an Konrad Adenauers Satz: Keine Experimente….“

        Was hätten sie machen sollen, wenn in jeder Umfrage gefühlt 99,999% nach einem neuen MemoryMoog geschrieen haben (egal ob sie schon mal einen spielten oder nicht)?
        Aber es finden ja auch viele, ein MemoryMoog würde besser als der ONE klingen. Triplefacepalm;)

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      Violator  

      Ich sehe es genauso wie Bernd.
      Meinen größten Respekt gegenüber Axel Hartmanns Arbeit.
      Trotzdem ist für mich dieser Bericht nur eine Werbung für MOOG, Arturia und leider auch (wieder mal) eine gelungene Schleichwerbung für Behringer. Deren Firmenname ist in diesem Bericht zu erwähnen ist total überflüssig und unpassend. Aber mal hat es wieder mal geschafft. Glückwunsch!!!

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    Numitron  

    Finde seine designs meistens toll. Die gelben sind zwar nicht so mein Fall, aber die stechen zumkndest sehr heraus bei den vielen schwarzen Sachen.
    Hab einen mk1 pulse und der gefällt mir auch gut, bis auf die nicht vorhandenen potistrichen.

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    AMAZONA Archiv

    „Die ökonomischen Systemkonzepte müssten komplett neu erarbeitet und aufgestellt werden.“

    Signed.

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    Robocob11  

    Tolles Interview – übrigens auch die anderen Interviews mit Axel Hartmann aus der Vergangenheit. Ich wusste gar nicht ,an wie vielen Synthesizern Axel Hartmann mitgearbeitet hat. Gratulation!

  10. Profilbild
    Tyrell  RED 2

    Hier mal ein höflicher Aufruf an die Gemeinde: Ist es denn wirklich notwendig (diese Frage ist rhetorisch gemeint), dass sich selbst bei einem Interview mit einem Designer, wieder einmal eine Diskussion entbrennt um “Arbeitsplätze in China, Lohndumping, Ökologie…” und ähnliches? Und wenn ja, muss dann diese Diskussion von einigen wenigen, so vehement geführt werden, dass dutzende von Loops die Kommentare die sich wirklich auf den Artikel beziehen, vollkommen zumüllen?
    In diesem konkreten Fall gab es plötzlich von drei Kommentatoren 20 Beiträge zu diesem Thema – und würden wir das nicht stoppen, werden da gerne auch mal 40 draus. Bitte nicht falsch verstehen, wer hier seine Meinung äußern möchte, selbst zu den o.g. Themen, soll das gerne tun. Aber ich habe oft das Gefühl, dass es am Ende nicht mehr um die eigene Ansicht geht, sondern darum, wer den längeren Atem hat um diese zu vertreten. Bei der Gelegenheit sei auch angemerkt, eine “Meinung” wird nicht dadurch glaubwürdiger oder wahrer, weil man sie lauter und öfter wiederholt als der Kontrahent. Aus diesem Grund haben wir diesmal auch diese ganze Diskussion gelöscht.

    • Profilbild
      dilux  AHU

      und das hat dazu geführt, das polyaural seinen account gelöscht hat? äusserst unschön…
      und das hier diskussionsbeiträge gelöscht werden fand ich schon immer kritisch, in diesem speziellen fall sogar äusserst unverständlich, da sich die diskussion um eine aussage aus dem interview heraus entwickelte.

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      lena  

      hab ich hier auch schon öfters erlebt. Nach 5 Runden hin und her muss doch auch mal Schluss sein. Diese endlosen Diskussionen nerven. Manchmal würde man gerne die Kommentare zu älteren Produkten durchlesen, um die Meinungen anderer zu erfahren – und dann kommen da öde langweile „Off Topic“ Diskussionen.

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    iggy_pop  AHU

    Auch, wenn ich hier gebetsmühlenartig ein Mantra wiederhole, aber ich werde mit Hartmann-Designs nicht warm — bei mir hat die Form der Funktion zu folgen, nicht umgekehrt, und rein dekorative Elemente sind für mich überflüssiger Ballast. Ornament ist Verbrechen, wie mal jemand meinte (war es Walter Gropius?).
    .
    Der beste Hartmann-Entwurf ist und bleibt für mich der Microwave 1 — das Teil fand ich optisch bestechend (auch, wenn die Bedienbarkeit zu Lasten der Optik ging). Aber Andromeda oder diese Modal-Teile… im Englischen würde man das wahrscheinlich „cluttered“ nennen. Das lädt mich nicht zum Arbeiten ein, das verursacht mir erst Kopfzerbrechen und dann Kopfweh. Von irgendwelchen Spoilern, Abrißkanten und Kurven, die ins Leere laufen, mal ganz zu schweigen (Little Phatty z. B.). Das kaufe ich mir bei Doof & Willig in Wattenscheid, wenn ich meine, es haben zu müssen — am Synthesiser habe ich es gerne etwas übersichtlicher und geradliniger. Der Quantum könnte mir gefallen, hätte er nicht diesen Materialmix und diese bunten Lämpchen.
    .
    Aber was weiß ich schon — ich finde ja auch diese CS-„Kofferorgeln“ von Yamaha ergonomisch und ästhetisch ansprechend.

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      psv-ddv  AHU

      Meine (fast) volle Zustimmung.
      Das mit Ornament und Verbrechen hat Herr Adolf Loos im Jahre 1908 vom Stapel gelassen. Allerdings war es der Titel eines durchaus fragwürdigen Aufsatzes. Dieser hieß „Ornament UND Verbrechen“. Andere seiner Aufsätze hatten so schicke versöhnliche Titel wie: „Die kranken Ohren des Ludwig van Bethoven“… go figure.
      Ornamentales ist meiner Meinung nach äusserst nützlich und erfüllt im besten Falle sogar einen Zweck (das ist kein Widerspruch). Nicht umsonst stammt der Spruch „form follows function“ vom Ornamentalhochhausbauer Lousi Sullivan, der Spruch „God is in the Details“ von Extremreduktionisten Mies von der Rohe und nicht umgekehrt. Beide waren sich der Bedeutung und Funktion von Ornamenten bewusst und nutzten diese.
      Aber wie das leider so mit allen schönen Dingen ist, sie sind nur dann geniessbar, wenn Sie geschmackvoll gekonnt und im besten Falle inspiriert eingesetzt werden. Das ist leider bei den von Dir genannten Hartmann Entwürfen nicht der Fall. Daher meine Zustimmung.

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        psv-ddv  AHU

        Hab ausgenüchtert gerade ein paar Tippfehler entdeckt Es muss heissen „Louis“ Sullivan, Mies „van“ der Rohe und „vom“ Extremreduktionisten, nicht“ von“.
        Wenn man mal kurz nicht auf sich aufpasst… ;)

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          iggy_pop  AHU

          Für mich war „Ornament ist Verbrechen“ im selben Zusammenhang abgespeichert wie „Architektur ist Geiselnahme“, also irgendwas von den Neubauten.
          .
          Wenn einer schon Adolf heißt… da darf man wohl nicht viel erwarten.
          .

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            psv-ddv  AHU

            Stimmt, die Neubauten konnten erst einstürzen, nachdem Gropius sie aufgebaut hatte :))
            …und beide Adolfs waren Landsleute. Es hängt eben alles zusammen.

  12. Profilbild
    lena  

    Sehr coole Bilder und tolles Interview. Bin baff wie sich der Look des Moog One verändert hat…

  13. Profilbild
    dAS hEIKO

    Ja da schau her. Das „Loft“ in Ravensburg hab ich noch gut in Erinnerung, als ich mich Anfang der 90er mal bei der DesignBox beworben hatte. Sah genau gleich aus… nur standen damals eben noch PowerMacs an den Arbeitsplätzen. Die Sofas waren glaub ich acuh schon damals dort.
    Das muß so nach dem Designwettbewerb bei Keyboards gewesen ein. Und ich hatte (meiner damaligen Meinung nach) sooo tolle Ideen für Controller und modularen Aufbau. Alles Dinge, die damals zu früh gewesen wären. Damals war Waldorf auf dem Höhepunkt und die Firma Creamware sorgte mit DSP-Farmen und PlugIns für Furore. Mit dem damals noch geheimen NOAH (für den Hartmann glaub ich auch verantwortlich war) war man seiner Zeit mindestens 20 Jahre voraus. Denn Arturia oder Roland bieten sowas erst seit wenigen Jahren an…

    Schön zu sehen dass es in der DesignBox läuft (auch ohne mich :-D ). Dass Alex Hartmann immer fleißig war in den Jahren kann man den Produkten fast immer ansehen.
    Wenn ich etwas zum Thema Fragen müßte:
    Warum nutzen aktuell alle die äußerst gut ablesbaren OLED Displays mit so kleinen Schriften?
    Ende der 80er wurden in Tests zu kleine Displays immer abgerügt. Und mit dem Korg Trinity ging es in die richtige Richtung. Warum Mäusekino?

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