Interview: Axel Hartmann 20, VA-Synthesizer

2. Juli 2016

Design & Sound: Hartmann 20

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Axel Hartmann ist aufmerksamen AMAZONA.de-Lesern längst kein Unbekannter mehr. Als Produkt-Designer vieler namhafter und sehr bekannter Synthesizer wie Moog oder Waldorf hat er sich international einen hervorragenden Ruf erworben.

Kein Wunder, dass auch unser mehrteiliges Interview mit ihm „Designing The Music Industry“ aus dem Jahr 2006 bis heute fast 20.000 Leser hatte.

Aber Axel ist nicht nur großartiger Designer, sondern auch ein leidenschaftlicher Synthesizer-Freund. 2003 veröffentlichte er ein Synthesizer-Projekt unter dem Namen HARTMANN NEURON, das trotz sehr innovativen Möglichkeiten zur Klangforschung zu zweifelhaften Ruhm gelang.

Nun, 13 Jahre später, wagt sich Axel erneut unter die Entwickler und präsentierte einem überraschten Publikum vor einigen Monaten einen wahren Designer-Synthesizer mit dem Namen 20. (AMAZONA.de berichtete). Die Synth-Engine des 20 stammt übrigens aus dem Studiologic SLEDGE 2. Hier empfehlen wir unseren aktuellen Testbericht der Version 2 und der neuen Studiologic BLACK EDITION.

Der 20 steht nun kurz vor der Auslieferung und wir dachten uns, es wäre wieder einmal Zeit für ein ausführliches Gespräch mit Axel.

Deshalb nun viel Spaß mit dem folgenden Interview:

Axel Hartmann himself

Axel Hartmann himself

Peter:
Hallo Axel, wie schon seit Jahren hast Du auch in den letzten Monaten designtechnisch starken Einfluss auf die Musikindustrie genommen. Vor allem dein Design zum „Waldorf KB37“ hat uns sehr gut gefallen. Was kam denn sonst noch an aktuellen Produkten alles aus Deiner Feder?

Axel:
Wie Du weißt, war Waldorf die Company, die mich direkt nach der Uni angestellt hatte. Und diese Verbindung ist bis heute geblieben. Alle Waldorf Produkte laufen schon immer durch unseren Design-Filter. Es freut mich sehr, dass das Design des KB37 so gut ankommt; – wir hatten ja zuvor schon die Waldorf Eurorack Modul-Familie gestaltet. Das Keyboard spinnt im Prinzip die gleiche Sprache weiter. Aber ich glaube, die positive Wahrnehmung des KB37 beruht nicht nur auf einem gelungenen Industrie Design, es ist einfach auch ein innovatives Produkt, das momentan ohne Konkurrenz ist. Da macht der Hersteller schon auch einen guten Job!

Andere aktuelle Produkte, die wir hier in Ravensburg in der Design Box gestaltet haben, Arturia Matrixbrute, Minibrute, Microbrute, Keystep, Ministep etc., die Tascam USB-Interface Linie, BluGuitar Amp 1, Schmidt Synth, Moog Sub37, Theremini, die KRK Rokit Speaker Line, natürlich den Studiologic Sledge, aber auch das neue SL Controllerkeyboard. Und dann machen wir neben dem Industrie Design auch einiges an grafischen Oberflächen, vieles für Universal Audio, Waldorf (Nave, Attack, Waldorf Edition 2, etc.), Zynaptiq, Moog Editor Programme.

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Peter:
Seit Deinem Synthesizer HARTMANN NEURON hat Dich offensichtlich der Wunsch nach einem weiteren Synthesizer nicht ganz losgelassen. Wie kam es zum Projekt 20 – oder ist der Name des neuen „Hartmanns“ nun doch ECHT?

Axel:
Der „20“ ist ein Jubiläums-Projekt meiner Agentur „Design Box“. Uns, also das Design Box Team, meinen Partner Stephan Leitl und mich gab es in dieser Form in 2015 seit exakt 20 Jahren. Und da wollten wir was Besonderes machen. Mich hatte schon öfters der Gedanke beschäftigt, einen bestehenden Synthesizer quasi zu entkernen und ihm dann ein neues Design-Gehäuse zu verpassen. Und genau das haben wir bei diesem Projekt getan. „Echt“ bezieht sich auf die Authentizität der Materialien und das kompromisslos musikalische User-Interface und sollte nicht der Produktname sein.

Peter:
Auf einer Plakette unter dem klappbaren Display wird das Projekt auch deutlich als „Teamwork“ verschiedener Firmen ausgewiesen. Ist es dennoch der HARTMANN 20? Bis auf die Plakette war keine Namensgebung auf dem Panel sichtbar.

Axel:
Die Firmen auf der Plakette sind die Technik-Spender. Sie liefern praktisch das Herz, die Klangerzeugung und die Klangveredlung für den 20 Synthesizer. Die Company, unter der wir dieses Instrument herausbringen, nennt sich „20-music“ – und hat mit der ehemaligen Hartmann oder dem Neuron Synthesizer nichts zu tun. Gestaltet haben wir den 20 hier in der Design Box. Auch die gesamte mechanische Ausarbeitung wurde über das vergangene Jahr hinweg intern, überwiegend von Stephan Gries, der ja seinerzeit Euren Tyrell gezeichnet hatte, geleistet. Stephan ist ein herausragender Konstrukteur und wir haben dieses Gerät gemeinsam bis ins allerkleinste Detail geplant und ausgestaltet. Eigentlich verrückt viel Aufwand, um dann 2x 20 Geräte in Kleinstserie herzustellen. Zusammengesetzt werden die 20 Synthesizer dann von Hand bei Fatar in Italien.

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Peter:
Lass uns mal ins Detail gehen. Erst mal äußerlich: Was macht das Gehäuse des 20 so einzigartig?

Axel:
Alle Gehäuseteile werden aus einem massiven Aluminiumblock gefräst. Das ist prinzipiell die gleiche Technik, die Apple für die Herstellung vieler seiner Produkte anwendet. Dabei wird ein 3D-Programm erzeugt, das die gesamte Formgebung über eine entsprechende Fräsmaschine aus dem vollen Aluminium herausarbeitet. Das ist ein recht komplexer Prozess, der auch einiges an Zeit beansprucht. Die Planung ist dabei sehr anspruchsvoll, da wir uns mit vielen Themen beschäftigen müssen, die das eigentliche Design gar nicht so sehr betreffen, wohl aber für den Herstellungsprozess unabdingbar sind. So ist zum Beispiel die Art und Weise, wie der Aluminium Rohling auf dem Frästisch fixiert wird, nicht trivial. Beim Fräsen beginnt das Material zu schwingen, wodurch die angestrebte Präzision in Mitleidenschaft gezogen wird. Dies muss durch besondere Aufnahmemethoden verhindert werden. Trotzdem macht es großen Sinn, dieses Verfahren zu verwenden, da es gerade für eine Kleinserie größtmögliche Freiräume bei der Gestaltung eröffnet. Außerdem fühlt sich das ganze Instrument gigantisch an … eben sehr wertig und „echt“.

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Peter:
Wie schwer wird der 20 dadurch?

Axel:
Da der Aluminiumblock für die Formgebung zu größten Teilen abgetragen wird, ist der Synthesizer am Ende gar nicht so dramatisch schwer. Der Prototyp wiegt genau 26 Kilogramm.

Peter:
Evtl. könnte es kritische Stimmen wegen der Verwendung von Aluminium geben. Wie seht ihr das?

Axel:
Das Material, das bei der Zerspanung anfällt, wird verlustfrei wieder eingeschmolzen – es entsteht bei der Fertigung also kein wirklicher Abfall. Wenn man Aluminium grundsätzlich als Gehäusematerial ablehnt, mag man die Materialwahl dennoch kritisch sehen. Es gibt allerdings auch viele gute Argumente für Aluminium. Was wir wollten, ist ein überaus wertiges Anfassgefühl für das Gehäuse – aber auch und gerade für die Regler. Und das erreichen wir über die Material-Autentizität. Das Aluminiumgehäuse hat zudem eine optimale visuelle und taktile Beständigkeit. Auch die Produktgrafik wird über ein Laser-Verfahren aufgebracht und unterliegt somit keinem Verschleiß.

Peter:
Zum Kern des 20. Warum die Audio-Engine des Sledge?

Axel:
Als Designer durfte ich viele Synthesizer von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt begleiten. Daher und aus meiner eigenen Erfahrung als Hersteller des Neuron weiß ich, welch ein unermesslicher und daher auch höchst riskanter Aufwand es ist, eine eigene Synthesizer-Engine zu entwickeln. Auf ein solches Abenteuer wollte ich mich für dieses Projekt nicht einlassen. Deshalb haben wir auf eine Technologie gebaut, die sich bereits im Markt etabliert hat.

Bekanntlich arbeitet im Herzen des Sledge eine Waldorf Engine. Diese Kooperation hatte ich sogar selber vor einigen Jahren bei einem Besuch in Italien angeregt. Bald darauf entwickelte ich zusammen mit Stefan Stenzel (Waldorf) und Gianni Giudici (Studiologic) das Sledge User-Interface. Nicht zu komplex und von der Interaktion sehr nah am Minimoog. Eben höchst-musikalisch, nicht zu verkopft – das wollten wir.

Aus der Zusammenarbeit hatten wir alle relevanten Konstruktionsdaten auf unserem 3D-System im direkten Zugriff. Wir sind mit dem Hersteller des Gerätes und dem Urvater der Technologie befreundet. Das alles sprach für die Verwendung des Sledge als Spender-Plattform.

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Peter:
Der Sledge hatte ja bereits die 66 Wavetables. Konnte diese aber nur aus dem ersten Oszillator anwenden. Hat sich das mit dem 20 geändert?

Axel:
Nein, auch für den 20 bietet nur Oszillator 1 die Wavetables und eine Sample Einbindung. Alles andere wäre einer Neu-Entwicklung gleichgekommen.

Peter:
In unserem damaligen Sledge-Test von 2012 wurde bemängelt, dass die Effektqualität nicht mehr zeitgemäß sei. Nun sind vier Jahre vergangen, wurde an den Effekten nochmals geschraubt?

Axel:
Die Effektabteilung des Sledge hat in den letzten Revisionen einiges an Aufwertung erfahren, gerade der kritisierte Reverb wurde stark verbessert. Trotzdem sind für mich persönlich die Effekte eines Synthesizers ohnehin eine Zusatzfunktion, die man für die Klanggestaltung hernehmen kann oder eben nicht. Letztendlich zählt die Qualität der Sounds – und da werden wir uns große Mühe geben.

Peter:
Nun aber zu der Frage, die wohl in den Foren am meisten diskutiert wurde: Was hat es mit den Hartmann-Neuron-Samples auf sich?

Axel:
Ich habe – zunächst eher als Experiment – meinen Neuron mal durchgesampelt und die Samples dann an meine Freunde von KaPro weitergegeben, wo Kurt Ader und Peter Jung dann schauen sollten, wie viel wir davon theoretisch in den Samplespeicher des 20 reinbekommen können. Das Ergebnis war so überzeugend, dass wir den 20 nun mit ca. 40 Samples des Neuron ausliefern werden. Natürlich fehlen hier die einzigartigen Eingriffsmöglichkeiten, die der Neuron per se bietet. Trotzdem würde ich die daraus gewonnenen Sounds des 20 als einzigartig bezeichnen.

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Peter:
Bei all den schönen Features wäre es natürlich toll gewesen, evtl. auch eine Solo-Stimme voll analog zu integrieren. Ich sag nur Pulse II. Hattet ihr das mal diskutiert?

Axel:
Ja – da gebe ich Dir zu 100% recht, irgendwie etwas Analoges wäre schon schön gewesen. Aber wie bereits weiter oben erwähnt, ich wollte eine aufwändige technische Entwicklung vermeiden. Darüber nachgedacht hatten wir hier aber trotzdem – und zwar so intensiv, dass dann doch noch was dazukam. Auf der Musikmesse 2015 hatte ich ein Treffen mit Hermann Gier von SPL – und der hatte eine gute Idee. Er meinte nämlich, dass wir durch Einbindung ihrer 120 Volt Op-AMP Technologie eine erhebliche Klangverbesserung für das Ausgangssignal erzielen könnten.

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Peter:
Was hat es mit der Op-AMP-Audio Technologie von SPL genau auf sich?

Axel:
Der SPL OP-Amp greift das Ausgangssignal des Synthesizers direkt hinter dem Waldorf Sound-Prozessor ab, so umgehen wir die Standard-Wandler-Konfiguration und erzielen zunächst eine deutliche Anhebung des Ausgangssignals. Darüber hinaus klingt das Signal absolut rauschfrei, druckvoll und – na – sahniger als bei der Waldorf Variante. Zusätzlich haben wir den Stereoausgang mit symmetrischen Ausgangsbuchsen ausgestattet. Und der Verstärker liefert ein exzellentes, separat regelbares Hi-Fi Kopfhörersignal.

Peter:
Wenn man sich den 20 so ansieht, befürchtet man fast, er wäre zu schön, um ihn live einzusetzen. Auch mit der Kleinauflage von 40 Stück könnte man meinen, er wäre nur als Designobjekt für ein Agenturbüro geeignet. Wie seht ihr das?

Axel:
Ich rechne nicht wirklich damit, dieses Gerät im Live-Kontext wiederzusehen, obwohl Hans Zimmer für seine gerade stattfindende Europatour 4 Stück haben wollte – wir waren nur leider noch nicht so weit. Dieser Synthesizer ist aber tatsächlich als Design-Stück gedacht. Alleine der Preis, den wir dafür aufrufen müssen, prädestiniert den 20 eher als Ausstellungsstück, denn als Live-Gerät.

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Peter:
Nun aber die wichtigste Frage. So viel Design und Exklusivität hat sicher seinen Preis. Was wird der 20 kosten?

Axel:
Ganz ehrlich, den endgültigen Preis wissen wir selbst noch nicht so ganz genau. Wir haben noch ein paar Wochen Verifizierung der Produktionsabläufe vor uns und einige Herstellungstechniken sind auch noch nicht final entschieden. Aber er wird sich sicher irgendwo um die 20.000 Euro (netto) einpendeln.

Peter:
Und bei einer Au

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flage von 40 Stück sind doch sicher alle Exemplare längst vorbestellt, oder gibt es für den Normalsterblichen noch eine Chance, an ein Exemplar heranzukommen – und wenn ja, wie?

Axel:
Wir haben tatsächlich schon einige seriöse Anfragen von potentiellen Käufern erhalten, werden das Produkt jedoch zuerst bis ins letzte Detail fertigstellen. Erst dann kann man ein Gerät vorbestellen. Es gibt bereits eine Website, die allerdings noch nicht online ist. Von dort kann ein Interessent später Kontakt zu uns aufnehmen und wir erklären dann den Kaufprozess. Die Geräte werden nach Bestelleingang – first in, first out – gefertigt und direkt an den Kunden verschickt. Das wird alles sehr exklusiv – es gibt ja auch nur 2x 20 Units.

Peter:
Ist es denkbar, dass evtl. eine zweite Auflage des 20 produziert wird, wenn die erste Auflage vergriffen ist?

Axel:
Nein, denn dann das wäre gegen unser Versprechen. Die hohe Exklusivität dieses Synthesizers und die damit verbundene zu erwartende Wertsteigerung ist eine wichtige Komponente für den Erwerb und somit ist die gesetzte Limitierung unantastbar. Und – es sind ja auch 2x 20 Geräte, die wir anbieten.

Peter:
Lieber Axel, vielen Dank nochmals für das Interview und viel, viel Erfolg mit all Euren weiteren Projekten.

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Forum
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    dilux  AHU

    alles hochinteressant, wobei ich 19.000 € für ein gehäuse und ein paar erweiterungen schon ziemlich happig finde…lustigerweise finde ich jetzt 6.000 € für einen jupiter 8 gar nicht mehr so teuer ;)

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    brainslayer  

    Ich halte das Projekt für ein Luftschloss. Er ist es weder technisch noch optisch Wert. Schon aus dem Grunde halte ich auch jegliche Wertsteigerung für ausgeschlossen.

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      AMAZONA Archiv

      gut mein jupiter hat auch mal 12000 dm gekostet.. dh. auch keine wertsteigerung… ich glaube synthesizer sind nichts für brocker ;)

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    paulilein  

    Der Wave hat damals 17.000 DM gekostet. Eigentlich ne Frechheit der Preis. Danke an Steinberg fürs VST-Interface.

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    Markus Galla  RED

    Ich frage mich manchmal, was das noch mit Musik zu tun hat? Genutzt wird das Innenleben eines Synths, der 800€ kostet. Das packt man dann in ein 20.000€ Gehäuse. Und wofür? Das ist ähnlich wie mit Vintage E-Gitarren. Da zahlen Leute für abgewetzte Gitarren, die keinen Deut besser klingen als eine gut eingestellte aktuelle E-Gitarre, ein kleines Vermögen. Es ist noch nicht einmal ein analoger Synth, bei dem man den Kauf noch nachvollziehen könnte. Im Prinzip werkelt da eine Soundengine, die ich in ähnlicher Form auch als iPad App haben kann. Vielleicht wäre ein schön gestalteter Controller zu einem vernünftigen Preis sinnvoller gewesen….den hätte man dann sogar live spielen können (und sich leisten können/wollen).

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      BA6  

      Deine Argumente gegen den Hartmann finde ich absolut zutreffend. Den Synth würde ich nicht mal kaufen, wenn ich das Geld dafür gerade rumliegen hätte. Ich meine aber, dass man Gitarren und Synthesizer im Hinblick auf Ageing nicht vergleichen kann. Bei einer Gitarre ist der „Körperkontakt“ beim Spielen wesentlich intensiver als bei einem Synthesizer. Da machen schon winzige Änderungen bei Sattelbreite, Halsprofil, Shaping etc. unglaublich viel für das Spielgefühl aus. Eine (künstlich) gealterte Gitarre fühlt sich anders an als eine „neue“ und deshalb spielt man auch ganz anders darauf. Das macht sich dann auch klanglich bemerkbar. Wieviel Geld man dafür ausgeben kann und will, ist natürlich eine ganz individuelle Sache. Ein Sledge im Alublock wird aber nicht anders klingen als ein Sledge im Plastikgehäuse.

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    Thomas Columbo  

    Ja für 20 000 EUR gibt´s aber immerhin die neueste Firmware des Sledge, Klasse, das nenne ich ich doch mal einen Mehrwert. Was der gute Herr Hartmann mit seinen inzwischen ziemlich verstaubten Neuron Samples will, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Das Konzept des Neurons war es doch, normale Samples in modulierbare Sample-Modelle zu konvertieren. Sollen in das innovative Teil nun die Original Neuron Samples oder gar die umgewandelten reinkommen? Letzteres wäre in der Tat ziemlich einzigartig, da man im Sledge offenbar nicht die entsprechend notwendig Software des Neuron implementieren will, was allerdings dann doch den Vorteil hat, dass einem die Bugs und Schwächen des Neuron insoweit erspart bleibt. Also ich versteh nicht die ganze Aufmerksamkeit, die hier von Amazona einem Aluminium Design Objekt zu teil wird, ich denke das Projekt von Herrn Hartmann wär besser in einer entsprechenden Kunst/Design Zeitschrift besser aufgehoben. Musikalisch bringt das Teil IMHO überhaupt NIX. Dann lieber mal den Voyager, OB 6 oder ähnlich Teile mal richtig mit viel Kohle aufbrezeln, da stimmt dann zumindest die Grundlage!

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      Kybernaughty  

      Achtung Kunst! ..ich dachte, Musik ist auch Kunst???? Schade, dass der Stammtisch hier auf einen Künstler losgeht, der sich einen Designertraum erfüllt. Natürlich ist der GEBRAUCHSwert hier nicht in Relation zum aufgerufenen Preis – ist aber doch bei Kunstwerken kaum (nie?) der Fall. Ist ja auch egal- braucht & wird ja kaum jemand kaufen. Wozu dann meckern – L’art pour l’art ;)

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            dilux  AHU

            welche probleme werden den mit dem hartman aufgezeigt? kunst zu definieren ist natürlich fast unmöglich, aber mehr als design sollte es schon sein…

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    tantris  

    Vergleicht mal die Bedienoberfläche des Hartmann 20 mit der des Sledge. Die Anordnung und Funktionen der Bedienelemente sind vollkommen identisch, beide Geräte werden vom gleichen Hersteller gefertigt.

    Nichts gegen gutes Design, aber bei einem Synth ist der Sound ausschlaggebend und nicht das Design. Denn das Design ist nicht hörbar.

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    Andreas Daute

    Wenn ich 20.000 Euro für Synths zur Verfügung hätte, das Stück Alu steht mit Sicherheit nicht auf der Wunschliste. Aber ok, wenn sich Herr Hartmann hiermit einen Traum erfüllt und er die „flüssige“ Kundschaft hierfür auftut, sei es ihm gegönnt. Für mich ein Thema… „was die Synthwelt nicht braucht..“

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    NicGrey  

    So ein Teil mit einer stark limitierten Auflage braucht eigentlich keine Werbung. Der Hartmann 20 wird genügend Sammler und Design-Fans mit entsprechendem Budget finden. Hier wird aber indirekt für den Studiologic Sledge 2 Basic oder die Black Edition geworben. Die Nachfrage dürfte steigen. Image Transfer vom Schaustück zur Strassenversion in Kooperation von Hartmann und Studiologic/Fatar.

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      GioGio  AHU

      Das indirekt geworben wird wäre natürlich zunächst eine Unterstellung. Allerdings darf man darüber nachdenken. Und wenn man ein wachsamer Geist in diesem Geld-basiertem System ist – ist Dein Gedanke echt pfiffig! Hut ab! Selbst wenn es nicht stimmen sollte, so hast Du die richtige kritische Beobachtungsgabe um im Kapitalismus zu überleben. Andererseits erscheint einem solch eine Gabe auch oft wie ein Fluch (sofern man sie nicht nutzt um auf die Gegenseite zu wechseln). Man stelle sich vor, man sei ein Sehender inmitten von Blinden die dazu noch taub sind und um einen herum nur Monster, vor denen man die anderen warnen will. Zudem besitzt man einen riesigen Vorrat an Augen und Ohren, doch keiner will sie (wie auch wenn taub und blind). Anstrengend :D

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    Tyrell  RED 1

    Ich persönlich halte das Projekt für sehr lobenswert. Axel hatte eine Vision und geht mit diesem Projekt ganz sicher auch ein erhebliches persönliches und wirtschaftliches Risiko ein. Alleine dafür ziehe ich meinen Hut vor ihm. Dieses Projekt nach seinem Verkaufspreis zu bemessen, ist sicher falsch. Und technisch kann ich den Argumenten von Axel sehr wohl folgen.
    Ich wünschte es gäbe noch viel mehr Enthusiasten, die ihre kühnsten Träume in die Realität umsetzen würden.
    Axel, Du bist mein Held!

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    lightman  AHU

    Instrumente aufzuhübschen und in limitierter Auflage als Wertanlage zu verkaufen, ist ein Konzept, mit dem ich nichts anfangen kann. Mag sein, daß der 20 noch mehr zu bieten hat, als nur ein Alu-Frontpanel und schicke Regler, das rechtfertigt aber nicht den ausgerufenen Preis. Der richtet sich eher an Sammler, die auf Extras wie besseren Sound und zusätzliche Wavetables zwar auf dem Papier wertlegen, diese aber nicht nutzen, weil das ja den Wert mindern würde – verkehrte Welt.

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    AMAZONA Archiv

    es gibt vollalu gehäuse für die 303… sogar ein bisschen wertiger.. da die beschriftung gefräst ist.. und nicht bedruck…
    http://www.acid.ch/ trotzdem bleibt der preis am boden.. in heutigen zeiten wo cad und cnc besser verbunden sind.. ist das nichtmehr so ne sache… aber ach ja es ist design.. hmm.. den level von braun alesi usw. erreicht es aber nicht… wird wohl eher nicht im moma stehen…

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    NicGrey  

    Wenn ich jetzt mal äussere und innere Werte des Hartmann 20 mit dem Schmidt Synthesizer vergleiche, ist der Schmidt ein echtes Schnäppchen.

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    BA6  

    Sicherlich schick und edel und ganz sicher eine Freude fürs Auge und die Hände. ABER ob das SO inspirierend für den Musiker ist, dass der Klang, der da rauskommt, so viel besser ist, als das, was aus einem normalen Sledge ertönt, wage ich mal zu bezweifeln.
    Damit ist das Teil sein Geld nicht wert. Wenn man dann noch überlegt, dass man für den Preis mehr als 8 (!) in Worten: Acht (!) Prophet 6 von Sequential Circuits bekommt, ist m. E. die Grenze zum Absurden bei weitem überschritten.

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    richard  AHU

    Bei aller Kritik, aber ich finde den Hartman Synth sehr hübsch und konzeptionell ist es doch völlig klar das er sich damit nicht an Pragmatiker richtet die einfach nur ein tolles Instrument zum spielen und musikmachen suchen.

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    arnimhandschlag  

    für 100€ steckt jeder versierte heimbastler nen sledge in ein Holzgehäuse das erstens schicker aussieht und zweitens nicht die tischbeine brechen wenn das ding drauf steht – aber darum gehts hier wohl nicht. von einer sound/synth perspektive ist das ganze eher quatsch aber es gibt auch Leute die sich einen Bugatti Veyron kaufen obwohl man dessen 350km/h mit 1100ps auch eher selten benötigt. Ergo: Wer möchte der soll, warum meint in unserer gesellschaft immer jeder, er müsse beurteilen dürfen was die anderen dürfen und was nicht?

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        Thomas Columbo  

        Ja, aber was soll der ganze Aufwand soviel über ein Gerät zu berichten, das in der Praxis keinerlei Bedeutung für 99,99 % der AMAZONA Leser erlangen kann, weil 1.) das Teil ohnehin nur 20x (oder unwesentlich mehr) produziert wird und 2) offensichtlich KEINE klangtechnisch innovativen Elemente besitzt.
        Sollen doch die dann 20 +x Besitzer ein eigenes Forum aufmachen und ihre Erfahrungen mit dem Teil unter sich diskutieren.
        Hier wird doch ein Mythos um einen Sledge im Alugehäuse erzeugt, technologisch ist an dem Teil nichts aber auch gar nichts überzeugend. Damit wird man auch den Verkauf der „normalen“ Waldorf Produkte sicherlich nicht befeuern könne. Die sich erschöpfende Kernkompetenz des Designbüros Hartmann ist nun mal ….DESIGN.Und damit sollte es gut sein.

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      lightman  AHU

      Der Bugatti Veyron ist ein komplett verrücktes Gefährt für komplett Verrückte mit zuviel Geld, aber man kriegt wenigstens eine geile Karre für ’ne lockere Million, die in vielen Bereichen von Grund auf neu entwickelt wurde, und mit dem Preis machen die Entwickler und Hersteller nicht mal groß Gewinn. Beim Hartmann 20 hingegen kriegt man einen 800 Euro-Synth mit viel Designmetall und einigen eher langweiligen Extras für 20.000 Schleifen hingestellt, das ist etwa so, als würde man in einen aktuellen Serien-Golf ein schick gestaltetes Armaturenbrett und eine Auspuffblende aus Titan einbauen und das Ding für 100.000 Euro als Wertanlage unters darob wohl eher verwundert-amüsierte Volk bringen. L’art pour l’art? L’argent pour l’argent triffts für mich eher. Hier wird ganz klar von Wertanlage gesprochen, also hört mir bitte mit dem Kunstgewäsch auf. Klar, es ist jedermanns‘ eigenes Bier, ob er den 20 gutfindet oder nicht, aber ’ne Meinung wird man dazu doch wohl noch abgeben dürfen, was ja letztlich auch der Sinn von Kommentarspalten wie diesen ist.

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      GioGio  AHU

      „Wer möchte der soll, warum meint in unserer gesellschaft immer jeder, er müsse beurteilen dürfen was die anderen dürfen und was nicht?“ – Dem will man sich natürlich anschließen. Aber der Vergleich zum Bugatti ist knapp gesagt „manipulierend“. Klar kann jeder wie er will. Und wenn eine bekannte Künstlerin auf ein 100€ Zelt „Liebesnest“ schreibt und dies für 1.000.000 Pfund oder Dollar an jemanden los wird, der nicht nur sehr viel Geld besitzt und damit den Markt und die Wertigkeit der Künstlerin bestimmen kann, sondern zugleich alle Kunstwerke von ihr aufkauft – fragt man sich in was für einer Kunstwelt man lebt. Dann brennt auch noch die Halle ab, in der die teuer erworbenen Besitztümer des Multimillionärs gesammelt werden und er zahlt nochmal ne Million für ein neues Zelt. Die zeit hat damals mal einen tollen Artikel über solche Art Entwicklungen und Massenherstellungen im Kunstmarkt gedruckt.

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        GioGio  AHU

        Kunst bekommt meist ihren Wert durch das Drumherum und nicht ab Werk. Das ist nicht unbedingt gut und fair wie man am obigen Beispiel sieht. Aber wenn das Teil vom Hartmann nach einer ordentlichen Gewinn-/Verlust-Rechnung lediglich einen preis von 2000€ erreichen sollte und mutig 18.000 draufgelegt werden, so fragt man zunächst nach vorigen Kunstwerken und was den Wert so hochschraubt außer der bloße Wille des Designers. Und ich sehe keine in der Form ausgestellt, dass sie solch einen Preis rechtfertigten. Letztlich kann er machen was er will. Vielleicht will er in diesem besch… System auch mal einen Bonus bekommen. Es ist wie mit dem Liebeszelt…obwohl – nicht ganz. Dort treiben es die Auktionäre nach oben. Und da die Künstlerin schon im Vorfeld „erfolgreich“ war und Millionen für ihre Werke bekam (wenn auch fast nur von einem einzigen Gönner), kann sie den preis auch halten. Ihr erstes Kunstwerk war mit Sicherheit nicht sofort so hoch angesiedelt. Das ist immer Entstehungsgeschichte. Außerdem folgt der Synthie eher einer Funktion und das „Liebesnest“ einer indirekten. Das schränkt die künstlerischen Möglichkeiten doch sehr ein.

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          GioGio  AHU

          Daher nennt man es ja Produktdesign. Wie beim Bugatti. Aber auch wenn man ihn nicht so schnell fährt wie er kann – so klingt er zumindest nach dem was er leisten kann. Das Design rundet das ganze nur ab, perfektioniert es, sorgt für eine Harmonie zwischen Funktion und Eleganz. Sind auch beides Funktionen, sprechen jedoch unterschiedliche Sinne an. Multisensorisches Konzept?
          Wie auch immer. Urteile müssen wir hier nicht fällen, aber man kann darüber nachdenken ob Kunst nicht eher sich selbst genügt. Und kritisch sollte man sein in Zeiten, in denen der Kunstmarkt sich Methoden und Mittel aneignet, die man eher in der Massenproduktion vorfindet. Hier versucht man es unter Umständen halt anders herum :D

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    tantris  

    @arnimhandschlag : In den vielen Kommentaren wurde nirgends behauptet, ein solcher Synthesizer dürfte nicht gebaut oder gekauft werden. Hier wird lediglich die Frage diskutiert, ob das für einen selbst mehr oder weniger sinnvoll erscheint.
    Bei einem Instrument spielt das Design eine wesentlich geringere Rolle als z.B. bei einem Auto. Das Publikum, was einem Konzertgitarristen oder Pianisten zuhört, kommt wegen des Klanges, und nicht wegen des Designs des Instruments. Bei einem Synth schon gar nicht.
    Niemand fragt danach, ob der neueste Hit von Lady Gaga auf einem versilberten oder vergoldeten Synth gespielt wurde. Wer also diesen Synth wegen des Designs kauft, dem wünsche ich viel Spass damit. Wenn es um das Musik machen geht, würde ich zu Alternativen raten.

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      arnimhandschlag  

      Ich finde dass der Herr Hartmann und andere die es ihm gleich tun hier schon hart angegangen werden. Zum Glück hat er bevor er seinen Traum verwirklicht hat nicht zuvor die Amazona Kommentatoren gefragt ob er es tun soll. Wenn er es möchte und das Geld dafür ran bekommt und es einen Kundenkreis gibt dann geht das doch hier keinen was an? Und dass Amazona darüber berichtet: natürlich gerne, es ist ein Projekt wie jedes andere auch. Wenn darüber nicht berichtet würde hieße es dass sie tolle Projekte ignorieren.

      Was die Meinung über das Gerät betrifft schließe ich mich außerdem hier eigentlich fast allen an (auch dir) ich möchte von Herrn Hartmann aber nicht verlangen dass er seinen Traum in die Tonne klopft nur weil ich das Ding nicht möchte und maße mir auch nicht an meine eigene Meinung diesbezüglich als für ihn relevant darzustellen.

      P.s. ich finde zum Beispiel dass Design eine wichtige Rolle spielt – ich hab mir noch nie ein Instrument gekauft bei dem ich gedacht habe, dass das Ding optischer Sondermüll ist. Also auch dieses Argument ist subjektiv sehr verschieden.

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      Son of MooG  AHU

      Das Design spielt besonders bei Synthesizern eine große Rolle: lädt es zum Klang- Schrauben ein oder verkommt das Teil zur Preset-Schleuder? Beim 20 kommen mir dann aber doch Zweifel, denn hier wurde ja an der Ergonomie nichts verändert (abgesehen davon, dass man nun das Panel hochklappen kann). In meiner persönlichen Studioecke hätte ich mir lieber einen Blofeld mit 1-knob-per-function und einer Modulations-Matrix ala Matrix-Brute gewünscht. Der hat auch Alu-Knöppe (der Blofeld, nicht der Brute)…

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    Kosh  

    ganz gleich, ob es sich um einen oldtimer, ein gemälde oder eben den hartmann 20 handelt: der wert liegt ja immer so hoch, wie der käufer bereit ist zu zahlen, und wie dringend der verkäufer auf das geld angewiesen ist. wer millionenbeträge für sammlerobjekte aufruft, muss halt hoffen, dass sich zumindest ein käufer findet, dem es den betrag wert ist. wenn er dann keinen käufer findet, kann er entweder das objekt wieder einmotten oder eben den preis senken. der hartmann 20 ist halt eindeutig als geldanlage zu verstehen. ich persönlich würde ihn mir selbst bei entsprechendem kapital nicht zulegen, da ich bei dem hartmann 20 nicht davon ausgehe, dass hier je eine wertsteigerung eintritt. dazu ist das gerät zu wenig „kult“, herr hartmann ist kein picasso, und ich glaube der hartmann 20 wird eher als kuriosität in die geschichte eingehen, denn als begehrtes sammlerobjekt. und kuriositäten erfahren nun mal selten eine wertsteigerung. ich glaube vielmehr, dass der wertverlust sogar immens sein wird.

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      AMAZONA Archiv

      geldanlage wertsteigerung… selten so gut gelacht.. :D

  18. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    irgendwie hat das was mit autotuning gemeinsam… voll teuer und voll sinnlos ;)

  19. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Ich will einen GAMBIT, verdammt.
    Oder irgendeine andere tolle, völlig realitäts- und praxisferne Hartmann-Studie aus den frühen 1990ern.
    Ehrlich, das sieht aus, als wollte sich hier jemand auf Biegen und Brechen ein Denkmal setzen…
    Wer’s braucht.

  20. Profilbild
    mediadecoder

    Wenn ein „20“ in die richtigen Hände kommt und die Musik überzeugt/gefällt, werden wir uns alle freuen und ein schönes Keyboard damit in Verbindung bringen.
    Vielleicht kann er auch einfach für Video-Clips geliehen werden, denn er sieht schon toll aus.

    Diese Design-Vision zu realisieren ist auch bewundernswert. Gratulation zum 20. Geburtstag der Design-Box!

    Ich habe zumindest den weißen Arturia Microbrute, an dem Axel Hartmann (Design Box) bei der Gestaltung ja auch beteiligt waren – den mag ich vom Design und Sound sehr gerne.

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    psv-ddv  AHU

    Kopie wäre jetzt ein böses Wort, aber das Design erinnert mich doch sehr, sehr, wirklich sehr stark an die Apple Alu Laptops.
    Das geht vom Grundkonzept (aus einem Block gefräst) sogar bis ins Detail: Die Griffvertiefung hinter dem klappbaren Panel (sieht man im geschlossenen Zustand) entspricht z.B. genau der Griffvertiefung beim Macbook Pro.
    Erstaunlicher Weise hat der Designer beim Bedienpaneel des Synths, dort wo es wirklich drauf ankommt, überhaupt keine Ideen eingebracht.
    Da hat Herr Hartmann aber wirklich schon Besseres entworfen. Aber das er „Abschreiben“ nötig hat hätte ich nicht gedacht.
    Na ja, das Teil wäre wohl gerne ein „Livestyle Synth“ for the rich and famous. Irgend ein Fotomodell könnte sich das vielleicht zum Angeben neben den I Mac auf den Schreibtisch stellen. Obwohl selbst solche Kunden kaufen dann eher einen Minimoog.

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    Sudad G  

    Ich hoffe, dass die Drehpotis bei diesem Preis mal endlich funktionieren und nicht wie sonst bei Waldorf üblich nach kurzer Zeit wieder anfangen zu springen.
    Bei einem Synth für fast 20.000 EUR kann man wesentlich mehr erwarten. Wenn man sagen wir mal 10.000 EUR für das Design bezahlen muss, und die anderen 10.000 EUR für die Klangerzeugung, will man da nicht einen 800,00 EUR billigen Sledge unter der Aluhaube haben, sondern mindestens einen 128 stimmigen Blofeld, der dann durch eine analoge Filterbank mit LPF, BPF u. HPF geht oder mit einem analogen Microwave oder Puls kombiniert ist und dessen beide OSCs Samples wiedergeben können. Das wäre das Mindeste. Ein hochwertiger Effektprozessor auf Eventide, TC oder Strymon Stompbox Niveau versteht sich von selbst bei dieser Preisklasse. Dass die Outputsektion aufgewertet wurde ist lobenswert, erlaubt aber nicht einen derart höhren Preis.
    Insofern – völlig an uns Musikern und am derzeitigen analogen oder hybriden Trend vorbei designt.
    Für 20.000 EUR bekommt man heute einen Yamaha Montage, mehrere Dave Smith Synthesizer, ein paar Moogs und vielleicht noch einen Eventide Eclipse für die FX-Sektion obendrauf…..da geht dann die Sonne auf…
    Klar man kann auch einen Fiesta-Motor in die Karosserie eines Ferraris packen…warum nicht.

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    nontachi

    Hier von einer Vision zu sprechen… seitens der Redaktion, halte für mehr als gewagt. Warum baut Hartmann dann nicht einen Synth aus purem Gold mit Diamanten bestückt für Ölscheichs, 20 Millionen Euro das Stück?
    Das ist einfach nur dekadent, für reiche Geldsäcke, die in ihrem Wohnzimmer mit einem Nobelsynth angeben wollen.
    Und wer jetzt ein paar Sekunden über meinen Text nachdenkt, verrecken in der Zeit ein paar hundert Menschen weltweit an Hunger.
    Weiter so AMAZONA!

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      lena  

      Dein Angriff auf Amazona ist nicht nur unpassend sondern auch verbal vollkommen daneben. Eine Entschuldigung wäre angebracht.

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        GioGio  AHU

        Bis auf den Satz „Das ist nur dekadent…“ hält er sich im Ausdruck subjektiv, was man durch das „…halte ich…“ und die Fragestellung merkt. Er hätte den Rest des Textes natürlich auch mit „ich finde“ oder so einleiten können. Da er jedoch den Text so beginnt, ist es vielleicht so gemeint. Vielleicht mal vorher nachfragen. Denn von einem Angriff zu sprechen (ohne ein´“ich finde“) oder mal Fragestellungen zu nutzen, könnte ebenso als ein Angriff gelten wie Du es vorwirfst (vorwerfen- interessantes Wort!). Mal darüber nachdenken ;)

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    nontachi

    Mich entschuldigen, wofür? Dafür, dass ich eine eigene Meinung habe?
    Galileo Galilei, Sokrates, Einstein u .s. w. hatten Visionen, aber einen Synthesizer für reiche Angeber zu bauen, hälst du wohl für normal, gel? Freud lässt grüßen.
    Was den anderen, unpassenden Kommentar betrfft: Ohne Bienen würde es die Menschheit gar nicht mehr geben! Aber Delphine?
    „Ich hab` von Flipper einen Tripper – und das ist bitter!“ (copyright by nontachi)
    Und dann dieses nervige Geschnattere beim Sex…

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      lena  

      Dafür, dass du 1. offensichtlich denText nicht richtig gelesen und dadurch falsche Schlussfolgerungen gezogen hast (Peter spricht niergendwo von einer Vision) und 2. dass Deine Kinderstube Dich offensichtlich nicht gelehrt hat gewisse Umgangsformen einzuhalten.

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        GioGio  AHU

        Falsche Schlussfolgerungen? Gewisse Umgangsformen? Offensichtlich für wen? Muss ich offen sehen, wie Du? Was ist das für ein Wort in einer Diskussion, in der sich jemand subjektiv äußert? Lese mal meinen Kommentar weiter oben. Diplomatie fängt in der Wortwahl an und damit auch der Erfolg den anderen zu erreichen.

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    GioGio  AHU

    Ich wollte noch was ergänzen zu Kunst vs. Design. Sprechen wir doch am besten von Bildender Kunst. Diese unterscheidet sich laut Definitionen durchaus von Design. Sie will es auch. Sonst bräuchten wir keine unterschiedlichen begriffe dafür. Aber es ein Versuch, der nicht nur eingrenzt, sondern auch ausgrenzt. Beides kann richtig und falsch sein. Durch solche Definitionen muss nichts absolut werden. Warum ich hier von Produktdesign sprechen würde ist zum einen der Umstand, dass es mit Sicherheit mehr als ein Gerät geben wird (also eine Produktion). Vor nicht langer Zeit haben zwar auch größenwahnsinnige Künstler dies eingeleitet – wird aber auch nicht gerade bewundert diese Entwicklung. Außerdem folgt die Bildende Kunst keiner Funktion als solche (außer Wirkung, Ausdruck, Aussage…etc.). Als Künstler wähle ich meine Materialien nicht nach der materiellen Funktion. Ich sprach oben über die Künstlerin mit ihrem „Liebeszelt“. Da war die Idee da und diese benötigte das Zelt als Material. Aber mit Sicherheit soll das Teil nicht als funktionsfähiges Liebeszelt in Serie gehen. Man hat also eine Idee und wählt Leinwand oder so. Natürlich kann man auch zuerst das Material auswählen und lässt dann die Muse sprechen. Aber man wird nicht hinterher sagen: „Wow, der Van Gogh eignet sich echt als Vorhang und so wollte ich es auch“.

  26. Profilbild
    GioGio  AHU

    Dass der Hartmann Synthie einer Funktion folgt – ein Produkt sein will, welches als solches ein Design sucht, das merkt man am Design selbst. Würde man einen Synthesizer als Leinwand wählen um sich dann als Künstler auszudrücken, so würde man ganz andere Ergebnisse erzielen können. Da könnte echt was spannendes bei herauskommen und am Ende wäre es egal wie sehr es der technischen Funktion widerspricht.
    Im Kurzen: Dies scheint ein Produkt zu sein mit einem Design eines anerkannten Produktdesigners. Und das ist okay und darf auch teuer verkauft werden. Auch Produkte werden im Nachhinein zu Kunst, je nachdem wie es die Welt angenommen hat. Das entscheidet sich meist hinterher. Doch funktionell im materiellen Sinne muss es immer bleiben. Niemand erwirbt einen defekten Ferrari aus den 1930ern und erfreut sich daran, bevor das Teil nicht wieder läuft.
    und da ist der Haken. Der Hartmann Synthie besitzt kein spannendes Innenleben. Perfektion im Design sucht auch immer nach Perfektion des Produktes und will harmonieren. Daher bin ich mal so frech und sage meine Meinung: Das Produkt ist unangemessen teuer und wirkt wie ein Bugatti mit VW Motor.

  27. Profilbild
    GioGio  AHU

    :D Da nimmt’s wohl wer genau was das Unwesentlichste meiner 3000 Zeichen betrifft.

    Falls notwendig zu erwähnen: Das waren Beispiele und ich denke der Sinn ist klar. Dann meine ich halt 1947 (sorry, werde es nächstes mal genauestens recherchieren, auch wenns mir um etwas anderes ging. Und mit Motor meine ich dann halt einen Golf.
    Schade, dass dies das einzige war, was zum Antworten anregte :(

    • Profilbild
      psv-ddv  AHU

      Das liegt vielleicht daran, dass Du unserer Diskussion aus dem Jahre 2016 keine signifikant neuen Erkenntnisse hinzugefügt hast…500 Zeichen hätten es vielleicht auch getan.
      Trotzdem schön.

      • Profilbild
        GioGio  AHU

        Peace, Mann :)
        Fand meine Gedanken anregend und wollte sie teilen. Andere lesen ja auch gerne ältere Kommentarverläufe. Wieviele Zeichen da genügen entscheidet der „Klang“ :) Und ob es erkenntnisreich ist entscheidet jeder selbst!
        Aber Danke für Deine Erkenntnis, dass es keine neue Erkenntnis bringt…oder so ähnlich ;)

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          psv-ddv  AHU

          Sorry, war etwas rumpelig, aber nicht böse gemeint. Fand Deine Gedankengänge durchaus zustimmenswert, finde es nur schade in diesem Format hier so viel lesen zu müssen um zum Kern Deiner Aussage vorzudringen.
          Muss aber auch zugeben, daß ich selber zur Vielschreiberei tendiere und mir dann immer wieder den Kontext hier vor Augen halte ;)

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