Die Geschichte von Fender

14. Dezember 2017

Die Geschichte einer Legende

Die Geschichte von Fender 1

Dem geneigten Leser dürfte Fender wohl als einer der weltweit berühmtesten und erfolgreichsten Musikinstrumentenhersteller bekannt sein. Mit Produktionsstätten in den USA, Mexiko, Japan und China und einem sehr breiten Modellspektrum, vor allem im Bereich Gitarre, Bass und Verstärker zu unterschiedlichsten Preisen, ist Fender heutzutage ein gigantisches Unternehmen der Superlative. 

Doch was steckt eigentlich alles hinter der Fender Musical Instruments Corporation? Neben den berühmten Produkten wie der ikonischen Strato- und Telecaster oder auch dem Precision- und Jazzbass gibt es einiges mehr zu wissen und zu entdecken. Wer sich etwas ausgiebiger mit dem Unternehmen beschäftigt, wird schnell feststellen, dass Fender in der Musikbranche beinahe überall irgendwie dabei ist. In unserer Geschichte von Fender begeben wir uns auf eine Reise durch die Welt der Geschichte, der Musik und dem Unternehmen Fender und seinem gleichnamigen Begründer Leo Fender.

Die Geschichte von Fender Leo Fender

— Der Genius Leo Fender – *1909 †1991 —

Die Geschichte von Fender – Gründung und frühe Jahre 

Anfang bis Mitte der 40er Jahre, zu Zeiten großer industrieller Neuerungen und Verbesserungen erkannte Clarence Leonidas Fender – heutzutage bekannt als Leo Fender -, dass die bis dato verwendeten Hollowbody-Gitarren den modernen Ansprüchen der sich immer rasanter verändernden Musiktechnologie nicht länger gerecht werden. Höhere Lautstärken riefen unerwünschte Rückkopplungen hervor, sodass ein größeres Publikum nicht angemessen beschallt werden konnten. Um seine Pläne zur Konstruktionsverbesserung in die Tat umsetzen zu können, gründete Leo Fender sein Unternehmen im Jahr 1946, nachdem er jahrelang in seinem kleinem Geschäft alle erdenklichen technischen Geräte reparierte. Er ahnte vermutlich noch nichts davon, was für eine unglaubliche Erfolgsgeschichte vor ihm liegen würde!

Die Allerersten – Fender Telecaster und Fender Precision Bass

Die Geschichte von Fender Telecaster

— Die Fender Telecaster —

Die Geschichte von Fender Precision Bass

— Fender Precision Bass, hier als Mid-60s Reissue-Modell —

Die erste Solidbodygitarre, die auch in Massenherstellung produziert werden konnte, sollte die Lösung des Feedbackproblems sein und wurde 1951 als Telecaster vorgestellt. Bei Markteinführung betrug der Preis für eine Tele ca. 200,- US-Dollar, heute wären das ungefähr 2000,- Euro bei Berücksichtigung der Inflation. Der massive Korpus entwickelt starke Eigenresonanzen und zwei Singlecoils lieferten den saftigen und peitschigen Sound, den wir bis heute kennen, schätzen und lieben!

Die Geschichte von Fender Tele Assembly

— Hier wird gerade eine Tele zusammengebaut —

Die Geschichte von Fender Tele Test

— Und hier wird sie eingestellt und getestet —

Im selben Jahr folgte auch der berühmte Fender Precision Bass, der im Gegensatz zu Kontrabässen mit Bünden versehen wurde und über einen Amp verstärkt werden konnte. Somit entstand für kleine Bands das erste Mal die Möglichkeit, vor einer größeren Menschenmenge zu spielen und dabei tatsächlich auch gehört zu werden. Das war dann wohl auch ungefähr die Zeit, in der das große Big Band Sterben einsetzte und kleine Combos mit drei bis vier Mitgliedern langsam die Vorherrschaft erlangten.

Das Jahr 1954 – die Geburtsstunde der Fender Stratocaster

Nachdem die ersten Rückmeldungen zur Telecaster eintrafen, entwickelte Leo Fender zusammen mit seiner Mannschaft die berühmte Stratocaster, die 1954 der breiten Masse präsentiert wurde. Das legendäre und am meisten kopierte Gitarrenmodell sollte mit einem dritten Tonabnehmer mehr Sound-Flexibilität bieten. Zudem ist der Body mit einigen Ausschnitten und Ausfräsungen gemütlicher und leichter geworden. Damals kostete sie etwa 50-60 Dollar mehr als die Telecaster.

Die Geschichte von Fender Stratocaster

— Die wohl berühmteste Gitarre der Welt – Fender Stratocaster —

Auch andere, bis dato nicht so erfolgreiche Musikinstrumente entwickelte Leo Fender während seiner sehr kreativen und produktiven Zeit zwischen 1954 und 1965. Der Jazz Bass, die Jazzmaster oder der berühmte Twin Reverb Verstärker gehen auf eben diese Zeit zurück. Eine hohe Popularität und Verfügbarkeit der Stratocaster erzeugte in den darauffolgenden Jahren eine grundlegende Veränderung in der Musikgeschichte – und das bis heute. Was zudem den Erfolg des Unternehmens garantierte, war eine groß angelegte, moderne Werbekampagne in allen erdenklichen Printmedien, Radio und Fernsehen. Bevor wir uns in unserer Geschichte von Fender wieder der Musik widmen, machen wir einen kleinen Ausflug in die Welt der Wirtschaft von damals.

Die Geschichte von Fender

— Fender Twin Reverb —

Die Geschichte von Fender – der Verkauf an CBS 

Im Jahr 1965 verkaufte Leo Fender das bis dato sehr erfolgreiche Unternehmen an die Columbia Broadcasting System (CBS) für 13 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig kaufte CBS auch das Unternehmen Electro-Music – bekannt für Leslie Speaker – zu dem unter einigen anderen Subunternehmen auch die Firma Steinway Pianos gehörte. Auch die Tochterfirma Squier, die ursprünglich 1890 gegründet wurde und bis heute noch günstige Fender-Modelle produziert, wurde 1965 von Fender aufgekauft. 

Dies wirkte sich sowohl positiv als auch negativ auf das Unternehmen aus. Auf der einen Seite kam ein erhöhtes Budget ins Spiel und zusätzliche Arbeitskräfte nebst Gebäuden konnten die Herstellungsprozesse entlasten. Allerdings wurden hinsichtlich der Qualität Abstriche gemacht, nicht umsonst ist ein Instrument von Fender aus der Pre-CBS-Ära deutlich kostspieliger in der Anschaffung, als ein vergleichbares Modell aus der Fertigung der Zeit vor der Übernahme durch CBS. Gleichzeitig aber sank aber der Preis dank des erhöhten Angebots, was viele junge Musiker ermutigte, sich eine Gitarre oder einen Bass von Fender zuzulegen.

Fenders Gitarrenmodelle veränderten sich während dieser Zeit nicht großartig. Die wohl markantesten Neuerungen waren der größere Headstock der Strat, die Installation eines 5-Wege-Pickup-Schalters und die Einführung des bis heute bekannten „Truss Rods“. In dieser Zeit entstand auch der sogenannte Wide Range Humbucker Pickupder von Seth Lover entwickelt wurde. Dies führte auch zu neuen Telecaster-Modellen wie der Custom, Deluxe oder der Thinline, die bis heute bekannt und beliebt sind. 

Die Geschichte von Fender – Musikrevolution der 60er

Wer sich gedanklich in die 40er hineinversetzt, findet sich in einer vollkommen anderen Welt wieder. Klar gibt es bereits Tonträger wie Schallplatten oder Tonbänder, doch herrschten in den Tanzklubs und Lokalen weiterhin die großen Bigbands vor, die jedoch allmählich immer weniger werden. Wer kann sich schon in den Zeiten von Wirtschaftskrisen, Rezessionen und Kriegen eine 17-köpfige Musikermannschaft leisten, die auch noch den ganzen lieben langen Abend lang spielen soll? Ganz abgesehen davon, dass Mitte der Vierziger auch viele Musiker den Nordpazifik überqueren mussten, um gegen den Faschismus in den Krieg zu ziehen. 

Zunächst bildeten sich vor allem kleine Jazz Combos wie das klassische Jazz Trio. Also Drums, Kontrabass/Piano und Gitarre/Piano/Saxophon. Aber genau da tat sich das vorhin bereits erwähnte Feedbackproblem auf. Mit zunehmender Publikumsgröße und Lautstärke auf Feiern konnte die Band einfach nicht mithalten. Mit einer Solidbody-Gitarre und einem Bass, der sich ebenso einfach mit einem Amp verstärken lässt, sieht die ganze Geschichte jedoch gleich anders aus. 

Als die Fünfziger dann anbrachen und der Rock ’n’ Roll mit seinen bekannten Vertretern wie Elvis King“ Presley immer mehr an Bekanntheit erlangte, boomte auch das Geschäft mit Musikinstrumenten und vor allem mit Gitarren.

Die Geschichte von Fender Fender Fabrik

— Die Fender Fabrik in den 50er Jahren —

Die Sechziger sollten in der Geschichte von Fender dann noch mal um einiges aufregender werden. In England waren die Beatles und Rolling Stones groß am kommen und in den Staaten tanzten die Leute zu Rhythm and Blues, Rock ’n‘ Roll und Soul wie beispielsweise James Brown, der als Mitbegründer des Funk gilt. Auch die Flower Power Bewegung mit ihren eigenen Größen wie Bob Dylan trugen ihren Teil dazu bei, dass die Gitarre an Popularität zunahm. Ob man sie mag oder nicht, wer die Beachboys einmal gehört hat, stellt schnell fest, dass auch sie einen eigenen Sound begründeten, der ohne E-Gitarren gar nicht möglich gewesen wäre. 

Die Geschichte von Fender Flower Telecaster

— Stets im Trend der Zeit – Flower-Tele Jahrgang 69 —

Um die Erfolgsgeschichte der E-Gitarre und somit auch die von Fender zu verstehen, fehlt natürlich noch die Erwähnung der Speerspitze dieser Entwicklung. Jimi Hendrix, David Gilmour von Pink Floyd und Eric Clapton sind nur drei Namen der größten Rockgitarristen der 60er Jahre, die sich hauptsächlich auf Zuverlässigkeit und Sound einer Fender Stratocaster Gitarre verließen und in unserer Fender Story von daher natürlich nicht fehlen dürfen!

Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Mit Blümchentele hast du es aber…. ;-)
    Ja, interessante Firmengeschichte, inkl. der von Music Man… während bei Gibson, dem Hauptkonkurrenten alter Tage, im Laufe der letzten Jahre immer mehr der Lack abgeht, scheint Fender sich auf dem Olymp zu halten – ob nun im Blümchengewand oder auch nicht.

    • Profilbild
      Stephan Güte  RED

      Absolut … und das in allen Preisregionen, die haben mächtig zugelegt! Egal, ob Du ne Strat, Tele, whatever aus China, Mexiko oder den Staaten bekommst: immer bestmögliche Quali! Da darf Gibson gerne mal abgucken …

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