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Legendäre Keyboarder: Eric Woolfson von Alan Parsons Project

24. August 2019

Das Musikgenie des Alan Parsons Project

Legendäre Keyboarder: Eric Woolfson von Alan Parsons Project

Geschichtliche Einordnung

Die Dekade Anfang der 70er bis 80er und etwas weiter gilt in der Musikwelt ein bisschen wie Goldenes Zeitalter. Queen, Prince, Deep Purple, Eagles, Kraftwerk, Bee Gees, Led Zeppelin, Michael Jackson, Tangerine Dream, Duran Duran, Michael Oldfield, Genesis – die Liste ist ziemlich lang. Und Pink Floyd veröffentlichte Dark Side of the Moon, das war 1973, bis heute eins der meist verkauften Alben. Ein Publikumserfolg sowohl künstlerisch als auch kommerziell und immer noch werden jährlich 250.000 Exemplare verkauft. Im Rampenlicht stand zwar insbesondere die Band selbst, jedoch zeigte sich recht bald, dass gerade der Sound-Engineer Alan Parsons eine wesentliche Rolle dabei spielte. Seine Handschrift war es, die dem Album Charakter und letzten Schliff verleihen sollte. Und der Beginn für dessen eigene Karriere war. Das Album Tales of Mystery and Imagination, ein musikalischer Meilenstein dieser Zeit, sollte drei Jahre später folgen und erst der Anfang sein des bis heute erfolgreichen Projektes, das seinen Namen trägt: Alan Parsons Project. Doch genau das war anfangs nicht alleine ihm selber zu verdanken, es gab einen, der viel wichtiger war und das ist Eric Woolfson.

Eric Woolfson Alan Parsons Inside Eve Vinyl

Eric Woolfson und Alan Parsons

The Story of Eric Woolfson

Es begann in Schottland, dort wurde er im März 1945 geboren. Seine Eltern hatten ein Möbelhaus in Glasgow und er gehörte der Mittelschicht an. Sein Onkel war es, der ihn für Musik und Piano interessierte. Obwohl er sich das Klavierspielen nur selber beibrachte und nie gelernt hat Noten zu lesen, ging er irgendwann nach London und dort wurde er bald als gefragter Pianist für Sessions gebucht. Den Einstieg in die professionelle Industrie ermöglichte ihm Andrew Oldham, der Rolling Stones Produzent. Der war von Erics Talent auf der Stelle sehr begeistert und bot ihm einen Vertrag an, es war ein sogenannter Publishing Deal.

Von nun an spielte er für Leute wie Jimmy Page und John Paul Jones und arbeitete dann als Songwriter für die Künstler Marianne Faithfull, die Tremeloes und Marmelade. Aber das war erst der Anfang, denn weitere solcher Deals sollten folgen. Nicht viel später produzierte er selber, Namen wie 10cc und Godley & Creme tauchen in seiner Biographie auf. Ab da war er zwar auch ein Songwriter, aber dieses Leben als solches kam ihm alles andere als einfach vor. Eric dachte: Artist Management, das soll es richten. Und er war auf Anhieb erfolgreich damit, denn sein Klient Carl Douglas und dessen Hit Kung Fu Fighting, einer seiner größten Verkaufserfolge überhaupt, schien ihn darin zu bestätigen. Und darauf folgte Alan Parsons.

Tales of Mystery and Imagination (1976)

Den lernte er im Sommer 1974 in den Abbey Road Studios kennen, beide arbeiteten damals an ganz unterschiedlichen Projekten. Und getroffen haben sie sich wohl eher zufällig in der dortigen Kantine. Während Alan Toningenieur-Assistent war und gerade das legendäre Pink Floyd Album The Dark Side of the Moon hinter sich hatte, war Eric in erster Linie noch immer der Songwriter und Session-Pianist. Aber er arbeitete bereits an Ideen für ein Konzeptalbum, inhaltlich ging es dabei um Edgar Allen Poes Werke. Doch zunächst entwickelte sich noch eine ganz andere Kooperation: Eric wurde auf Parsons’ Wunsch dessen Manager. Also arbeiteten sie gemeinsam erstmal für Pilot, Cockney Rebel, John Miles und The Hollies.

Die Geburt von „The Alan Parsons Project“

Während dieser Phase wurde Parsons immer wieder mit der Unzufriedenheit der Künstler konfrontiert, manche mochten nämlich den Charakter seiner Abmischungen und Produktionen nicht immer. So kam es zu Erics Ideen, ein Album ähnlich einem Soundtrack der Filmindustrie zu gestalten, inspiriert von Regisseuren, wie Hitchcock und Kubrick es taten. Nur eben diesmal den Producer einer Musik in den Mittelpunkt zu stellen. So passte sein Arbeitsmaterial rund um Edgar Allen Poe unversehens ganz gut zu Parsons Talenten. Gesagt, getan: Alan produzierte und mischte die Songs und für die Kompositionen waren beide zuständig. Später sollte sich zeigen, dass sein Anteil an den Kompositionen dann doch gut und gerne 95 % war und die Lyrics stammten sowieso alle von ihm. Das Alan Parsons Project war also geboren und schon das Debut-Album Tales of Mystery and Imagination von 1976 sollte ein Riesenerfolg werden. Die Sache war eigentlich nur als einmaliges Projekt gedacht. Nun, es kam anders und heute wissen wir, dass es der Anfang einer langen Zusammenarbeit war und obendrein kommerziell ziemlich erfolgreich ist – bis heute.

Eric Woolfson 70er Piano

Eric bei einer Recording-Session

Es folgten neun weitere Alben und die Liste der beteiligten Instrumentalisten und Sänger ist lang. Meistens waren es Kollegen aus den anderen Projekten, man kannte sich und wusste wohl, was man voneinander erwarten konnte. Manche Namen tauchen öfter auf, etwa Andrew Powell, der Mann für die Orchestrierung und Chöre. Stuart Elliott und Stuart Tosh an den Drums, Ian Bairnson spielte die Gitarren und David Paton Bass, der auch einige Lead-Vocals beisteuerte. Und obwohl viele Namen unter Vocals gelistet sind, kam es auch da zu regelmäßigen Auftritten und zwar von Lenny Zakatek, John Miles, Terry Sylvester, Colin Blunstone und Chris Rainbow. Gewöhnlich übernahm Eric Woolfson die Vocals bei den Demoversionen der Songs, für manche Titel hat er dann auch die Release-Versionen eingesungen. Etwa für Don’t Answer Me und Eye in the Sky, beide wurden auch noch Charthits. Seine recht sanfte Singstimme hat Wiederkennungswert, gerade bei diesen Songs kommt das ganz gut rüber.

I Robot (1977)

Über eine Million Mal wurden diese Titel sowie Time im US-Radio gespielt. Und als Pianist übernahm er natürlich im Wesentlichen sämtliche Keyboardparts, obwohl es immer wieder weitere Keyboarder wie etwa Richard Cottle gab, die bei den Albumproduktionen mitwirkten. Dabei war Eric klar der Klavier spielende Komponist, der Gesangsparts entwickelt und Lyrics schreibt – ein ganz eigener Songwriter/Instrumentalist-Typus. Das songdienliche Element steht immer im Fokus, gleichwohl weitgehend im Prog- und Artrock-Genre unterwegs, war er definitiv der Gegenentwurf zum breitbeinigen Keyboard-Hero.

Hört man sich seine APP Alben an, lässt sich ein interessanter Style erkennen. Besonders bei Wurlitzer Piano Parts, eine eigenartige Prägnanz und Präsenz, gelegentlich fast zu simpel wirkend etwa mit Quarten oder Quinten, aber genau das passt dann perfekt – Modell Faust aufs Auge. Man kennt das von anderen Keyboardern wie Al Greenwood (Foreigner), wo es die smarten Details sind und ob im Chord eine Septime vorkommt oder gerade nicht, hier eine Note mal überraschend vorgezogen, dort ein dauernder Kontrapunkt im Bass durchgesetzt wird, dazu klare Melodien und deren lange Spannungsbögen mit bewusst definiertem Ohrwurmfaktor. Die Passgenauigkeit der Keyboards zu den Leadvocals, das zeichnet den Klavier spielenden Songwriter aus und exakt das ist Erics Handschrift.

Eve (1979)

Über das verwendete Equipment gibt es kaum konkrete Informationen, die beiden APP Protagonisten selber sprachen in Interviews eher über die Musik. Allenfalls Session-Keyboarder wie Richard Cottle äußerten sich gelegentlich einigermaßen konkret. So ist in Erfahrung zu bringen, dass in der Abteilung Keyboards der SCI Prophet-5 besonders gerne genommen wurde, auch ein Yamaha CS-80, das Solina String Ensemble, der legendäre Emulator II, ein PPG Wave 2.3, EMS Synthi und, sobald zu haben, ein Roland JX-8P und von Yamaha der DX7 und dessen Bruder TX816. Auch von Layersounds ist die Rede, vor MIDI war das wohl noch etwas umständlich. Welche Instrumente davon Eric Woolfson gespielt haben mag, ist schwerlich zu identifizieren. Bekannt ist, dass er neben Wurlitzer gerne Clavinet eingesetzt hat. Fairlight und das Projectron dagegen sind in erster Linie Alan Parsons zuzuordnen.

Erics musikalischer Beitrag zum Alan Parsons Project war also enorm, Parsons selber saß tatsächlich insbesondere am Pult. Später äußerte sich Eric etwas unglücklich über den Projektnamen und dass sein Name dadurch zuwenig in der Öffentlichkeit bekannt wurde, obwohl seine Beiträge derart wesentlich waren – erfolgreiche Arbeit ohne den entsprechenden persönlichen Ruhm. Ein bisschen Tragödie musste bei einem Genie wie ihm wohl mitspielen.

Eye in the Sky (1982)

Die Alan Parsons Project Alben

  • Alan Parsons Project Diskographie
  • Tales of Mystery and Imagination (1976)
  • I Robot (1977)
  • Pyramid (1978)
  • Eve (1979)
  • The Turn of a Friendly Card (1980)
  • Eye in the Sky (1982)
  • Ammonia Avenue (1984)
  • Vulture Culture (1985)
  • Stereotomy (1986)
  • Gaudi (1987)

Erics Woolfsons Solokarriere

Nach APP widmete sich Eric seiner Solokarriere. Inspiriert von seiner Frau Hazel, die zu jenem Zeitpunkt Psychologie studierte, begann er sich für Siegmund Freud zu interessieren, der auch mal eine Residenz in der Nähe von London hatte und in dessen späteren Museum Eric viel Zeit für Studien verbrachte. Zunächst arbeitete er an einem Album über ihn, immer noch zusammen mit Alan Parsons. Doch im Laufe der Produktion entschied er sich für eine Veröffentlichung unter nur seinem Namen. Es sollte Freudiana heißen und die Grundlage für das spätere Musical werden. Dessen Premiere fand 1990 in Wien statt, kurz nach der Veröffentlichung des Albums, und es war gleichzeitig der Einstieg in seine neue künstlerische Ausrichtung: Das Musiktheater.

Eric Woolfson Musical Freudiana

Seine neuer Kollege hieß Brian Bolly, der zuvor Partner von Andrew Lloyd Webber war. Doch die Zusammenarbeit klappte nicht so richtig, beide wollten die volle Kontrolle über das Musical Freudiana. Noch bevor es zu den geplanten Aufführungen in anderen Städten kam, fanden sich die beiden in Streitigkeiten wieder. Doch er machte einfach weiter, denn offensichtlich fühlte er sich auf dem richtigen Weg. In einem Interview äußerte sich Eric entsprechend:

„Ich hatte das Alan Parsons Project letztlich als eine Art Vehikel für mich entwickelt, doch dann merkte ich, dass mehr dahinter steckt. Andrew Lloyd Webber hatte recht, wenn er meinte, ein Musical für die Bühne ist doch ein viel erfüllenderes Medium für einen Schriftsteller, wie ich nun mal einer bin. Ab Mitte der 80er kam ich ja damit in Berührung. Meine Musicals wurden übrigens vorwiegend in Deutschland aufgeführt. Dafür gibt’s zwei Gründe: Das Alan Parsons Project war da ziemlich bekannt und außerdem wurde dort Kunst finanziell gefördert.“

Seine ersten drei Musicals:

    • Freudiana (1990)
    • Gaudi (1994)
    • Gambler (1997)

Gaudi wurde 1994 in Aachen uraufgeführt, es folgten Alsdorf 1995 und Köln 1996. In fünf Jahren sahen eine halbe Million Besucher dieses Musical, jedes Mal gab es am Ende Standing Ovations. Für Gambler verarbeitete Eric seine Erlebnisse in Monte Carlo Ende der 70er, was auch Inspiration für Turn of a Friendly Card und Games People Play war.

Eric Woolfson Gambler Cover

Das vierte Edgar Allen POE hatte dessen Leben als Autor zum Inhalt, die Premiere fand 2003 in den Abbey Road Studios in London statt, das zugehörige Album kam noch im selben Jahr auf den Markt, die DVD dann 2009. Sein letztes Musical Dancing Shadows widmete sich thematisch dem Stück Forest Fire, ein Anti-Kriegs-Schauspiel des Koreaners Cham Bum-Suk und wurde 2007 dort aufgeführt.

Solo Werke Diskographie

  • Freudiana (1990)
  • Freudiana Vienna Cast Album (1991)
  • Gaudi Musical Cast Album (1995)
  • Gambler Musical Cast Album (1996)
  • POE (2003)
  • Essential Alan Parsons Project (2007)
  • POE The Musical (2009)
  • The APP That Never Was (2009)
  • Somewhere in the Audience (2013)

Leider wurde Eric Woolfson bald darauf schwer krank, er litt an Nierenkrebs und starb 2009 daran. Er wurde nur 64 Jahre alt und hinterlässt ein außerordentlich umfangreiches musikalisches Erbe, das geprägt ist von künstlerischem Tiefsinn. Dabei hat er den Spagat hingekriegt, das in derart hörbare Formen zu bringen, so dass es einem großen Publikum Zugang zu seinen Werken ermöglicht. Und er war richtig fleißig zugange, lange Zeit gab es fast jedes Jahr neue Veröffentlichungen und erst später wurden die zeitlichen Abstände ein bisschen größer. Dazu schaffte er den Sprung vom Pianisten, der zuerst zum Session-Musiker und Songwriter für Auftragsproduktionen wird, dann als Manager und künstlerischer Kopf des erfolgreichen Alan Parsons Project über 50 Millionen Tonträger verkauft und schließlich den Genrewechsel Musical auf die Beine stellt und sich fortan der Bühnenarbeit widmet. Welch eine Karriere!

Erics Credo:

„I am a writer and in common with many other writers, I prefer the shadows to the limelight.”

Foto Credits

Mein Dank für das Foto in der Artikeleinleitung geht an James, der die Website http://www.ericwoolfsonmusic.com pflegt und es uns zur Verfügung gestellt hat. Wer sich für Eric Woolfsons Solo-Alben interessiert, findet dort viele Songs zum Anhören sowie im Shop verschiedene Merchandise-Artikel, DVDs, Vinyl-LPs, Audio-CDs und Digital-Downloads.

Foto Credits oben, fair use: https://en.wikipedia.org/wiki/File:Eric_Woolfson.jpg

Forum
  1. Profilbild
    ArvinG   1

    Genie ? Na ja, also ich weiß nicht…bei allem Respekt, Bach war ein Genie oder Mozart oder… (bitte ausfüllen) aber Parsons/Woolfson ?…sry, aber solche reißerischen Bewertungen in der Headline, ähnlich wie „das beste Gitarrensolo aller Zeiten“ finde ich immer ein wenig überkandidelt…aber – Achtung ! – natürlich meine ganz persönliche Ansicht.

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      Ensoniqs

      Nicht nur Deine Sicht. Auch meine.

      “ Das größte Genie“, „das verrückteste Album Cover“ , „die teuerste Gitarre“, “ der geilste Ledergurt“ , „der abgefahrenste Synthesizer“, “ die substanzloseste Zeitung“, „der genaueste Berhinger Klon“ und …

      …die verdammt noch mal ultimative Sau, die durchs Dorf gejagt wird.

      Jesses Amazona, ging doch mal anders.

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      k.rausch  RED

      Kommt drauf an, wo man die Messlatte anlegt. Gershwin wurde von der Gigpolizei für seine Rhapsody in Blue immer noch als Popmusiker der Tin Pan Alley abqualifiziert. Und erst der Besuch bei seinem Vorbild Ravel in Paris, der sich ihm gegenüber unerwartet als Fan outete, konnte den beruhigen. Ich hätte in der Headline gerne was mit genial geschrieben, da ist mir aber nichts Gescheites eingefallen, was ein passender Einzeiler ist. Nun leben wir halt mit Musikgenie :)

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        ArvinG   1

        Ja, Gershwin hat wohl zeitlebens unter einem mehr oder minder manifesten MInderwertigkeitskomplex gelitten was seine Musik anbetraf, da ihm die Anerkennung als „Klassiker“ versagt blieb oder jedenfalls in seiner Anfangszeit versagt geblieben ist. Auch schön nachzulesen in der Biographie von D. Ewen, die bei Hannibal erschienen ist.

        Dafür hat sein Bruder Ira über den jungen William Walton (vorschnell, er hat es später revidiert) geurteilt: „Seine Sachen sind ausnahmslos Mist“. Später war Walton anerkannt als einer der bedeutensten englischen Komponisten der Neuzeit. Eben so eine Sache mit Urteilen und Bewertungen ;-)

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          k.rausch  RED

          Ja, aus dieser Biographie habe ich das auch. Und in der Folge war Gershwin derart inspiriert, dass er noch auf der Schiffspassage zurück nach USA mit An American in Paris begonnen hat. So verstehe ich auch meine Artikelserie hier, die individuellen Herleitungen und zu was das jeweils führte. Bei Woolfson ist es die spätere Ambition für Musiktheater, sehr interessant. Eve sehe ich ihm daher auch gütig nach :)

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    0gravity  

    Vielen Dank für diese längst überfällige Würdigung.
    Es hat Jahre und etliche APP-Alben gedauert bis ich in der vor-Internetära so halbwegs mitbekommen habe wie prägend Woolfson für das Projekt war.
    Für mich gehören zumindest die ersten vier APP-Werke immer noch zu dem Besten was je unter der Rubrik Pop/Rockmusik veröffentlicht wurde.
    Nachdem ich als Teenager nahezu ausschließlich klassische Musik und Jazz hörte und zu hören bekam, war das APP, zusammen mit Jarre, Vangelis und TD für mich der Einstieg in neue musikalische Welten.
    Und es gibt auch nur ganz wenig Gruppen oder Interpreten, die Orchester und Chor so gekonnt eingesetzt haben wie Woolfson, Parsons und ihre Mitstreiter.
    Vielleicht war Woolfson kein Genie, er war aber definitiv ein ganz Großer.

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      ArvinG   1

      Zur Ergänzung meines Erstposts: auch ich habe, im zarten Alter von 16 glaube ich, als ich das erste mal „I Robot“ hörte sofort die LP gekauft, „Tales of Mystery…“ und „Pyramid“ folgten zwangsläufig, aber spätestens mit „Eve“ war klar…hier wird nach Schema F verfahren. Und als mir dann ein Schulfreund (offtopic) mal „Discipline“ von King Crimson vorspielte, war klar, OK, es GIBT interessantere Musik…hehe, aber das nur am Rande. Insofern…E. Woolfson war sicher ein talentierter Musiker, keine Frage, aber Genie ist dann nun nochmal eine andere Kategorie imho.

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        0gravity  

        „es gibt interessantere Musik“ .
        Mit Sicherheit. Aber hört man die dann auch so gerne? Immer wieder? Klar, King Crimson und Andere haben anspruchsvollere Musik gemacht als APP.
        Ich finde aber schon, dass der gekonnte Einsatz von klassischen und synthetischen Elementen im Zusammenspiel mit ausgefeilten und abwechslungsreichen Arrangements, einer exzellenten Aufnahmequalität und eben auch einem sehr guten (nicht unbedingt komplexen) Songwriting eine Art Alleinstellungsmerkmal der frühen APP-Scheiben sind, oder zumindest damals waren.

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    mhagen1  

    Vielen Dank für den schönen Artikel und die Würdigung Eric Woolfsons. Wenn diese Serie schon „legendäre Keyboarder“ heißt, darf das Wort Genie meiner Meinung nach auch verwendet werden ;-) Sicher gibt es komplexere und „genialere“ Musik, aber die APP-Alben gehören zum Soundtrack meines Lebens. Klangqualität und Arrangements haben mich immer begeistert. Und „Tales of Mystery …“ haben wir sogar im Musikunterricht gehört :-)

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      Hectorpascal  AHU

      Yup, I-Robot und Eve habe ich neben den frühen Depeche Mode Platten rauf und runter gehört. Auf Dual-Plattenspieler mit Telefunken 2.1 Lautsprecher System. Ja, das gab es damals schon. :)

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    Son of MooG  AHU

    „Tales of Mystery…“ hatte mir am besten gefallen, obwohl ich manche Songs davon überspringe. Bei „I,Robot“ gefiel mir nur noch der erste und der letzte Song (dabei bin ich großer Asimov-Fan) und den Rest der Alben habe ich komplett übersprungen; zu viel Mainstream…

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    costello  RED

    Vielen Dank für diesen schönen Artikel und die überfällige Würdigung von APP. Tales of Mystery and Imagination und I, Robot waren wirklich schöne Alben. Die späteren haben mir nicht mehr so viel gegeben. Lucifer vom Eve-Album wurde von einigen Moderatoren beim RIAS-Treffpunkt, wo ich Mitte der 80er als Aufnahmeleiter arbeitete, gerne als Musikbett genommen.

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      lightman  AHU

      Lucifer war lange Zeit der Titeltrack der ARD-Sendung Monitor, hat mir immer gut gefallen. Meine Schwester war Ende der 70er für einige Zeit ganz vernarrt in APP, daher wurde ich damit immer gut beschallt. Jahre später habe ich mich in die jüngeren Alben reingehört, etwa ab Ammonia Avenue, die fand ich auch nicht mehr so pralle.

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      ingokognito

      Hey cool.
      Hast du noch Barry Graves kennengelernt?
      Ich kann mich an einige Sendungen erinnern, die buchstäblich meine musikalische Weltsicht verändert haben.
      Graves Space und Studio89……….
      Das waren noch Zeiten, wo man Samstags um 23.35 Uhr vor dem Radio hing und die Sendungen mitgeschnitten hat – so hieß das damals ja….,-) (sagt der Greis).
      Zu APP:
      Meine Lieblings-LP ist noch immer die „Pyramid“, kommt immer etwas zu kurz, finde ich.
      Gefolgt von der „Tales…“, „I Robot“ und „Turn of a friendly card“.
      Den Rest finde ich auch zu poppig, aber immer noch besser als den damaligen Mainstream.
      Wobei das in den mittleren 80ern dann auch wirklich zu viel geschwimme auf dem Massengeschmack war.

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        costello  RED

        Ich habe Barry Graves leider nicht mehr beim RIAS erlebt. Er hatte seine letzte Studio 89-Sendung wohl im Herbst 1985, kurz bevor RIAS 2 zum Formatsender umgewandelt wurde. Damals sind neben Graves einige gegangen (Olaf Leitner, Christian Graf), die einen „Dudelfunk“ und Einschränkungen ihrer künstlerischen Freiheiten als Moderator befürchteten. Ich stieß erst im November 1985 dazu und habe u.a. mit Uwe Wohlmacher, Burghard Rausch, Gregor Rottschalk , Sabine Korsukewitz , Thomas Petruo und Steffen Simon gearbeitet.

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          ingokognito

          Jungejunge, fast alles wohlbekannte Namen.
          Burghard Rausch kenne ich noch von Bel Ami, wo er Schlagzeuger war.
          War er nicht vorher beim SFB und hat Indie-Sachen gespielt?
          Na egal, ich denke, dass du da einiges zu erzählen hättest…….

  6. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Es sind solide Handwerker, aber das, was am Ende als Handwerk abgeliefert wird, hat so in etwa den Charme eines IKEA-Resopaltisches: Praktisch, abwischbar, und bei Nicht-mehr-Gefallen ruckzuck entsorgt und durch schickeres Mobiliar ersetzt. Individualismus für Millionen.
    .
    Unterhaltungsmusik für Bausparer. War nie mein Ding.
    .

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