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Live-Sets im Überblick für DJs: Audiointerfaces

Wie kommt der Live-Set Sound denn nun auf die Anlage?

30. März 2023
Live-Sets im Überblick für DJs: Audiointerfaces

Live-Sets im Überblick für DJs: Audiointerfaces

In den vergangenen Teilen unserer Reihe zum Thema Live-Sets für DJs sind wir auf verschiedene Aspekte eingegangen und haben euch schon Optionen zur Software, Controllern, Synthesizern, Drum-Machines und zuletzt Samplern gegeben. Nun kümmern wir uns darum, wie der Sound aus dem Rechner schlussendlich auf die Anlage kommt. Genau hierfür können wir Audiointerfaces benutzen.

Audiointerfaces kommen mittlerweile in allen Formen und Farben. Bevor wir euch dahingehend aufklären, möchten wir mit euch einmal den Weg des Audiosignals erörtern.

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Die Verwendung von Audiointerfaces im Live-Set-Kontext

Gerade im Live-Kontext ist es sehr dankbar, dass der Weg des Audiosignals linear verläuft, da man so Fehlerquellen recht zügig identifizieren kann.

Natürlich haben wir bei einem Live-Set verschiedenste Klangquellen, dies können Synthesizer, Drum-Machines, Sampler oder natürlich auch Instrumente wie eine E-Gitarre oder eine E-Violine sein. Synchronisieren können wir diese meist recht unkompliziert über die MIDI-Schnittstelle, aber wie sieht es mit dem Audiosignal aus?

Während wir via MIDI die Geräte in einer Kette miteinander verbinden können, ist dies, was das Audiosignal angeht, so leider nicht möglich. Die einzelnen Geräte haben jeweils einen oder mehrere Ausgänge. Das ausgegebene Signal soll natürlich am Ende auf den Lautsprechern ankommen, aber da stehen nun noch einige Geräte dazwischen. In unseren bisherigen Beispielen sind wir auf einzelne Aspekte und kleiner Setups für Live-Sets eingegangen, sodass wir gerade im Club-Kontext für diese Signale, einzelne Kanäle an einem DJ-Mixer ausgewählt haben. Also wird das Gerät meist mit einem Klinkenkabel abgenommen und an den DJ-Mixer via Cinch angeschlossen. Von da aus läuft es aus dem DJ-Mixer durch eine Endstufe auf die Anlage. So weit, so gut. Wenn wir jedoch mehr Geräte als Kanäle auf einem gängigen DJ-Mixer haben, bekommen wir allerdings ein Problem. Gerade wenn man beispielsweise die Kick-Drum separieren möchte, um schnell ins Geschehen einzugreifen, würde man so schon einen Kanal „opfern“ und hätte nur noch drei Spuren für die restlichen Geräte.

Durch die Verwendung von Ableton haben wir die Möglichkeit, eine fast unbegrenzte Anzahl an Spuren innerhalb der Software anzulegen und nur die Summe aller Spuren über eine simples Audiointerface auf eine der Spuren des DJ-Mixers zu legen. Sofern man also sein Live-Set lediglich mit Ableton Live spielt, benötigt man nur eine Soundkarte mit zwei Ausgängen, um die Stereo-Summe auszugeben.

Geht man jedoch nun hin und möchte beispielsweise den Sound seines Synthesizers durch einen Equalizer oder Kompressor verfeinern und darüber hinaus noch mit einem Reverb oder Delay versehen, kann man das Audiosignal des Synthesizers über die Soundkarte durch Ableton Live laufen lassen und dann mit der Stereosumme aus dem Rechner ausgeben.

Hierfür benötigt die Soundkarte dann neben den Ausgängen natürlich noch Eingänge.

Hat man nun mehr als einen Synthesizer, den man auf diese Art und Weise einbinden muss, benötigen wir also noch mehr Eingänge.

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Gefühlt gilt im Studio, dass man nie genug Eingänge haben kann. Sobald ein neues Gerät angeschafft wird, möchte man es in seinen Kosmos an Maschinen anschließen und meist nur ungern ein altes Gerät dafür aus dem System auskoppeln. Betrachten wir dies nun aus der Perspektive eines Live-Sets, gilt das zwar auch, jedoch werden wir mit dem Thema Formfaktor konfrontiert. So solle man sich einerseits gut überlegen, welche Synthesizer, Drum-Machines und Sampler man wirklich auf der Bühne braucht und dementsprechend muss man entscheiden, welches Audiointerface sich in Hinblick auf die Anzahl der Ein- und Ausgänge idealerweise eignet.

Möglicherweise verfügt ihr schon über ein Audiointerface und könnt dies in den meisten Fällen benutzen.

Bei uns war es anfänglich die Native Instruments Komplete Kontrol 6, die uns gute Dienste geleistet hat. Als uns dann die Anschlüsse ausgingen, haben wir diese mit der Native Instruments Traktor Scratch A10 kombiniert, aber haben uns dann schnell nach passenderen Alternativen umgeguckt, da diese Kombination leider Probleme verursacht und uns so nicht wie gewünscht geholfen hat.

Gerade bei einem so wichtigen Bindeglied sollten keine Kompromisse gemacht werden, da ohne das Audiointerface nichts läuft.

Wir hatten Situationen, in denen der ein oder andere Synthesizer oder eine Drum-Machine nicht mehr so wollten wie wir. Ob es an einem Kabel lag oder weil das Gerät nicht mehr so synchron lief, war egal, da wir uns meist helfen und auf das Gerät für den Rest des Auftritt verzichten konnten. Bei einem Audiointerface ist dies jedoch nicht möglich.

Focusrite Scarlett Solo 3rd Gen

Live-Sets im Überblick für DJs: Audio Interfaces

Focusrite Scarlett Solo 3rd Gen

Für alle, die ihr Set lediglich mit Ableton Live gestalten wollen und die Summe aller Spuren ausgeben möchten, kann die Focusrite Scarlett Solo 3rd Gen ein passendes Modell sein. Für einen Preis von 119,- Euro hat man hier ein gut klingendes Interface, welches für einen fairen Preis den Sinn und Zweck zur Einbindung in ein Live-Set absolut erfüllt.

Diese Punkte gelten generell für die gesamte Focusrite Scarlett Reihe und durch die verschiedenen Ausführungen mit einer unterschiedlichen Anzahl von Ein- und Ausgängen kann hier jeder in Hinblick auf seine Anforderungen fündig werden.

Focusrite Scarlett 4i4 3rd Gen

Live-Sets im Überblick für DJs: Audio Interfaces

Focusrite Scarlett 4i4 3rd Gen

So könnt ihr für einen Preis von 239,- Euro auch die Focusrite Scarlett 4i4 3rd Gen erwerben, die neben den jeweils vier Ein- und Ausgängen noch eine MIDI-Schnittstelle verbaut hat, mit der ihr externes Equipment einfach über ein MIDI-Kabel mit eurem Rechner synchronisieren könnt. Einen Überblick über die Focusrite Scarlett-Reihe findet ihr hier.

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Focusrite Scarlett 4i4 3rd Gen
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Kundenbewertung:
(567)

Universal Audio Volt 276

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Universal Audio Vold 276

Alternativ kann auch die neue Volt-Reihe von Universal Audio geeignet sein. Bislang hatte die Firma mit Ihrer Apollo-Reihe auf Audiointerfaces mit verbauten DSPs gesetzt. Bei dieser Reihe können Berechnungen für UAD Plug-ins über die DSPs stattfinden und so die im Rechner vorhandene CPU entlastet werden.

Durch den Verzicht auf die DSPs bei der Volt-Reihe sind die Audiointerfaces preislich attraktiver geworden, so ist die Universal Audio Volt 276 für einen Preis von 259,- Euro erhältlich und hat neben den zwei Ein- und Ausgängen, der MIDI-Schnittstelle zusätzlich noch einen integrierten 76 Compressor, der wie der Name schon andeutet, auf dem UA 1176 basiert. Natürlich hat man nicht die Einstellungsmöglichkeiten wie an einem echten Kompressor von Universal Audio, jedoch kann ein solcher Kompressor gerade im Live-Set ein Segen sein, weil zu spitze Signale damit unkompliziert gezähmt werden können.

Die Volt-Reihe hat natürlich auch verschiedene Modelle, die in der Anzahl der Ein- und Ausgänge variieren. Auch hier lohnt sich die Überlegung, wie viele Anschlüsse für das eigene Setup notwendig sind. Einen Testbericht für das Audiointerface findet ihr hier.

Je mehr Geräte ihr in eurem Live-Set verwendet, desto wichtiger wird es, die einzelnen Quellen gut und übersichtlich zu kontrollieren. Zwar bietet Ableton Live eine unbegrenzte Anzahl an Spuren, jedoch ist es ab einem gewissen Punkt nicht mehr wirklich übersichtlich und handhabbar.

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Universal Audio Volt 276
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Kundenbewertung:
(82)

Solltet ihr also eventuell bereits über ein Mischpult verfügen, könnt ihr dies natürlich auch in euer Live-Set mit einbinden. Dabei ersetzt ihr dann den DJ-Mixer in unserer bisherigen Beschreibung. Das Prinzip bleibt das Gleiche: über eine Soundkarte könnt ihr Inhalte aus dem Rechner auf das Mischpult geben, externe Geräte können direkt in das Mischpult laufen und am Ende lauft ihr dann in den DJ-Mixer.

Sollte euch diese Arbeitsweise ansprechen, aber ihr habt noch kein Mischpult und noch keine Soundkarte, bietet es sich eventuell an, auf eine Kombination aus Mischpult und Audiointerface zu setzen. So habt ihr nicht nur die Möglichkeit, all eure Geräte anzuschließen, sondern könnt zusätzlich je nach Modell wahlweise ausgewählte Spuren oder die Stereo-Summe aus dem Rechner auf dem Mischpult wiedergeben und habt darüber hinaus für alle Spuren einen eigenen Kanalzug, mit denen ihr direkt in den Mix eingreifen könnt.

In der Regel verfügen die Mischpulte über einen 3-Band Equalizer, teilweise mit durchstimmbaren Mitten, Sends, um externe Effekte in den Mix mit einzubinden und ab und zu auch über One-Knob-Kompressoren, mit denen sich Peaks gut abfangen lassen können. In Verbindung mit großzügigen Kanal-Fadern und Mute-Buttons pro Spur habt ihr wunderbare Möglichkeiten, für einen guten Sound zu sorgen und einen spannenden Mix zu kreieren.

Hierbei möchten wir klar auf ein Modell bzw. eine Modellreihe verweisen: Tascam Model 24, Model 16 oder Model 12. Die Modelle unterscheiden sich, wie ihr sicherlich erahnt habt, in der Anzahl der Kanäle. Achtet hierbei bitte neben den Eingängen auch auf den Formfaktor. Wir haben das Tascam Model 24 seit Markteinführung in unser Live-Set eingebunden und möchten dies auf der Bühne auf keinen Fall mehr missen.

Tascam Model 24 – keins der klassischen Audiointerfaces

Live-Sets im Überblick für DJs: Audio Interfaces

Tascam Model 24

Der Tascam Model 24 hat es uns von der ersten Sekunde angetan: Mit seinen 22 Kanälen (12x Mono und 5x Stereo) haben wir hier natürlich kein kleines Mischpult. Glücklicherweise bietet Tascam das Mischpult auch in anderen Optionen als Model 16 (8x Mono und 2x Stereo) und als Model 12 (6x Mono und 2x Stereo) an. Dahingehend sollte jeder die passende Anzahl an Eingängen für sich finden können.

Bei Einführung gab es das Mischpult nur in der Ausführung als Model 24 und auf Grund des Einsatzes sowohl im Studio als auch auf der Bühne, waren wir über die Vielzahl an Anschlussmöglichkeiten dankbar. Neben dem 3-Band-Equalizer mit durchstimmbaren Mitten, einem One-Knob-Kompressor auf den Mono-Kanälen und zwei Sends- und einem FX-Poti pro Kanalzug haben wir als eine der wichtigsten Funktionen für uns noch die verbaute Soundkarte.

Hiermit können wir die von uns angelegten Busse in Ableton, auf der die Stems unserer Songs liegen, wie wir es euch im Part 2 aufgezeigt haben, direkt auf das Mischpult legen und auf diesem manipulieren.

Wir haben also auf dedizierten Spuren nur Inhalte vom Rechner und auf dem Rest angeschlossene Synthesizer, Drum-Machines und Sampler. So haben wir für uns aktuell die beste Kombination aus externem Equipment und Ableton Live als solide Software für den Live-Einsatz. Auch vom Sound her können wir den Tascam Model 24 nur loben.

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Tascam Model 24
Tascam Model 24
Kundenbewertung:
(69)

Das Tascam Model 24 ist für einen Preis von 1148,- Euro erhältlich. Wer mehr über dieses Mischpult erfahren möchte, dem empfehlen wir hier den ausführlichen Test auf AMAZONA.de.

Wir hoffen, euch hat dieser Einblick erste Ideen gegeben, wie ihr entweder vorhandene Audiointerfaces einbinden könnt oder welche gegebenenfalls für euch in Frage kommen können.

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