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Test: Reloop RP-7000 & Reloop RP-8000, Turntable

28. August 2014

Zwei neue "Player" auf dem Markt der Turntables

Die Vinyl lebt und für den Plattenspieler-Markt gibt es im wahrsten Sinne des Worts zwei neue „Player“: den Reloop RP-7000 und den Reloop RP-8000.

Reloop RP7000 und Reloop RP8000

Reloop RP-7000 und Reloop RP-8000

Eigentlich ist es für die Presse ein klassisches Sommerloch-Thema: „Es gibt sie immer noch – die Schallplatte“ oder wie die Schlagzeilen dann auch immer heißen mögen. Das Ganze wird dann kombiniert mit einem Besuch beim lokalen Plattenhändler, bei dem jedes Jahr aufs Neue erstaunt festgestellt wird, dass doch die Plattenverkäufe im Moment besser sind als vor zehn Jahren und die Leute doch wieder Wert darauf legen, besondere Alben auf Vinyl zu besitzen.
Das kann man nun auch auf den Plattenspieler übertragen, denn auch dieses totgeglaubte Gerät gehört in Form des Technics 1210 MK2 weiterhin zum Standard Set-Up eines guten Clubs und immer mehr DJs steigen derweil auf das vermeintliche Königsmedium Vinyl oder digitale Viny-Systeme wie Traktor Scratch oder Serato um.

Die Plattenspieler-Modelle RP-7000 und RP-8000, die nun aus dem Hause Reloop auf den Markt gebracht worden sind, sind klassische direkt-angetriebene High-Torque DJ-Turntables, einmal mit und einmal ohne MIDI-Kontrolleinheiten.

Als Nachfolger des Reloop RP-6000 kann man die 7000er und 8000er Modelle jedoch nur namentlich bezeichnen.
Der Reloop RP-6000 ist ein klassisches OEM-Modell (Original Equipment Manufacturer) aus dem Hause der taiwanesischen Firma Hanpin, auf welches auch Firmen wie Audio Technica, Stanton, American Audio oder Omnitronic zurückgegriffen haben. Die Modelle RP-7000 und RP-8000 besitzen hierbei ohne Frage gleiche Teile wie die OEM-Serie, alles in allem aber ist Reloop hier in vielen Teilen eigene Wege gegangen als andere, beginnend bei dem Gehäuse und endend bei der technischen Ausstattung.
Bekannt vorkommen dürften dem geschulten Auge dennoch die Füße des Plattenspielers, der Tonarm samt Base, die wechselbare Nadelbeleuchtung oder der On/Off-Schalter inklusive Strobe-Light-Gehäuse.
Schön ist, dass man der OEM-Serie und auch den RP-7000 und RP-8000 Modellen nicht nachsagen kann, dass hier krampfhaft versucht wurde, das Design des Technics 1210 MK2 nachzuahmen. Dies ist bei Plattenspielern auch nicht so verbreitet, wie es zum Beispiel bei DJ-Mixern der Fall ist, wo viele einem Pioneer DJM nacheifern. Die klassische Anordnung der Elemente jedoch ist eingehalten worden, einziger Ausreißer: die doppelten Start-Stop-Buttons unten links und oben links.

Um es kurz vorweg zu nehmen: Der Reloop RP-7000 und der RP-8000 sind baugleich. Der einzige Unterschied zwischen den Modellen sind die MIDI-Kontrolleinheiten bei dem RP-8000, über die der RP-7000 nicht verfügt. Ansonsten verfügen beide Geräte über gleiche Ausstattungsmerkmale und Qualitäten.
Daher sei in diesem Artikel nur in Ausnahmesituationen speziell auf eines der Geräte, den RP-8000 verwiesen.

Mit 9,5 kg (RP-7000) und 9,7 kg (RP-8000) bringen die beiden Player ein bisschen weniger Kilos auf die Waage als ein Technics 1210, sind dennoch sehr massiv gebaut.
Die Unterseite des Gehäuses besteht aus dickem Kunststoff, die Oberseite besteht aus Metall mit einer leicht glitzernden Oberfläche. Auf dieser thront der Plattenteller, der nicht wie bei anderen Plattenspielern eingelassen ist, sondern auf der Achse über dem Gehäuse „schwebt“. Hinsichtlich Gewicht und Materialien macht die RP-Serie einen wirklich guten Eindruck.
Wie schon genannt, findet man alle Funktionen an bekannten Stellen. Eingeschaltet wird das RP-Modell klassisch durch einen Drehschalter über der Strobe-Lampe, verpackt in einem Kunststoffgehäuse. Vorteil hier, der Drehschalter kann geschützt durch das Gehäuse nur von links gedreht werden. Dies verhindert ein Ausschalten „aus Versehen“ beim Scratchen, wie es z.B. bei einem Technics 1210 mit einem ungeschütztem Drehschalter schon einmal passieren kann.

Der On/Off Schalter ist seitlich geschützt, darunter der Reverse Button.

Der On/Off Schalter ist seitlich geschützt, darunter der Reverse Button

Wie bei eigentlich allen Plattenspieler-Modellen finden sich an der linken Vorderseite auch die Buttons für die Geschwindigkeiten von 33 1/3 und 45 Umdrehungen pro Minute. Für den heute doch sehr seltenen Fall von Schallplatten, die mit 78 rpm abgespielt werden müssen, Schellackplatten zumeist, bieten beide Modelle auch die passende Geschwindigkeit. Durch Drücken beider Buttons, 33 und 45 rpm beschleunigen beide Plattenspieler auf 78 Umdrehungen.

Für DJs, die gerne mal den Effekt einer rückwärts laufenden Platte nutzen, bietet Reloop auch hier eine Möglichkeit: Ein Reverse-Button wechselt in Sekundenschnelle die Abspielrichtung. Bei 33 1/3 Umdrehungen pro Minute dauert dies handgestoppt rund 1,6 Sekunden, bei 45 rpm dauert es knapp über 2 Sekunden.

Forum
  1. Profilbild
    changeling  AHU

    Wow, innerhalb einer Woche zwei Plattenspieler-Marken im Test (der Pioneer PLX-1000 Test vom 4.9.).

    Reloop habe ich aber irgendwie als Billigmarke im Kopf. Pioneer scheint ja mit dem PLX-1000 die Technics Serie fortführen zu wollen, ist aber auch wesentlich renommierter würde ich mal behaupten.

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    Wellenbauch

    Es ist doch immer wieder das Gleiche. Da kommen neue Dreher auf den Markt und sofort stellen sich die Matsushita-Gurus schützend vor den Tabernakel in dem sich ihr heiliger 1210er befindet. Mit Pest und Teufel werden die verflucht, die sich auch nur wagen dieses Heiligtum in Frage zu stellen. Die Wahrheit aber ist, nicht die technische Qualifikation spielt hier die wichtigste Rolle ( moderne Turntable können alles besser als ein 1210er), sondern die Angst um den Werteverlust ihrer heiligen Kuh. Ja, ein 1210er war mal ein guter Dreher, so vor 20-30 Jahren und er hat seinen Platz im Museum für Technik sicherlich verdient. Die Zukunft jedoch gehört Drehern wie denen von Reloop & Co, nicht Technics. Wer jedoch auf Nostalgie steht, sollte sich mal die alten Produkte von Dual, Thorens oder PE anhören, Qualitativ waren die eh schon immer besser als die Japaner. Ich für meinen Teil bin froh über solche geilen 8000er-Teile, die mir alle Anschlußmöglichkeiten an unsere Medienwelt bieten und das in allerbester Fertigungsqualität.

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      Bolle  RED

      Zum Glück wurde in diesem Test ja ausführlich dargestellt, dass die RP-Serie von Reloop, wie viele andere Modelle anderer Hersteller auch, technich dem 1210MKII überlegen sind. Dies allerdings ist nur eine Fähigkeit, die ein Plattenspieler besitzen muss, zumindest sofern er Club-Ambitionen hat. Die Clubkompatibilität ist und bleibt ein Punkt, den immer noch der 1210er für sich verbuchen kann. Dies ist für viele immer noch eine Hürde und ein Alleinstellungsmerkmal für den Technics – auch wenn es vielen nich gefallen mag. Der Pioneer PLX-1000 ist der erste im Test gewesen, der von der Bauform Einwirkungen des Clublebens trotzen kann – ob er allerdings diese Lebensdauer erreicht, die 1210er haben, ist noch fraglich. Die OEM-Serie ist jedoch hinsichtlich Clubkompatibilität und Durabilität dem Platzhirsch deutlich unterlegen.

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        Bolle  RED

        Kleiner Nachtrag: Verfluchen mit „Pest und Teufel“ ist wohl kaum die richtige Deutung einer Renzension, die dem RP-7000 ein „gut“ und dem RP-8000 ein „sehr gut“ als Testurteil attestiert, oder?

  3. Profilbild
    enarchist

    Hallo,

    warum wird der RP-7000 mit gut bewertet und der Audio Technica LP-1240 USB mit sehr gut. Wenn man beide Tests liest, fühlen sich beide gleichwertig an. Bin am überlegen welchen von beiden ich mir hole…

    LG

    • Profilbild
      Bolle  RED

      Hi, es ist ja zugegeben schon ein wenig länger her.
      Aber: Ich habe den LP-1240 USB haptisch ein wenig schöner in Erinnerung, plus er hat ein integriertes Interface und ermöglicht das direkte Aufnehmen von Platten auf den Rechner.

      Am Ende sind beide eine gute Wahl ;)

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