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Test: Reloop RP-7000 & Reloop RP-8000, Turntable

Praxistest

Aufgrund der klassischen Anordnung der Bedienelemente ist ein Einstieg absolut problemlos möglich. Ich habe im Test einfach einmal drauf losgespielt und mich überraschen lassen, wie schnell ich mit den beiden Modellen Freund werde. Natürlich testet man dabei direkt den Pitch und in diesem Fall auch die Einstellungen zu Start-Stop-Zeit und dem Drehmoment, so kann man sich schnell an den Punkt heranarbeiten, an dem der Plattenspieler für einen gut eingestellt ist.

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Wie nicht anders zu erwarten, ist der Einstieg in die Nutzung absolut problemlos. Alles andere dürfte bei einem vom Funktionsumfang ja geringem Produkt wie einem Plattenspieler sehr verwundern.
Lediglich das Torque-Poti wird zum Anfang dein bester Freund, nicht nur, um den perfekten Punkt zu finden, sondern einfach auch, weil es ungewohnt und irgendwie ein wenig faszinierend ist, mit der Kraft des Motors zu spielen. Wer mal die Kraft spüren will, sollte einmal den Plattenteller auf kleinem Drehmoment mit dem kleinen Finger stoppen und dann schnell das Drehmoment hochdrehen. Ich wette, bei jedem wird beim ersten Mal der Motor diesen Kampf gewinnen. Also, Kraft genug ist vorhanden. Sie sorgt für eine angenehme Unempfindlichkeit beim Scratchen und Cueing, wie aber auch für die enorm kleinen Start- und Stop-Zeiten.
Ein Drehmoment bis 4,6 kg/cm ist im Vergleich natürlich sehr stark. Im Vergleich, ein Technics 1210 MK2 hat ein Drehmoment von 1,5 kg/cm. Dieser recht geringe Wert ist natürlich bis heute überholt, aktuelle Plattenspieler-Modelle bieten deutlich kräftigere Motoren.

Ob man eine so großes Drehmoment braucht, kann ich aus persönlicher Erfahrung nicht sagen. Bei mir daheim stehen seit nun gut 10 Jahren Technics 1210 MK2, ohne Frage der Clubstandard. So bin ich immer froh, wenn ein Test-Plattenspieler mir schnell ein vertrautes Handling erlaubt, ein wohlbekanntes Gefühl für den Umgang mit Platte und Plattenteller. Vorteil der RP-Serie ist ohne Frage, dass man hier die Einstellmöglichkeit hat. So kann man mit ein wenig probieren, schnell den für einen selbst richtigen Punkt finden. Im Falle von umfangreichen Scratch-Aktionen ist der starke Motor natürlich ein absoluter Pluspunkt, denn nahezu egal, was man oben mit der Platte anstellt, der Motor läuft bei größtem Drehmoment unbeirrt unten durch. So gibt es quasi keine Anlaufzeit, in dem Moment, in dem man die Platte loslässt, liegt sie direkt auf dem laufenden Teller auf und hat direkt wieder die gewünschte Geschwindigkeit.

Der Pitchfader arbeitet sehr zuverlässig und bietet dabei einen angenehmen Widerstand.
Bei einer Range von 8% oder 16% zeigt das Display des Reloop RP-8000 den Pitchwert auf zwei Nachkommastellen genau an, erst bei der Range von 50% und Überschreiten der 20%-Marke springt das Display auf nur noch eine Nachkommastelle um.
Es dürfte kein Wunder sein, bei 0% Pitch läuft der Plattenteller absolut ruhig und sauber, das Strobe in Verbindung mit den Markierungen auf dem Plattenteller verrät, hier läuft alles richtig.
Wer sicher gehen will, kann natürlich bei jeder gewählten Geschwindigkeit den Quartz-Button drücken, so ist elektronisch alles auf 0% Pitch geregelt.

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Unabhängig vom Pitch kann aber auch der Motor absolut davon überzeugen, dass er nicht nur wirklich Power hat. Mit Gleichlaufschwankungen von maximal ±0,01% legen beide Reloop Modelle hier einen guten Wert vor. Im Vergleich dazu, mal wieder der Technics 1210MK2, mit einem Wert von ±0,025%.

Der Tonarm ist wie bereits angesprochen der klassische Tonarm der OEM-Serie, es gibt also keine Überraschungen. Tonarm wie Verankerung und Base sind aus Aluminium, sehr gut verarbeitet, ohne Widerstand und ohne wackelnde Teile – sehr schön. Base und Gewinde sind aus Kunststoff, ebenso wie Tonarmlift und Tonarmhalterung, ein bekanntes Bild also.

Der Tonarm, hier dominiert Aluminium.

Der Tonarm, hier dominiert Aluminium

Der Tonarm bewegt sich extrem leichtläufig, das gefällt, sorgt aber auch dafür, dass die Nadel etwas anfälliger ist als von einem Technics gewohnt. Für die Nutzung zuhause wird dies absolut kein Problem sein, aber auch bei diesen Modellen kommt wieder die Frage auf, ob man sie in den Club stellen würde. Ich würde gerne „ja“ sagen, leider aber hätte ich dabei ein wenig Bauchschmerzen. Wenn man die Modelle der RP-Serie, ebenso wie alle Modelle der OEM-Serie ein wenig trietzt, beginnt die Nadel gerne zu springen oder unruhig zu werden. Wie sich die RP-Serie im Clubbetrieb schlägt, konnte ich nicht testen, rein vom Gefühl aber muss ich sagen, hätte ich starke Zweifel, dass die Modelle dieser Beanspruchung gewachsen sind. So ist es wie so häufig, hier sitzt Technics nach wie vor am längeren Hebel, für den Gebrauch zuhause aber sind die Reloop RP-Modelle wirklich tauglich.

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Forum
  1. Profilbild
    changeling  AHU

    Wow, innerhalb einer Woche zwei Plattenspieler-Marken im Test (der Pioneer PLX-1000 Test vom 4.9.).

    Reloop habe ich aber irgendwie als Billigmarke im Kopf. Pioneer scheint ja mit dem PLX-1000 die Technics Serie fortführen zu wollen, ist aber auch wesentlich renommierter würde ich mal behaupten.

  2. Profilbild
    Wellenbauch

    Es ist doch immer wieder das Gleiche. Da kommen neue Dreher auf den Markt und sofort stellen sich die Matsushita-Gurus schützend vor den Tabernakel in dem sich ihr heiliger 1210er befindet. Mit Pest und Teufel werden die verflucht, die sich auch nur wagen dieses Heiligtum in Frage zu stellen. Die Wahrheit aber ist, nicht die technische Qualifikation spielt hier die wichtigste Rolle ( moderne Turntable können alles besser als ein 1210er), sondern die Angst um den Werteverlust ihrer heiligen Kuh. Ja, ein 1210er war mal ein guter Dreher, so vor 20-30 Jahren und er hat seinen Platz im Museum für Technik sicherlich verdient. Die Zukunft jedoch gehört Drehern wie denen von Reloop & Co, nicht Technics. Wer jedoch auf Nostalgie steht, sollte sich mal die alten Produkte von Dual, Thorens oder PE anhören, Qualitativ waren die eh schon immer besser als die Japaner. Ich für meinen Teil bin froh über solche geilen 8000er-Teile, die mir alle Anschlußmöglichkeiten an unsere Medienwelt bieten und das in allerbester Fertigungsqualität.

    • Profilbild
      Johannes Bollmann  RED

      Zum Glück wurde in diesem Test ja ausführlich dargestellt, dass die RP-Serie von Reloop, wie viele andere Modelle anderer Hersteller auch, technich dem 1210MKII überlegen sind. Dies allerdings ist nur eine Fähigkeit, die ein Plattenspieler besitzen muss, zumindest sofern er Club-Ambitionen hat. Die Clubkompatibilität ist und bleibt ein Punkt, den immer noch der 1210er für sich verbuchen kann. Dies ist für viele immer noch eine Hürde und ein Alleinstellungsmerkmal für den Technics – auch wenn es vielen nich gefallen mag. Der Pioneer PLX-1000 ist der erste im Test gewesen, der von der Bauform Einwirkungen des Clublebens trotzen kann – ob er allerdings diese Lebensdauer erreicht, die 1210er haben, ist noch fraglich. Die OEM-Serie ist jedoch hinsichtlich Clubkompatibilität und Durabilität dem Platzhirsch deutlich unterlegen.

      • Profilbild
        Johannes Bollmann  RED

        Kleiner Nachtrag: Verfluchen mit „Pest und Teufel“ ist wohl kaum die richtige Deutung einer Renzension, die dem RP-7000 ein „gut“ und dem RP-8000 ein „sehr gut“ als Testurteil attestiert, oder?

  3. Profilbild
    enarchist

    Hallo,

    warum wird der RP-7000 mit gut bewertet und der Audio Technica LP-1240 USB mit sehr gut. Wenn man beide Tests liest, fühlen sich beide gleichwertig an. Bin am überlegen welchen von beiden ich mir hole…

    LG

    • Profilbild
      Johannes Bollmann  RED

      Hi, es ist ja zugegeben schon ein wenig länger her.
      Aber: Ich habe den LP-1240 USB haptisch ein wenig schöner in Erinnerung, plus er hat ein integriertes Interface und ermöglicht das direkte Aufnehmen von Platten auf den Rechner.

      Am Ende sind beide eine gute Wahl ;)

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