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Test: 1010music Blackbox, Compact Sampling Studio

22. November 2019

Der Handtaschensampler - kleine Kiste, großer Sound!

1010music blackbox

1010music Blackbox, Compact Sampling Studio

Wir testen für euch heute das Blackbox Compact Sampling Studio von 1010music. Es wird sich schnell herausstellen, ob der vollmundige Beiname gerechtfertigt ist, denn wenn meine Generation von Samplern spricht, kommen von ganz alleine die Bilder der damals heiß begehrten und fast nicht bezahlbaren riesigen Sampler-Flaggschiffe von EMU Systems, Ensoniq und Akai in den Sinn. Namen wie Emulator, ASR-10 oder S1000 sorgen auch heute noch für feuchte Hände und Zungenschnalzen.

Und nun steht hier ein Paket von halber Schuhkartongröße. „Da soll ein Sampler drin sein? Gar ein „Sampling Studio“?, frage ich mich und öffne die hübsche Schachtel: Zwei MIDI-Adapterkabel, ein USB-Kabel mit Netzadapter und Stecker für diverse Stromnetze, ein Quick-Start-Guide, eine SD-Karte und letztendlich das von mir noch ein wenig belächelte „Sampling Studio“ als Hardware: die Blackbox von 1010music.

Wieder ein leichtes Schmunzeln beim Anblick, denn „Compact“ trifft es absolut! Die Blackbox ist tatsächlich kleiner als eine zufällig daneben auf dem Tisch liegende Deluxe-CD-Box.

1010music blackbox

Für den Start ist alles vorhanden, die große englischsprachige Bedienungsanleitung gibt es zudem auf der Website zur Blackbox umweltfreundlich zum Download.

Nach dem zweiten Blick auf das Gerät stutze ich: Die Front kommt mir doch irgendwie bekannt vor. Na klar, es gibt doch ähnliche Eurorack-Module, oder? Gleich mal die Website von 1010music besucht und recherchiert. Aus gleichem Hause kommen die mir bis dahin flüchtig bekannten Eurorack-Module Synthbox, Toolbox, Fxbox und die Bitbox. Unbekannt bis dato waren mir das Waveracor Osc Modul und die Laserbox. Da hat sich der amerikanische Hersteller 1010music unter Chefentwickler und Firmengründer Aaron Higgins ein ordentliches Portfolio geschaffen. Die Erfahrungen bei der Entwicklung und Produktpflege der Eurorack-Module Bitbox und Toolbox bildeten dabei die Grundlagen für die spätere Entwicklung der nun vorliegenden Blackbox.

Mit dem Einschalten, was hier dem Einstecken des USB-Stromkabels entspricht, denn einen extra Schalter gibt es dafür nicht, beginnen wir den Rundgang über die Anschlüsse der Rückseite und kommen dann zu den Bedienelementen der Frontplatte.

Die Anschlüsse der 1010music Blackbox

Ganz links befindet sich der USB-Anschluss. Wie bereits erwähnt, liefert 1010music ein internationales Adapterset für diverse Stromanschlüsse mit, man kann aber auch einfach den Strom aus dem USB-Port des Computers nutzen.

1010music Blackbox Userbild Rückseite Anschlüsse

Neben dem USB-Anschluss folgt ein USB-MIDI-Anschluss, der mit DEVICE beschriftet ist. Hierüber kann die Blackbox MIDI-Daten empfangen oder über MIDI zu anderen Geräten synchronisiert werden. Dabei erkennt sie MIDI Start, Stop und Clock Measures.

Es folgt ein Pärchen, das mit CLOCK beschriftet ist, jeweils IN und OUT. Hier geht es um klassische Synchronisation per Pulseclock, Eurorack-Modular lässt grüßen! Daneben liegt das MIDI-Duo IN und OUT im 3,5 mm Klinkenformat, zwei passende Adapter zum DIN-MIDI-Stecker liegen der Blackbox bei. Das zum USB-MIDI-DEVICE-Anschluss Gesagte trifft auch hier zu.

Rechts daneben folgen fünf weitere 3,5 mm Klinkenbuchsen. Links der Stereoeingang (IN) für das direkte Sampling, daneben die Stereoausgänge 1-3 und der selbsterklärende PHONES-Anschluss für den Kopfhörer.

Auf der unteren Vorderseite gibt es dazu eine SD-Karten-Slot. Auf der mitgelieferten SD-Card befinden sich neben der aktuellen Firmware ca. 3,5 GB an hochwertigen Presets, Sounds, Loops und Drums zum sofortigen Loslegen.

Die Blackbox kann nebenbei gesagt Samples mit bis zu 4 GB Größe direkt von SD-Card streamen. Und noch ein kleiner Hinweis zu SD-Karten aus dem Handbuch: Man kann während des Betriebs die SD-Card tauschen, um zum Beispiel neue Sounds nachzuladen, sollte aber immer darauf achten, rechtzeitig zu speichern, um Datenverlust zu verhindern.

Die Frontplatte des kleinen Sampling-Wunders

Ganz unten rechts befinden sich drei viereckige Taster. Die Beschriftungen der Taster mit REC, STOP und PLAY sollten jedem Menschen, der die letzten 40 Jahre auf der Erde verbracht hat, ein Begriff sein. Die Beschriftung der Taster ist sogar noch farblich und dezent leuchtend hinterlegt. Bei Aktivierung von PLAY (grün) oder REC (rot) leuchten die Beschriftungen dann hell.

Darüber, die ganze Breite als Reihe füllend, befinden sich acht hintergrundbeleuchtete Taster mit schwarzer Beschriftung: PADS, KEYS, SEQS, SONGS, FX, MIX, PSET und TOOLS.

1010music Blackbox Userbild PADS

Mittig über der Tasterreihe liegt omnipräsent das große Touchdisplay, das sich je nach gewähltem Taster mit entsprechenden Funktionen füllt. Links und rechts neben dem Touchdisplay befinden sich je zwei Endlosdrehregler, die je nach gewähltem Taster mit Funktionen zur Anwahl oder Werten belegt sind. Links über den beiden Endlosdrehreglern ist noch ein kleiner, runder Taster mit BACK beschriftet, dieser schaltet die Menüseiten zurück. Der mit INFO beschriftete Taster stellt bei Bedarf weitere Menüseiten und Funktionen bereit.

1010music Blackbox Handbuch Padscreen

Der Taster PADS schaltet das Touchdisplay in den PADS-Screen, der den direkten Abspielmodus für die Samples darstellt. Dazu ist das Display in 4×4 Blöcke, also 16 PADS, unterteilt. Diese PADS repräsentieren das abzuspielende Sample. Ein Fingertouch auf ein PAD und das Sample wird abgespielt, ein blauer Balken im PAD dient dabei als Fortschrittsanzeige.

Rechts neben den PADS ist ein blauer Balken mit VEL beschriftet und dient der Eingabe der Anschlagsstärke für das abzuspielende Sample. Verarbeitet werden WAV-Dateien in Mono oder Stereo mit bis zu 48 kHz Auflösung. Ganz oben wird der Clock Measure und Beat angezeigt und rechts daneben der gewählte Recording-Content, je nach Anzeige also Sample, Sequence oder Section.

Mit dem Taster INFO kommt man in das Bearbeitungsmenü für das ausgewählte Sample. Dort wird die Wellenform angezeigt, die man mit dem heute typischen Fingerwischen auf dem Touchdisplay aus- und einzoomen kann. Das Wellenformsymbol öffnet ein Klappmenü, in dem man dann die Art des Samples auswählen kann.

Zur Verfügung stehen hier die Modi, SAMPLE, CLIP, SLICER, GRANULAR (neu seit Firmware 1.2) oder NEW RECORDING. Letzter springt direkt in den Aufnahmemodus, Signal in den Input und REC drücken, schon ist das Sample auf dem ausgewählten PAD hinterlegt und wartet auf die weitere Bearbeitung. Hinter dem Namen des Samples verbirgt sich das Dateimenü, über das man schnell andere Samples ins PAD nachladen kann. Neben dem Namen des Samples findet sich ein Play-Button, über den man das Sample direkt im Menü abspielen kann.

Ein weiterer Druck auf den Taster INFO schaltet das Display in den erweiterten Bearbeitungsmodus für Samples, den Parameter-Screen, abhängig vom ausgewählten Modus für das Sample. Hier kann dann für den Modus SAMPLE die Lautstärke, der Output, Mono- oder Polymode, die Tonhöhe (PITCH), das Filter (bisher ohne Resonanz), der Launchmode (Trigger, Gate oder Toggle), eine ADSR-Hüllkurve, der Loop Mode, Startpunkt, Endpunkt, Loop Start und Loop End sowie die MIDI-Kanäle für Ein- und Ausgang eingestellt werden. Im CLIP-Mode, vornehmlich für rhythmisches Material, erhält man über den Taster INFO zusätzlich Zugriff auf BeatCount, Sync und Quant Size.

Kennt noch jemand ReCycle? Ich habe es geliebt, damit Loops und Sounds am PC in Teile zu slicen und das Ganze dann direkt an den Sampler zu senden, um dann ein fertig gemapptes Instrument abspeichern zu können.

Das funktioniert mit der kleinen Blackbox genauso wunderbar, nämlich im SLICER-Mode. Dort stellt das Menü weitere Funktionen für SLICES bereit. SPLIT setzt SLICES,  JOIN löscht diese wieder. SCAN sucht automatisch Slicer-Punkte in der Form des Samples, wobei man den Threshold dafür manuell festlegen kann und per GRID wird dafür ein wählbares Raster aus SLICES über das gesamte Sample gelegt. Mit diesen Features ist es ohne Probleme möglich, Loops unterschiedlicher Tempi miteinander synchronisiert abzuspielen.

1010music Blackbox Handbuch WorkwithPADS

Der Granular Sampler ist seit dem Firmware Update 1.2. an Bord! In diesem Arbeitsmodus kann man unter dem Menüpunkt GRAN für Samples die Grain Size, den Spread, Grain Count und den Speed in Prozent eingeben.

Der Taster KEYS stellt auf dem Touchdisplay eine Klaviertastatur zur Verfügung, auf der das unter PADS ausgewählte Sample tonal abgespielt werden kann. Die Statusbar mit Measure, Beat etc. ist auch hier vorhanden.

Darunter befindet sich nun eine zweite Statusbar, auf der das ausgewählte PAD angezeigt wird. Hier kann man per Touch andere PADS auswählen. Daneben kann durch Druck auf Pfeile nach links oder rechts oder über die Drehregler die Tastatur hoch oder runter transponiert werden.

1010music Blackbox Handbuch verschiedene screens

Der Taster SEQS schaltet in den Bearbeitungsmodus für Sequenzen. Hierfür kann man die Sequenz aus den 16 PADS auswählen, Bearbeitungsschritte rückgängig machen (UNDO), die Sequenz löschen (CLR) oder über OFF ausschalten.

Der Taster INFO bietet weitere Funktionen an, wie zum Beispiel über den Menüpunkt EDIT, Cut, Copy, Paste und Clear für direkte Kopier- und Löschfunktionen in der Sequenz und über das Auswahlmenü zwei verschiedene Ansichten des Pianorollen-Editors, nämlich PADS und KEYS.

Im PADS-Editor werden die einzelnen PADS in Reihe untereinander und ihre auslösenden Triggerpunkte angezeigt. Im KEYS-Editor wird dagegen nur ein PAD und die dafür eingegebenen Noten angezeigt. Über ein kleines Touch-Feld kann zwischen den PADS umgeschaltet werden.

Die Bedienung ist wie von den großen Sequencern hinlänglich bekannt. Noten werden hier per Touch direkt im Editor eingegeben und in ihrer Länge per Drehregler eingestellt. Natürlich funktioniert in diesem Modus auch die Eingabe von Noten direkt über die PADS im REC-Mode bei laufender Sequenz. So einfach, so gut. Dazu bietet ein weiterer Druck auf INFO im KEYS-Mode Zugriff auf weitere Einstellungen, wie Quantisierung und Step-Länge in der Sequenz.

Über den Taster SONG kommt man letztlich in den SONG-Mode der Blackbox. Hier werden die erstellten Sequenzen zu ganzen Songs zusammengestellt und die üblichen Bearbeitungsfunktionen wie Cut, Copy, Paste, Clear, Add, Delete und Rename stehen selbstverständlich zur Verfügung.

Effekte der 1010music Blackbox

FX steht für Effekte. Dieser Taster bringt uns also in die Effektsektion der Blackbox. Hier werden für die 16 PADS die Effektanteile (für die beiden Effekte REV, also Hall und DLY für Wiederholungen) gemischt. Auf den PADS wird durch kleine Ecken angezeigt, ob ein Effekt für das PAD ausgewählt wurde. Klickt man auf das PAD, erscheinen links und rechts neben den PADS blaue Balken, die man per Fingerwischen hochfahren kann und damit den Effektanteil für FX1 und FX2 anpasst.

Über den Taster INFO kann jeder Effekt separat eingestellt werden. Beim Delay die Taktart, Beat Sync ON oder OFF und das FEEDBACK. Beim Reverb sind dagegen die Parameter DECAY, DAMPING und PREDELAY editierbar.

Der Taster MIX steht selbstredend für die Mixing-Sektion der Blackbox. Hier werden die PADS gegeneinander in der Lautstärke und im Panorama abgeglichen. Eine Mute-Sektion ist ebenfalls vorhanden.

1010music blackbox

Presets der Blackbox

Hinter PSET verbirgt sich die Preset-Verwaltung der Blackbox. Ein Preset ist im Sprachgebrauch der Blackbox ein Projekt, das alle genutzten Samples auf ihren PADS, die erstellten Sequenzen und Songs sowie die dazugehörigen Einstellungen beinhaltet.

Durch NEW erstellt man ein leeres Preset, mit LOAD kann man bereits erstellte Presets in die Blackbox laden. Push-Potis wären an dieser Stelle meiner Meinung nach sinnvoll gewesen, denn beim Durchschauen großer Dateimengen hätte die Auswahl und Selektion von Files schneller vonstattengehen können.

Der letzte und ganz rechts angebrachte Taster TOOLS bietet diverse Einstellmöglichkeiten für die Blackbox selbst. BRIGHTNESS stellt die Helligkeit des Displays ein, HEADPHONE regelt die Lautstärke am Kopfhöreranschluss und COMPRESSOR ON/ OFF schaltet einen Kompressor für mehr Punch ein oder aus.

1010music blackbox

Darüber hinaus lässt sich das Recording-Verhalten der Blackbox justieren, Einzähler einstellen oder ein Metronom einschalten. Auch das MIDI-Verhalten, beispielsweise das Zuweisen von MIDI-Kanäle zu PADS und KEYS, die Quelle der Clock oder ob Programm Changes aktiviert/deaktiviert werden sollen, lassen sich einstellen.

Die Bedienung der Blackbox

Die Blackbox von 1001music ist sehr wertig und robust verarbeitet. Das zweiteilige, in schwarzer und grauer Farbe eloxierte Gehäuse aus Metall sitzt perfekt aufeinander, an meinem Gerät gab es keine störenden scharfen Kanten oder Ecken.

Vier Gummifüße an der Unterseite sorgen auf jeglicher Oberfläche für guten Halt, die Bedienung gestaltet sich in der Praxis absolut schnörkellos. Die gut strukturierte und sehr ausführliche englische Bedienungsanleitung konnte ich nach kürzester Zeit getrost bei Seite legen und brauchte diese später nur noch für eher trockene Themen wie Sync oder MIDI-Implementierung.

Die Taster reagieren bei gutem Druckpunkt mit sofortiger Rückmeldung, die vier Drehpotis weisen einen angenehmen Widerstand auf und reagieren sofort und sichtbar auf dem Touch-Feld. In der Regel drückt man einen Taster, um ein Menü zu erreichen, mit den Drehreglern stellt man die vier direkt anliegenden Werte ein. Wenn man es auf den Punkt bringen müsste, würde ich sagen, dass sich die Blackbox so einfach wie eine Spielkonsole bedienen lässt und das ist definitiv als Kompliment gemeint. Sie behindert beim Workflow nicht, die Bedienung ist einfach und in sich logisch.

1010music Blackbox Userbild Mixerpage

Als kleines Beispiel für die Bedienung soll der Mixer dienen:

Taste MIX gedrückt und schon schaltet das Touch-Feld auf den Mix-Screen. Dort wählt man die entsprechende Spur per Fingerdruck auf das PAD und die Potis sind mit LEVEL (obere Potis) und PAN (untere Potis) belegt. So kann man super schnell alle Spuren in der Lautstärke und im Panorama miteinander abgleichen und durch die clevere Programmierung der Potis ist es egal, ob man Links- oder Rechtshänder ist.

Drückt man den INFO-Taster, kann man über das Touchfeld einzelne Spuren stummschalten, wobei durch grüne und rote Anzeigen auf den Spurfeldern der aktuelle Zustand jederzeit sichtbar ist. Vorbildlich gelöst!

1010music Blackbox Userbild Mixerpage Mutescreen

Meiner fünfzehnjährigen Tochter habe ich das Gerät schnell in die Hand gedrückt und nach kurzer Anleitung war auch sie völlig begeistert, wie schnell man mit dieser kleinen Kiste wummernde Beats und coole Sounds zu fetzigen Sequenzen verwursteln kann.

Außerdem habe ich die Blackbox zu Freunden mitgenommen, einfach um über diesen Weg mal festzustellen, wie das Bedienkonzept des Gerätes auf Menschen wirkt, die jetzt nicht jeden Tag mit Instrumenten zu tun haben: Da war pure Begeisterung: Das Lob ging stets in Richtung der schnellen und in jedem Fall überraschend musikalischen Ergebnisse, der leichten Bedienung und dem sehr guten Klang. Ja, das traut man der kleinen Wunderkiste gar nicht zu.

Blackbox Firmware 1.3

Während des Tests erblickte die neue Firmware 1.3 das Licht der Welt. Dafür sollte man im Forum bei 1010music angemeldet sein. Der Update-Vorgang gestaltete sich sehr einfach: Die Update-Datei downloaden und auf die SD-Karte in das Hauptverzeichnis kopieren. SD-Karte in den Einschub der Blackbox stecken. Die Tasten BACK und INFO gleichzeitig gedrückt halten und die Blackbox anschalten. Nach einer kurzen Sequenz und einem Reboot steht die neue Firmware zur Verfügung.

1010music blackbox

Lieferumfang der Blackbox

Neben dem üblichen Bugfixing gab es diesmal für den geneigten Käufer ein weiteres gewichtiges Kaufargument nachgeliefert. Die Blackbox versteht jetzt MIDI-Controller-Daten. So können jetzt die Parameter LEVEL, PITCH, FILTER CUTOFF, START POSITION, LENGTH, LOOP START / END, SLICE SELECTION im SLICER MODE, PLAYBACK SPEED im GRANULAR MODE, DELAY TIME und FEEDBACK, REVERB TIME und DAMPING per Controller beeinflusst werden.

Mit der neuen Firmware kam auch Multisampling in die Blackbox. Das bedeutet, dass nun mehrere Samples auf ein PAD geladen werden können. Dieses Feature erweitert die musikalischen Möglichkeiten noch einmal enorm. Die Implementierungen erfolgten auch hier auf mehrfachen Kundenwunsch und so kann man sich sicher sein, dass die Blackbox auch in Zukunft mit weiteren coolen Features bedient wird. Im Übrigen profitieren von neuen Features auch die Eurorack-Module von 1010music und umgekehrt. Wenn ein Feature der Eurorack-Module sinnvoll ist, bekommen es auch die anderen Geräte und natürlich auch die Blackbox spendiert. Hervorragender Support!

Fazit

Asche auf mein Haupt! Ich muss dringend Abbitte tun: Die kleine Blackbox trägt ihren großen Beinamen „Compact Sampling Studio“ zu absolutem Recht!

Dem Einsatzgebiet dieser kleinen kreativen Kiste ist faktisch keine Grenze gesetzt. Ob als synchronisierter Zuspieler von Sequenzen, Effekten oder ganzen Songs in jeglicher Live-Situation, als musikalisches Notizbuch für unterwegs oder für die Zusammenarbeit mit einem Modularsystem, die Blackbox macht in jeder Hinsicht eine gute Figur und ist durch ihren tollen Support auch für zukünftige Aufgaben gewappnet.

Für mich habe ich in dem Gerät eine Möglichkeit gefunden, meiner Kreativität zu fröhnen. Vor allem mobil nutze ich die Blackbox. Aufgenommenes Material wird mit der Blackbox zu Ideen und Skizzen verwoben und die Zeit vergeht damit wie im Flug.

Plus

  • wertige Verarbeitung
  • ultraleichte und intuitive Bedienung
  • hochwertige Klangwiedergabe
  • automatisiertes Anpassen der Loops
  • gute Integration in unterschiedliche Setups
  • hervorragender Support
  • riesige Feature-Liste

Minus

  • -

Preis

  • 580,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    mfk

    Schönes Gerät. Sehr klein, erstaunlich schwer. Und kleine Buchsen sind eine Unart, an die ich mich wohl gewöhnen muss.

    Wie sieht es mit mit der Soundqualität in Bezug auf die Leistung des Prozessors aus?
    Sprich: Wie viele Samples aus dem RAM/von SD kann ich gleichzeitig ohne Qualitätseinbußen abspielen?
    Und wie ist die Qualität des Wandlers im Vergleich zu den Mitbewerbern?

    • Profilbild
      Dirk E. aka Xsample  RED

      Ja .. schwer ist wohl relativ, macht natürlich der Metallrahmen, aber es ist immer noch gut tragbar. Besser als wenn das Gehäuse aus Plastik wäre. Die kleinen Buchsen haben mich jetzt nicht gestört, bin halt Eurorackuser und Adapter machen das Kraut sicher auch nicht fett. Jetzt, wo Du es sagst, hätte ich diesen Test mal machen müssen, nämlich alle 16 Pads auf einmal abspielen. Aber durch den Spaß mit dem Gerät bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, ihm solch einen Hardcorebelastungstest zuzumuten. Die Qualität der Wandler lässt meinen Ohren nach nichts zu wünschen übrig. Das nötige Equipment, sowas auf technischer Basis zu testen, habe ich leider nicht.

  2. Profilbild
    smoo

    Ich nutze die Blackbox schon eine Weile. Grundsätzlich genial.
    Nachteile: Probleme mit Midi Clock.
    Nur Delay und Reverb
    Die Bearbeitung von einzelnen Slices ist nicht möglich oder ich verstehs nicht.

    • Profilbild
      tomeso  

      Ich möchte die Aussage: „Nachteile: Probleme mit MIDI Clock“ ungern unkommentiert stehen lassen. Allerdings ist das Thema etwas zu komplex um es in ein zwei Sätzen zu behandeln.
      Ja, die blackbox verhält sich bei Tempoänderungen etwas träge und teils anders als andere Instrumente. Ich gehe davon aus, dass dies durch das Timestretching im Clip Modus und dem entsprechenden Handling beim Streamen der Samples bedingt ist. Genau weiß ich das aber (im Moment) nicht.
      Grundsätzlich sollte die blackbox sich problemlos zu MIDI Clock und analog Clock syncen lassen. Bei Problemen mit einer bestimmten Konstellation kann/sollte man sich im Forum bei 1010music anmelden und dort die Details diskutieren, das ist am effektivsten.

    • Profilbild
      tomeso  

      „Die Bearbeitung von einzelnen Slices ist nicht möglich oder ich verstehs nicht.“
      Es kommt ganz darauf an, was Du machen möchtest. Am einfachsten ist es, ein Pad im Slicer Modus per Copy/Paste auf ein anderes Pad zu kopieren und dort ein einzelnes Slice isoliert zu bearbeiten (Filter, Pitch, ENV).
      Möchtest Du aber tiefer editieren, dann wäre es besser, das Sample zu kopieren, entsprechend zu trimmen und dann in einem anderen Pad im Sample oder Granular Modus zu bearbeiten. Zum Beispiel ein Wort aus einem Satz isolieren und dann per Granular Engine zerlegen, filtern und mit Effekten belegen.

  3. Profilbild
    swift  

    Ich wünsche mir ja immer noch einen Sampler wie seinerzeit: 8 Einzelausgänge, analoge Filter, Transposition über die Auslesegeschwindigkeit des Speichers etc.

  4. Profilbild
    pulpicon

    Mir fehlt die interne Automation (Parameter-Locks oder wie man es nennen möchte), und MIDI-Sequencing wäre noch nett, zumindest Step-Sequencing. Ist Micro Time Shift von Steps möglich? Shuffle? Überlege gerade mir einen Digitakt anzuschaffen, aber die Blackbox scheint auch sehr interessant zu sein – suche ein fettes Update für meinen Volca Sample ;)

    • Profilbild
      pulpicon

      MIDI-Output der Sequencer/Trigger scheint ja möglich zu sein! „im erweiterten Bearbeitungsmodus für Samples … können dann … MIDI-Kanäle für Ein- und Ausgang eingestellt werden.“

    • Profilbild
      tomeso  

      Aktuell gibt es leider keine interne Automation und damit auch kein Param-Lock oder ähnliches. Als Workaround bleibt hier zurzeit nur das interne Resampling.
      Die Sequenzen sind klassische Step-Sequenzer mit einer maximalen Länge von 128 Steps und einer Auflösung (Step Länge) von 8 Takten bis zu 1/64. Das kleinste Raster wäre demnach 2 Takte mit einer 64tel Auflösung, da geht noch nichts mit Micro Timing.

      Wenn Du mit MIDI-Sequencing meinst, dass man mit der blackbox andere, externe Geräte steuert, dann ist das bereits implementiert. Jede Sequenz kann dabei einen eigenen MIDI Kanal bekommen.

  5. Profilbild
    penishead  AHU

    Ich habe eben mal geschaut, ob es neue Features in der Bitbox Software gibt – aber Fehlanzeige. So 1:1 kann man Funktionen nicht auf die Eurorack Module übertragen, da ja die Kategoriebuttons fehlen. Also, ganz so aus dem Fenster lehnen würde ich mich damit nicht! Zitat:“ Im Übrigen profitieren von neuen Features auch die Eurorack-Module von 1010music und umgekehrt. Wenn ein Feature der Eurorack-Module sinnvoll ist, bekommen es auch die anderen Geräte und natürlich auch die Blackbox spendiert.“

    • Profilbild
      tomeso  

      Stimmt, es lässt sich nicht beliebig alles 1:1 übertragen und für die bitbox ist das letzte große Update im April erschienen.

      Allerdings braucht alles seine Zeit und der Fokus lag zuletzt verständlicherweise eindeutig auf der blackbox. Dennoch ist zum Beispiel das virtuelle Keyboard, Teile des User Interfaces und der Song Modus der blackbox direkt in die aktuelle toolbox Firmware übernommen worden. Nach meiner persönlichen Einschätzung werden wir sicher auch passende Features oder optimierten Workflow der blackbox irgendwann auch in der bitbox sehen.

  6. Profilbild
    Dirk E. aka Xsample  RED

    Dickes Danke an Tomeso, dass er sich hier mit eingeklinkt hat und die Leserfragen geduldig beantwortet. Da wiederhole ich doch gern die beiden abschließenden Worte zu meinem Test: Hervorragender Support! Daumen hoch dafür! :)

  7. Profilbild
    Affe06

    Danke für den guten und ausführlichen Test!

    mich persönlich stört an der Kiste folgendes:
    – Nachladen von projekten on the fly nicht möglich – also taktsynchron ohne aussetzer
    – sequencer kann immer noch kein velocity und sonst glaube ich auch keine modulationen.
    – fummelige micro-SD-Karte/kein internen Speicher
    – zu wenig drehknöpfe.
    – für live-act ungeeignetes umschalten zwischen den verschiedenen pages.

    Bei meinem Testmodell war darüber hinaus zu beanstanden, dass es bei leichter Bewegung des USB-Versorgungssteckers zu Knaxerm im main out kam.

    • Profilbild
      Dirk E. aka Xsample  RED

      Danke für das Lob! Hm .. Deine Minusliste ist mit fünf Punkten ja ordentlich. Du scheinst eine spezielle Art der Bedienung zu haben oder möchtest Sachen, an die man bei der Entwicklung möglicherweise gar nicht denkt. Ich für mich, verstehe nicht, warum ich mitten im Song ein neues Project on the fly nachladen soll. Auch zu wenig Drehknopfe verstehe ich jetzt nicht wirklich. Mit viel Liebe und Konzentration bekomme ich es hin an drei Knöpfen gleichzeitig Parameter einzustellen und das Teil hat vier .. Du möchtest mehr? Vermutlich verstehe ich Dein Einsatzgebiet und die Art der Bedienung nicht. Das würde mich echt interessieren. Kannst Du das für uns näher erklären?

      • Profilbild
        Affe06

        Ich hatte gehofft, dass die Blackbox die Zentrale für meinen Live Act sein kann:
        -Sequencer für den Virus
        -Taktgeber für 2 electribes plus virus Versenden von programmchanges
        -Abspielen von kürzeren und längeren Sequenzen Als Samples inkl. Effekten. —Aufnahme und loopen von vocals on the fly
        🤩

          • Profilbild
            Affe06

            hab leider keinen geldesel zu hause :)

            mal ehrlich, ich find das dann einfach zu teuer.
            Für das Geld von 2 blackboxen, würd ich schon ein neues MacBook bekommen.
            Dass kann dann aber wesentlich mehr :)
            Oder für eine blackbox ein neues ipad mit ner alesis dockingstation kann glaube ich auch deutlich mehr.

  8. Profilbild
    monopuls  

    Diese Artikel nagt an mir! Sollte dies ein Octatrack in ‚bedienbar‘ sein???
    Ich nutze wenig ‚Spezialfunktionen‘ im OT, hadere aber viel mit der Bedienbarkeit.

  9. Profilbild
    strassen

    Habe hier eine Deluge, eine MPC Live und eine Blackbox im Studioeinsatz und kann bestätigen, dass zwischen den Devices sehr große Unterschiede bestehen. Die Blackbox ist dabei „das stylische schlanke Modell“ mit eher rudimentären Funktionen, dafür sehr sexy, super portabel und unvergleichlich simpel in der Bedienung. Was sie nicht kann, ist Live Performance, da es kaum etwas zu regeln gibt (keine FX außer Hall und Delay sowie ein einfaches Filter ohne Reso). Sie nennt sich aber auch nicht „Groove Box“, sondern ist, was sie behauptet zu sein: ein Sampling Studio. Dass sich damit auch grooven und arrangieren lässt, ist ein Zückerchen obendrauf. Ich würde aber – auch wenn 1010music weiterhin mit regelmäßigen Updates aufwartet – nicht von der Kiste erwarten, dass sie in 1-2 Jahren plötzlich massig Effekte, Live-Funktionen oder eine Synth-Engine dazu bekommt, denn dafür ist die CPU schlicht leistungsschwach (wie die Firma auch selber anmerkt). Wer die Blackbox nicht als Studiozentrale, sondern als smartes Sampling-Instrument betrachtet, kann damit (wie ich) sehr glücklich werden. Allen, die sich einen DAW-Ersatz wünschen, kann ich eigentlich nur von ihr abraten. Da bietet zum Beispiel die Deluge massig mehr Funktionen, Effekte und Möglichkeiten, die einen DAW-Ersatz rechtfertigen würden.

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