Test: Access Virus TI2 V2 – Snow & Desktop

22. April 2008

Der Virus TI2 im Pocket-Format

Access Virus Snow 2

It’s Snowtime!

Die letzten Tage hatte ich Gelegenheit, nähere Bekanntschaft mit dem kleinen „Schneemann“ aus dem Hause Access zu machen, dem Access Virus Snow. Ob das Eis dabei gebrochen ist, überzeugen Sie sich selbst…

Der letzte Testbericht über den Access Virus TI war im Dezember 2005 (TIOS 1.0.7). In der Zwischenzeit sind für den Virus TI einige größere Software-Updates erschienen und so werde ich zunächst ein paar Dinge über die wesentlichen Neuerungen schreiben. Wer das schon in und auswendig kennt, oder es vor Spannung nicht mehr aushält, kann diesen Abschnitt überspringen und gleich weiter bei „TIOS 2.7“ weiterlesen.
Auf die grundsätzliche Sounderzeugung desAccess Virus Snow, die identisch ist mit dem Virus TI werde ich nicht noch einmal eingehen. Wer sie noch nicht kennt, sollte vorab den Amazona-Test hierzu lesen (s.u.). Bevor ich zu den Updates komme, möchte ich noch loswerden, dass diese wie immer kostenlos von Access zur Verfügung gestellt werden.

Bitte lesen Sie auch die Tests zu den Software-Updates

Neuerungen von TIOS 1.07 bis TIOS 2.51:

Neben einigen Bugfixes wurden umfangreiche neue Features eingeführt. Die wichtigsten hier in einer kurzen Erläuterung:

TI OS 2.0

Oszillatoren

Zu den bisherigen Classic-/Wavetable/Hypersaw Oszillatoren sind, außer den 27 neuen Wavetables, noch drei weitere Oszillator-Modelle hinzugekommen. Wavetable-PWM, Graintable und Formanttable, wobei die beiden letzteren auf eine Art Granularsynthese/Formantshaping basieren.

Der Wavetable-PWM Oszillator generiert aus zwei Instanzen einer Wavetable, die gegeneinander in der Phase verschoben werden, einen Sound, der von der Wirkung einer Pulswellenmodulation ähnelt. Hier eben nur mit dem jeweiligen Klang der ausgewählten Wavetable.

Die neue version V2 gibt es natürlichauch für die Desktop-Variante

Die Graintable Oszillatoren (Grain Simple und Grain Complex) und Formant Oszillatoren (Formant Simple und Formant Complex) arbeiten nicht mit der herkömmlichen Granularsynthese, wie beispielweise Programme wie CrusherX oder der Malström aus Reason. Grob gesagt, wird der Klang subtil oder auch drastischer mit festen und veränderbaren Formanten der jeweils ausgewählten und zugrunde liegenden Wavetable verändert. Das hört sich je nach Wavetable sehr unterschiedlich und interessant an.
Je nach Oszillator-Modell gibt es unterschiedliche Parameter, mit denen man die Veränderungen einstellen kann.
Die Synthesemöglichkeiten bieten neue und spannende Klangvarianten, ohne zu komplex von der Programmierung zu werden. Wer immer noch meint, der Virus TI wäre eine reine Trance-Maschine, sollte sich mal mit der Synthese ausführlich beschäftigen und nicht nur an den Presets herumdrehen.

Section Locking

Bei diesem Feature kann man innerhalb des Virus Control Plugins verschiedene Bereiche auswählen, diese vor Veränderungen schützen und anschließend durch die Presets browsen, so dass sich nur die nicht geschützten Parameter ändern. Dies ist sehr hilfreich, wenn man einen Sound nach bestimmten Kriterien sucht oder z.B. das Soundpatch „schützt“ und nur eine andere Arpeggiatoreinstellung sucht.

Neue Suchfunktion

Eine neue Suchfunktion über Patch-Kategorien wurde implementiert. Es ist jetzt möglich, neben dem Namen auch über Kategorien zu suchen. Dabei werden für jedes Soundpatch bis zu zwei Schlüsselbezeichnungen (z.B. Bass, Pad usw.) vergeben. Danach kann die Suchfunktion benutzt werden, um bestimmte Sounds aus der gesamten Library zu suchen. Atemberaubend schnell.

Patch-Komplexitätsanzeige

Ein Balken, der mittels fünf Stellen die Komplexität eines Soundpatches anzeigt. Bei hoher Komplexität werden viele Stimmen verbraucht, bei niedriger entsprechend weniger.

Verschiedenes

Die RTAS Schnittstelle wird nun unterstützt, die ROM Library wurde um 256 zusätzliche Sounds erweitert und es gibt einen Live Mode, der aktiviert werden kann. Dieser dient dazu, um die Latenz bei Programmen wie Ableton Live, FruityLoops, Sonar usw. zu verringern.

TIOS 2.7

Das OS 2.7 ist derzeit eine Beta-Version, unterstützt die komplette TI Familie und wird kostenlos sein. Für den Testbericht habe ich sie bereits installiert, da der Virus TI Snow erst ab dieser Version unterstützt wird. Neu hinzugekommen sind neben der Unterstützung für den TI Snow:

Unterstützung für mehr als ein Virus-Device am Rechner.

Angekündigt ist eine neue Control-Center Software für Mac OS X / WinXP / Vista. Hiermit soll es möglich sein, die ROM Patches im Virus mit eigenen Sounds zu überschreiben und auch komplette Backups vorzunehmen. Diese Software war in der aktuellen Version jedoch noch nicht enthalten, ist also bisher noch in der Ankündigung. Zudem werden die ROM Soundbänke auf 26 x 128 Sounds erweitert (gilt nicht für den Snow).

Die Audiostreams sind erweitert worden. Mehr dazu siehe „Anschlüsse und Verbindungen“ weiter unten.

Access Virus TI2 Atomizer:

Der Atomizer ist ein neuer Effekt, der am Eingang anliegendes Audiomaterial bis zur Unkenntlichkeit verarbeiten kann. Da dieser Effekt dem Tempo angeglichen und in Echtzeit über Tastatur und Taster/Regler gesteuert/gespielt werden kann, ist er auch live sehr gut einzusetzen. Beschreiben kann man den Effekt als Stotter/Glitch/Granular/Shredder-Loop-Effekt, bei dem das Eingangssignal in Scheibchen zerlegt, geloopt und wieder zusammengewürfelt wird. Dazu können noch unterschiedliche Parameter (pitch, crossfading, usw.) auf die Slices angewendet werden. Der Echtzeitfaktor lässt dann bei ein wenig Übung eine richtige Performance daraus entstehen.

Access Virus Snow:

Der Access Virus Snow ist als kompaktes Tischgerät mit einer Größe von ca. 28 x 15 x 6 cm konzipiert. Seinen Namen hat er wohl eher vom Design als vom Gewicht. Ganz so leicht wie Schnee ist er nämlich nicht, und das ist gut so. Mit seinen etwa 2 kg steht er selbstbewusst und auf kleinen Gummifüßen auf dem Schreibtisch, während man an ihm genüsslich herumdrehen und drücken kann. Dabei gibt das sehr helle, kontrastreiche und genauso große Display wie bei seinen großen Brüdern aufschlussreiches Feedback über die einzelnen Parameter. Das Ein- und Ausschalten geschieht über die Taster auf dem Bedienfeld. Sobald der Virus Snow mit dem Netzteil verbunden ist, befindet er sich im Standby-Betrieb. Die Optik könnte man durchaus als edel bezeichnen. Das Gehäuse ganz in einem leichten, angenehmen Cremeweiß gehalten, 6 hellgraue Regler und 21 Taster, 18 helle LEDs und mit einer schlanken Holzfront inkl. Logo sieht er wirklich gut aus. Das genüßliche Herumdrehen und Drücken rührt sicher auch daher, dass man an der Qualität der Potis usw. nicht gespart hat gegenüber den großen Modellen. Alles fühlt sich haptisch sehr solide und hochwertig an.

Im Lieferumfang des Access Virus Snow enthalten sind außer dem Synth das Netzteil mit universellen Anschlüssen, ein USB-Kabel, das gedruckte Quickstart Handbuch sowie eine olivgrüne Transporttasche für die regelmäßigen Jam-Sessions. Die umfangreicheren Handbücher und Beschreibungen findet man nach Installation der Software im entsprechenden Verzeichnis oder werden über einen Link aus dem Virus Control Fenster aufgerufen. Soweit so gut. Kommen wir zu den hardwaremäßigen Unterschieden zwischen den großen Modellen und dem Snow.

Anschlüsse und Verbindungen:

Von den Anschlüssen bietet derAccess Virus Snow außer dem Netzteilanschluss einen USB-Port (wie bisher 12Mbit/Sek, USB2-kompatibel), einen Stereo Input, einen Stereo Output in der bisherigen guten Qualität, jeweils einen Midi In und Out. Das optionale Soft-Limiting für die Outs gibt es auch weiterhin. Mit dem Parameter „Surround Balance“ kann man zwischen dem eingestellten MainOut und einem weiteren Stereokanal wahlweise einer der USB oder Klinkenausgänge auch Surround (Quadro) erzeugen. Die Klinken Ein- und Ausgänge können übrigens zusätzlich zu den USB Kanälen genutzt werden. Es werden jetzt bei Bedarf drei Stereoausgänge über USB in den Rechner geführt, also eine Stereospur mehr als vorher. Auch der Weg über USB vom Rechner in den Access Virus Snow ist laut Handbuch möglich, sodass man den Virus auch als Effekteinheit nutzen (Filter/FX) kann. Durch den doppelten Stream in und aus dem Rechner entstehen natürlich höhere Latenzen. Die drei gleichzeitig nutzbaren USB-Stereo-Outs funktionieren gut, der USB Eingang ist in der jetzigen Beta-Version aber noch nicht aktivierbar. Eine Verbindungsmöglichkeit für ein externes Controller-Pedal ist beim TI-Snow leider nicht vorgesehen.

Bedienung

Sämtliche Funktionen des Access Virus Snow können über die Taster und Regler des Snow erreicht und editiert werden. Aufgrund der geringeren Anzahl von Reglern und des weniger direkten Zugriffs kommt natürlich dem Display eine höhere Stellenfunktion zu.
Presets innerhalb einer Bank, die je 64 Sounds enthält, sind über die beiden 8er Tasterreihen direkt anwählbar (8×8 Matrix). Mit dem zusätzlichen Bank-Taster und der beiden 8er Reihen kann man die ROM und RAM Bänke wechseln. Man muss also inklusive eines Bankwechsels maximal 4 Tasten drücken, um eins der möglichen 1024 Presets auszuwählen.

Bestimmte Parameter wie Cutoff, Resonanz und Master-Volume sind festen Reglern zugeordnet und somit direkt veränderbar. Aufgrund der Anzahl der Parameter lassen sich jedoch auch Doppelbelegungen nicht vermeiden. Die drei Regler unter dem Display verändern immer den gerade aufgerufenen und angezeigten Parameter. Mit dem Tastenblock rechts kann man in die verschiedenen Menüs und Edit-Sektionen springen. Dabei ist der Snow zunächst im Easy-Mode, der die wichtigsten drei Parameter der jeweiligen gewählten Sektion zugänglich macht. Über Edit/Shift erreicht man den Edit-Mode, bei dem alle Parameter über verschiedene anzuwählende Edit-Seiten veränderbar sind.

Den Easy-Mode kann man im Access Virus Snow bei Bedarf auch abschalten. Konzeptionell ist der Aufbau gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, wie viele Parameter insgesamt vorhanden sind. Wenn man die Sounderzeugung des Virus bereits kennt, ist die Bedienung kinderleicht und erschließt sich sehr schnell.
Was ich mir persönlich wünschen würde ist, dass man die jeweiligen drei Parameter der Easy-Edit Page selbst bestimmen und für sich festlegen kann. Bisher sind sie leider werkseitig festgelegt. So könnte man sich für einen Live Einsatz die Parameter, die man dann gezielt verändern möchte, leichter und direkter, quasi mit einem Tastendruck, zugänglich machen.

Die Virus-Control Software des Access Virus Snow ist im Prinzip genauso aufgebaut wie bei den anderen Modellen, nur ein klein wenig an die Features des Snow angepasst (z.B. nur 4-fach Multimode).

Sounderzeugung

Die Sounderzeugung des TI Snow bietet die gleichen Features wie die anderen TI Modelle. Die Soundpatches sind zu 100 Prozent kompatibel und untereinander austauschbar. Somit steht also die volle Soundengine zur Verfügung und Diskussionen, ob der dritte Oszillator fehlt oder ähnliches sind hinfällig, sehr gut.

Trotzdem hat der Access Virus Snow nur eine der beiden DSPs und erreicht so nur ca. die Hälfte der Stimmen. Angegeben sind 10-50 Stimmen, je nach Patchkomplexität, die man anhand eines 5-stelligen Balkens im Display ablesen kann. Das mitgelieferte Quickstart Handbuch gibt übrigens sehr ausführliche Informationen, wie man CPU Leistung einzelner Patches reduzieren kann, um die Polyphonie besser auszuschöpfen. Besonders viel CPU ziehen der Unison-Mode, Effekte wie Reverb, das emulierte Moog-Filter und die neuen Formant/Grainkomplex bzw. WavePWM Oszillatoren. Der Multi-Mode wurde von 16 auf 4 Parts abgespeckt und man kann im Gerät 64 Multi Mode Presets abspeichern. Dabei sind die Soundpatches jeweils wie bisher integriert (also nicht nur Verweise auf die Soundbank). Auch die Effekte gibt es weiterhin pro Part/Patch. Dafür stehen jetzt nur noch 1024 (512 RAM und 512 ROM) Speicherplätze für Soundpatches zur Verfügung. Über die Virus Control gilt das natürlich nicht, hierüber kann man unendlich viele Soundbänke einbinden und speichern. Im Multi-Mode kann der TI Snow vier verschiedene Sounds über vier verschiedene Midi-Kanäle ansprechen. Es ist aber auch möglich, innerhalb der vier Parts beliebige Layer oder Tastatursplits zu erzeugen.

YT-Video

Hier ein paar zusätzlich Soundbeispiele:

Und am Ende noch eine kleine Story-Empfehlung. AMAZONA.de hat den gründer und Erfinder der Access Virus Reihe zum Interview gebeten. Das Gespräch mit Christoph Kemper ist wirklich lesenswert – versprochen. BITTE HIER KLICKEN

Fazit

Klein und doch groß im Sound ist er, der TI Snow.
Während des Tests lief die Virus-Control Software stabil und Abstürze gab es keine zu verzeichnen, obwohl das OS noch eine Beta-

Version ist. Mittlerweile scheinen die Timing- und Sync-Schwierigkeiten größtenteils auch behoben zu sein, zumindest wenn man die richtigen Einstellungen wählt und ein paar grundsätzliche Dinge wie z.B. einen direkten Anschluss über einen eigenen USB Port am Rechner beachtet. Sobald man drei oder vier Parts gleichzeitig nutzt, schlägt natürlich je nach Soundpatches der Stimmenklau beizeiten auch mal merklich zu. Hier würde ich mir manchmal pro Part/Patch eine einstellbare Stimmenbegrenzung wünschen, wie es bei nativen Softsynths üblich ist.

Wer nicht ein ganzes Arrangement von verschiedenen Sounds gleichzeitig mit dem Virus-Sound benötigt und wer viel mit der Virus-Control arbeitet, gelegentlich auswärts eine Session macht, ist gut bedient mit dem Virus Snow. Wem das nicht reicht, kann sich ja auch gleich zwei Snow kaufen. Das ist zwar teurer als ein großer TI, hat aber den Vorteil, dass über USB sechs Stereospuren auf dem Mixer im Rechner separat liegen. Wie gut das funktioniert, konnte ich mangels Schneemasse leider nicht testen.

Virus TI, Desktop, Polar oder Snow… Powercore (VirusB) lasse ich hier einmal beiseite, da es hier mittlerweile doch an einigen Features fehlt. Die Entscheidung fällt sicher nicht leicht. Was den Sound angeht kann ich nur sagen, entweder man mag ihn oder nicht. Der Virus-Sound hat schon einen eigenen Charakter und der Snow ergänzt die Liga als Einsteiger-Virus, ohne dass man dabei eine Einschränkung beim Sound selbst hinnehmen muss. Der Preis ist sicher am Snow der eigentliche Knackpunkt. Knapp 1.100 Euro für etwa die halbe Stimmenzahl und weniger Regler gegenüber der Desktop Variante, die für 600 Euro Aufpreis erhältlich ist. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Strategie am Markt durchsetzt.

Ein direkt vergleichbares Produkt fällt mir eigentlich nicht ein. Die Total Integration im Zusammenhang mit einer für sich stehenden Hardware und ähnlichen Leistungsfeatures müssen andere Hersteller vom Konzept erst einmal vorweisen. Die Einfachheit bei der Produktion, alle Parts inklusive eigener Effekte im Sequenzer direkt zu automatisieren und mit dem Song zu speichern ist einfach genial. Wer damit wirklich einmal ernsthaft gearbeitet hat, möchte das nicht mehr missen. Auf meiner persönlichen Wunschliste fehlt eigentlich nur noch eine eigene Sample-Einbindung.

Plus

  • volle Soundkompatibilität zu den "großen" Modellen
  • voller TI Modus (4-fach multitimbral)
  • kompakt, cooles Design, hochwertige Verarbeitung

Minus

  • hoher Preis

Preis

  • Straßenpreis: 1.059,--€
Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    kann den effekten eigentlich ein eigener ausgang zugewiesen werden, sodass man bspw. über den usb1-out das trockene und über den usb2-out das wet signal herausgibt? und ist es möglich z.B nur die Effekte mit dem Atomizer zu schreddern? da kämen sicherlich ziemlich interessante ergebnisse bei heraus…

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      AMAZONA Archiv

      nein, diese Möglichkeit der Ausgangstrennung für Trocken/Effektsignal gibt es über das Menü wohl nicht. Was möchtest Du denn genau damit bezwecken bzw. machen ? Nur um unterschiedlich zu EQen ?
      Den Atomizer konnte ich in dieser Beta nur über die externen Eingänge mit Audiomaterial füttern, da, wie ich im Testbericht schon geschrieben hatte, die USB-Eingänge noch nicht aktiviert waren (kommt wohl erst in der finalversion).
      Es sollte aber dann eigentlich möglich sein, einen Virus-Sound über die USB-Leitung zu atomisieren, wenn Du in der FX Sektion des Patches dann die sends auf 100 % stellst, hast Du nur das Effektsignal. Aber das eigentlich Interessante ist doch ganz andere Sachen zu "atomisieren" oder ?

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    AMAZONA Archiv

    Die Idee des Snow ist ansich gar nicht so schlecht, man braucht nicht immer den vollen VirusTI.

    Allerdings finde ich hat der Snow ein paar Drehregler zuwenig & dafür unnütze Buttons zuviel.
    Was damit auch den u.a. den Live-Nutzen etwas einschränkt (nicht frei zuweisbare Potis, usw.).

    Das Design ist … naja .. geht so. Hätte Access sich mehr einfallen lassen können,
    im Gegensatz dazu ist Waldorf´s Blofeld extra schick ;)

    Preis ist zu hoch, dafür bekomme ich zb. einen NordLead2x Keyboard, der
    klanglich vielleicht nicht so ergiebig ist, aber trotzdem nen heißer Synthie.
    So 799,- bis 899,- wäre in meinen Augen die richtige Preislage für den Snow.
    Mal schauen, villeicht senkt Access den Preis noch, glaube aber nicht daran.

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    AMAZONA Archiv

    Mal wieder die Preis-Debatte? ;)

    Wenn man die Stärken des Geräts nicht braucht, ist er vielleicht wirklich zu teuer…

    TI, das Audiointerface, das Midi-Interface sowie der vielseitige Sound sind den Preis wert… ach ja, Effekte gibt's ja auch noch oben drauf… auch im Multimode.

    Wie wär's alternativ mit einem Plugiator? Da lernt man die vielen Taster am Snow erst zu schätzen… ich wollte die anderen TI's hätten auch eine einfachere Soundanwahl… denn nicht jeder will nur am PC rumfrikeln.

    Ubrigens stimmt es nicht, das der Snow keine frei zuweisbaren Regler hat… die drei unter dem Display sind genau die gleichen frei konfigurierbaren Regler wie an den größeren Modellen. Über das Layout der großen TI's kann man sich auch streiten, da haben nämlich auch alle Drehknöpfe Mehrfachbelegungen…

    Ein echter Fortschritt wären Endlosencoder mit beleuchtetem Skalenkranz an den TI's…

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      b.morgenstern  AHU

      Nein, ich denke keine Preisdebatte, aber ein Vergleich muss er sich schon gefallen lassen, und wenn ich dann das Preisleistungsverhältnis mit den anderen TIs vergleiche, finde ich den Snow schon etwas zu teuer. Für 600 Aufpreis bekommst Du die doppelte DSP (TI-Desktop), mehr Regler und mehr Anschlüsse. Gerade die halbe DSP macht sich manchmal bei den Stimmen sehr bemerkbar. Wenn Du ein Patch mit den neuen Oszillatoren, eventuell noch das Moogfilter und FX benutzt, kannst Du nur noch die ca. 10 Stimmen spielen. Das reicht für EIN Pad wenn man umfangreiche Akkorde benutzt. Da man den Part leider nicht Stimmenbegrenzen kann, schlägt der Stimmenklau schnell zu und aus dem 4-fachen Multimode wird schnell ein Singlemode. Eine Stimmenzuteilung mit Priorisierung wäre schon sehr vorteilhaft. Das Prinzip vom Thor aus Reason zB. gefällt mir sehr gut. Für aktive Stimmen und Releasephase getrennt einstellbare Polyphonie.

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        …unkritisch bin ich sicher nicht. Bei der Verwaltung der Polyphonie stimme ich völlig zu, ich habe diesbezüglich schon einige Vorschläge an Access geschickt – und das, obwohl ich den "großen" TI habe…

        …der hat übrigens gar nicht die doppelte Leistung des snow sondern nur 60% mehr, also 16 anstelle von 10 Stimmen bei "teueren" patches. Neben der Kommunikation zwischen den 2 DSP's lieg das wohl auch daran, daß Rechenleistung für die Bedienoberfläche abgezweigt wird… Jedenfalls relativiert das die Betrachtung etwas.

        Bei fast allen VA's wird bei der Polyphonie übertrieben. Der Plugiator ist hier wohl noch am ehrlichsten… Beim, Blofeld hieß es anbachgs 50 stimmen, später offiziell 25 Stimmen, praktisch liegt es auch eher in der Gegend von 12 Stimmen, so wie beim alten MicroQ auch schon…

        Bis auf die 6 Einzelausgänge hat der snow aber alle sonstigen Interfaces wie der "große"

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      b.morgenstern  AHU

      Ja, die vielen Taster am Snow fand ich auch gut und sinnvoll, waren mir auch lieber als mehr Drehregler, da man sich so sehr schnell zu den Menüs bewegen kann. Das Konzept an sich ist schon ok. Dass der Snow gar keine frei zuweisbaren Regler hat, behaupte ich nicht. Aber es wäre sinnvoll, wenn man zu jedem Menü, welches man über die einzelnen Taster erreicht, die drei Parameter des Easymode selbst frei einstellen könnte. Müsste doch eigentlich auch machbar sein von der Programmierung der Software her.
      Die Sache mit den Endlosencodern und Skalenkränzen wär sicher ein Fortschritt und keine schlechte Idee. Vermutlich aber zu teuer. Clavia ist ja auch wieder davon abgegangen.
      Den Plugiator als Vergleich heranzuziehen ist nicht fair. Schau Dir mal den Preis an :).

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        Frei konfigurierbare Menüs? Eine nette Idee, aber da möchte ich nicht im Access support sitzen ;)

        Wieder eine Preisdiskussion wegen der Potis?… na gut ;)

        Der Korg R3 kostet derzeit 555€, hat aber für jeden Regler ein Display und zumindest einen LED Kranz – wenn auch keinen Encoder. Tasten und Vocoder gibt auch noch…

        Daß Encoder nicht teuer sein müssen, zeigt Behringer mit dem BCR-2000. Teuer wird's vielleicht, wenn man welche von ALPs verbaut… zumindest für die drei Regler unter dem Display wären solche Encoder sinnvoll.

        Im Detail ist das "live tweaken" beim Ti gar nicht so toll… entweder der Parameter springt beim Drehen an den Potis an die neue Position oder man muß erst den preset wert "snappen", das Display zeigt zwar die Drehrichtung, aber intuitiv ist das kaum…

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    Nachtrag zum Plugiator:
    Der Vergleich zum snow mag schräg erscheinen und was die Verarbeitung angeht ist er das wohl auch ;)
    Bez. der Polyphonie – vom multimode abgesehen – sieht es aber anders aus. Beide haben je einen DSP und bei vergleichbaren patches – die Synth-Modelle auf dem plugiator sind zweifellos auch komplex, die analogen Filter finde ich sogar deutlich besser als die M..g Emu auf dem Virus – durchaus vergleichbar.

    Der Virus hat excellente D/A Wandler, beim Plugiator gib's keine Info… aber er kann sich gegen den Virus behaupten… etwas das bei den vielen Sachen die ich auf der VST Schiene (über die Virus Wandler) schon ausprobiert habe, eine Seltenheit ist. Der Sound-Character des Plugiator ist zweifellos anders, vielleicht eine Alternative zu Arturias Analog Factory die mir auch klanglich gefällt, abgesehen von der hohen CPU Last…

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      Zwischen Virus TI und Minimax liegen soundmäßige VA-Welten, das sind echte geile Gegenpole. Knarzig harter mittiger Punk-Sound bis voluminöser weicher Analogsound. Am besten man sie alle beide und den Radias noch obendrauf.

      Jörg

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        Alles haben und nur auswählen ist sicher immer am Einfachsten… ;)

        Die größere Palette an Sounds liefert meiner Meinung nach trotzdem der Virus ab.

        Der Virus kann auch recht moogy klingen, außer es kommt auf das spezielle Filter an, da hat der Minimax dann klar die Nase vorn und natürlich ist es viel einfacher moogy Sounds auf einem Minimax zu erzeugen.

        Ansonsten kann ich nur sagen, die ersten 2 Wochen war ich von meinem Virus ziemlich enttäuscht bis ich dann nach und nach die Patches entdeckt habe die mir wirklich gefallen haben. Der Virus kann mehr als Techno Sägen und Waber Trance Flächen und isch durch tausende patches durchzuwühlen dauert ziemlich lange… =(8

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    Klingt meiner Meinung nach auch nicht besser als mein EXB-Radias Board im M3 (350,- Euro)

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      Also Ti snow vs. Radias EXB?

      Man kann wohl kaum ein stand alone Gerät mit einem Einbauboard vergleichen…

      Also bitte mit dem Radias Rack vergleichen und das kostet auch schlappe 1000€… und dann sieht's schon wieder ganz anders aus.

      Ok, Der Radias Rack hat ein paar Knöppe und Lämpchen mehr als der snow… ist dafür aber wieder auch größer ;)

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        Hallo TiUser,
        Mit dem stand alone Gerät kann man den Radias-EXB selbstverständlich nicht vergleichen,da hast Du natürlich vollkommen Recht…
        Gruss Janes.

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          AMAZONA Archiv

          Ich bin immer dafür auch über den Tellerrand zu sehen, das macht Diskussionen ja erst spannend.

          Obwohl ich den Virus mag, würde mir ein Sequencer a la Radias natürlich auch sehr gefallen… leider gibt's aber nie alles in einem Gerät und so muß man dann notgetrungen Prioritäten setzen ;)

          Mir würde z.B. auch eine Karma Kiste ohne Synth von Korg mit drin gefallen, aber wegen Karma einen M3 oder Oasys kaufen ist wohl auch daneben ;) oder?

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            AMAZONA Archiv

            Karma war für mich der Grund dafür das ich mir den M3 gekauft habe, die Karmafunktion ist einfach nur genial, Karma als stand alone Gerät wär natürlich Top,(da hätte Karmaentwickler Stephen Kay sich eine goldene Nase verdient) ich glaube dann hätt ich mir auch keinen M3 gekauft… Gruss Janes

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              AMAZONA Archiv

              Ist zwar jetzt etwas off topic, aber wenn wir gerade dabei sind… ;)
              Die M3 gefällt mir persönlich bedientechnisch nicht so sonderlich. Der Screen ist für die Funktionsoflut eigentlih viel zu klein. Nur 4 Schalter (+ shift) für die Karma Scenes ist wirklich ein Witz, zumal Karma an sich 32 Scenes unterstützt, die aber weder von der Oasys noch der M3 genutzt werden… schade :(
              Einzige Alternative ist die Karma Software und ein TR Keyboard als "Dongle" kaufen… heißes Geschäftsmodell, oder? ;)

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    AMAZONA Archiv

    Mal ne Frage!
    Kann man den Virus Ti Snow über FL Studio 8 einbinden und auch den Sound exportieren ohne dass man ihn aufnehmen muss?

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    b.morgenstern  AHU

    Die Spezifikation sieht es vor (vst compatible sequencer host, heißt es bei access). Getestet habe ich es nicht, da ich Fruity L nicht habe. Was ich so im Netz gelesen habe, soll es aber in dem neuen Live-Mode des Virus gehen. Auch bei Ableton gab es ja mal diese Probleme die nun behoben sein sollen.

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    Hi ich habe den TI snow und bin begeistert, echt tolle maschine.
    aber im plug in betrieb knackt es manchmal im rechten kanal, manchmal lauter manchmal leiser.ich benutze auch seinen interface.hat jemand ne ahnung voran das liegt?
    viele grüsse

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    AMAZONA Archiv

    und übrigens leute, der virus ist und bleibt nr 1, wirklich man braucht nicht an ein paar hundert euro zu sparen, aber dafür hat man ein suuuper gerät.
    und im übrigen die geschichte mit dem kanälen hat sich erledigt, war der asio treiber ;)
    aber wirklich ich werde niemals etwas anderes kaufen als immer wieder den virus !!!!!!!!!
    made in germany !!!
    echt leute, lasst die anderen spielzeuge, hat kein sinn..
    cheers

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      AMAZONA Archiv

      Ich mag den Virus auch ziemlich, aber das Ende der Synth Welt ist er nun auch wieder nicht… würde eher vorschlagen als Ausbau/Ergänzung was anderes auszuprobieren ;)

      Es gibt auch ein paar gute "analoge" Softsynths, z.B. OP-X. Die Arturia VSTI's klingen auch nicht nicht schlecht. I.d.R. ist aber die CPU Last hoch.

      Mit dem nötigen Kleingeld kann man ja auch mal einen "echten" Analogen in's Visir nehmen, z.B. einen LP oder Prophet 08 (gibt ja auch als Rack wie den TI)…

      …und wer's digitaler mag dürfte es eher leichter haben Alternativen/Ergänzungen zu finden.

      Resumee: nicht so dogmatisch an die Sache ran gehen hilft oft viel ;)

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      AMAZONA Archiv

      @Paulseq

      Also das ist aber auch sehr parteilich was du da schreibst.Der TI ist auch mein Lieblingsinstrument aber ich könnt mir auch vorstellen mich mit nem Clavia NL 2 anzufreunden.Ihn aber als ultimativen hyper Synth hinzustellen ist etwas übertrieben und arrogant.

      • Avatar
        AMAZONA Archiv

        eh matze,. was soll ich machen,.. es ist nun mal so,..und wenn du damit nicht klar kommst dann wende dich doch mal an access music ;) cheers

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    AMAZONA Archiv

    Zur Sache mit der Sampleeinbindung. Das wäre natürlich genial. Eigene Wavetables im Virus erstellen die Krönung.

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    AMAZONA Archiv

    @Paulseq: Matze hat recht, … der Snow ist geil aber keine Eierlegendewollmilchsau. Es gibt noch ein paar andere geile Synths. Als Producer kann ich dir nur ratten dich anderen Sachen zu öffnen, dann klappt\’s auch mit der Mukke.

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    AMAZONA Archiv

    Aktuelle Virsu Ti Info: es ist gerade OS 2.7.5 erschienen…

  13. Profilbild
    monopuls  

    Reicht für den TI-Sound im Studio. Die dicken 16fach multitimbralen verleiten gerne dazu, alles mit dem Virus zu machen. Don’t do it – man hört es raus. Nur Virus ist einfach zu flach.
    Auch sollte man von den Effekten Abstand nehmen – da sind externe Geräte besser.

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