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Test: Adam Audio A7V, Nahfeldmonitor

Gelungener Nachfolger des A7X

18. November 2022
adam audio a7v test

Adam Audio A7V, Nahfeldmonitor

Der Adam A7X (Monitor, daher „der“) war gut 12 Jahre lang so etwas wie der VW Käfer der Berliner Monitorspezialisten Adam Audio: Ein Dauerbrenner, zuverlässig, gut und beliebt sowohl bei den Nutzern als auch bei der Fachpresse. Und irgendwie hatte man ja das Gefühl, dass diese erfolgreichen Nahfeldmonitore uns auch die nächsten 12 Jahre begleiten könnten. Im April 2022 aber legte Adam Audio dann die A-Serie doch neu auf, wobei sich die fünf Modelle nun zum Teil deutlich von ihren Vorgängern unterscheiden.

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Mit dem Adam A7V haben wir die Weiterentwicklung des Adam A7X auf dem Prüfstand. Wie hat der Dauerbrenner den Sprung von der Käfer- in die Golfklasse überstanden? Und hat der A7V wieder das Zeug dazu, uns für weitere 12 Jahre zu begleiten?

Adam Audio A7V

Intermezzo: Die neue A-Klasse

Die alte A-Klasse, die AX-Serie, bestand aus den fünf Modellen A3X (die „Kompaktklasse“ mit 4,5‘‘ Tieftöner und 50/80 W), A5X (Allrounder fürs Heimstudio, 5,5‘‘ Tieftöner und 100/150 W), A7X (der „Industriestandard“ (O-Ton Hersteller), 7‘‘ Tieftöner und 150/225 W) und der A8X (Nahfeld- und Mittelfeld-Monitor, mit 8,5‘‘ Tieftöner und 200/300 W Leistung). Alle fünf Modelle sind mit X-ART Hochtönern ausgestattet. Das (als einziges horizontal ausgelegte) Modell A77X  bildete die Königsklasse der AX-Serie, mit zwei 7‘‘-Tieftönern und einer Leistung von 250/375 W.

In der Neuauflage bildet nun der Adam A4V  (439,- Euto) das Einstiegsmodell, eine Art Zusammenlegung der Modelle A3X und A5X, die dafür gestrichen wurden. Der Tieftöner hat eine Größe von 4‘‘, der nun – wie bei allen anderen neuen Modelle auch – statt aus Glasfaser aus Multi-Layer-Mineral (MLM) gefertigt ist. Ebenfalls neu ist (unter anderem), dass der Hochtöner jetzt über einen drehbaren HPS-Waveguide verfügt. Die summierte Verstärkerleistung liegt bei 130 W.

Der Adam A7V (689,- Euro) löst den A7X ab (Tieftöner 7‘‘, summierte Verstärkerleistung Peak: 130 W), der alte A8X wurde ersatzlos gestrichen. Dafür gibt es nun die drei H-Modelle, wobei das „H“ für „Horizontal“ steht, im Gegensatz zum „V“ für „Vertikal“. Wobei das nur die grundsätzliche Aufstellrichtung bedeutet, aber dazu gleich noch mehr. Das kleinste H-Modell ist der Adam A44H (636,- Euro, mit zwei 4‘‘ Tieftönern (deshalb die 44), der sich mit seiner Breite von genau 19 Zoll auch gut oben auf einem Rack platzieren lässt. Verstärkerleistung: Ebenfalls summierte 130 W. Der Adam A77H (1.257 Euro), die konsequente Weiterentwicklung des Adam A77X, bringt da schon einiges mehr auf die Waage: Zwei 7‘‘ Tieftöner, ein (im Vergleich zum Vorgänger zusätzlicher) 3,5‘‘ DCH Mitteltöner und den klassischen Adam X-ART-Hochtöner, angetrieben von (summiert) 340 Watt. Das neue Spitzenmodell schließlich ist der 3-Wege-Lautsprecher Adam A8H (8‘‘ Tieftöner, 3,5‘‘ DCH Mitteltöner, X-ART Hochtöner, ebenfalls mit 340 Watt), den es in einer Links- und in einer Rechts-Version gibt. (1.550,- Euro)

Adam Audio A7V

Die neue A-Klasse

Adam A7V: Technische Daten

Bevor es ans Auspacken geht, eben noch ein paar nackte Zahlen und Fakten: Der Adam A7V ist ein DSP-basierter aktiver 2-Wege-Nahfeldmonitor, die Signalverarbeitung findet also auf digitaler Ebene statt. Der AD-Wandler arbeitet mit 24 Bit, die interne Abtastrate liegt bei 96 kHz. Die Leistungsdaten des Tieftöners (Verstärkertyp: PWM) gibt Adam Audio mit 110 W (Peak) bzw. 90 W (RMS) an, die des Hochtöners (Verstärker-Typ: Class A/B) mit 20 W (Peak) bzw. 15 W (RMS). Der maximale Peak liegt bei 105 dB SPL, der Frequenzgang bei 44 Hz – 41 kHz (-3 dB) bzw. bei 40 Hz – 45 kHz (-6 dB). Die Frequenztrennung schließlich erfolgt bei 2,8 kHz.

Unschön: Das 10x geknickte Kabel

Adam A7V: Ausgepackt

Im recht nüchternen Karton ist der Adam AV7 durch so viel Styropor gesichert, dass damit auch die Nofretete gefahrlos verschickt werden könnte. Mit dabei ist ein Kaltgerätekabel, das mit 1,80 m ausreichend lang ist. Warum das aber nun zehn Mal eng geknickt und gefaltet wurde, ist mir rätselhaft. Geknickte Kabel sehen a) unschön aus, da man die nie wieder gerade bekommt und erhöhen b) die Gefahr eines Kabelbruchs. Die Verpackung ist groß genug, um auch ein gerolltes Kabel aufzunehmen. Ich weiß, das mag jetzt kleinkariert klingen, ist in meinen Augen aber eine ärgerliche, weil leicht vermeidbare Nachlässigkeit. Ebenfalls mit dabei ist noch ein mehrsprachiger Quick-Start-Guide für die rudimentäre Ersteinrichtung und mit den üblichen Sicherheitshinweisen. (Mein Favorit: „Stelle keine Kerzen oder andere Gegenstände mit offener Flamme auf den Monitor“). Ein ausführliches Handbuch (auch auf Deutsch) gibt es als PDF auf der Produktseite zum Download.

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Die Frontseite des Adam A7V

Schon beim ersten Blick auf den neuen A7er wird deutlich, dass sich hier einiges getan hat. Zwar sind die oberen Ecken neben den Hochtönern noch immer Adam-typisch abgeschrägt, um Beugungserscheinungen in den hohen Frequenzen zu vermindern, doch wirkt die Gestaltung der Box nun generell etwas fließender und runder.

Das massive Gehäuse ist aus schwerem MDF gefertigt, mit Vinyl bezogen und bringt 8,7 kg auf die Waage – gut 600 g weniger als der Vorgänger. Mit Abmessungen von 337 x 200 x 280 mm (A7X: 337 x 201 x 280 mm) ist der A7V noch kompakt genug für größere Studiotische, kann aber dank der vier M8-Bohrungen auf der Unterseite auch bombensicher auf einem passenden Stativ befestigt werden.

Der Power-Schalter und die Lautstärkereglung, die damals beim Modellwechsel von A7 /P11A auf die Front gewandert waren, sind bei der A7V wieder zurück auf der Rückseite. Der dadurch freigewordene Platz wurde für die Vergrößerung der Bassreflexöffnungen genutzt, die nun – nicht mehr kreisrund wie zuvor – bis zur Mitte gezogen wurden. Der darüber angebrachte 7‘‘ Tieftöner ist jetzt aus MLM, also aus mehreren, fest miteinander verbundenen Schichten eines Mineralfasermaterials, das sich durch minimales Gewicht bei höchster Steifigkeit auszeichnet. Auch hier ist eine Evolution zu beobachten, war der Tieftöner des A7 noch aus Papier und der des A7X aus Glasfaser gefertigt. Das Magnetsystem wurde laut Adam Audio ebenfalls neu entwickelt und soll für hohe Pegel bei minimaler Verzerrung sorgen (das probiere ich natürlich gleich aus), der Schwingspulendurchmesser liegt bei 1,3‘‘ (= 33 mm).

Der Hochtöner in X-ART Technologie (eXtended Accelerated Ribbon Technology)  gehört – wie die abgeschrägten Ecken – zum Markenzeichen der Adam-Lautsprecher. Der Clou an dieser Technik ist die lamellenförmig gefaltete Folie der Lautsprechermembran, die es ermöglicht, dass die Luft schneller in bzw. aus den Falten getrieben wird als sie sich selbst bewegen. Somit ist die akustisch wirksame Fläche zweieinhalbmal größer als die sichtbare Schallaustrittsöffnung – sieht also aus wie ein 25 mm Hochtöner, hat aber trotzdem mehr Fläche. Das soll auch die Probleme des Aufbrechens der Gesamtmembran speziell zu höheren Frequenzen hin vermieden werden. Die Geschwindigkeitstransformation gibt der Hersteller mit dem Faktor 4:1 an. Der neue, rund geformte HPS-Waveguide (High-Frequency Propagation System) ist aus einem neuartigen Fiberglas-Polymerwerkstoff gefertigt und kann jetzt – nach dem Lösen der vier Befestigungsschrauben – um 90 Grad gedreht werden. Dadurch können die Monitore dann auch liegend platziert werden.

Die Anschlüsse und Klangregelungen der Adam A7V

Die Rückseite des Vorgängers A7X war recht überschaubar: XLR/Cinch-Eingang, dazu einen Höhen- (ab 5 kHz) und einen Tiefenfilter für den Bereich unter 300 Hz (-6 dB / +6 dB) plus ein Tweeter-Poti (+/-4 dB). Die dazugehörigen Potis waren allerdings nur per Schraubenzieher bedienbar, also nicht für den schnellen Zugriff geeignet.

Beim Adam A7V dagegen ist auf der Rückseite deutlich mehr los. Das beginnt bei den Anschlüssen (XLR balanced und RCA/Cinch unbalanced) die jetzt mit einem Umschalter versehen sind, um den aktiven Anschluss auszuwählen. Heißt auch: Man kann also beide bestücken und dann zwischen XLR und RCA umschalten.

Ebenfalls erweitert und auch komfortabler bedienbar sind die Einstellungen zur Raumanpassung, die hier dann auch „Room Adaption“ heißt; der Frequenzgang wird in vier Stufen über ebenso viele Taster vorgenommen. Veränderbar sind „Bass“ (+2 dB / 0 dB /- 2dB /-4 dB), „Desk“ (0 dB /-2 dB /-4 dB), „Presence“ (+1 dB/ 0 dB/ -1 dB) und Treble (+1,5 dB/ 0 dB/ -1,5 dB). Der jeweils gewählte Wert wird per LED angezeigt, die zur Verdeutlichung auf den dazu passenden Kurven aufgesetzt sind – das ist sehr übersichtlich und auch für Laien verständlich, setzt aber dann eine gute Erreichbarkeit der Rückseite der Monitore voraus. Aber nun gut, so oft muss man da ja nun auch nicht dran, außerdem lässt sich der Adam A7V über eine Software auch alternativ bequem „fernsteuern“ (dazu gleich mehr). „Desk“ ist übrigens eine Einstellmöglichkeit speziell für die Aufstellung auf Schreibtischen: Bei großen Schreibtischen oder reflektierenden Oberflächen empfiehlt Adam Audio zum Beispiel die Einstellung „-4 dB“, bei kleineren „-2 dB“. Ungewöhnlich, das hatte ich bisher noch nicht gekannt.

Über den „Voicing“-Regler lassen sich die generellen Werkseinstellungen der Boxen in drei Stufen ändern. „Pure“ verspricht die linearste und neutralste Wiedergabe und ist besonders fürs Mixing und Mastering geeignet. „UNR“ (Uniform Natural Response) bietet einen leicht gefärbten (geschönten) Frequenzgang, der an den der AX-Serie angelehnt sein soll, während bei „Ext“ die Einstellungen von außen über die Adam Audio Control Software vorgenommen wird, die über ebenfalls auf der Rückseite untergebrachte Ethernetbuchse Kontakt zur Box aufnimmt.

Powerbutton und die Pegeleinstellung (-12 bis +12 dB, mit Mittelrasterung – sehr schön) sind wieder zurück auf der Rückseite der A7V untergebracht. Einen Power-Button auf der Rückseite einer Box halte ich allerdings generell für eine schlechte Lösung; so schalte ich meine Boxen inzwischen notgedrungen über eine schaltbare Steckerleiste, weil die ansonsten nur über einige Verrenkungen erreichbar sind – und das dürfte nicht nur bei mir der Fall sein. Zwar lassen sich fast alle anderen Einstellungen an den Monitoren der A-Serie auch über die Software vornehmen, zum Einschalten muss man dann aber trotzdem hinter die Box. Oder eben an die Steckerleiste.

Adam Audio A7V

Die Adam Audio Control Software

Um in den Genuss der Software zu kommen, muss erst ein Account angelegt werden. Der wiederum nur angelegt werden kann, wenn man gleichzeitig auch ein Produkt registriert, so dass dann auch nur derart verifizierte Adam-Besitzer „Mitglied“ werden dürfen. Zum Zeitpunkt des Tests wurde die Versionsnummer 0.92 angeboten, eine „Public Beta“ also, die noch nicht vollständig ausentwickelt ist. Um auch auf Windows 10/11-Rechnern die A-Boxen im Netzwerk finden zu können, muss zusätzlich noch die Apple-Netzwerk/Print-Software Bonjour installiert sein. Was aber schnell und problemlos erledigt werden kann, falls es nicht eh schon vorhanden ist.

Die Box wird über ein Standard RJ45 Ethernet-Kabel mit dem Router oder einem Switch verbunden, eine drahtlose Verbindung via Bluetooth oder WLAN ist nicht möglich. Was einerseits den Nachteil hat, dass man nun noch ein Kabel da rumliegen/hängen und nicht jeder unbedingt einen Router in Boxennähe hat, aber eben auch den Vorteil, damit auch über eine stabile Verbindung zu verfügen. Wer seinen Router also in einiger Entfernung zum Studiorechner stehen hat, sollte sich schon vorher um ausreichend lange Kabel und (falls nicht mehr ausreichend Ports am Router frei sind) auch um einen Switch bemühen.

Im Test tauchte der A7V (bzw. die beiden A7V) dann auch direkt im Fritz-Routermenü unter „Heimnetz“ auf, und – nach einem Neustart der Software – dann auch dort. Fortan lassen sich alle Einstellungen bequem am Rechner vornehmen; jede Veränderung in der Software wie postwendend auf der Box umgesetzt und dort mit der betreffenden LED angezeigt. Für jeden A-Monitor gibt es in der Software ein eigenes (leider recht kleines) Fenster auf der Oberfläche, deren Zahl nicht limitiert ist. Man kann damit also (theoretisch) unendlich viele Boxen gleichzeitig bearbeiten. Leider sind die – wie gesagt sehr kleinen – Fenster nicht skalierbar, aber dafür hat man die dann auch auf kleineren Notebooks immerhin auch paarweise im Blick.

Die Möglichkeiten gehen hier noch über die an der Rückseite des Speakers hinaus. So kann ich nicht nur Room Adaption, Voicing oder den Zugang via XLR/RCA bequem vom Rechner aus verändern, sondern habe hier auch noch im Advanced Mode einen parametrischen 6-Band-EQ mit Low-Pass, High-Pass, Low-Shelf und High-Shelf, wobei  jedes Filterband in Bezug auf Gain, Frequenz und Q-Value frei einstellbar ist. Auch lassen sich hier ein Delay (in ms) für den Input und eine grundsätzliche Level-Verstärkung/Abschwächung festlegen – praktisch, wenn man nicht genau im Sweetspot sitzt. Der schon mal vorhandene Monitoring-Bereich inklusive Volume-Regler wurde aus der aktuellen Software-Version noch einmal wieder entfernt, da der noch nicht rund lief. Das finde ich aber nicht weiter dramatisch, da ich den Pegel eh auch über den Mixer regeln kann und Volume-Regler an den Boxen ohnehin nur beim Einpegeln benötige.

Adam Audio A7V

Wer mag (und hat), kann auch Kalibrierungskurven aus der Software SoundID Reference von Sonarworks in die A-Control Software laden und verarbeiten. Adam Audio liefert hier eine 60-tägige Testversion mit, das dazu benötigte Mikrofon (ca. 70,- Euro) muss dann allerdings gekauft werden. Die Software selber kostet 249,- Euro. Laut Adam Audio ist das die weltweit erste Raumkorrektur, die sich die Rechenleistung des Studiomonitors selbst zunutze macht.

Der Tieftöner jetzt aus neuem Material

Soundcheck: Wie klingen die Adam A7V?

Nach so vielen technischen Möglichkeiten, am Sound zu basteln, bin ich natürlich gespannt, wie die neue A-Klasse denn nun klingt. Der Vorgänger A7X überzeugte in unserem Test von 2010 mit brillanten hohen Frequenzen und einer hohen Detailauflösung im oberen Frequenzbereich, einer gelungenen Mittenauflösung und einem straffen Bassbereich. Und auch die Stereoabbildung kam gut weg, was schlussendlich zur Note „gut“ führte. Können sich die Adam A7V-Monitore jetzt noch einen Stern hinzuverdienen?

Ich starte den Soundcheck mit meinem persönlichen Lieblings-„Boxenkiller“: Der Blade Runner-Soundtrack von Vangelis in der 2017 von Cley Hill remasterten Version. Der im Prolog mit donnernden, tief grummelnden Schlägen startet, in die sich eine hohe Solo-Synthiestimme mischt, da ist die Bandbreite schon enorm. Ab Minute 2:30 wird es dann sehr detailliert und wild, Effekte zucken von links nach rechts und zurück, in den Mitten das Blade Runner-Thema, dazu hohe Strings und weiter viel Bewegung im Keller – das bringt schwache Boxen schnell an den Rand des Kollaps.

Adam A7V

Adam A7V

Kundenbewertung:
(7)

Die beiden Adam A7V-Monitore meistern diese Prüfung – schon in der neutralen Einstellung der Room Adaption und mit dem Voicing auf dem lineare „Pure“ – mit Bravour. Die Bässe sind – für einen 7‘‘ Tieftöner – erstaunlich druckvoll und klar, da wird nichts gnädig verwaschen oder fällt gar wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Sicher, auch ein noch so guter 7-Zoll-Tieftöner hat seine Grenzen und wer da mehr will, muss schon einen zusätzlichen Subwoofer bemühen, aber für seine Verhältnisse liefert der A7V ein doch sehr gutes Ergebnis ab, ohne den Rest zu erschlagen. Gleiches gilt für die Höhen: Da kreischt, zerrt oder scheppert nichts, der X-AR Hochtöner bleibt stabil, sehr detailliert und kommt auch bei extremen Frequenzen und Sounds da oben nicht ins Schwimmen. Allerdings sind die Höhen hin und wieder fast schon ein wenig zu dominant. Gelegentliche Spitzen (die es bei diesem extremen Track gibt) lassen sich aber durch den Einsatz der Room Adaption – die sehr dezent ins Spielgeschehen eingreift – gut abfedern. Die Raumanpassung sollte man auch nutzen, weil die Klarheit der Höhen auf die Dauer sogar etwas anstrengend werden kann. Das Stereobild ist angenehm breit und lässt ein Mittendrin-dabei-Gefühl aufkommen, solange man im Bereich des recht schmalen Sweetspot bleibt. Das Umschalten von „Pure“ auf „UNR“ bringt tatsächlich ein leicht geschöntes Klangbild, was besonders im direkten Vergleich zum sehr analytischen „Pure“-Sound auffällt. Für längeres Hören ohne Mixing-Hintergrund die bessere Wahl.

Weitere Songs aus den verschiedenen Genres („Shine On You Crazy Diamond“ / Pink Floyd, „Enter Sandman“ / Metallica) bestätigen den guten Eindruck. Bei Metallica gibt’s trotz Bratgitarren keinen ungenießbaren Soundbrei, nein, hier wird ebenfalls schön differenziert und aufgelöst. Und da die Höhen hier nicht so extrem sind wie im Blade Runner-Prolog, fühlen sich auch die Mitten deutlich wohler, ohne dass ich eingreifen muss.

Im ersten Satz von Schumanns Rheinischer erleichtere ich die A7V um einige Höhen, weil deren Präsenz (die Streicher) die Mitten ärgern, aber sonst gefällt das Klangbild auch hier. Und auch bei Techno & Co. schließlich sind die beiden A7V gut unterwegs: Mit druckvollen, aber klar abgegrenzten Bässen, leicht zu verortenden Drums und sehr luftig verteilten Frequenzen.

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Fazit

Adam Audio hat mit dem Adam A7V die A-Produktlinie konsequent fortgesetzt und den nächsten Dauerbrenner geschaffen. Bei den Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger A7X wurde ordentlich was draufgelegt: Neues Material plus Magnetsystem für die Tieftöner, neuer Waveguide für den Hochtöner, vor allem aber ungleich mehr Möglichkeiten der Klangformung und Anpassung – und das nun sogar mit Fernsteuerung per Software. Am schön differenzierten, großen Klang gibt es kaum etwas zu kritteln. Lediglich die Höhen erschienen mir zuweilen etwas zu dominant, aber dem kann man bequem mit der angesprochenen Klangformung zu Leibe rücken. Die macht die Adam A7V dann auch recht variabel, die Bandbreite reicht da vom analytischen Hören für den Mix bis zum einigermaßen entspannten Easy Listening der Lieblings-Playlist. Fazit: Im umkämpften Feld der aktiven Nahfeldmonitore dieses Preissegments muss sich der Adam A7V wahrlich nicht verstecken.

Plus

  • gut aufgelöster, sehr detaillierter Klang
  • druckvolle, aber nicht zu dominante Bässe
  • schönes Stereobild
  • vielfältige Möglichkeiten zur Klanganpassung
  • Fernsteuerung per Software
  • gute, solide Verarbeitung
  • Kalibrierungskurven aus SoundID Reference können zum Einpegeln genutzt werden

Minus

  • Höhen überdecken manchmal ein wenig die Mitten (dem kann man aber per Room Adaption abhelfen)
  • Fernsteuerung nur per Ethernet

Preis

  • 689,- Euro (Stückpreis)
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Forum
  1. Profilbild
    Filterpad AHU

    Sind im Günstig,- bis Mittelsegment sehr zu empfehlen, je nachdem welchen Klang man bevorzugt. Die Adam sind im Vergleich zu Mitbewerbern wie oben erwähnt gerne etwas präsent im Hochton, was ja beim mischen nicht zwingend ein Nachteil ist. Daher auch nicht sehr „warm“ bzw. HiFi-mäßig klingend. Das Preis, -Leistungsverhältniss ist bei Adam schwer in Ordnung. Für kleinere Aufnahmen und zum analytischen Hören bei Jams mit Drummachines und Co. genau das richtige!

  2. Profilbild
    Kazimoto AHU

    Neu und besser? Bei Boxen wäre ich da sehr skeptisch. Da wurde doch bestimmt auch gespart und mit digitalen Spielereien wieder ausgeglichen. Laut Netz gibt es doch einige Unterschiede zur alten A7X und Marketing-Sprech wie „Multi-Layer Mineral“ versteckt häufig nur Nachteile, waren die alten Carbon-Glasfaser-Membranen doch sowas wie ein Erkennungsmerkmal. Ich habe die A7X nur einmal ohne Sub gehört und war recht angetan, sofern man das in einem Studiokeller kann. Ein digitaler Eingang wäre nett gewesen, sollte heute standard sein.

    • Profilbild
      wolftarkin AHU

      Schwierig. Du sagst, ein digitaler Eingang sollte Standard sein. Bei T. in der Rubrik Nahfeldmonitore ist die Quote gerade bei 6:1, für ohne Digitaleingang. Und von denen, die einen dig. Eingang haben, haben die meisten digitale Spielereien, die du doch eher ablehnst.
      Wie gesagt, schwierig.
      Waren denn diese Carbon-Glassfaser-Membrane nicht auch schon Marketing-Sprech?

      • Profilbild
        Kazimoto AHU

        Ich lehne nichts ab, sofern es gut ist. Ich bin auch kein Materialexperte. Ich nehme erstmal ein Schluck Mineralwasser. 😁

  3. Profilbild
    Tannoy

    zur kritik an geknickten netzkabeln:
    die kabel in heißes wasser einlegen, die stecker draußen lassen, und vorsichtig glatt ziehen, wenn der gummi weicher geworden ist.
    eine besserung bringt es, ganz verschwinden werden die knicke nicht. ein versuch ist es wert.

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