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Test: Alexander Pedals Quadrant, Gitarren Echopedal

17. Juli 2018

Echos aus dem Quadranten

Alexander Pedals Quadrant titel

So langsam, aber sicher machen sich die Effektpedale des US-Herstellers Alexander Pedals auf unseren Boards breit. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn die gebotene Qualität ist ziemlich gut, wo von wir uns bereits in Tests des Sci-Fi-Reverbs und des eher etwas exotischeren Syntax Error überzeugen konnten. Und für sogenannte „Boutique-Pedale“ sind die Kisten gar nicht mal so teuer, sodass wir gespannt auf die Eindrücke des nächsten Kandidaten warten, der erst im Januar auf der NAMM in Los Angeles präsentiert wurde und den Namen Alexander Pedals Quadrant trägt.

Alexander Pedals Quadrant – Facts & Features

Nach einem Bitcrusher (Syntax Error) und einem Hallprozessor (Sci-Fi) steht nun also ein Delay an, wie wunderbar! Über den Sinn und Nutzen eines Delays müssen wir hier gar nicht groß diskutieren: Ich schätze mal, dass nahezu an die 100 % von uns einen Echoeffekt (in welcher Form auch immer) besitzen und damit eine Menge Spaß haben bzw. den Effekt als wichtigen Kreativitätsfaktor betrachten und daher nur ungern drauf verzichten würden. Doch das „GAS-Syndrom“ treibt uns alle unentwegt an: „Vielleicht gibt es da draußen noch etwas Besseres, etwas anderes, ganz Spezielles?“ Vielen von uns wird dieser Gedanke bekannt vorkommen und das treibt die Hersteller wiederum an, uns eben etwas „Neues und ganz Spezielles“ anzubieten.

So richtig neu ist die Idee beim Alexander Pedals Quadrant allerdings, vier Grundsounds bietet das Pedal, dafür aber kann der Benutzer auf etliche Parameter zugreifen, die mit wenigen und unkomplizierten Schritten erreicht werden können. Dazu bedarf es nicht einmal einer Bedienungsanleitung, alles Wichtige findet sich auf der Unterseite des Pedals aufgedruckt, wie man auf dem folgenden Bild sehen kann.

Alexander Pedals Quadrant bottom

Wie man sehen kann, bieten sich etliche Optionen, darunter auch MIDI-Funktionen, das Aktivieren der True-Bypass-Schaltung sowie die notwendigen Schritte, um ein Expression-Pedal einzurichten. Um das Quadrant mit MIDI nutzen zu können, ist allerdings eine Zusatz-Hardware erforderlich, die ihren Anschluss entweder über die Expression-Buchse an der linken Gehäuseseite oder aber über den Mini-USB-Port an der Stirnseite findet. Der Hersteller empfiehlt hier, auf die entsprechenden Produkte von Chase Bliss oder Disaster Area zurückzugreifen. So, nun aber zu der Oberseite und den Möglichkeiten, die das Alexander Pedals Quadrant dem „Delay-Junkie“ bietet.

Alexander Pedals Quadrant – Bedienpanel

Die vier Drehregler übernehmen jeweils eine Doppelfunktion:

  • TIME regelt neben der Verzögerungsdauer der Echos zusätzlich die Klangfarbe des Effektsignals.
  • MIX eröffnet neben dem Einpegeln des Originalsignals und des Effektsignals weiterhin die Option, den Gesamtausgangspegel des Pedals anzuheben. Die Bandbreite reicht hier von -20 dB hinauf bis zu einem satten Boost von +10 dB. Somit sollte ein sauberes Einpegeln in jeder Situation und mit vielen Amps möglich sein.
  • MOD steuert den Anteil der Modulationen, die vom sanften Schweben bis zum krassen „Eiern“ reichen können sowie deren Intensität.
  • FEEDBACK schließlich verfügt auf seiner zweiten Ebene über die Möglichkeit, bei Änderung der Delay-Zeit das unvermeidliche „Gequietsche“ zu verhindern. „Glide“ nennt sich diese sehr nützliche Funktion. Ansonsten dient dieses Poti wie erwartet zur Bestimmung der Anzahl der Wiederholungen.

Erreicht werden die Zusatzfunktionen über ein längeres Drücken des Select-Schalters, der ansonsten die folgenden vier Presets auswählt:

  • MAG – die Simulation eines Tape-Echos. Der MAG-Modus erfasst den Frequenzgang der Tonköpfe und den Vorverstärker eines Vintage-Bandechos. Der Mod-Regler steuert das „Flattern“ des Bandes, jede Delay-Wiederholung verliert sowohl Höhen als auch Tiefen für einen warmen und komprimierten Klang. Der Tone-Regler steuert das Alter des Bandes und macht das Echosignal heller oder dunkler.
  • BBD – Nachbildung eines analogen Eimerkettenspeicher-Delays. Der Mod-Regler fügt analogen Chorus- oder Vibratosound hinzu. Der Tone-Regler steuert das analoge Delayfilter.
  • DIG – ein reines Digital-Delay ohne jegliche Beeinflussung des Originalsignals. Der Mod-Regler fügt weitreichende Tonhöhenmodulationen hinzu, der Klangregler steuert die Verzögerung zwischen Tiefpass- und Hochpassfilter für einen breiten Einsatzbereich.
  • LOFI – Echos in verminderter Qualität, der Toneregler sorgt hier für die Intensität des „Schmutzfaktors“.

Alexander Pedals Quadrant left side

Über den Select-Schalter lassen sich die Echos auch rhythmisch unterteilen – dazu braucht es nur den Tap-Fußschalter, der diese Aufgabe im Alt-Modus übernimmt. Seine eigentliche Aufgabe liegt aber beim Eingeben der Echogeschwindigkeit per Fuß – und diesen Job übernimmt er sehr zuverlässig. Der Bypass-Schalter besitzt ebenfalls eine Doppelfunktion, neben dem eigentlichen Aktivieren des Pedals kann man durch ein Drücken >2 Sekunden durch vier mögliche Presets steppen. Doch das ist nicht alles, denn bis zu zwölf Presets können über MIDI dauerhaft auf dem Computer z.B. abgespeichert werden und das sollte wohl für die meisten Anwendungen genügen.

Alexander Pedals Quadrant Gitarren Echopedal

Sehr positiv ist, dass beide robuste Metallschalter elektrische Varianten sind, Schaltvorgänge geschehen also weitestgehend ohne nennenswerte Nebengeräusche. Schade hingegen ist, dass die komplette Signalführung des Quadrant nur mono ist und daher der Kreis potenzieller Kunden für diese Art von Effekt etwas eingeschränkt wird – Keyboarder, Synthesizerfreaks und Studiomenschen sind damit vornehmlich gemeint. Einen Dry-Out gibt es aber, somit kann man zumindest das Original- vom Effektsignal abkoppeln. Ein kleiner Trost also.

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