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Test: Analogue Solutions Fusebox X, Synthesizer

27. Juli 2022

Orange Box reinkarniert - Fusebox X

Test: Analogue Solutions Fusebox X, Synthesizer

Test: Analogue Solutions Fusebox X, Synthesizer

Analogue Solutions um Mastermind Tom Carpenter ist in der Synthesizer-Branche eine feste Größe. Das Programm reicht von XXXL Collosus bis XS Generator. In der Mitte finden wir dann diese orangene Box namens Fusebox X. Die erste Version von 2017 hatten wir an dieser Stelle auch getestet. Um im Englischen zu bleiben: „The X marks the spot!“. Die erste Ausgabe überzeugte mit einem Best-Buy. Trotz und gerade wegen ihres Preises. Die Messlatte liegt hier für einen erneuten Test also höher! Die Änderungen an der Fusebox X fallen optisch sofort ins Auge. Und unter der Haube tat sich auch einiges.

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Die Änderungen der neuen Fusebox X

  • 3 Stimmen VCOs gleichzeitig, auch via MIDI
  • 440 Hz Tuner-Ton
  • mehr Patchpunkte
  • weniger Schalter
  • Intervall-Generator und Patternator-Potentiometer wurden gegen Präzisionspotentiometer getauscht
  • Intervall-Generator Clock-Input erlaubt die flexible, automatische Transposition
  • Bar 1 / Note 0 Trigger Outputs ermöglichen vielseitige Ansteuerung von Intervall-Generator und Patternator
  • Mini-Stepsequencer ersetzt den Arpeggiator
  • viele interne Verbesserungen
Test: Analogue Solutions Fusebox X, Synthesizer

Auf der Rückseite: Summenausgang, MIDI-Trio und Netzteilanschluss

Unterm Strich keine homöopathischen Änderungen, sondern solide Baureihenpflege. Die Analogue Solutions Fusebox X hat sich an einem Punkt nicht verändert, es ist ein Synthesizer für Individualisten, die gerne mit einer orangen TARDIS eine Runde im Klangkosmos drehen. Analogue Solutions fügt dem Kosmos hier eine eigene Farbe hinzu. Sicher sind hier und dort Anleihen zu finden. Aber man entwickelt das Rad nicht neu, aber anders. Britische Ingenieurskunst funktioniert eben anders.

Drei Oszillatoren sollt ihr sein

Analogue Solutions Fusebox X

Im Gegensatz zum Vorgängermodell wirkt sich das Fehlen der durch die Schalter vorgegebenen Signalflussvarianten positiv aus. Auf der einen Seite haben wir 3 VCOs, die entweder als drei einzelne Stimmen oder global als eine Stimme abgefeuert werden können. VCO1 kann wieder über XMOD von VCO2 kreuzmoduliert werden. Oder mit SYNC gegen VCO2 synchronisiert werden. VCO3 kann den MIDI-Pitch entgegennehmen. VCO1 verfügt über einen als OCT bezeichneten Oktavschalter. Bei VCO2 und VCO3 sind dies WIDE TUNE. Diese Schalter verändern den Tuning-Bereich, der mit Pitch eingestellt werden kann. VCO2 und VCO3 sind nach Analogue Solutions auch als LFO zu verwenden. Als Schwingungsformen können Puls, Sägezahn und Dreieck erzeugt werden. Puls und Sägezahn von VCO1 und VCO2. VCO3 kann eine Dreiecksschwingung erzeugen. Pitch und PW lassen sich mit CVs beeinflussen. Die Schwingungsformen lassen sich parallel über die einzelnen Patch-Punkte entnehmen und gehen dann in den Mixer.

Über den Mastertune-Regler lässt sich das Mastertuning einstellen, hier kommen dann auch der 440 Hz Tuner ins Spiel. Wenn man die Fusebox X global mit mit einer CV steuern möchte, findet man mit Global Pitch CV hier einen regelbaren Eingang.

Der Mischer –  Mixing

Analogue Solutions Fusebox X

Der Mixer umfasst fünf Eingänge, die entweder die Ausgänge der drei VCOs entgegennehmen können und oder mit Noise und Sub gemischt werden können. Somit sind wir bis hierhin gut gerüstet für Bass, Brass, Pad und Lead.

LFO und Modulatoren

Analogue Solutions Fusebox X

Unten links befindet sich der LFO, der mit zwi Sinus- und Rechteckschwingungen bestückt ist. Über entsprechende Regler lassen sich die Schwingungsformen beeinflussen. In der Analogue Solutions Philosophie ist hier der LFO nicht extern synchronisierbar. Das mag man als Manko sehen. Ist aber Teil des Konzeptes.

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Das Herz der TARDIS – Multimode-Filter

Hier zeigt Mastermind Tom, was ein Filter können muss. Lowpass, Highpass, Bandpass, Notch auf Wunsch schaltbar und in alle Parametern einstellbar, da bleiben kaum Wünsche offen. Abgerundet mit Ausgängen für alle Filtertypen und Modulationseingängen. Dabei reicht der Filtersound von packend bis subtil. Die Besonderheit hier ist, dass man das Multimode-Filter nur mit einem Schalter von Bandpass zu einem regelbaren Low-, Notch-, Hipass-Filter ändert. Ebenso können wir die einzelnen Filter modulieren. Hier sieht Analogue Solutions externe CV vor, die Cutoff und die als EG1 bezeichnete Hüllkurve 1 modulieren können. Über Velocity kann via MIDI der Anschlag von Filter-Cutoff moduliert werden. Wenn wir nun Feedback-Sounds benötigen, geht es via Patch-Kabel wieder zurück in den Mixer.

Doppelt hält besser – die Hüllkurven

Analogue Solutions Fusebox X

Die beiden Hüllkurven sind nun zunächst „normale“ ADSR-Kurven. Decay und Release teilen sich nun einen Regler. Praktisch betrachtet führt dies nicht zu einer Einschränkung. Die Hüllkurven können entweder im Standard-Signalfluss eingesetzt werden oder aber man überpatcht sie. Ebenso sollte man bei EG2 im Kopf haben, dass ihm der VCA vorgeschaltet ist und auch entsprechend mit einer CV kontrolliert werden kann. Bis hierhin recht unspektakulär, wenn da nicht die Schalter PATT/MIDI wären.

Sequencer, Patternator und Intervall-Generator

Das heimliche Kontrollzentrum

Analogue Solutions Fusebox X

Zunächst müssen wir hier die Nase ins Hansbuch stecken, denn MIDI-Note 0 kann genutzt werden, um den Sequencer zu starten oder zu stoppen. Dadurch bekomme ich wesentlich flexiblere rhythmische Konstrukte hin als mit der Standard-Uhr. Daraus ergibt sich auch wie im Oberkorn3 Sequencer, das wird mit der Logik-Trigger-Note C-2 gespielt, einen Loop im Patternator triggern können, sollten wir nicht den LFO dazu benutzen. Der Patternator ist sowohl Sequencer als auch Arpeggiator, der nun 8 Schritte lange Patterns erzeugen kann. Dabei kann der Schritt übersprungen, oder das Pattern wieder auf den ersten Schritt zurückgesetzt werden. Entweder On-Beat oder Off-Beat, was mit dem BEAT-Regler eingestellt worden ist. Und synchronisiert wird dann mit LFO oder Note 0. Dass hier auch CV und GATE abgenommen werden, rundet dieses ab.

Der Intervall-Generator, kurz IG, ist nun eine Art 6-Tasten-Keyboard. Wird der IG eingeschaltet, wird an dem Regler die Tonhöhe eingestellt. Im Sinne einer Performance funktioniert dies am Besten mit dem internen Stepsequencer und oder Patternator. Was man hier dann auch noch anführen kann ist, dass ich über eine externe CV dann auch die gesamte Fusebox tiefer oder höher stimmen kann, was bei spontanen Tonartenänderungen sinnvoll ist. Allerdings bitte immer die Quintenzirkel im Blick haben. Die Intervalle des IG sind nicht quantisiert.

Analogue Solutions Fusebox X

Analogue Solutions Fusebox X

Was kann die Fusebox?

Analogue Solutions ist anders, das drückt sich immer wieder durch Einfälle und Detaillösungen aus, die man nur hier findet. Der Sound ist immer eigen. Orange eben. Unterm Strich habe ich hier einen semimodularen Synthesizer, der entweder als Soundmodul ohne Patchen oder mit Patchen benutzt werden kann. Die Bandbreite reicht hier von Bass-, Lead-, Pluck-, Arp- und Padsounds. Das gesamte Konzept passt wie beim Vorgänger. Dass hier und da Änderungen und Ergänzungen gemacht wurden, tut der Fusebox X sehr gut. Hintenraus passen die Pegel, der Sound sitzt immer gut im Mix. Gemessen am gestiegenen Preis gibt es hier nichts zu meckern. Wer ohne Patch-Speicher unterwegs ist, setzt eh andere Kriterien an einen Synthesizer. Das Team um Tom Carpenter stellt hier einen würdigen Nachfolger auf den Markt.

Analogue Solutions Fusebox X

Analogue Solutions Fusebox X

Preis2.089,00 €

Jetzt kaufen
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Ob man nun das Format eines Auftischgerätes zeitgemäß findet, ist sekundär. Es ist am Ende des Tages nur ein Formfaktor. Die Ergonomie ist in Summe sehr gut und logisch gelöst. Dort wo große Potis nötig sind, wurden welche verbaut. Gemein ist allen Bedieneinheiten, dass sie das tun, was sie machen sollen, uns den Synthesizer erschließen.

Neben dem Sound sind der PATTERNATOR und Intervall Generator die eigentlichen Highlights für auftretende Elektroniker.

Den Sonderpunkt gibt’s für die Sequencer und Clock-Steuerung mit MIDI-Note „0“.

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Fazit

Die Latte für die Fusebox X war hoch. Das Vorgängermodell hatte einen Best-Buy. Das Analogue Solutions Team hat aber den würdigen Nachfolger geliefert und markiert dann wirklich das X den Unterschied. War die erste Ausgabe noch etwas rau und rare, ist die Neuauflage in renovierter Fassung wie ein Flug mit einem neuen TARDIS Doctor.

Plus

  • Sound
  • Sequencer-Steuerung
  • MIDI-NOTE 0
  • Patternator
  • Intervall-Generator

Minus

  • -

Preis

  • 2.089,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Sven Blau

    Toller Synth, ohne Frage. Hatte den Vorgänger.

    Warum es Tom Carpenter jedoch nicht schafft, mit der Frontplatte verschraubte Patchbuchsen zu verbauen… ich weiß es nicht. Es würde die Haltbarkeit der Buchsen und auch die Qualitätsanmutung erheblich erhöhen. Ich fand den Vorgänger, wie übrigens auch andere AS Synthesizer, im Detail doch manchmal arg „billig“ anmutend, was Buchsen und Kippschalter und manchmal auch Potis anbelangt.

    • Profilbild
      Markiman

      Ich habe noch immer die erste Version und die „billige“ Haptik, vor allem bei den Kippschaltern, hat mich tatsächlich enttäuscht.
      Genau durch diese Kippschalter wurde mir damals klar wie wichtig mir Haptik im Studio, gerade bei Instrumenten, ist.
      Aber ansonsten ein klasse Synthesizer!

    • Profilbild
      TobyB RED

      Hallo Sven, da hat Tom schon mal nachgelegt. Hier zum Test hatte ich ein „Serien“ Gerät. Das Thema an der Frontplatte verschraubte Buchsen ist ein grundsätzliches Thema.

    • Profilbild
      SynthNerd AHU

      decay und release time auf einem Knopf hatte Bob Moog doch schon beim Model D etabliert und das Gerät zählt bis heute zu den besten aller Zeiten – dann kanns doch gar nicht falsch sein – oder? :-)

    • Profilbild
      TobyB RED

      Ist aber so Anthony :-) Ich finds gut gelöst. Es gibt so viele Hüllkurven, da ist auch ein Platz für diese ;-)

  2. Profilbild
    Bernd-Michael Land AHU

    Analog Solutions ging schon immer etwas eigene Wege und machen viele Dinge etwas „anders“.
    Ist ein toller Synthesizer und mag auch das außergewöhnliche Format.
    Nimmt nicht viel Platz weg und rückseitig werden keine Stecker abgeknickt, wenn das Ding direkt an der Wand steht -gutes Design. Optisch stört mich etwas, das die großen Knöpfe die Beschriftung etwas verdecken, aber man kann es noch lesen. Vielleicht wären minimal kleinere Knöpfe schöner gewesen aber das sind Peanuts.
    Ich habe einen Generator hier und das Teil ist phantastisch. Die Buchsen sind auch so verbaut wie bei der Fusebox, das macht aber alles einen stabilen Eindruck.
    Preis passt auch, alles richtig gemacht.

    • Profilbild
      TobyB RED

      Ich hab auch den Generator und den Oberkorn3 find ich beide Klasse, was ich an Toms Diner so mag, sind diese kleinen coolen Einfälle mit der MIDI Note 0. Solche Ideen machen das Leben im Studio echt einfacher :-)

  3. Profilbild
    SynthNerd AHU

    Wenn’s nach der Optik ginge, würde ich ’nen GRP A2 vorziehen.
    Konzept und Klang reizen mich aber mehr bei der Fusebox.

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