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Test: Austrian Audio Hi-X15, Hi-X25 BT, Studiokopfhörer

10. September 2021

Günstige Einsteiger?

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Austrian Audio Hi-X15, Hi-X25 BT, Studiokopfhörer

Nachdem der österreichische Hersteller Austrian Audio in den ersten Jahren seiner Unternehmensgeschichte vor allem die (ambitionierten) Semi-Profis und Profis mit passenden Kopfhörern und Mikrofonen versorgt hat, widmet sich die Firma mit den zwei Kopfhörern Hi-X15 und Hi-X25 BT nun eher dem Einsteigerbereich. Günstig und „(sehr) gut“ oder günstig und „geht so“ – das werden wir im folgenden Test herausfinden.

Austrian Audio Hi-X15 & Hi-X25 BT: Gemeinsamkeiten – Unterschiede

Grundsätzlich handelt es sich bei den beiden Kopfhörern Hi-X15 und Hi-X25 BT um die gleichen Kopfhörer. Der Hi-X25 BT bietet aber, der Produktname verrät es bereits, zusätzlich eine integrierte Bluetooth-Schnittstelle. Somit lässt sich dieser auch drahtlos betreiben.

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Austrian Audio Hi-X15, Hi-X25 BT, Studiokopfhörer

Austrian Audio Hi-X15

Ausgeliefert werden Hi-X15 und Hi-X25 BT in stabilen bedruckten Pappkartons, die neben den Kopfhörern selbst jeweils eine Tragetasche, ein 1,4 m langes Audiokabel (3,5 mm) samt Adapter, Quick Start Guide, Aufkleber, „Quality Certificate“-Karte und im Falle des Hi-X 25 BT noch ein USB-Kabel beinhalten. Schön zu sehen, dass Austrian Audio auch bei den beiden Einsteigermodellen auf austauschbare Kabel setzt. Im Falle eines Defekts kann dieses schnell und unkompliziert ausgetauscht werden.

Wie auch bei den höherpreisigen Austrian Audio Kopfhörern dient ein rotes Klettband als Verschluss für den Karton. Dieses lässt sich auf Wunsch auch als „Kabelzusammenhalter“ nutzen.

Austrian Audio Hi-X15, Hi-X25 BT, Studiokopfhörer

Austrian Audio Hi-X25 BT

Im Gegensatz zu den bereits von uns getesteten Kopfhörern Hi-X50, Hi-X55 und Hi-X65 werden die Einsteigermodelle von Austrian Audio nicht in Europa, sondern in China gefertigt. Der Verarbeitungsqualität tut dies keinen Abbruch. Die Kopfhörer sind sehr gut verarbeitet und machen haptisch einen sehr guten Eindruck. Als Material kommt vorwiegend Kunststoff zum Einsatz, so dass die beiden vielleicht nicht so robust sind wie ausgewiesene Tour-Alltags-Monitoring-Kopfhörer, aber nutzt man sie vorwiegend im Tonstudio und zum Musikhören in der Bahn, in der Freizeit und zu Hause, reicht das ohne Weiteres aus.

Optisch lassen sich die beiden Kopfhörer anhand der Farbgebung unterscheiden. So besitzt der Hi-X15 silberfarbene Außenseiten sowie einige weitere farbliche Absetzungen. Der Hi-X25 BT kommt dagegen mit schwarzen Ohrmuscheln daher. Beiden gemein ist aber die grundsätzlich Optik mit einigen roten Elementen, was mir persönlich gut gefällt. Nicht zu zurückhaltend wie die meisten Kopfhörer, die ja oft komplett in Schwarz gehalten sind und insgesamt mit einem schicken Touch versehen sind – schön.

Austrian Audio Hi-X15, Hi-X25 BT, Studiokopfhörer

Hi-X15 und Hi-X25 BT sind als geschlossene Over-Ear-Kopfhörer konzipiert, d. h. sie eignen sich grundsätzlich für den Bereich des Recordings und des Monitorings. Dass man geschlossene Kopfhörer sehr wohl auch für Mix und Mastering nutzen kann, haben u. a. bereits Neumann NDH20 und der SP-5 von ADAM Audio gezeigt. Da die beiden neuesten Austrian Audio Modelle vor allem Einsteiger ansprechen, hier ein gute Übersicht meines Kollegen Sigi Schöbel aus seinem großen Vergleichstest Studiokopfhörer mit Modellen von AKG, Audio Technica, Shure, Focal und Beyerdynamic.

Unterschiede – was ist ein offener Studiokopfhörer?

Ein OFFENER Kopfhörer hat auf der Außenseite keine Abschottung der Schallwellen, es dringt also alles ungedämpft nach außen. Der Vorteil ist, dass sich das Klangbild extrem luftig und frei entwickeln und eine hervorragende Räumlichkeit vermittelt werden kann. Allerdings sind diese Kopfhörer nur am Mischpult zum Mischen oder Mastern geeignet, als Monitorhörer für die Musiker taugen sie nicht, da der austretende Schall allzu deutlich von den Mikrofonen wieder aufgenommen wird.

Vorteilhaft ist im Regieraum hingegen, dass man sich bei aufgesetztem Hörer noch unterhalten kann, im Gegenschluss dringen aber auch wieder unerwünschte Außengeräusche in den Hörer ein (wenn die Musiker miteinander reden etc.). Akustisch gesehen ist ein offener Kopfhörer leichter zu beherrschen als die geschlossenen Typen, da man hier mit weniger Reflexionen der Muscheln zu kämpfen hat. Darüber hinaus ist der Bassbereich bei offenen Typen tendenziell eher schlank und man schwitzt beim längeren Tragen nicht so sehr um die Ohren herum, da die warme Luft ungehindert austreten kann.

Was ist ein geschlossener Kopfhörer?

Der GESCHLOSSENE Kopfhörer ist exzellent für die Studioräume geeignet, da hier der Schall nur sehr mäßig nach außen tritt und somit kein großes Problem für Aufnahmen mit Mikrofonen darstellt. Man kann sie in Aufnahmesituationen relativ laut machen, was gerade Musiker im Rock-Bereich durchaus zu schätzen wissen. Der Bassbereich kommt meist druckvoll rüber, bei billigen Kopfhörern dieser Bauart führt das dann gerne zu Matsch und Mulm.

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Für das Monitoring im Live- und DJ-Bereich ist dieser Typ die einzig vernünftige Wahl, denn ein geschlossener Hörer lässt nicht nur die Geräusche von innen nach außen wenig durchdringen, er isoliert auch in Gegenrichtung vernünftig. Nachteilig ist der Wärmestau um die Ohren herum (zumindest bei ohrumschließenden Typen) und manche mögen den „Voll-auf-die-Ohren“-Effekt nicht so gerne, denn geschlossene Kopfhörer klingen prinzipiell sehr direkt und wenig zurückhaltend.

Was ist ein halboffener Kopfhörer?

Der HALBOFFENE Kopfhörer versucht beide Bauweisen in ihren Vorteilen zu verbinden: Mehr Bass als beim offenen Typen, aber ein überzeugenderes Panoramagefüge gegenüber dem geschlossenen System. Durch die verhaltenere Isolation kann man sich auch bei aufgesetztem Hörer noch einigermaßen unterhalten, als Monitorhörer für die Musiker sind sie aber nur bedingt geeignet (zumindest bei offenen Mikrofonen), es dringt doch noch eine Menge Sound nach draußen.

Technische Daten und Tragekomfort

Für beide Kopfhörer gibt Austrian Audio einen Frequenzbereich von 12 Hz bis 24 kHz an. Die Impedanz liegt bei niedrigen 25 Ohm. Diesem Trend folgen mittlerweile viele Hersteller, was vor allem auf das weit verbreitete „Musik hören mit Smartphone“ zurückzuführen ist. Eine niedrige Impedanz sorgt in diesem Fall in der Regel für eine höhere Lautstärke. Die Sensitivität liegt bei 113 dB SPL/V.

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Gewichtstechnisch gibt es keinen nennenswerten Unterschied zwischen den beiden Modellen. Der Hi-X15 bringt 255 Gramm auf die Waage, der Hi-X25 BT 270 Gramm. Das insgesamt moderate Gewicht kombiniert mit dem guten Tragekomfort sorgt dafür, dass die beiden Kopfhörer im aufgesetzten Zustand kaum auffallen. Die Ohrpolster sind vergleichsweise weich gehalten, der Anpressdruck ist gut spürbar aber nicht zu straff.  Auf beiden Seiten lassen sich die Ohrmuscheln um etwas mehr als 3 cm ausfahren, das sollte auch für größere Köpfe ausreichen.

Betrachtet man die Kopfhörer von der Seite, fällt sofort der vermeintlich schiefe Kopfbügel auf. Dies scheint zunächst ungewöhnlich, ist aber bei Weitem kein Fehler. Denn sitzt der Kopfhörer auf dem Kopf auf, spürt man hiervon nichts, der Kopfhörer sitzt einwandfrei auf.

Austrian Audio Hi-X15, Hi-X25 BT, Studiokopfhörer

Einzig allein die recht schmalen Ohrmuscheln könnten für den einen oder anderen Nutzer störend sein. In meinem Fall berühren die Ohren ganz leicht die Innenseiten der Ohrmuscheln, was nicht allzu tragisch ist, aber vor dem Kauf getestet werden sollte.

Ein Pluspunkt der beiden Kopfhörer ist die Möglichkeit, diese kompakt zusammenzufalten. Beide Seiten lassen sich kurz oberhalb der Ohrmuscheln um mehr als 90 Grad einknicken. Dazu lassen sie sich auch nach vorne und hinten drehen.

Wie klingen Austrian Audio Hi-X15 und Hi-X25 BT?

Während des Tests mussten sich die beiden Austrian Audio Kopfhörer an unterschiedlichen Signalquellen behaupten. Neben einem iPhone SE als mobiles Abspielgerät kamen noch der Kopfhörerausgang eines Mackie 1604 Pultes, eine RME HDSP-Karte sowie der SPL Phonitor Mini zum Einsatz. Positiv festzuhalten ist die Tatsache, dass beide Kopfhörer an allen Signalgebern einen guten Job machen. Allzu große Ansprüche an die Signalquelle haben sie also nicht, was zu einem großen Einsatzgebiet führt.

Klanglich, zunächst der analoge Modus über das beiliegende Audiokabel, bekommt man hier eine sehr gute Qualität geboten. Der Bass drückt sauber in den tiefen Frequenzbereichen, spielt sich aber nicht allzu sehr in den Vordergrund und bleibt dabei stets akkurat und verschwimmt nicht. Im Mittenbereich überzeugen Hi-X15 und Hi-X25 BT mit viel Detailreichtum. Auch bei vollgestopften Arrangements schaffen die Kopfhörer es noch, einzelne Bestandteile des Mixes gut auseinander zu halten und passend ans Ohr zu bringen. Im Höhenbereich trübt sich das sehr gute Gesamtbild ganz leicht ein, hier hätte ich mir noch etwas mehr Brillanz gewünscht. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass wir hier von 99,- bzw. 149,- Euro teuren Kopfhörern sprechen – in Bezug auf den Preis ist das alles eine tolle Leistung was Austrian Audio hier möglich gemacht hat.

Kurze knackige Anschläge machen den beiden Kopfhörern keine Probleme, auch die Stereobühne ziehen sie gekonnt auf und sorgen für eine insgesamt sehr gute Abbildung des Klanggeschehens.

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Einsatz als Bluetooth-Kopfhörer

Für einen Aufpreis von 50,- Euro erhält man mit dem Hi-X25 BT die Möglichkeit, den Kopfhörer auch drahtlos zu betreiben. Wie bereits erwähnt, zeichnet hierfür eine integrierte Bluetooth-Schnittstelle verantwortlich. Über ein ANC-System, also eine aktive Geräuschunterdrückung wie es bspw. Shure Aonic 50 oder Bowers & Wilkins PX7 bieten, verfügt er allerdings nicht.

Der Hi-X25 BT arbeitet mit der Bluetooth-Version 5.0 und unterstützt diverse BT-Codecs wie A2DP, AVRCP, HSP und HFP, beim Thema Audio setzt Austrian Audio allerdings nur auf den mittlerweile in die Jahre gekommenen SBC-Codec. Da setzen die Österreicher also leider nur auf den Minimal-Standard – schade. Bei voller Ladung des Lithium-Polymer-Akkus lässt sich der Hi-X25 BT bis zu 30 Stunden einsetzen, eine ordentliche Leistung.

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Dank des integrierten Mikrofons lässt sich der Hi-X25 BT auch zum Telefonieren nutzen und bietet zusätzlich die Möglichkeit, das verbundene Endgerät über Gesten zu steuern. Mit dem passenden Tippen, Wischen und Ziehen auf der Außenseite der Ohrmuschel lässt sich so zum nächsten/vorherigen Track springen, die Lautstärke ändern oder Anrufe annehmen und beenden. Das erfordert etwas Übung, gelingt nach ein paar Tagen aber schon sehr gut.

Schaltet man vom analogen Kabelmodus auf Bluetooth-Streaming um, bleibt der grundsätzliche Klangeindruck zunächst einmal vorhanden. Bewegt man sich mit dem Kopfhörer aber vom Sender weg, mehrere Meter oder in einen anderen Raum mit dicken Wänden zwischen Sender/Empfänger, fällt schnell auf, dass der Hi-X25 BT im Vergleich zu anderen Bluetooth-Kopfhörern schneller das Signal verliert, was mit Sicherheit dem Minimal-Standard SBC geschuldet ist. Daher sollte beim Hi-X25 BT die Devise gelten: Toller Sound mit Audiokabel, Bluetooth eher als nettes Extra anzusehen, das bei direkter Sichtverbindung zwischen Sender/Empfänger zufriedenstellend funktioniert. Für Heavy-Drahtlos-User sind andere Bluetooth-Kopfhörer vermutlich die bessere Wahl.

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Fazit

Mit den beiden Kopfhörern Hi-X15 und Hi-X25 BT spricht Austrian Audio nun auch die Einsteiger und Budget-bewussten im Tonstudio an. Der Einstieg in diesen Preisbereich ist sehr gelungen.

Beide Kopfhörer überzeugen mit einem insgesamt sehr guten Klang und einer guten Verarbeitungsqualität. Das mitgelieferte Zubehör bietet alles, was das Musiker-Herz benötigt: Kabel, Adapter, Softtasche und Anleitung liegen bei.

Für einen Aufpreis von 50,- Euro lässt sich der Kopfhörer in Form des Hi-X25 BT auch drahtlos betreiben, wobei anzumerken ist, dass Austrian Audio hier nur auf den Minimal-Standard SBC setzt.

Plus

  • sehr guter Klang
  • gute Verarbeitung
  • großer Lieferumfang

Minus

  • nur Minimalausstattung für Bluetooth-Betrieb

Preis

  • Hi-X15: 99,- Euro
  • Hi-X25 BT: 149,- Euro
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