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Test: Blue Microphones Yeti, USB-Podcast-Mikrofon

16. Juli 2021

Ein USB-Mikrofon (nicht nur) für zottelige Gipfelstürmer

blue microphones yeti test

Blue Microphones Yeti, USB-Podcast-Mikrofon

Das Blue Microphones Yeti USB-Mikrofon ist ein ganz besonderes Produkt. Punkt. Diese Aussage könnte man einfach so stehen lassen und wahrscheinlich würde jeder, der damit mal in Berührung gekommen ist, mir beipflichten. Ich möchte eigentlich sogar noch spezifizieren: Es ist in jeder Hinsicht ein besonderes Produkt. Neugierig geworden? Dann jetzt unbedingt weiterlesen!

Blue Microphones

Mein erster Kontakt mit Blue Microphones fand vor vielen Jahren in Frankfurt auf der Musikmesse/Pro Light & Sound statt. Damals, als die Messe noch interessant war und die Hersteller noch tatsächlich ihre neuesten Produkte dort der Fachpresse erstmalig vorstellten, statt auf Hausmessen, die eigene Website, soziale Medien oder YouTube zu setzen. Doch genug der Wehmut, schließlich geht es hier um einen interessanten Hersteller. Blue steht nicht einfach nur für die Farbe Blau, sondern für Baltic Latvian Universal Electronics. Wir haben es mit einem US-amerikanischen Unternehmen zu tun. Aber Herr Galla, Erdkunde 6, setzen. Das Baltikum liegt doch nicht in Amerika. Das nicht, aber die beiden Unternehmensgründer haben beide ihre Herkunft im Firmennamen hinterlassen: Blue als englisches Wort und gleichzeitig als Abkürzung für Baltic Latvian Universal Electronics, steht für die Gründer Skipper Wise (bürgerlich Bernard Louis Wise) und Mārtiņš Saulespurēns. Ersterer ist ein US-amerikanischer Sessionmusiker, letzterer ein Tonmeister aus Lettland. Beide gründeten die Firma 1995 und starteten mit dem bis heute berühmten Studio Kondensatormikrofon „Bottle“. Das Besondere an diesem Mikrofon ist nicht nur das Retro-Design, sondern die Tatsache, dass sich die Mikrofonkapsel je nach Anwendungsgebiet austauschen lässt. Das Röhrenmikrofon bietet einen tollen Vintage Sound, und mittlerweile stehen neue sogenannte Bottle Caps als Tauschkapseln zur Verfügung.

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Diverse günstigere Ableger folgten. Außerdem wurde Skipper Wise von seiner Tochter inspiriert, ein günstiges Mikrofon für Musiker zu konstruieren, mit dem Aufnahmen direkt in den Computer gemacht und über das Internet versendet werden können. Auch das Design hat sie sich einfallen lassen: die Form eines Balles, weil sie passionierte Softball-Spielerin war.

Aus dieser Idee wurde mit Unterstützung von Apple, die zu dieser Zeit mit Garage Band eine Homerecording-Lösung für Musiker vorgestellt hatten, das bis heute beliebte Snowball Mikrofon. Der kleine Ball mit Kondensatorkapsel, drei Richtcharakteristiken und USB ist bis heute bei Musikern und YouTubern gleichermaßen beliebt. 2008 haben die Firmengründer die Firma an Transom Capital verkauft. Von dort aus ging es für Blue Microphones im Jahr 2013 weiter zu The Riverside Company und im Jahr 2018 schließlich zu Logitech. Für Logitech, die aufgrund der Produktion von Webcams stark im Streaming-Markt vertreten sind, war dieser Schritt nur konsequent, denn durch die Zusammenarbeit mit Blue Microphones hatte man Zugriff auf die USB-Mikrofonsparte des Herstellers. Nicht verwunderlich also, dass es einige Bundles von Webcams und Mikrofonen von Logitech und Blue gibt.

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Blue Yeti USB-Mikrofon

Dass man bei Blue Microphones ein Faible für ausgefallene Namen hat, zeigt ein Blick auf das Produktportfolio: Bottle, Mouse, Kiwi, Snowball oder eben Yeti. So ist auch schon die Verpackung so außergewöhnlich wie der Name, denn sie wird von zahlreichen Yetis geziert: Yetis mit Kopfhörer, Yetis mit erhobenen Armen und spitzen Zähnen, Yetis mit Fernglas, Hut und Stock, Yetis mit Gitarre, Yetis im Business-Anzug, Yetis mit gehörntem Helm oder mit Sonnenbrille. Damit man den Namen des Mikrofons auch wirklich richtig ausspricht, ist dieser in Lautschrift mit der Definition aus einem Lexikon-Artikel abgedruckt:

Yet•i [yet-ee]: 1. Legendary ape-like creature who woams the Himalayas 2. An incredible versatile USB microphone found worldwide. Synonyms: amazing vocals, music, podcasts, voiceovers, interviews, conference calls, field recordings and much, much more.

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Mehr braucht es nicht: Blue Yeti Mikrofon, Kopfhörer, Laptop.

Verschiedene Versionen des Blue Yeti Mikrofons

Besser hätte ich es auch nicht sagen können. Das Blue Yeti gibt es in verschiedenen Ausgaben. Beschrieben wird es in der Urform bescheiden als das ultimative USB-Mikrofon für professionelle Aufnahmen. Toll ist, dass man es als Yeti Pro sogar in einer Version mit USB- und XLR-Ausgang kaufen kann. Oder als Yeti Nano als verkleinerte Version, als Yeti X mit integrierten Stimmeffekten oder gar als Yeti World of Warcraft Edition, wo WOW-Spieler wie ich beim Raid ihre Mitspieler durch  einen Stimmklang wie den ihres gespielten Charakters im Teamspeak „erfreuen“ können. Wer wollte nicht schon immer mal nach Ork, Dämon oder Gnom klingen?

Doch zurück zum Ur-Yeti: Dieses ist in vier verschiedenen Farben erhältlich. Schwarz, Blau, Weiß und Silber stehen zur Verfügung. Alle Varianten wirken sehr edel und sind ein echter Blickfang auf dem Schreibtisch oder Studiotisch. Das Metallgehäuse ist super verarbeitet und das Mikrofon selbst wird von zwei seitlichen Schrauben in seinem schweren Standfuß gehalten und darf auch zur Ausrichtung geschwenkt werden. Doch damit nicht genug: Wer möchte, setzt das Blue Yeti einfach in eine Spinne oder schraubt es auf ein Mikrofonstativ, denn es besitzt unten ein Stativgewinde.

Drei Mikrofonkapseln für das Blue Yeti

Und nun zur nächsten Besonderheit: Das Blue Yeti besitzt gleich drei Mikrofonkapseln. Nicht kleckern, klotzen ist die Devise. Drei Kondensatorkapseln, drei Richtcharakteristiken (Niere, Kugel, Acht) und Stereoaufnahme stehen zur Verfügung. Ich schaue derweil noch einmal auf den Preis und lese sicherheitshalber noch einmal nach. Ja, es sind drei Kondensatorkapseln, drei Richtcharakteristiken und ein Stereomodus. Die Kapseln haben einen Durchmesser von 14 Millimeter.

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Der Yeti macht’s vor: So setzt man die einzelnen Richtcharakteristiken ein.

So geht Plug & Play bei Blue Microphones

In den Computer gelangt all das über ein schnödes USB-Kabel, das dem Mikrofon beiliegt. Einstecken, loslegen, glücklich sein – so schön ist Plug & Play, wenn es funktioniert. Und das tut es beim Blue Yeti ganz hervorragend. Das Mikrofon wurde geliefert, sofort ausgepackt, meiner Gattin kurz vor einem wichtigen Team-Meeting vor die Nase gesetzt, kurz gepegelt und schon konnte ihre Videokonferenz starten. Die Kollegen lobten sofort den tollen Sound. Yeti macht halt auch im Homeoffice während einer Pandemie glücklich. Besonders praktisch: Das Mikrofon lässt sich über einen beleuchteten Schalter auf der Frontseite stummschalten.

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Alle Anschlüsse und das Stativgewinde finden sich auf der Unterseite.

Latenzfreies Monitoring

Mich persönlich hat die Tatsache erfreut, dass das Yeti einen integrierten Kopfhörerverstärker besitzt. Dieser dient nicht nur dem latenzfreien Monitoring des Mikrofonsignals, sondern auch der Wiedergabe von Signalen aus dem Computer. So muss man lediglich den Kopfhörer in die Miniklinkenbuchse stecken und kann sich selbst und die Kollegen sofort hören. Über einen Drehregler regelt man die Lautstärke des Kopfhörerausgangs. Dieser sitzt netterweise auch auf der Front gleich unter dem Mute-Schalter.

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Blue Yeti: Achtung, Aufnahme!

Auf der Rückseite finden wir den Gain-Regler zur Aussteuerung und außerdem einen weiteren Regler, mit dem wir das Aufnahme-Pattern umschalten können. Für das Game Streaming, Videokonferenzen und Gesangsaufnahmen bietet sich meistens das Nieren-Pattern an. Die Kugel eignet sich gut, wenn es um die Übertragung von Schall im Raum geht. Das können mehrere Mitarbeiter bei einer Videokonferenz sein, wenn das Mikrofon zum Beispiel in der Mitte auf dem Tisch steht. Blue Microphones schlagen aber auch Field Recordings vor.

Befindet man sich in einer Interview-Situation, könnte das Achter-Pattern die richtige Wahl sein, zum Beispiel, wenn sich die beiden Interviewpartner gegenüber sitzen. Das Stereo-Recording bietet sich zum Beispiel bei Aufnahmen an, bei denen das Blue Yeti als Hauptmikrofon eingesetzt wird: zum Beispiel Chor, Orchester, Flügel. Aber auch Field Recordings gelingen mit dem Stereomodus. Damit man auch wirklich immer das richtige Pattern auswählt, weisen unsere Yetis uns auf der Seite der Produktverpackung den Weg.

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Wandler des Blue Microphones Yeti

Gewandelt wird beim Blue Yeti mit 16 Bit und 48 Kilohertz. Das mag im Zeitalter von 24 Bit und sehr hohen Samplingraten antiquiert wirken, reicht aber in den allermeisten Fällen mehr als aus. Ich erinnere bei Kritik an solchen technischen Daten immer gerne an den Frequenzgang einer Bandmaschine, die Dynamik und den Frequenzgang einer Schallplatte und nicht zuletzt die technischen Daten einer CD. Von Formaten wie MP3 spreche ich mal lieber gar nicht. Bekannte Tonmeister wie Bob Ludwig oder Bob Katz haben immer und immer wieder versucht, mit den Legenden rund um die Schallplatte, wie sie vor allem von der HiFi-Fraktion gesponnen werden, aufzuräumen. Doch selbst den Fachleuten, die die Schallplatten der großen Stars gemastert und geschnitten haben, möchte man oft nicht glauben. Belassen wir es dabei. Wer mehr möchte als 16 Bit greift zum Yeti Pro, Yeti Nano oder Yeti X, die mit 24 Bit aufwarten können.

Der Frequenzgang wird mit 20 Hertz bis 20 Kilohertz angegeben, der maximale Schalldruck mit 120 Dezibel SPL.

Damit der Wandler funktioniert, muss er per USB mit Strom versorgt werden. Benötigt werden 5 Volt und 150 Milliampere.

Zubehör für das Blue Yeti

Blue Microphones bieten für das Blue Yeti diverses sinnvolles Zubehör an. Zu nennen wären der Mikrofonschwenkarm „compass“ und die Spinne „radius“. Beides gibt es auch mit Yeti zusammen als Paket „Yeticaster“.

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Perfekt für Videokonferenzen

Praxiseinsatz des Podcast-Mikrofons Blue Yeti

Ausprobiert habe ich das Yeti über mehrere Tage in Videokonferenzen mit Zoom und MS-Teams sowie mit einer Akustikgitarre. Sprache überträgt das Mikrofon kristallklar und mit sehr hoher Sprachverständlichkeit, unabhängig vom Besprechungsabstand.

Die verschiedenen Richtcharakteristiken machen den Einsatz auch neben einem lauten Computerlüfter möglich. Ich habe das Blue Yeti direkt neben meinem Synology RS819 NAS getestet, das nicht gerade einen leisen Lüfter besitzt. Aufgenommen habe ich dann die folgenden Hörbeispiele mit Sprache und Gitarre. Der Abstand betrug circa 30 Zentimeter und ich habe zwischen den Aufnahmen die Richtcharakteristik umgeschaltet. Die Aussteuerung wurde nicht verändert. Deutlich hört man, wann die Lüftergeräusche in den Hintergrund zurücktreten.

Ein besonders schönes Klangbild ergibt sich in der Stereo-Betriebsart. Im Hörbeispiel hört ihr, wie ich mich beim Sprechen um das Mikrofon herum bewege.

Der Standfuß für das Mikrofon ist sehr schwer und überträgt kaum Körperschall. Das ist eine gute Sache, wenn man während einer Videokonferenz auf der Tastatur tippt oder die Maus bewegt. Viele andere Mikrofone übertragen diese Geräusche sehr laut und die anderen Teilnehmer fühlen sich davon gestört. Nicht so beim Blue Yeti.

Der Klang des Mikrofons weiß zu überzeugen und es ist schön, einfach mal schnell eine Aufnahme erstellen zu können. USB-Kabel einstecken, das Mikrofon als Interface auswählen, Kopfhörer ins Mikrofon einstecken, einpegeln, loslegen. So muss das sein. Aufgrund des guten Klanges und des einfachen Handlings könnte auch die Pro-Variante mit zusätzlichem XLR-Ausgang interessant sein. So ließe sich das Mikrofon bei Bedarf auch an ein Mischpult anschließen.

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Nicht nur für Sprache geeignet: das Blue Yeti Mikrofon

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Fazit

Günstiger Preis und guter Klang müssen sich nicht ausschließen. Gepaart mit einer hochwertigen Verarbeitung und herausragenden Features wie dem Mehrkapselsystem mit umschaltbarer Richtcharakteristik oder dem integrierten Kopfhörerverstärker ergibt sich ein rundes Gesamtpaket. Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein USB-Mikrofon zuzulegen, sollte in jedem Fall das Yeti in die engere Wahl ziehen. Für mich persönlich ist das Blue Yeti für den aufgerufenen Preis ein absolutes Highlight.

Plus

  • Preis
  • Verarbeitung
  • Mehrkapselsystem
  • Stereo
  • umschaltbare Richtcharakteristiken
  • integrierter Kopfhörerverstärker
  • Klang

Preis

  • 129,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Enterprising  

    Sehr zeitgemäßes Konzept und fairer Preis!
    In weiß gefällt mir der Yeti am Besten.

    Das Mikrophon ist mir bei der Petition gegen Daten-Sammlung von Audacity auf Netzpolitik.org aufgefallen. Bemerkenswertes Product-Placement (völlig Wertungsfrei:)

    • Profilbild
      Aljen  

      Wirklich klanglich klasse, der yeti. Habe das yeti X. Im Nachhinein würde ich mich für das Modell ohne X entscheiden, das normale Schalter hat. Die kombinierten Tipptaster/Schalter/Dreher des yeti x bringen die üblichen Nachteile von solchen Elementen (entwickeln bisweilen ein störrisches Eigenleben) ohne irgendwelche Vorteile.

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