Test Bricasti M7 & Interview Brian Zolner

Faltung vs. Algorithmik

Bei diesem Thema scheiden sich die audiophilen Geister. Die landläufige Meinung spricht den Faltungshallen einen gewissen „sterilen“ Charakter zu, freut sich aber dennoch über den Realismus bei der Nachahmung realer Räume. Algorithmisch erzeugte Reverbs klingen nach deren Absampeln in einem Impulshall zwar exakt wie das ursprüngliche Reverb, können aber nicht in dem Maße und feinfühlig verändert werden. Kein Faltungshall ist bis dato im Stande, Parameteränderungen von Spin, Wander, und Diffusion zu emulieren, so dass algorithmische Reverbs immer noch ihre volle Berechtigung haben. Dem hingegen ist derzeit kein algorithmischer Hall so realistisch wie ein gut produzierter Impuls. Während man heutzutage schon für unter 100 Euro einen Faltungshall mit erstklassiger Library aus allen High-End Reverbs kaufen kann, bezahlt man für Hardware immer noch einen stolzen Preis. Man kann also im neuen Smart zur Arbeit fahren oder im richtig schicken Z4, man kommt mit beiden Modellen an. Was mehr Freude und Glamour erzeugt ist klar!

Brian Zolner

Brian Zolner von Bricasti

Interview mit Brian Zolner von Bricasti

AMAZONA.de:
Wie ist der Name Bricasti entstanden?

Zolner:
Der Name wurde aus den Vornamen BRIan, CASey und TI konstruiert. TI steht für Technische Innovation.

AMAZONA.de:
Wie kam es, dass Ihr bei Lexicon gekündigt und angefangen habt, das M7 zu entwickeln?

Zolner:
Wir hatten die Idee etwas besser zu machen, aber der Konzern wollte sich mit unseren Innovationen nicht anfreunden. Also haben wir es einfach selber gemacht :-).

AMAZONA.de:
Richtig so! ;-) Wie lange hat es denn gedauert, das M7 fertig zu stellen?

Zolner:
Es hat fast drei volle Jahre gedauert, die Revision 1 produktionsfähig zu entwicklen, aber wie bei vielen anderen Produkten dieser Art werden wir das M7 immer weiter verfeinern.

AMAZONA.de:
Was war das Vorbild für den M7 Algorithmus? Angeblich soll es ja die Boston Konzerthalle, ein Lexicon-Gerät oder gar Dein Badezimmer gewesen sein? Ist es nur ein Algorithmus oder sind es sechs verschiedene?

Zolner:
Der M7 Algorithmus unterscheidet sich stark von den Lexicons, TC oder Anderen und die einzige Gemeinsamkeit ist, dass es sich um einen synthetischen algorithmischen Hall handelt und nicht etwa um einen Faltungshall, der auf Samples basiert. Um es auf einem traditionellen Weg zu erklären, es hat einen (!) Algorithmus, der aus verschiedenen Unter-Algorithmen aufgebaut ist (s.u.). Alles kann vom Anwender auf einmal kontrolliert werden, womit wir keine verschiedenen nachladbaren Algorithmen brauchen wie z.B. Lexicon. Zudem ist die Hardware nur entwickelt worden, um unsere Algorithmen darauf laufen zu lassen.

Das Ergebnis unserer Arbeit ist ein Reverb, das sehr natürlich und real klingt, gleichzeitig aber kontrolliert werden kann wie bekannte Hallgeräte. Viele Presets haben wir anhand verschiedener Aufnahmen von realen Umgebungen erstellt. Wir haben auch Mikrofone in Räume gestellt und den Hall aufgenommen und diesen dann mit den M7 Parametern nachgestellt. Da wir dies während der Entwicklung getan haben, denken wir, dass das M7 einen sehr guten Job in der Emulation echter Räume macht. Unser Beta-Gerät wurde mit großem Erfolg für Aufnahmen benutzt, die in der Boston Konzerthalle getätigt wurden. Man sollte im Hinterkopf behalten, dass unser „Boston Hall A“ Preset nicht wirklich die Halle ist, sondern eine angenäherte Version durch unser Preset wenn sie leer ist. „Boston Hall B“ ist ein Preset, das wir der vollen Halle nachempfunden haben. Und in der Anwendung dieses Presets kann das M7 mit einem sehr natürlichen Hall glänzen, der genauso toll ist, wie die echte Boston Halle klingt.

Es ist eine der schwierigsten Anwendungen für einen künstlichen Hall mit einem echten Hall kombiniert zu werden, und was man danach normalerweise wirklich hört, sind die Artefakte des künstlichen Halls und die wundervoll natürliche Halle klingt plötzlich nur noch nach z.B. 480L. Ich habe zum M7 ein Zitat von dem Toning, der die Boston-Aufnahme gemacht hat:

 

  • Zitat John Newton, Soundmirror Boston MA USA
    „Dies ist das erste elektronische Reverb, das wie ein Raum klingt und nicht wie eine Kiste voller elektrischer Schaltkreise. Und es klingt nicht wie gewöhnliche Räume, es klingt nach großartigen akustischen Umgebungen. Zudem, die Parameteränderungen bewirken wirklich etwas; eine Änderung eines Parameters ist wirklich hörbar. Warum habt Ihr das nicht viel früher entwicklet?“

AMAZONA.de:
Interessant …… werden die Early Reflections seperat vom Nachhall berechnet, so wie es andere Firmen auch machen? Ist der Nachhall von den Einstellungen der Early-Reflections abhängig?

Zolner:
Wir haben drei seperate Bestandteile in unserem Hall. Der Erste ist für das Early Reverb, aber das ist kein einfaches Muster wie normale EarlyReflections, sondern viel dichter und komplexer und das ist die erste Stufe im Aufbau unseres Halls, also die ersten 50-100 ms, und die Early-Reverbs sind dabei wirkliche Rückwürfe des Originalsignals und nicht nur einfache Verzögerungen. Das M7 unterscheidet sich generell von allen anderen (Hallgeräten) dieser Art, was beim Hören unserer Room- und Studio-Presets offensichtlich ist. Die ERs können dann mit dem Early/Late Parameter übergeblendet werden.

Das zweite „Reverb“ für den ersten Teil des Hallaufbaus ist das VLF (Very Low Frequency). Dies ist ein seperater Prozess, nur für den Tiefbass Bereich, der so die schallharten Grenzen eines Raumes (und die damit verbundenen Bassüberhöhungen) simulieren kann. Dieser Prozess dauert weniger als 200 ms und entwickelt sich jedoch nicht in einen tieffrequenten Hall. Schließlich haben wir als drittes noch das „Late Reverb“ des Halls mit traditionellen Parametern und Filtern.

AMAZONA.de:
Wir haben gehört, dass man in Zukunft aus mehreren M7 ein Surround-System zusammenstellen kann? Für einen realistischen Surround-Hall ist es eigentlich notwendig, dass sich die einzelnen Kanäle untereinander „sehen“. Wie löst Ihr das, wenn z.B. drei Stereo-Geräte zusammengeschaltet werden?

Zolner:
Ja, wir planen mehrere M7 in Verbindung mit der kommenden M10 Remote zu einem Surroundsystem zusammenzuschalten. Wir denken, dass wir ein sehr realistisch klingendes und vor allem praktisch sinnvoll einsetzbares System damit zeigen können. Wir haben bereits einige Kunden, die zwei M7 für Surround benutzen.

AMAZONA.de:
Sechs Dual-DSPs sind für einen Hall wirklich immens! Können wir davon ausgehen, dass noch etwas CPU für weitere Effekte oder zusätzliche Funktionen frei ist?

Zolner:
Die DSPs im M7 (6x DualCore 600 MHz) sind bereits mit dem Algorithmus ausgelastet, wir wünschten wir hätten noch etwas frei!

AMAZONA.de:
Wann wird der MIDI I/O aktiviert und wird es dann möglich sein, die Parameter per MIDI-Controller zu steuern?

Zolner:
Wir planen in den nächsten sechs Monaten Program Change zu implementieren.

AMAZONA.de:
Welche Abtastrate wird benutzt, wenn das M7 analog betrieben wird? Wird der Hall bei 96 kHz und 192 kHz wirklich mit diesen hohen Abtastraten berechnet? Wann sind die Abtastraten-Konverter aktiv, die in der Nähe des digital I/Os zu finden sind?

Zolner:
Im analogen Betrieb arbeitet das M7 mit 96 kHz, da es so unserer Meinung am besten klingt.

AMAZONA.de:
Die meisten Leute werden das M7 sicher digital einbinden und benötigen so den analogen I/O nicht unbedingt. Ist eine günstigere digital-only Version geplant?

Zolner:
Wir glauben, dass die meisten Anwender das M7 analog einsetzen. Deshalb haben wir keine Pläne, den analogen I/O einzusparen. Mit beiden Formaten kann man das Gerät flexibler einsetzen, z.B. analog Live und digital im Studio, eine bessere Grundinvestition und ein besserer Wiederverkaufswert.

AMAZONA.de:
Stimmt es, dass Ihr die LexiChips analysiert habt, um den Code in DSPs umzusetzen?

Zolner:
Nein, unser Algorithmus ist neu und einzigartig in jeder Hinsicht, um die Probleme zu lösen, die mit den herkömmlichen Algorithmen in diese Geräte implementiert wurden.

AMAZONA.de:
Ist das rote Display eine Homage an die LARC?

Zolner:
Nein, wir haben das rote Display ausgewählt, da es sowohl in hellen als auch in dunklen Umgebungen sehr gut ablesbar ist. Manche Leute denken sie mögen blau, aber wenn man länger auf ein blaues Display sieht, verschwimmt es meistens, da die Wellenlänge für das menschliche Auge nicht optimal ist.

Bricasti M7

Test-Up-DATE BRICASTI M7 zur Version V2:

Die Firmware Version 2 des Bricasti M7 Edelhallgerätes ist nun seit mehreren Monaten verfügbar. Ein großer Pluspunkt ist von vornherein, dass sie kostenlos ist und der V1-Algorithmus voll erhalten bleibt. Zum Upgrade muss das Gerät geöffnet und zwei EPROMs müssen getauscht werden. Bricasti beschreibt das Auswechseln auch für Laien sehr gut, wer es sich trotzdem nicht zutraut, kann dies von einem Fachmann erledigen lassen.

Mit dem neuen V2-Algorithmus wird das M7 klangleich erweitert, ohne den Bricasti-Charakter zu verlieren. Vielmehr kann aber nun durch eine weitere Klangnuance punkten. So wurde der V1-Algorithmus so verändert, dass er sich an den klassischen Hallgeräten der 80er Jahre orientiert. Von einer echten Emulation der Lexicon 224 oder 480er Geräte hat Bricasti jedoch Abstand genommen, und so entschied man sich, nur ein wenig der „alten“ Techniken einzusetzen, wie zum Beispiel andere Filteralgorithmen und andere Modulationsmöglichkeiten. Bricasti gelingt es in der Tat, den 80er Jahre Klangcharakter mit modernen Reverbs zu verbinden. Dabei sind vor allem das Rauschen und unerwünschte Resonanzen nicht mit übernommen worden, während die Reflexionsdichte erhöht wurde. Flatternde Reverbs gehören somit der Vergangenheit an. Durch die neuen „alten“ Filteralgorithmen konnte jedoch der wolkige höhenreiche Charakter der so beliebten Lexicon-Geräte wiederbelebt werden. Die neue Modulation klingt sehr effektvoll und dick, fast wie Honig.

Eine weitere Neuerung ist der Delay Parameter. Er besteht aus acht diffusen Verzögerungen, die moduliert werden können. Das Delay sitzt dabei direkt vor dem Nachhall, und es werden nur die Delays moduliert, nicht jedoch der Nachhall. Dies gibt einen weiteren klanglichen Aspekt, der einem geschickt eingestellten lebendigen 8-Voice-Chorus ähnelt, jedoch für Reverb-Einsätze optimiert, noch diffuser erklingt.

Klanglich ist der Bricasti gewiss erfrischend anders, ob jedoch besser oder schlechter, ist reine Geschmackssache. Gut also, wenn man sich alle Geräte leisten kann. Ein Lexicon PCM96 wird durch die V2 Algorithmen ebenfalls sicher nicht obsolet, da es sich doch immer noch um zwei gänzlich andere Klangrichtungen handelt. So verfügt das Bricasti nicht über die so beliebten Spin und Wander Parameter, die einen sehr großen Teil des Lexicon-Sounds ausmachen. Lexicon hingegen hat nicht diesen besonders dicken „Larger-Then-Life“ Charakter des Bricasti. Dieser ist immerhin auch nicht bei jeder Gelegenheit zuträglich, da er bestimmte Klangideale zu voll klingen lassen würde.

Schließlich, sozusagen als Goodie, lässt der neue Nonlin-Algorithmus alte nichtlineare Reverbs aufleben. Er ist zwar recht einfach ausgebaut, da er letztendlich nur aus vielen Delay-Taps aufgebaut ist, eignet sich aber hervorragend für lebendig klingende Drums oder akustische Instrumente. Ganz ehrlich, ich würde in einer Produktion kein Bricasti M7 „opfern“, nur um diesen nichtlinearen Hall zu erzeugen. Das können verschiedene Plug-ins genauso gut.

In den Klangbeispielen findet ihr ab Beispiel 10 eine klangliche Gegenüberstellung des alten mit dem neuen Algorithmus. Die Unterschiede sind sehr offensichtlich.

Ausblick auf Version 3

In der Version 3 des Bricasti M7 wird das Hauptaugenmerk auf der vereinfachten Bedienung von Surround-Hall liegen. Dabei wird es ein Paket aus drei M7 Mainframes und einer M10 Remote geben. Die neue Software des M10 kann dann die einzelnen Mainframes als ein Surround-System ansprechen und regelt Dinge wie Dekorrelation und die Kanalzuordnung automatisch. Dies muss derzeit noch per Hand vorgenommen werden.

Fazit

Einem derart puristischen Gerät merkt man an, dass es von zwei Ingenieuren entwickelt wurde, die Wert auf die wirklich wichtigen Dinge legen. Der Algorithmus klingt auf jeden Fall fantastisch und kann zudem sehr flexibel angepasst werden. Punkten kann das M7 vor allem mit sehr dichten und wundervoll ausgewogenen, je nach Programmierung unauffälligen Hallfahnen, die bei Bedarf durch die True-Stereo Berechnung auch äußerst lebendig klingen können. Klanglich kann Bricasti die Nähe zu Lexicon nicht leugnen, was einer jungen Firma nur zu gute kommen kann, zumal ein neues Lexicon Gerät dieser Klasse bis dato nicht in Sicht ist. Dennoch klingt der Hall wie oben näher beschrieben neuer und fortschrittlicher. Sicherlich ist derzeit durch die Auslieferung ein Hype im Gange, der aber nicht überbewertet werden sollte. Ich persönlich denke, dass das M7 eine willkommene Bereicherung der HighEnd-Hall Liga ist, auch wenn man bis heute auch schon gut Musik machen konnte ;-) Den alt eingesessenen Hallherstellern wird das M7 das Leben auf jeden Fall sicher nicht leichter machen!

Plus

  • absolut erstklassiger Hallalgorithmus
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Einfache Bedienung
  • 192 kHz fähig

Preis

  • Sraßenpreis ca. 3.500 Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    ralf

    also ich hab den m7
    und er ist mit abstand das beste hallgerät auf dem markt, wer was anderes sagt hat halt keine ahnung oder ein defektes gehör.
    verglichen mit den 1000 anderen reverb-boxen am markt, ich rede nicht von plugins, die haben eh keine chance gegen gute hardware
    ist der m7 ein traum !

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    psv-ddv  AHU

    Super bericht, ich schliesse mich der Bewertung des Autors voll an. das gilt auch für die mittlerweile erhältliche „V2“ Firmware.
    Ich hatte den M7 bereits zwei mal für einige Wochen als Demo im Studio, da ich ihn mir anschaffen wollte. Beide Male habe ich ihn zurückgeschickt, da er mir zu weichgespült klingt. Wie ein Lexicon mit Zuckerguss drüber. Das führe ich auf die im Bericht erwähnte Gestaltung der ERs zurück. Realistisch klingen die nicht wirklich. Für meine Anwendung überhaupt nicht schlimm, das Bricasti M7 klingt ohne Zweifel sehr gut, entspricht aber letztendlich einfach nicht meinem Geschmack. Als Vergleichsreferenzen waren bei mir PCM96,92,82, 480L,224xl,224,QRS, Yardstick2496, RMX16, AKG ADR, Altiverb am Start.
    @Ralf: 1000 „reverb-boxen“ hatte ich leider nicht zur Verfügung. Aber gut, daß ich jetzt weis, dass mein Gehör „defekt“ ist. :)))

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      pmm  AHU

      > Als Vergleichsreferenzen waren bei mir PCM96,92,82, 480L,224xl,224,QRS, Yardstick2496, RMX16, AKG ADR, Altiverb am Start.

      Das nenne ich einmal einen Vergleich. Da fehlt nicht viel. Beim AKG bin ich mir jetzt nicht sicher, welches ich letztens bei swissdoc hören durfte. Dessen Klang war ein Traum. Bestimmt nicht für jede Anwendung geeignet, aber solo einfach wunderschön. Den M7 fand ich so lala, müsste ich aber im Mix hören. Da finde ich z.B. das Roland R-880 unterbewertet.

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        psv-ddv  AHU

        Ja, Hallvergleiche finde ich super spannend. Gerade algorithmische Hallgeräte klingen ja eher hyperrealistich als realistisch und sind für mich auch voll im Bereich Klangkunst anzusiedeln. Daher ist die alte, raue Digitaltechnik dem Hallklang auch oft eher förderlich als der heutige blitzsaubere 24/96 delta-sigma Klang.
        Das AKG das Du bei Swissdoc gehört hast wird ein ADR68k gewesen sein. Weitere Hallgeräte hat AKG meines Wissens nach nicht gebaut. Das Teil klingt in der Tat wunderschön. Luftig und offen. Definitiv ein Geheimtipp. Mit dem R-880 bin ich nie warm geworden, vielleicht bin ich Rolandmässig vorbelastet. Das SRV330 war mein erstes richtiges Hallgerät, hat mich aber enttäuscht. Es konnte dem internen Hall meines ASR10 Samplers nie das Wasser reichen. Das R-880 muss ich mir bei Gelegenheit nochmal in Ruhe anhören.
        Das M7 funktioniert im Mix schon sehr gut, auch wenn es nicht den grossartigen Mix-Verschmelzungs-Effekt liefert wie das 480L. Das M7 ist mittlerweile auf so gut wie allen Hollywood Produktionen zu hören. Aber genau wie früher beim 480L will man seine Produktion ja vielleicht nicht unbedingt mit dem o8-15 Hallstandard glattbügeln, auch wenn er gut funktioniert.

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        swissdoc  RED

        Peter hat bei mir in der Tat ein AKG ADR68K gehört. Und zwar den Hall-Algoritmus, der gemäss Internet Wissen stark auf dem Lexicon Hall-Algoritmus aufbaut. AKG hat noch einiges an Hallgeräten produziert, allerdings analoge Feder-, Platten- oder Folien-Geräte. Auch wurde zumindest ein Halltank im OEM Bereich vertrieben (Swissecho 2000 mit AKG BX-15 Tank). Das ADR68K sollte man aber eher Ursa Major zurechnen, es handelt sich vermutlich um eine verbesserte Version des 8×32.

        In Sachen Bricasti hat Peter ein Plate-Preset gehört und da ich das Gerät erst kurz mein Eigen nennen darf, bin ich noch nicht so vertraut mit der Kiste. Allerdings haben ihm die paar Presets vom PCM-92 dann doch besser gefallen.

        Kennt jemand die Midi-Specs vom M7? Es gibt ja ein VST zum Fernsteuern und wie es scheint, hat Bricasti die Commandos nicht dokumentiert und versucht so offenbar dieses VST zu promoten, oder die Kunden zur Remote zu treiben, die witzigerweise die Menubedienung einfach nur kopiert und keine Regler bietet, wie das die meisten anderen Remotes so tun.

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    psv-ddv  AHU

    Korrekturen, ich war wohl heute morgen noch etwas neben der Tasse. Wollte sagen: „Weitere Digitalhallgeräte hat AKG meines Wissens nach nicht gebaut.“ Analog gibt es da natürlich Einiges.
    Verleichsreferenzen waren PCM96, PCM91 und PCM81, etc.pp. Ein PCM82 gibt es nicht. sorry.

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    Holger Siedler

    Bezüglich der frühen Reflexionen, die hier etwas kritisiert werden, bin ich anderer Ansicht. Genau diese Umsetzung der Klangverdichtung vor dem eigentlichen Hall ist hier nahezu genial gelungen und im Verbund der anderen Teilalgorythmen
    dichter und natürlicher als TC-6000 sowieo… als auch 960.

  5. Avatar
    Moritz

    Seit langem mal wieder ein Test der kein Blatt vor den Mund nimmt. So wünsche ich mir das. Vor allem das Interview ist aufschlußreich und widerlegt die meisten Gerüchte, sehr gut!

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    fritz808  

    …auch mein haupthall, für mich die nummer 1, habe die rraumzeitmaschine aber noch nicht antesten können.

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    t.walter  AHU

    Schön, dass Euch der Test gefällt.Das Interview wurde per Email mit Brian Zolner geführt nachdem ich ihn persönlich kennenlernte.

    Damals war ich voll auf dem Hardware Hall Trip. Und hatte alles was Rang und Namen hat im Studio: Quantec 2496, QRS, Lexicon 300, 480L, 224XL, PCM96, 960L leihweise (gab es damals noch neu zu kaufen), AMS RMX16, Eventide, .. ect…

    Heute benutze ich aber aus Platzgünden, Handling-Gründen ect. nur noch PlugIns und ein paar sehr feine selbst erstelllte Libraries über einen Faltungshall – ja, voll langweilig, ich weiß :-). Als Hardware sind noch zwei PCM70 und ein paar kleinere Charakter-Teile übriggeblieben. Am meisten vermisse ich das technisch mittlerweile nicht mehr ganz unanfällige 480L – das Relab vermag es eben nicht ganz zu ersetzen. Leider.

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      psv-ddv  AHU

      Is ja lustig. da hatten wir ja ein ganz ähnliches Hall-Arsenal am Start, siehe meinen ersten Kommentar von 2017 :)
      Plugins sind mittlerweile wirklich recht brauchbar geworden, aber ich nutze meine Hardware immer noch gerne. Macht einfach mehr Spass, auch klanglich, insbesondere wenn man eh mit einer analogen Konsole arbeitet.
      Deinen Kommentar zum Relab muss ich leider bestätigen.
      Am meisten hänge ich am AMS Hall und am QRS. Es ist einfach abgefahren, wie musikalisch die Kisten klingen. Passt nicht immer, aber wenn es passt dann klingt es komplett unglaublich.

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      Pygman

      7th Heaven (Pro) als Plugin basiert auf Impulsantworten des Bricasti´s.
      Vielleicht könnte das irgendwo Erwähnung finden, für den schmaleren Geldbeutel.

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    amazonaman  AHU

    HiIch mache mich jetzt mal unbeliebt, denn ich habe ein Behringer 2496 V-Verb. Das Ding klingt für mich perfekt und der Preis war es wert. Auch hier können Software Reverbs nicht mehr mithalten. Jetzt bitte nicht schimpfen, ich sag ja nicht dass es besser ist als das Testgerät! Das weiß ich nämlich nicht. Aber die Klangbeispiele klingen wirklich super schön.

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      Hectorpascal  

      Du machst dich nicht unbeliebt. Ich finde diese High-End Dinger vollkommen obsolet. Ich habe hier zwei alte Alesis Midiverb/Midifex stehen und nutze die für fast alles weil ich den Klang einfach mag. Mik300z mit seinem YT-Channel und den gelungenen Vangelis-Imitaten wurde oft für den tollen Hall bewundert. Das war dann auch ein Behringer billig-Hall der im Mischpult eingebaut war. Edit: Das müsste ein UB1832FX-Pro von 2002 gewesen sein. Wahrscheinlich DER Geheimtip unter Hardwarefetischisten. Selbstironie aus! :)

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        t.walter  AHU

        Geheimtipp hin oder her … schlecht sind die Behinger Effektgeräte ja keinesfalls.. Aber richtig brauchbar sind die neuen Klark Technik Algorithmen in der Q-Serie. Die passen nicht immer auf Alles, aber oft auf sehr Vieles. Klark Technik (MusicTribe) sollte einfach das DN680 als Hardware oder PlugIn Re-Releasen. Wird ja als RMX16 für Arme gehandelt :-D

    • Profilbild
      polyaural  AHU

      Ich nutze kein Bricasti oder Ähnliches. Aber ich habe ein M2000 von tc.electronic.
      .
      Lange Vangelis-Hallfahnen kann ich auch mit einem Strymon blueSky machen. Oder einem Multieffekt. Die sind sicher ok. Aber ich brauchte einen Raumhall für eine Radiomoderation. Das war knifflig, denn der Hall sollte nicht wahrgenommen werden, sondern einfach nur die Stimme natürlicher klingen lassen. Da der verwendete echte Raum furchtbar klang habe ich eine trockene Aufnahme mit dem M2000 bearbeitet. Nach ein paar Minuten hatte ich einen Hall den man erst dann wahrnimmt wenn er abgeschaltet wird.
      .
      Sorry, das machen die hier vorgestellten eingebauten Geheimtipps & Co. sicher nicht in der Qualität …

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