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Test: Casio Trackformer XW-DJ1, DJ-Controller

Ausprobiert und aufgelegt

Das Befüllen der Decks muss ich mangels Browser-Section auf dem Trackformer XW-DJ1 am iPad vornehmen. Na gut, wofür hat man denn auch Playlists? Einmal gefüllt und Ruhe ist. Zumindest auf diesem Gebiet, denn wo ich sonst mit sicherem Griff Songs abfahre, synce und cue, geht hier die Sucherei los – denn hier ist einfach nichts da, wo es sonst bei einem „normal“ gebauten Controller ist. Und schon ertappe ich mich auch dabei, wie ich mir unwillkürlich den Hals verrenke, um die links/rechts/oben/unten/schräg-Beschriftungen lesen zu können. Ja, der Einstieg ist schon etwas mühselig.

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Auch unnötig kompliziert: Die beiden großen Deckwahltasten sind nur für den Scratch-Teller zuständig. Dazu gibt es aber noch einmal zwei „Scratch-Richtungstasten“. Die aber nicht – wie der Name suggeriert – für die Laufrichtung des Scratch-Tellers zuständig sind. Das Handbuch erklärt: „Drücken der RIGHT SCRATCH-Taste (4R) ermöglicht Bedienung des Jog-Tellers mit der rechten und des Crossfaders mit der linken Hand. Drücken der LEFT SCRATCH-Taste (4L) ermöglicht Bedienung des Jog-Tellers mit der linken und des Crossfaders mit der rechten Hand“. Sätze, die man gerne mehrmals liest. Heißt übersetzt: Die drückt man, wenn man den Trackformer XW-DJ1 umdreht (den Plattenteller also erst rechts und dann links hat), damit der Crossfader immer unten und der FX-Regler immer oben bleibt. Was durchaus sinnig ist, da sonst der Crossfader ja gegen die Laufrichtung seines Pendants auf dem Bildschirm liefe.  Klingt auch kompliziert, ist aber so. Die Halterung für das iPhone lässt sich in dem Fall übrigens umstecken, das nur nebenbei.

Nachteil der Rundumbeschriftung: Manches steht auf dem Kopf

Nachteil der Rundumbeschriftung: Manches steht auf dem Kopf

Ungewohnt ist auch das ständige Umdenken bei den Transportbuttons. Der unterhalb des Tellers ist für das linke Deck auf dem Display zuständig, der oberhalb des Tellers für das rechte. (Es sei denn, man dreht den Controller – dann ist es wieder umgekehrt). Es dauert eine Weile, bis man das automatisch für sich übersetzt. Irgendwie war dieses „links ist links und rechts ist rechts“ einfacher.

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Cue-Punkte setzen: Läuft. Löschen mit der Shift-Taste (die dann wiederum die Doppelbelegung der Scratch-Richtungstasten sind): Ja, ist inzwischen so üblich und hier ohne große Verrenkungen zu bewerkstelligen. Sync: Funktioniert tadellos. Wo genau ist noch mal der Pitchfader am Trackformer? Ach, gibt gar keinen? Na, dann greifen wir doch gerne mal wieder über den Controller auf das iPad. Da wird der Workflow zum Workjump. Und ein Dreiband-EQ? Fehlt auch. Ok, den bietet die App ja dann an. Dafür hat der Casio-Controller aber immerhin zwei Filter-Regler (je einen pro Deck), die fett zwischen LP und HP bis zum totalen Soundkill greifen. Warum auch immer man das machen will.

Und der Scratch-Teller? Der hat zwar „Rillen wie eine Schallplatte“, ist mir persönlich aber dann doch eine Spur zu „ungriffig“ und glatt. Aber das ist eine der Fragen, an der sich dann die DJ-Geister scheiden. Dazu kommt aber, dass der Teller ohnehin ein wenig am Gehäuse „schabt“ und kratzt und da nicht so hundertprozentig sauber läuft. Da weiß man manchmal nicht: Kommt der Sound vom Scratchen oder vom Teller? Zumindest dann, wenn man den internen Speaker nutzt – und den dazu auch noch etwas leiser.

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Forum
  1. Profilbild
    richard  AHU

    Mich hatte das Gerät auf der Messe leider gar nicht überzeugt. Außer vielleicht als extravaganter Wandschmuck im Studio.
    Zu unübersichtlich und eigenwillig und für das gebotene auch zu teuer.

  2. Profilbild
    Onkel Sigi  RED

    Ich stelle oft fest, dass Casio bei seinen Musikinstrumenten stets automatisch in eine „Plastik-Ecke“ gedrängt wird, was aber nicht so ganz stimmt. Casio geht gerne eigene Wege, man muss sich nur darauf einlassen. Mein eigener Casio-Synth XW-P1 wird oft verrissen, dabei ist das ein total geiles Instrument, wenn man sich einmal das Bedien-Szenario erarbeitet hat.

    Gute Beziehungen brauchen halt „Beziehungsarbeit“…..

    Grüße von Casio-Fan

    Onkel Sigi

    • Profilbild
      m.steinwachs  RED

      Nun, an der Sache mit der „Plastik-Ecke“ ist Casio ja nun auch nicht so ganz unschuldig. Aber natürlich können die auch anders. Weshalb ich ja auch explizit die Kultsynthies aus den 80ern und die Retro-Synthies erwähnt habe. Und natürlich könnte man Casio auch zugute halten, mit dem XW-DJ1 einen „eigenen Weg“ zu gehen. Nur halte ich den für den falschen; da ist auch mit viel Beziehungsarbeit nichts zu retten.

  3. Profilbild
    Stephan Merk  RED

    So, nachdeem das Teil für unter 60 Euro im Handel zu haben ist steht nun einer bei mir. Ich erhalte ein iPhone-Ladedock mit batteriebetriebenem Lautsprecher und Netzteil in passabler bis guter Qualität. Ach ja, da waren ja noch Kontrollelemente für DJ-Features und eine interne 24-Bit-Soundkarte mit vier Kanälen dabei. Für meinen Anwendungsfall, einfach ein paar Elemente von Djay auf Hardware auszulagern, reicht das Gerät. Aber ehrlich, 289 Euro hätte ich dafür nicht ausgegeben, dazu fehlt es an Vielem. Zu kritisieren ist daher weniger das Gerät, an die Anordnung kann man sich schon gewöhnen, aber die Preispolitik. Welcher Marketing-Agent war so mutig, das Gerät so hoch anzusetzen? Hier liegt noch ein Numark Mixtrack Edge rum, der kostet laut Liste gerade mal die Hälfte, ist aber in allen Punkten besser. Jedoch, das ist das hüpfende Komma, nicht iOS-tauglich, ohne Lautsprecher, ohne Batteriebetrieb und ohne iPhone-Halterung. Ich denke unter 100 Euro ist der Gegenwert 4 bis 5 Sterne, um 300 Euro sichelrihc nicht mehr als drei, weil zu teuer für den Gegenwert. Und nicht mal ein USB-Kabel liegt bei.

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