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Test: Casio Trackformer XW-DJ1, DJ-Controller

Wo ist hier jetzt oben oder unten?

Wo ist hier jetzt oben oder unten?

Angeschaut

Ein Test fängt ja nun mal damit an, dass ich mir das Testgerät vor mich auf den Tisch stelle. Vorderseite nach vorn, Rückseite nach hinten. Da bin ich ganz konservativ. Beim XW-DJ1 stellt sich nun aber wegen seiner Rundbauweise die Frage: Wo ist bei diesem Teil eigentlich vorne und wo hinten? Nach der Beschriftung kann man da nicht gehen: Die ist (im runden Teil) ebenfalls kreisförmig angelegt und auch sonst steht immer eine Hälfte „auf dem Kopf“. Das findet man dann entweder erfrischend unkonventionell oder einfach unpraktisch, ist aber nun mal bei der ungewöhnlichen Bauform auch kaum anders zu lösen. Es gibt halt kein rechts oder links, kein oben oder unten, der Controller ist omnipräsent-raumlos. Das hat fast schon etwas Buddhistisches.

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So dauert es dann auch erst einmal eine Weile, bis man die Benutzeroberfläche für sich sortiert hat. Zentraler Blickfang ist die 7-Inch-„Scratch-Scheibe“, wie Casio sein Jogwheel nennt. Aus gutem Grund hat man hier eine etwas andere Bezeichnung als sonst gewählt: Die Scheibe ist im Gehäuse versenkt, schließt also höhenmäßig mit der Umgebung ab. Statt zwei herausragender Teller also eine versenkte Scheibe. Auch hier die Frage: Bringt das was? Außer, dass es irgendwie besser aussieht? Klären wir gleich in der Praxis.

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Die Scheibe ist auf Augenhöhe mit dem Gehäuse

Die Scheibe ist auf Augenhöhe mit dem Gehäuse

Um die Scheibe herum sind die Transport- und Cue-Buttons gruppiert – und das in doppelter Ausführung: Die eine Hälfte gilt für Deck A, die andere für Deck B. Wobei dann die Beschriftung – wie schon erwähnt – teilweise eben auf dem Kopf oder auf der Seite steht.

In dem Teil, der zumindest im Designvorbild – dem Millennium Falcon – die Frontpartie darstellte, sind – nein, nicht die Missiles, sondern die Tasten für Loops und FX untergebracht. Dazu je zwei Drehregler: Einmal einer für das Filter pro Kanal, der andere für Main Volume auf der einen und Kopfhörer-Volume auf der anderen Seite. Und schließlich gibt’s dann auch noch zwei Fader, die jeweils mit „Cross Fader“ und „FX Parameter“ beschriftet sind. Zwei Crossfader, die auch als FX-Fader dienen, aber keine Linefader? Der Klärungsbedarf wächst.

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Forum
  1. Profilbild
    richard  AHU

    Mich hatte das Gerät auf der Messe leider gar nicht überzeugt. Außer vielleicht als extravaganter Wandschmuck im Studio.
    Zu unübersichtlich und eigenwillig und für das gebotene auch zu teuer.

  2. Profilbild
    Onkel Sigi  RED

    Ich stelle oft fest, dass Casio bei seinen Musikinstrumenten stets automatisch in eine „Plastik-Ecke“ gedrängt wird, was aber nicht so ganz stimmt. Casio geht gerne eigene Wege, man muss sich nur darauf einlassen. Mein eigener Casio-Synth XW-P1 wird oft verrissen, dabei ist das ein total geiles Instrument, wenn man sich einmal das Bedien-Szenario erarbeitet hat.

    Gute Beziehungen brauchen halt „Beziehungsarbeit“…..

    Grüße von Casio-Fan

    Onkel Sigi

    • Profilbild
      m.steinwachs  RED

      Nun, an der Sache mit der „Plastik-Ecke“ ist Casio ja nun auch nicht so ganz unschuldig. Aber natürlich können die auch anders. Weshalb ich ja auch explizit die Kultsynthies aus den 80ern und die Retro-Synthies erwähnt habe. Und natürlich könnte man Casio auch zugute halten, mit dem XW-DJ1 einen „eigenen Weg“ zu gehen. Nur halte ich den für den falschen; da ist auch mit viel Beziehungsarbeit nichts zu retten.

  3. Profilbild
    Stephan Merk  RED

    So, nachdeem das Teil für unter 60 Euro im Handel zu haben ist steht nun einer bei mir. Ich erhalte ein iPhone-Ladedock mit batteriebetriebenem Lautsprecher und Netzteil in passabler bis guter Qualität. Ach ja, da waren ja noch Kontrollelemente für DJ-Features und eine interne 24-Bit-Soundkarte mit vier Kanälen dabei. Für meinen Anwendungsfall, einfach ein paar Elemente von Djay auf Hardware auszulagern, reicht das Gerät. Aber ehrlich, 289 Euro hätte ich dafür nicht ausgegeben, dazu fehlt es an Vielem. Zu kritisieren ist daher weniger das Gerät, an die Anordnung kann man sich schon gewöhnen, aber die Preispolitik. Welcher Marketing-Agent war so mutig, das Gerät so hoch anzusetzen? Hier liegt noch ein Numark Mixtrack Edge rum, der kostet laut Liste gerade mal die Hälfte, ist aber in allen Punkten besser. Jedoch, das ist das hüpfende Komma, nicht iOS-tauglich, ohne Lautsprecher, ohne Batteriebetrieb und ohne iPhone-Halterung. Ich denke unter 100 Euro ist der Gegenwert 4 bis 5 Sterne, um 300 Euro sichelrihc nicht mehr als drei, weil zu teuer für den Gegenwert. Und nicht mal ein USB-Kabel liegt bei.

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