Test: Electro-Voice ZLX-15P, Aktivboxen

19. September 2013

Z wie ZLX

Die Hersteller von aktiven Lautsprecherboxen scheinen sich derzeit einen harten Wettbewerb um die Gunst der Kunden zu liefern. Immer neue Produkte, vollgestopft mit neuen Ideen, modernen Technologien und leistungsstarken Endstufen, kommen auf den Markt, die für erstaunlich wenig Geld über die Theke wandern. Preisbewusste Verbraucher können sich freuen. Die Electro-Voice ZLX-15P Aktivbox aus der neuen ZLX-Serie ist so ein Kandidat. Damit will der Hersteller den Markt aufmischen und sagt: „Kein anderer Lautsprecher in dieser Preisklasse klingt besser oder gibt Ihnen mehr Kontrolle über Ihren Sound.“ (…) So verspricht es Electro-Voice in seiner Werbung.

Electro-Voice ZLX-15P

Electro-Voice ZLX-15P

Die ZLX-15P ist eine typische Zweiweg-Aktivbox, wie man sie bei zahlreichen Einsätzen gebrauchen kann. Mit dem 15-Zoll Basslautsprecher und dem 1,5-Zoll Hochtonkompressionstreiber wird ein Frequenzbereich von 42 Hz bis 20 kHz übertragen.

Erhältlich ist die aktive ZLX auch noch in etwas kleinerer Bestückung mit einem 12-Zoll Basslautsprecher als ZLX-12P.

Beachtlich ist die Leistung der Class-D Endstufe, die mit satten 1000 Watt ganz ordentlich rocken kann. Ein DSP mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten und Presets lässt die Lautsprecherbox schnell und einfach für ihren gewünschten Einsatzbereiche konfigurieren und gibt weitreichende Kontrolle über den Sound. Das alles ist in einem roadtauglichen Gehäuse aus robustem Polypropylen untergebracht. Es misst 685 x 423 x 383 mm (HxBxT) und wiegt erfreuliche 17,3 kg.

Unten und oben sind Tragegriffe montiert

Unten und oben sind Tragegriffe montiert

Drei Griffe mit einer Art Gummibezug sorgen für rutschfesten Halt. Zwei von den stabilen Griffen sitzen auf der Rückseite oben und unten, einer findet sich an der Seite. Ob mit dem feststellbaren Flansch auf dem Hochständer platziert oder als Bodenmonitor vor den Füßen, die Box lässt sich recht gut handhaben. Besonders die rückseitigen Griffe sind für die Montage auf dem Hochständer eine Erleichterung.

Grosse Griffmulde und stabiler Tragegriff mit Gummibezug

Große Griffmulde und stabiler Tragegriff mit Gummibezug

Damit der Sänger beim Monitoring auch mal seinen Fuß auf der ZLX-15P abstellen kann, sorgt ein massives Gitter aus Stahlblech für guten Schutz der Komponenten Basslautsprecher und Hochtonhorn. Die Abstrahlung des Horns beträgt übrigens 90° x 60° (h x v). Liegt die Box in Monitorposition, halten zwei gummiartige Schienen ein klein wenig Abstand zwischen Gehäuse und Untergrund. Den großen seitlichen Tragegriff hätte ich mir bei Verwendung als Monitor allerdings lieber auf der anderen Seitenfläche gewünscht. Trägt man die Box am seitlichen Griff und stellt sie dann ab, muss das komplette Gehäuse einmal umgedreht werden, um in die richtige Monitorposition zu kommen – merkwürdig.

In Monitorposition ist der große Griff unten

In Monitorposition ist der große Griff unten

Kontrolle

Sehr aufgeräumt kommt das rückseitige Bedien- und Anschlusspanel daher. So sieht man auf den ersten Blick lediglich zwei Combo-Buchsen (Klinke und XLR) mit zugeordneten Gain-Reglern, den XLR Link-Output und ein LC-Display mit weiterem Drehregler.

Das Anschlussfeld ist aufgeräumt, der DSP hat es aber in sich

Das Anschlussfeld ist aufgeräumt, der DSP hat es aber in sich

Die kleine Öffnung (Aux in) für 3,5 mm Klinkenstecker übersieht man vielleicht sogar im Eifer des Gefechts. Doch dieses kleine Detail macht richtig Freude, weil zeitgemäß gedacht. Hier können MP3-Player, iPhones und Co. angeschlossen werden.

Trotz nur weniger Bedienelemente schlummert in der ZLX-15P ein DSP, der es in sich hat. Mit einem einzigen Drehregler, der auch als Mastervolume Verwendung findet, können zahlreiche Einstellungen gemacht werden.

Die Funktion Mode ruft verschiedene klangliche Presets auf, die sich vor allem in der Bass- und Höhenwiedergabe bemerkbar machen: „Music“ ist zum Abspielen von produzierter Musik gedacht; „Live“ wird gewählt, wenn die Box für Gesang und Instrumente im entsprechenden Umfeld genutzt wird; „Speech“ sorgt mit reduzierter Basswiedergabe für eine durchsetzungsfähige Sprache; „Club“ hebt vor allem die Bässe an und optimiert das Klangverhalten für angesagte Club-Sounds.

Auch der Sound für unterschiedliche „Locations“ kann eingestellt werden. Schließlich ist es ein großer Unterschied, ob der Lautsprecher auf dem Hochständer (Pole) steckt, als Wedge (Monitor) liegend zum Einsatz kommt oder an der Wand verschraubt (Bracket) ist.

Bässe und Höhen lassen sich im DSP-Menü jeweils um 10 dB absenken oder anheben. Soll die Aktivbox mit einem Subwoofer kombiniert werden, gibt es drei Trennfrequenzen für die Zusammenarbeit mit handelsüblichen Tieftönern: 80 Hz, 100 Hz, 120 Hz. Eine besondere Optimierung für die Kombination mit dem hauseigenen Subwoofer aus der ELX-Reihe bietet die Einstellung ELX118P.

LED mit Kontrolleinrichtung

Die frontseitig eingebaute LED (weiß), die den Betrieb der Aktivbox anzeigt, lässt sich ausschalten oder zeigt auf Wunsch das Einsetzen des Limiters an. Und wenn sich das LC-Display nach einer bestimmten Zeit abschalten oder im Kontrast verändert werden soll, ist auch das kein Problem. Sämtliche Einstellungen lassen sich auf die Werkseinstellungen zurücksetzen.

Sehr hilfreich im laufenden Betrieb ist die optische Anzeige der beiden Eingangslevel im Display. So können die Kanäle optimal eingepegelt werden. Falls durch zu hohes Ansteuern im Eingang bereits der Limiter einsetzen sollte, wird auch das angezeigt. Ein Dreh am Gain-Regler hilft dabei, die optimale Eingangssignalstärke zu finden.

Die leistungsstarke Endstufe kommt ohne aktiven Lüfter aus. Kleine Lüftungsschlitze im rückseitig eingesetzten Panel unten und oben sorgen für die notwendige Luftzirkulation im Innern des Gehäuses. Erfreulich ist auch das recht lange Netzkabel, das Electro-Voice der ZLX-15P spendiert hat. Nicht selten habe ich an dieser Stelle andere Erfahrungen gemacht.

Seitliche Ansicht

Seitliche Ansicht

Praxis

Der Sound der ZLX-15P begeistert auf Anhieb: konturierte Bässe und kristallklare Höhen – so wie man sich das immer wünscht. Das Ganze bei ordentlicher Lautstärke. Immerhin sind mit diesem Kandidaten 127 dB SPL möglich. Über fehlenden Druck kann man auch nicht klagen. Der 15-Zoll Basslautsprecher verleiht der Musik einen ordentlichen Tieftonkeller, sodass es im Stand-Alone-Betrieb auch ohne Subwoofer geht. Vor allem der DSP macht Laune. Hier kann ja wie beschrieben das Klangverhalten angepasst werden. Zu wenig Bässe und Höhen – kein Problem – die Club-Einstellung gewählt und mit der richtigen Musikauswahl fühlt man sich direkt in das entsprechende Umfeld versetzt. Auch die Wiedergabe von Gesangstimmen, mitunter ein heikles Thema bei den beliebten Zweiwegboxen, ist bei diesem Lautsprecher vortrefflich.

Elektronik mit Class-D Endstufe

Elektronik mit Class-D Endstufe

Fazit

Die Electro-Voice ZLX-15P Aktivbox ist ein Allroundlautsprecher, der vor allem durch seine guten klanglichen Eigenschaften und seine einfache Bedienung glänzt. Auch wenn der DSP allerhand Optionen auf Lager hat, ist der Umgang damit kinderleicht und führt schnell zum gewünschten Ziel. Wie ein Chamäleon, das sich an sein Umfeld anpasst, lässt sich diese Box in Sekunden für unterschiedliche Einsatzbereiche konfigurieren. Mit dem Ziel, einen guten Sound zu liefern – und das macht sie. Darüber hinaus bietet die 1000 Watt Class-D Endstufe enorme Leistungsreserven. Ich kann die Electro-Voice ZLX-15P vor allem unter Berücksichtigung des Anschaffungspreises uneingeschränkt empfehlen.

Plus

  • sehr guter Klang
  • sehr guter DSP
  • 1000 Watt
  • langes Netzkabel
  • 3,5 mm Klinkeneingang
  • Multifunktionsgehäuse
  • einfache Bedienung
  • lüfterlose Endstufe

Minus

  • Anbringung seitlicher Tragegriff

Preis

  • Straßenpreis: 499;- Euro
Forum
  1. Profilbild
    Markus Galla  RED

    Ich kann die im Test gemachten Erfahrungen nicht nachvollziehen.
    Da meine Frau und ich auf der Suche nach einer guten Aktiv-Box für kleinere Auftritte waren, damit wir nicht immer unsere Seeburg PA mitschleppen müssen, habe ich mir das hier getestete Modell bei Thomann bestellt, ausgepackt, angeschlossen, gehört, eingepackt, zurück geschickt.

    1. Die Verarbeitung ist schlecht. Die untere Gehäuse-Kante vorne sah schon bei der Ankunft leicht „angefressen“ aus. Das Material ist sehr weich.
    2. Der Klang konnte überhaupt nicht begeistern. Neben einem deutlichen tiefen Mittenloch „kreischt“ die Box regelrecht zwischen 6 und 8 kHz. Auch mit dem EQ konnte das nicht zufriedenstellend behoben werden. Selbst ein SM58 klingt unnatürlich spitz. Mit einem Condenser (wir haben ein Neumann Gesangsmikrofon zum Testen verwendet, außerdem ein Sennheiser E945) ist es kaum auszuhalten.
    3. Alles klingt recht topfig und unnatürlich. Getestet haben wir mit Material aus der Konserve und E-Piano plus Gesang. Nicht schön. Im direkten Vergleich mit anderen Systemen fällt die EV stark ab.

    Wir haben dann zum Testen ein Demo-System von LD Systems (Maui 11) bestellt, um zu schauen, was für unwesentlich mehr Geld möglich ist. Und siehe da: obwohl auch dieses System klanglich nicht mit dem wesentlich teureren Seeburg-System mithalten kann, klingt es wesentlich ausgewogener als die EV Aktivbox.

    Ich kann Interessenten nur zu einem ausgiebigen Test und Vergleich mit anderen Systemen in ähnlicher Preisklasse raten, um Enttäuschungen vorzubeugen.

    • Profilbild
      p.ludl  RED

      Hallo Amaros. Da sieht man Mal wieder, wie unterschiedlich doch die Verarbeitung ausfallen kann. Meine getesteten Aktivboxen waren in einem sehr guten Zustand, auch fand ich das Material nicht weich. Wie definiert sich denn weich? Was den Sound/Klang betrifft, so orientieren sich nach meiner Meinung viele Hersteller am derzeitigen Mainstream mit spitzen Höhen und satten Bässen. Das scheint der Markt so zu verlangen. Nicht selten werden zu linear klingende Lautsprecherboxen als nicht brilliant bezeichnet. Und dass, obwohl die Frequenzanalyse etwas anderes zeigt.
      Man sieht also einmal mehr, wie wichtig individuelles Hören ist. Geschmäcker sind nun Mal verschieden.

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      Christoph

      Bin ganz Deiner Meinung. Dank den Kommentaren kommt ja auch manchmal zumindest etwas Wahrheit ins Tageslicht. Bei den Test wird so gut wie immer alles als extrem gut bewertet…
      Man muss aber auch sich gegenüber kritisch bleiben – wer bei einer Box die soviel kostet, wie bei den wirklich Profi-Boxen z.B. alleine der Hochtöner, erwartet dass ist klingt muss halt mit einer satten Enttäuschung leben… Gruß!

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      Carsten

      Ich habe die Boxen nun seit knapp einem Jahr und verwende sie für eine 5-Mann Band (Oldies) sowie ein Trio (Git, Keyb, Munti, Gesang). Auch Beschallung von der Konserve ab und an. Ich kann den Testbericht komplett nachvollziehen und stimme ihm in allen Punkten zu. Die Leserstory hingegen passt für mich in keinem Punkt! So unterschiedlich mag die Empfindung sein. Also von mir auch eine glatte Kaufenpfehlung. Hatte vorher Yamaha DBR-15 zur Auswahl und hier war der Klang ungleichmäßig und der Lüfter nervte bei leisen Passagen. Alles dies kein Thema für die EV, zudem noch günstiger… Aber wie gesagt, am besten immer selbst mal testen und sich ein Bild machen.

  2. Profilbild
    Tyrell  RED 11

    Das ist mal umfangreich :-))

    Wäre super wenn du das in einen Erfahrungsbericht kopierst!!!! Damit landet es immer unter dem Artikel und andere Leser haben mehr davon.
    Neben KOMMENTAR ERSTELLEN, findest DU den Button ERFAHRUNGSBERICHT erstellen. Ich würde dann den Kommentar löschen wenn Du möchtest. Wie gesagt, wir hätten diesen Kommentar einfach gerne für alle Leser :-)

    • Profilbild
      DJ Kevin Reinsdorf

      erledigt:)
      Dachte dass die Kommentare auch immer direkt unter dem Artikel stehen?
      Bisher fand ich Kommentare als Entscheidungshilfe ganz gut :)

      • Profilbild
        Tyrell  RED 11

        Ist jetzt online. Klar, Kommentare stehen unter dem Artikel, aber Erfahrungsberichte stehen über den Kommentaren und werden auf allen Seiten prominent beworben :-)

        • Profilbild
          DJ Kevin Reinsdorf

          Sieht doch gut aus, Danke! :) Und Merci für den Hinweis.
          Grüße nach München & Fröhliches Löschen der Texte in den Kommentaren!

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