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Test: Fun Generation PL 108 A, 110 A, 112 A, Aktivboxen

16. September 2016

Aktivbox für Schäppchenjäger

Die kleine Range der aktiven Fun Generation

Die gesamte Range der aktiven Fun Generation

Hier kommt die Fun Generation

Schaut man sich auf der Website des Musikhauses Thomann um und stöbert in den unteren Preissegmenten, fällt vielleicht auch die Marke Fun Generation ins Auge. Im Sortiment sind hier zahlreiche Lichtprodukte, aber auch aktive wie passive Lautsprechersysteme. Alle Produkte der Fun Generation zeichnet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Wir haben uns die drei Aktivboxen PL 108 A, 110 A und 112 A herausgegriffen, die im übrigen die gesamte erhältliche Range von Aktivboxen im Programm dieser Marke abdecken. Erhältlich sind diese drei Varianten auch noch als Passivboxen mit der Kennzeichnung P zu noch günstigeren Preisen. Fun Generation ist bei Thomann seit 1999 im Programm und ist eine eigene Marke des Musikhauses im oberfränkischen Burgebrach.

Fun_Generation_24

Ein erstes Déjà-vu habe ich bereits beim Betrachten der Bilder dieser drei Aktivboxen im Webshop von Thomann. Erinnerungen werden wach: Vor einigen Jahren hatte ich die neuen JBL EON 515 im Test (hier der Link), die seinerzeit wegen ihrer rundlichen Erscheinung polarisiert haben. Und diese drei Boxen der Fun Generation, die nun vor mir stehen, sehen in ihrer Optik den älteren Modellen der EON Reihe zum Verwechseln ähnlich. Wer das EON Design über die Jahre verfolgt hat, kann übrigens feststellen, dass zumindest die größeren Boxen der professionellen (Portable PA) EON Reihe wieder zu einem geradlinigeren Design zurückgekommen sind.

Das Vorbild?

Das Vorbild?

Rollen und ein Flansch MIT Feststeller

Rollen und ein Flansch mit Feststeller

Let’s have fun

Die Gehäusekonzepte der drei Fun Generation Aktivboxen sind identisch. Wir haben hier typische Zweiwegboxen in Kunststoffgehäusen mit Bassreflexsystemen. Sie lassen sich auf Hochständern montieren – und zwar sogar mit Feststellern an den Stativflanschen, was keine Selbstverständlichkeit ist – und in Monitorposition (beidseitig möglich) als Wedges einsetzen. Hervorragende Tragegriffe, bei der kleinsten Ausführung der drei Gehäuse nur zwei, ansonsten jeweils seitlich und zusätzlich oben, lassen die Kandidaten sehr gut hantieren. Die PL 112 A, als größte Box im Trio, hat sogar zwei Rollen für den noch bequemeren Transport. Abmessungen und Gewichte unterscheiden sich natürlich, was auch an den verbauten Treibern liegt, die Endstufenleistungen sind ebenfalls verschieden.

Bassreflexöffnung

Bassreflexöffnung

Griff an der 112 A

Oberer Griff an der 112 A

Die technischen Basisdaten im Überblick

PL 112 A

  • 12-Zoll Lautsprecher und 1-Zoll Kompressionstreiber
  • Leistung: 600 W Peak
  • Maximalpegel: 114 dB
  • Frequenzbereich: 80 bis 18.000 Hz
  • Abmessungen (B x H x T): 630 x 420 x 342 mm
  • Gewicht: 11,5 kg

PL 110 A

  • 10-Zoll Lautsprecher und 1-Zoll Kompressionstreiber
  • Leistung: 320 W Peak
  • Maximalpegel: 109 dB
  • Frequenzbereich: 80 bis 18.000 Hz
  • Abmessungen (B x H x T): 545 x 360 x 295 mm
  • Gewicht: 7,8 kg

PL 108 A

  • 8-Zoll Lautsprecher und 1-Zoll Kompressionstreiber
  • Leistung: 240 W Peak
  • Maximalpegel: 107 dB
  • Frequenzbereich: 90 bis 18.000 Hz
  • Abmessungen (B x H x T): 438 x 295 x 245 mm
  • Gewicht: 5,2 kg
Seitlicher Tragegriff

Seitlicher Tragegriff

Ähnliche Ausstattung

Die rückseitig zum Schutz der Regler etwas vertieft eingesetzten Anschluss- und Bedienfelder unterscheiden sich nur geringfügig. Identisch sind sie an den beiden kleineren Ausführungen. Hier finden sich jeweils ein XLR-Combo Eingang, zwei Cinch Ein- und Ausgänge mit den Bezeichnungen Aux In/Aux Out, Mini-Klinkenbuchsen für beispielsweise MP3-Player, getrennte Lautstärkeregler der verschiedenen Eingangsvarianten, Umschalter Line/MP3, zwei Klangregler (Treble und Bass) sowie die Master Volume-Regler für die Gesamtlautstärke. Auch gibt es jeweils verriegelbare NL4-Einbausteckverbinder zum Anschluss von weiteren, passiven Boxen – zum Beispiel die passenden Fun Generation Lautsprecher ohne Endstufen. Natürlich dürfen On/Off-Schalter, Status LEDs und Kaltgeräteanschlüsse nicht fehlen.

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Die integrierten digitalen Mediaplayer mit beleuchteten Displays spielen Daten im MP3- und WAV-Format ab. Des Weiteren gibt es USB-Anschlüsse und SD-Kartenslots. Wem das jetzt noch nicht reicht, der kann via Bluetooth Daten auch noch kabellos zuspielen. Und wer gerne Radio hört, auch dem ist geholfen. Integriert sind FM-Empfangsteile, die nicht nur gute Empfangseigenschaften bieten, sondern auch noch mit automatischem Sendersuchlauf punkten. Externe Antennen sind nicht nötig, das funktioniert ganz prima auch ohne zusätzliche Kabel.

Blick auf die 112 A

Blick auf die 112 A

Bei der größeren 12-Zoll Box gibt es geringfügige Unterschiede. Hier sind zwei getrennte Mikrofon-/Line-Eingänge mit XLR- und Klinkenbuchsen vorhanden. Getrennte Lautstärkeregler lassen die beiden Kanäle munter mischen. Verzichten muss man bei der großen Box auf den Miniklinken-Eingang, was ich aber nicht als besonders schmerzhaft empfinde. Der Mediaplayer hat ein wesentlich größeres Display und auch die Bedienelemente sind umfangreicher. Der kräftigeren Leistung gezollt prangt auf der Rückseite noch ein passiver Kühlkörper mit etlichen Lamellen. Die übrigen Einstell- und Bedienmöglichkeiten sind wie bei den kleineren Geschwistern ausgeführt.

Guter Griff an der 110 A

An der Verarbeitung und am Handling aller drei Kandidaten gibt es nichts zu bemängeln. Die Lautsprecher sind mit stabilen Lochblechen ohne Hinterspannung (mehr dazu am Ende des Berichts) geschützt. Nur die Fun Generation Logos auf den Lochblechen sind teilweise etwas schlampig aufgeklebt. Da sitzt das eine oder andere schon etwas schief. Das ist zwar nicht schlimm, aber dieses kleine Detail könnte aber den ansonsten guten Eindruck der gesamten Erscheinung etwas schmälern.

Sound- und Klangtest

Mit produzierter Musik klingt die 12-Zoll Box in linearer Klangstellung recht ausgewogen. Hier kommen die kleineren Boxen vermutlich wegen der geringeren Membranflächen der Tieftöner ins Hintertreffen. Bei denen muss dann schon ordentlich am Bassregler gedreht werden, damit es fülliger wird. Die Klangregler arbeiten übrigens an allen Boxen sehr effektiv, schon fast zu effektiv. Wird der Treble-Regler zu weit aufgedreht, kann es schon ganz schön schrill klingen. Und werden die Bässe zur kräftig hinzugemischt, sind bei den kleineren Gehäusen deutliche Luftbewegungen an den rückseitigen Combo-Eingängen festzustellen.

Mit dem SM58 Mikrofon klingen wiederum die kleineren Gehäuse etwas präsenter. Wie gesagt, alles bei linearer Klangregelung. Grundsätzlich braucht man hier bei der Klangformung etwas Fingerspitzengefühl. Sprich, der Umgang mit den zwei Klangreglern sollte gefühlvoll erfolgen. Zu schnell kippt der Sound ins Harsche oder ist schlicht und ergreifend nicht mehr ausgewogen. Also ausprobieren und die Ohren spitzen. Wenngleich sich mit den Endstufenleistungen aller drei Testkandidaten und mit den Basslautsprechern der kleineren Gehäuse keine abgrundtiefen Bassgewitter erzeugen lassen, geben doch alle Boxen ein recht gutes Bild seitens der erzielbaren Lautstärken und Klangqualitäten ab. Unter Berücksichtigung der Gehäuseabmessungen, versteht sich.

Cool - mit Fernbedienung

Cool – sogar mit Fernbedienung

Die Mediaplayer sind eine feine Sache. Ihre Bedienung ist selbsterklärend und die mitgelieferten Fernbedienungen sind sehr lobenswert. Das schafft Freiraum in der Bedienung. Die zahlreichen Möglichkeiten der Datenübertragung via SD-Card, USB-Stick oder Bluetooth sind lobenswert. Und immerhin kann man ja auch noch das Radio einschalten, um sich über das aktuelle Weltgeschehen oder die angesagten Hits zu informieren – keine schlechte Sache.

Als Bodenmonitor

Als Bodenmonitor

Fazit

Ich muss mich immer wieder aufs Neue wundern, welche Qualitäten und welche technischen Optionen in diesen Zeiten für so wenig Geld geboten werden. Die drei Aktivboxen der Fun Generation sind ihre Preise mehr als wert. Nur um kleine Details in Erinnerung zu rufen: Jede Box hat einen Feststeller am Flansch. Das habe ich sogar bei teuren Markenprodukten schon anders erlebt. Und praktische Rollen zum leichteren Transport einer nicht einmal schweren 12-Zoll Box, auch das müssen Mitbewerber erst einmal nachahmen. Ganz zu schweigen vom digitalen Mediaplayer und der Bluetooth Funktionalität oder dem eingebauten FM-Radio. Was den Klang betrifft, so sind diese drei Aktivboxen vollkommen O.k. und bieten obendrein noch angemessene Lautstärken. Zusammengefasst kann ich diese Boxen für Schnäppchenjäger uneingeschränkt empfehlen. Außerdem sollte man die Marke Fun Generation im Auge behalten, denn was die übrigen Produkte dieser Serie betrifft, sind auf jeden Fall die Preise verlockend.

Plus

  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Klang
  • Flansch mit Verriegelung
  • hervorragende Tragegriffe
  • PL 112 A mit Rollen
  • Mediaplayer
  • Fernbedienung für Mediaplayer
  • SD-Card Slot
  • USB-Anschluss
  • Bluetooth
  • FM-Radio

Minus

  • etwas harscher Ton bei aufgedrehtem Treble-Regler
  • schlampige Anbringung der Logos

Preis

  • Fun Generation PL 112 A, 129,- Euro
  • Fun Generation PL 110 A, 99,- Euro
  • Fun Generation PL 108 A, 79,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    vssmnn  

    Bei einer solch dreisten China Design-Kopie, muss man da nicht permanent Angst haben, daß einem der Zoll die Boxen während der Veranstaltung beschlagnahmt?

    • Profilbild
      p.ludl  RED

      Interessanter Aspekt. Also noch eine Decke kaufen und schnell drüberwerfen, wenn es so weit ist. Nun ja, selbst mit den Kosten für eine oder zwei Decken ist es auf jeden Fall ein guter Preis. Spaß beiseite, die Teile sind echt nicht schlecht.

  2. Profilbild
    DJ Ronny  

    Wenn ich mal davon aus gehe, dass die Hersteller ( die die Geräte wirklich bauen ) oft die selben sind, stellt sich mir die Frage, wer von uns richtig einkauft.
    Vielleicht wäre da ein direkter Vergleich, Nachbau, Orginal aufschlussreich.

  3. Profilbild
    AppleUser2015

    Wow, das nenne ich ja mal echt eine dreiste Kopie…
    Ist sowas eigentlich erlaubt… Eigentlich müsste JBL etwas dagegen haben, wenn eine Firma das Design 1 zu 1 kopiert….

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      AMAZONA Archiv

      Nachdem auch die Aussparung für JBL-Logoplatte mit LED enthalten ist, aber nicht genutzt wird, gehe ich davon aus, dass es sich um die Originalform (in billigerem Kunststoff) und nicht um ein Plagiat handelt. Ein komplettes Photo der Fun-Rückseite, ein Photo aus derselben seitlichen Perspektive wie beim 512-Produktbild und einmal Aufschrauben durch den Tester hätte dazu noch etwas zur Klarheit beitragen können.

      • Profilbild
        p.ludl  RED

        Nun ja, das Vergleichsbild mit dem Original dürfte doch ausreichen, um zumindest die nahe Verwandschaft zur JBL darzustellen.

  4. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Danke für den Test. Es bringt allerdings nicht viel, alle paar Monate ein Boxenpaar durch einen anderen Tester mit „ganz toll“ bewerten zu lassen, ohne einen direkten klanglichen Vergleich (incl. Grundrauschen) herzustellen. Auch hätte sich ja sicher noch ein Paar 512er auftreiben lassen, um zu hören, ob sich die Ähnlichkeit auch akustisch zeigt.

    • Profilbild
      p.ludl  RED

      Dieser Tesl ist nicht als Vergleichstest angelegt.
      Es geht hier um eine preiswerte Modellreihe mit recht guten Ausstattungen. Es war nie angedacht, diese Boxen in Konkurrenz zur „alten“ JBL EON zu sehen. Ein Schelm, wer daran denkt. Außerdem gibt es bei der Fun Generation keine 15-Zoll Box. Schon alleine deshalb wäre ein akustischer Vergleich mit einer EON 512 vollkommen falsch.

      • Profilbild
        Der mit dem Sound kämpft

        Update aufgrund Produkterweiterung!?
        _
        Interessantes Testergebnis.
        Inzwischen gibt es die 15er ja ebenfalls.
        Hast du diese auch schon in den Fingern (vor den Ohren) gehabt?
        _
        Falls ja
        zu welchem Ergebnis bist du gekommen:
        1. im Vergleich mit der 12″er
        2. in deiner Einschätzung zu den (dir sicher innigst bekannten) üblichen Verdächtigen im Markt, also z. B. einer Mackie Thump15 oder einer Behringer B115MP3
        3. Sind die Alternativen klanglich und verarbeitungstechnisch wirklich einen Aufpreis von 100 bis 150,– € wert?
        4. Muss man bei den Funsis im Vergleich deutliche Abstriche/Kompromisse in Kauf nehmen?
        _
        Falls nein
        dann die Fragen 2-4 in Bezug auf die Fun PL 112A. (natürlich mit den üblichen 12″-Alternativen) :-)

        Hintergrund ist, deine Einschätzung aus dir herauszukitzeln bzgl. der Anwendungstauglichkeit der neuen Marke Fun G. gegenüber den fest etablierten „Billig-“ Marktführern.
        _
        Danke im Voraus für deine Antwort, die bestimmt interessant sein wird für diejenigen, die sich fragen, mit wie wenig Investition sie einen wirklich akzeptablen Qualitätsstandard erhalten.

  5. Profilbild
    p.ludl  RED

    Die 15er hatte ich noch nicht vor den Ohren – folgt noch. Zum Thema Anwendungstauglichkeit. Das ist auch immer stark vom Einsatzzweck abhängig. Beschallung? Livemusik? Welcher Sti? Hardrock oder Singer/songwriter? etc.
    Die 12er hat Rollen, einen Mediaplayer mit Fernbedienung. Eingebautes Radio. Das sind auf jeden Fall Punkte auf der Haben-Seite. Und das gepaart mit einem echt günstigen Preis. Bestell sie dir, check sie selber aus…Ich persönlich finde sie gut.

  6. Profilbild
    Stephan Merk  RED

    Inzwischen habe ich eine PL 115 A hier, die über kein UKW-Radio verfügt. Dieses Schicksal dürfte sie sich mit der PL 112 A teilen. Dafür hat der Player einen eigenen Equalizer, der bei Bedarf klangformend eingesetzt werden kann. Einen druckvollen Tiefbass produziert die Box nicht, bei hohem Pegel muss man aufpassen, dass es nicht scheppert. Die SD-Karte steckt nicht so tief im Player, dass man sie dauerhaft eingesteckt lassen könnte, dafür merkt er sich nach dem Abschalten die zuletzt gewählte Position. Allerdings muss man den Mode-Taster einmal zum Aktivieren der Zufallswiedergabe drücken, wobei die Fernbedienung verständlicherweise auch nur von der Rückseite aus reagiert. Ich werde sie noch mit Klettpunkten versehen, damit ich sie fix am Lautsprecher hinten fixieren kann, Verlustgefahr besteht bei dem kleinen Teil definitiv. Passende Cover gibt es auch, sehr robust verarbeitet mit Aussparungen für die Griffe. Mir gefällt das bauchige Design nicht so, aber das kann man bei dem Preis verschmerzen.

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