Test: Fun Generation Eco Wood Case 1210 Plattenspieler Case

2. Januar 2020

Günstiger Transport für deinen DJ-Plattenspieler

Fun Generation Eco Wood Case 1210 – das passende günstige Case für den Transport deines Technics?

Passen soll das Case von Fun Generation, eine der Eigenmarken vom Musikhaus Thomann, für alle Modelle der Technics SL-1200 und SL-1210 Baureihe, auch den  neuen Technics SL-1210MK7 Folglich damit auch für die vielen anderen DJ-Plattenspieler auf dem Markt mit den gleichen Abmessungen, wie zum Beispiel Pioneer PLX-1000 oder Reloop RP-8000MK2.

Notwendig sind Cases für Plattenspieler nach wie vor, vor allem gute. Während bei Mixern oder CDJs in der Regel von oben ein Polster auf das Gerät drückt und diese Geräte von oben weniger sensibel sind, ist ein Plattenspieler schon etwas vorsichtiger zu behandeln. Der Tonarm muss gut geschützt sein, der Plattenteller darf auf keinen Fall abfallen. Beim eigenen Transport, aber auch und gerade im Verleihbereich, im Dry-Hire, sind gute Cases viel wert. Und daher häufig auch teuer. Plattenspieler-Cases liegen in der Regel bei 100,- bis 250,- Euro pro Case. Günstige Alternativen gibt es einige, nicht viele davon sind allerdings weniger haltbar als gehofft.

Das Fun Generation Eco Wood Case 1210 liegt mit einem Preis von 89,- Euro in jedem Fall unter dem Durchschnitt und wird zeigen müssen, ob es den Plattenspieler gut schützen kann.

Fun Generation Eco Wood Case 1210 – ein erster Blick

Früher waren Cases aus Holz, braun, schwarz, selten mal blau. Dazu Aluwinkel, Kugelecken, fertig.
Derweil sind Cases häufiger mal auch optisch angepasst worden. Eine der häufigsten Anpassungen: Aluwinkel und Kugelecken, Verschlüsse, alles das gib es derweil auch in Schwarz an schwarzen Cases.

Fun Generation Eco Wood Case 1210

Ein erster Blick

Schwarz, so präsentiert sich das Eco Wood Case 1210 auf den ersten Blick. An der Oberseite befindet sich ein großes Fun Generation Logo.

An allen Ecken befinden sich Kugelecken, an allen Seiten Metallwinkel. Alles schwarz. Zum Tragen gibt es einen Klappgriff an der Vorderseite, hier befinden sich auch die Schnappverschlüsse.

Entsprechend des Griffs und der frontseitigen Verschlüsse pendelt das Case für mich vom Aussehen irgendwo zwischen Case und Koffer. Es sieht auf den ersten Blick jedoch sehr solide aus, ein wenig leicht fühlt es sich jedoch an. Nicht hinsichtlich des Gewichts, sondern hinsichtlich der Haptik.

Zuvor aber ein genauer Blick auf das Innere und Äußere.

Außen: Kugelecken, Alukanten, schon erwähnt. Die Außenmaße betragen 513 x 442 x 214 mm, das Gewicht des Cases leer 6,5 kg. Auf den ersten Blick sieht das Case gut verarbeitet aus. Kugelecken und Winkel sind massiv, alles ist sauber vernietet.

Gebaut ist das Case aus Birkenmultiplex, 4,4 mm Wandstärke. Das erklärt vielleicht das etwas leichte Gefühl, das schon erwähnt wurde. Vielleicht liegt das aber auch nur an dem Griff.

An der Vorderseite sitzt dieser Klappgriff, wie man ihn von Koffern kennt, kein federgespannter Klappgriff, der bei Nichtnutzung in einer Mulde verschwindet. Falls jemand fragt, wie die Preisunterschiede zustande kommen, hier wäre ein Punkt.
Ein weiterer sind die Verschlüsse. Am Fun Generation Eco Wood Case 1210 befinden sich keine seitlichen Butterfly-Verschlüsse, sondern „nur“ Schnappverschlüsse an der Front. Die tun ihren Job, keine Frage, verschließen das Case jedoch nicht so fest und sicher wie Butterflys. Nicht ohne Grund sind diese die Wahl bei professionellen Cases – jedoch auch höherpreisigen Modellen.

Fun Generation Eco Wood Case 1210

Klappgriff und Schnapperverschlüsse an der Front

Rein optisch sind natürlich schwarze Winkel und Kugelecken sehr schick und schlicht. Nicht vergessen jedoch sollte man, dass diese nur lackiert sind. Hat man das Case also ein paar Mal mit anderen Cases oder groberem Zubehör auf der Ladefläche transportiert, kann man davon ausgehen, dass die Kugelecken und Winkel Schäden nehmen werden. Keine bedrohlichen, sondern nur optische. Über kurz oder lang wird an verschiedenen Stellen das Silber an den Stellen durchschimmern, an denen es Kratzer oder Stöße gab.

An der Unterseite befinden sich übrigens vier Kunststoff-Füße, die für stabilen Stand sorgen sollen.

Der Deckel lässt sich komplett abnehmen, das gibt einen Pluspunkt. Er wird das der Hinterseite an zwei Stellen eingehakt, zugeklappt und dann verschließt man das Case. Das funktioniert hinten ganz gut, die Verschlüsse vorne sind halt leider nur etwas kräftigere Versionen von den Modellen, die man an Alukoffern findet.

Innen: Im Inneren findet man seitlich zum Schutz des Gerätes Schaumstoff. Der Plattenspieler steht später auf einer erhöhten Position, so dass abgesehen von den Füßen auch unter dem Gerät mehr Platz ist. Hier können die Kabel ihren Platz finden, ohne dass das Gerät auf diesen stehen wird. An den Seiten gibt es links wie rechts Lücken im Schaustoff, klassisch die Griffmulde zum Rausheben und Reinlegen des Gerätes. Unverständlich, dass es nach wie vor Cases gibt, die diese nicht bieten. Der Schaumstoff ist mindestens 10 mm dick. An der Hinterseite exakt 10 mm, an den Seiten rund 20 mm.
Im Inneren des Deckels befindet sich ein rundes Stück Schaumstoff, das auf den Plattenteller drückt. Dieses ist so dimensioniert, dass man das Case mit ein wenig Druck schließen muss. Das Schaumstoffstück drückt also auf den Plattenteller und sorgt dafür, dass dieser im Case nicht hin und her wackeln kann. Perfekt. Ich kenne es auch anders und es ist immer unangenehm, wenn der Plattenspieler im Case beim Tragen bei jedem Schritt hin und her schlägt.

Nun ja, Zeit, ein Gerät in das Case zu legen.

Gerät im Case und die Frage, was hier verkehrt herum ist

1210er in die Hand und ab ins Case damit. Wie herum? Nun, ganz klar so, dass an der Rückseite die große Öffnung ist. So passt das Gerät samt Haubenhalterungen in das Case und das Kabel kann gerollt hinten hineingelegt werden. Passt alles wunderbar. Wäre da nicht ein kleines Problem: Der Plattenspieler steht verkehrt herum. Der Deckel geht nicht richtig zu, beziehungsweise der Schaumstoff im Deckel würde auf den Tonarm drücken.

Der Plattenspieler muss also gedreht werden. Dann steht er aber im Case, wie man es instinktiv nicht machen würde. Vorne besteht dann eine große Lücke (für Bier und Kippen?), hinten jedoch gibt es keinen Platz zum Herausführen der Kabel.

Fun Generation Eco Wood Case 1210

So wäre es korrekt laut Hersteller, so würde man es aber nicht erwarten/machen

Also lange Rede, kurzer Sinn: Der Plattenspieler steht dann zwar laut Hersteller richtig herum im Case, jedoch eindeutig verkehrt herum hinsichtlich einer sinnvollen Nutzung.

An dieser Stelle ging der Test eigentlich weiter und endete mit einem eher nur befriedigenden Ergebnis. Das Case ist verkehrt herum konzipiert (gewesen) und bot somit vorne Platz, wo keiner benötigt wird und stört – hinten, wo er benötigt wird, ist jedoch keiner zu finden.

Eco Wood Case 1210 – nun richtig herum!

Genau mit diesem Ergebnis haben wir Thomann als „Hersteller“ und alleiniger Anbieter dieses Cases kontaktiert.
Die Reaktion? Man hat die Kritik aufgenommen, selbst geprüft und sich mit der Info sehr zeitig zurückgemeldet, dass man den Fehler erkannt und sofort eine Lösung in Angriff genommen hat.

Nur wenige Wochen später hatten wir ein Paket mit einem neuen Case auf dem Tisch.

Was ist passiert? Man hat einfach die Produktion umgestellt und der Schaumstoff im Deckel findet nun seinen Platz auf der anderen Seite, spiegelverkehrt quasi.

Man kann den Plattenspieler nun genau so in Case legen, wie man es erwarten würde: vorne bündig …

Fun Generation Eco Wood Case 1210

Nun sieht es besser aus – und das liegt nicht nur am goldenen 1200er …

… hinten mit Öffnung für Kabel.

Fun Generation Eco Wood Case 1210

Platz für Kabel gibt es nun an der Rückseite

Durch die Änderung der Position des Schaumstoffs im Deckel kann dieser nun passgenau geschlossen werden. Ruckzuck ist ein großer vorheriger Kritikpunkt am Case gelöst, die Plattenspieler gleicher Ausmaße wie die eines Technics 1210 finden ihren sicheren Platz im Case/Koffer.

Fun Generation Eco Wood Case 1210

Wir hätten nun natürlich den vorherigen Fehler weglassen können, da nun korrigiert, aber ich möchte ihn ganz bewusst nennen und aufzeigen, dass Hersteller sehr gut damit fahren können, Fehler und Kritik aufzunehmen und dementsprechend zu handeln. In diesem Fall, sicher leicht zu lösen, hat man unsere Kritik geprüft und sofort gehandelt. Fehler passieren, in diesem Fall Lob für die schnelle Lösung des Problems nicht nur für uns, sondern für alle Kunden.
Übrigens: Das Case mit dem „Fehler“ wurde von anderen Magazinen bereits mit teilweise guten Testergebnissen durchgewunken. Wir lassen das einmal so stehen.

Dank des Schaumstoffs im Deckel wird der DJ-Plattenspieler im Case gut an seinem Platz gehalten. Der eine oder andere kennt vielleicht die Cases, in denen der Plattenspieler beim Tragen hin und her schlägt? Gute Nachrichten, das ist hier nicht der Fall.

Fun Generation Eco Wood Case 1210

Die Öffnung ist zwar nun vorn, hingestellt wird das alte Hinten aber zum neuen Vorn und somit kann der Plattenspieler richtig im Case stehen – samt Platz für die Kabel. Hinten!

Ein wenig mehr Sicherheit hätte dem Griff nicht geschadet, muss ich zugeben. Der Klappgriff wirkt gut verarbeitet, sitzt jedoch pro Seite auch nur mit zwei Nieten fest im Gehäuse. Ob das auch auf Dauer so hält, kann ich nicht sagen, die Belastung auf diesen könnte zeitweise aber recht hoch sein.

Fazit

Mit rund 90,- Euro liegt das Fun Generation Eco Wood Case 1210 als Flightcase für Plattenspieler im oberen unteren Drittel der Preisrange, die es für Flightcases gibt. Es gibt günstigere Versionen, die dann aber eher ein klassischer Alu-Koffer sind, und teurere Modelle, die hinsichtlich Materialstärken und Ausstattungsmerkmalen wie Griff oder Verschlüssen hochwertiger sind.

Klar, mit diesen kann man das Fun Generation Eco Wood Case 1210 nicht vergleichen, für 90,- Euro bekommt man hier aber eine grundsätzlich solide Qualität. Landet der Plattenspieler mit diesem Case regelmäßig im eigenen Wagen, sehe ich hier keine Gefahren für das Gerät.
Wer ein wenig mehr Sicherheit haben möchte, findet aber auch für rund 20,- Euro mehr das Thon Case für DJ-Plattenspieler. Dies bietet dann schon Klappgriff, Butterfly-Verschlüsse und dickeres Holz.

Plus

  • günstiger Preis
  • anständige, preisgerechte Verarbeitung

Minus

  • Handgriff könnte solider sein

Preis

  • 89,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    Sicarion

    Thomann hat nicht umsonst den besten Service! Absolut klasse auch das 1210er dj case, hab noch zwei alte endsschwere cases im Keller aber die neuen schaue ich mir sicher an.

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