Test: Fun Generation UL 241 Headset

21. Mai 2020

Günstiges oder billiges Headset?

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Headsets sind eine praktische Sache: Egal wie man den Kopf auch dreht und wendet, der Mikrofonabstand und damit auch der Klang bleiben immer gleich. Schlagzeuger und Keyboarder gehören zu den Musikern, denen Headsets mehr Bewegungsspielraum verpassen. Abseits von Musikern sind Headsets bei Präsentatoren sehr beliebt. Diese können sich voll und ganz auf ihre Präsentation konzentrieren und müssen nicht auf den korrekten Mikrofonabstand achten. Headsets machen aber nur dann richtig Spaß, wenn sie drahtlos an das Mischpult angeschlossen werden, da ansonsten ein Kabel den gewonnenen Aktionsspielraum wieder verkleinert oder den Musiker/Redner behindert. Neben Beltpacks gibt es mittlerweile noch andere, einfachere Lösungen. Eine davon kommt von der Musikhaus Thomann Hausmarke Fun Generation und hört auf den Namen Fun Generation UL 241 Headset.

Fun Generation

Seit 1999 befindet sich die Marke Fun Generation im Thomann-Sortiment. Thomann listen unter dieser Marke mittlerweile 165 Produkte aus 12 Kategorien, darunter zum Beispiel Scheinwerfer, Moving-Lights, LED Spots, Lichtstative, Beschallungsanlagen, Bluetooth-Empfänger, Drahtlosmikrofone, USB-Mikrofone, Stative, Kopfhörer, Kabel oder Mikrofonklemmen. Wie bei vielen Thomann Eigenmarken ist das Sortiment also breit gestreut. Die Produkte bewegen sich dabei im unteren Preisrahmen und richten sich in erster Linie an Einsteiger. Insbesondere bei den Lichtprodukten sind viele interessante Schnäppchen dabei, die oft verkauft werden und durchaus gute Bewertungen erhalten haben.

Fun Generation UL 241 Headset

Das Fun Generation UL 241 Headset besteht aus vier Teilen: ein Kopfbügel, ein Sender mit Mikrofon, ein Empfänger und ein Ladekabel. Das Fun Generation UL 241 Headset verfügt laut Thomann Website über eine Nierencharakteristik. Nähere Angaben zu den Mikrofondaten fehlen leider komplett. Sie sind weder in der einseitigen Bedienungsanleitung noch auf der Thomann Website abgedruckt. Der Sender des Fun Generation UL 241 Headset wird am Bügel des Headsets eingehängt. Es handelt sich um eine recht fragil wirkende Plastikkonstruktion, an der das Mikrofon und an einem biegsamen Arm befestigt ist. Das Mikrofon lässt sich nicht abnehmen und austauschen. Verstellmöglichkeiten für verschiedene Kopfgrößen bietet der Kopfbügel nicht. Der Sender verfügt außer über einen Ladeanschluss für das mitgelieferte Ladekabel und den Ein-/Ausschalter. Auf der gegenüberliegenden Seite notiere ich zwei kleine mit Plus und Minus beschriftete Taster zum Einstellen der Empfindlichkeit auf die eigene Sprech-/Gesangslautstärke. Das ist auch zwingend notwendig, denn bei Kopfbügelmikrofonen ist das Variieren des Sprechabstands während des Gebrauchs nicht möglich, denn der Abstand zum Mund bleibt stets konstant. Das Mikrofon kommt mit einem Windschutz. Ein Ersatzwindschutz wird mitgeliefert.

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Das Set umfasst den Kopfbügel, den Sender samt Mikrofon, den Empfänger mit Klinkenstecker (Miniklinke und Adapter auf 6,3 mm Klinke) sowie das Stromkabel zum Laden von Sender und Empfänger gleichzeitig an einem USB-Port.

Der Empfänger ist ähnlich konstruiert wie der Sender: Plastikgehäuse, Ladeanschluss für das mitgelieferte Ladekabel sowie der Ein-/Ausschalter. Einen Lautstärkeregler sucht man hier vergeblich. Der Empfänger besitzt einen fest verbauten 3,5 mm Miniklinkenstecker. Dieser ist als TRS-Stecker ausgeführt. Außerdem liegt ein Adapter auf 6,3 mm TS-Klinke bei. Interessant wäre aber ein TRRS-Stecker gewesen, um das Fun Generation UL 241 Headset zum Beispiel mit einem Smartphone nutzen zu können, um Nachrichten zu diktieren. Auch ein Anschluss für einen Kopfhörer oder direkt ein Ohrhörer am Kopfbügel wären interessant gewesen, damit man auch an Sprachkonferenzen teilnehmen kann. Beides ist leider nicht vorhanden, sodass eine derartige Nutzung leider ausfällt.

Die Stromversorgung des Fun Generation UL 241 Headset geschieht über zwei integrierte Lithium-Ionen-Akkus mit 3,7 Volt und 500 Milliampere-Stunden. Beide Akkus sind nicht austauschbar. Die Akkulaufzeit wird von Thomann mit circa sechs Stunden angegeben. Immerhin gibt es eine Betriebsanzeige in Form einer kleinen LED an Sender und Empfänger, die nicht nur zeigt, ob eine Verbindung vorliegt (LED blinkt blau und leuchtet bei erfolgreicher Verbindung dauerhaft), sondern auch den ungefähren Restladungsstand der Akkus signalisiert. Auf dem „Beipackzettel“ lesen wir dazu den folgenden Hinweis:

„Wenn die Ladung der eingebauten Akkus abnimmt, leuchten die Betriebsanzeigen rot. Sinkt sie unter 10 Prozent, erlischt die Betriebsanzeige. Die Akkus müssen dann aufgeladen werden.“

Genauere Aussagen bekommt der Benutzer also zum Ladestand nicht. Es empfiehlt sich, Sender und Empfänger vor dem Gebrauch komplett zu laden.

Übertragungstechnik

Das Fun Generation UL 241 Headset funkt mit 2,4 GHz-Technik. Genauere Angaben fehlen leider. Der Höchstabstand zwischen Sender und Empfänger wird mit 15 m angegeben. Aufgrund dieser Angabe hatte ich zunächst eine Bluetooth-Verbindung vermutet, die ebenfalls auf der Frequenz 2,4 GHz funkt. Ein Versuch, das Headset mit einem iPhone zu koppeln, ist jedoch gescheitert. Schade, so hätte sich der oben genannte Zweck zum Einsprechen/Diktieren von Nachrichten oder auch für eine schnelle Sprachaufnahme für iMovie etc. doch noch realisieren lassen.

Fun Generation UL 241 Headset in der Praxis

Etwas urig sieht es ja aus, das Fun Generation UL 241 Headset. Auf die Bühne möchte ich damit aufgrund der Optik eher nicht. Dafür sitzt der Kopfbügel bei meiner Kopfform recht sicher und bewegt sich auch bei heftigen Kopfbewegungen und „Turnübungen“ nicht. Nach etwa zehn Minuten Tragedauer wird das Headset aber sehr unangenehm und es drückt und zwickt an den Seiten. Druckstellen sind die Folge. Immerhin lässt sich der Mikrofonarm gut einstellen und verbleibt dann auch stabil in der gewählten Position.

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Das Kopfbügelmikrofon Fun Generation UL 241 sitzt recht stramm. Einerseits ist das gut, wenn sich der Träger viel bewegt, weil es nicht verrutscht. Andererseits beginnt es schon nach kurzer Zeit heftig zu drücken und hinterlässt Druckstellen.

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Da es keinen XLR-Stecker gibt, muss das Mikrofon mit dem Line-Eingang vorlieb nehmen. Für den ersten Test habe ich ein iConnectivity iConnectAudio 2+ Interface verwendet und den Line-Eingang entsprechend ausgesteuert. Trotz korrekter Aussteuerung verzerrt das Signal schon bei leiser Sprache. Es klingt eher nach Pilotenfunk als nach hochwertiger Sprach- oder Gesangsübertragung. Das gefällt mir überhaupt nicht. „Gewinne, Gewinne, Gewinne“, der Ruf eines jeden Losbudenverkäufers kommt mir in den Sinn. Ob der aber dieses unbequem zu tragende Headset nutzen möchte? Wohl kaum. Trotz mehrfacher Versuche lässt sich auch mit den beiden am Sender befindlichen Tastern für die Empfindlichkeit das Ergebnis nicht wesentlich verbessern. Es zerrt zwar nicht mehr so stark, aber dennoch weiterhin wahrnehmbar. Schade.

Außerdem verursacht die 2,4 GHz Funktechnik, die verbaut wurde, ein deutlich sirrendes Geräusch auf dem Anschlusskanal des Interfaces. Hier stimmt offenbar die Schirmung nicht und die Nähe zwischen Empfänger und Interface verursacht dann die Störungen. Auch an eine Beschallungsanlage angeschlossen, ändert sich daran nichts.

Fun Generation UL 241 Headset: Für wen – für was?

Eine deutliche Empfehlung für das Fun Generation UL 241 Headset abzugeben, fällt mir zugegebenermaßen sehr schwer. Berücksichtigt man den Verkaufspreis von 49,- Euro, darf man allerdings auch nicht zu viel erwarten. Vor dem Test habe ich mir schon einige Gedanken gemacht, wer dieses Headset wohl verwenden würde? Mir kommen Präsentatoren an Straßenständen in den Sinn, die meistens auch mit kleinen Aktivboxen arbeiten. Oder Straßenmusiker mit kleinen batteriebetriebenen Verstärkern, die nur über Klinkeneingänge verfügen. Und wie ist es mit Keyboardern oder Schlagzeugern? Die Frage, die sich mir stellt, ist aber, ob man mit einer der vielen verfügbaren kabelgebundenen Alternativen nicht besser aufgestellt ist? Preislich an der unteren Skala geht es mit dem LD Systems LDWS100MH1 los, das 36,- Euro kostet und ebenfalls mit einer Nierenkapsel ausgestattet ist. Es kann entweder mit den meisten Funkanlagen betrieben werden oder günstig als kabelgebundenes Mikrofon mit einem passenden Phantomspeiseadapter wie dem Audix APS-910. Dieser schlägt mit 33,- Euro zu Buche, sorgt aber für eine Anpassung an die üblichen +48 Volt Phantomspeisung eines Mischpults und auf eine normale XLR-Buchse, wie wir sie an den meisten Mischpulten vorfinden. Auch manche Entertainer-Keyboards stellen mittlerweile Phantomspeisung zur Verfügung, sodass auch dort mit diesem Adapter gearbeitet werden kann. Die nächste günstige Variante kommt von Thomann selbst: Das the t.bone HC 444 TWS Nackenbügelmikrofon ist ebenfalls ein Kondensatormikrofon mit Supernierencharakteristik. Auch hier wird ein Adapter für die Phantomspeisung benötigt, um den Mini-XLR Anschluss und die geringere Speisespannung zu adaptieren. Optisch erheblich unauffälliger und leichter ist das the t.bone Headmike. Wer mit dem Gedanken spielt, dieses als Bundle mit einer Sendeanlage zu nutzen, bekommt dieses schicke Kopfbügelmikrofon gleich in verschiedenen Ausführungen passend zu allen gängigen am Markt befindlichen Systemen. Mit 59,- Euro Verkaufspreis ist das the t.bone Headmike darüber hinaus noch ausgesprochen günstig. Wer mit dem Kabel leben kann, nutzt erneut einen Phantomspeiseadapter.

Wer statt Kabel auf Funk setzen will/muss, findet ebenfalls einige Alternativen, die es auszuprobieren gilt: Nur 10,- Euro teurer als das Fun Generation UL 241 Headset ist das the t.bone TWS One A Headset. Auch hier darf angesichts des Preises kein Wunder erwartet werden. Immerhin sieht das Headset etwas schicker aus und das System nutzt ein Bodypack als Sender. Das AKG WMS 40 Mini EarmiKe-D ISM2 Set kostet bereits 119,- Euro und besteht aus einem Einohr-Headset samt Bodyback-Sender und Receiver. Das System kann immerhin auch mit einer Gitarre anstelle des Headsets genutzt werden. Ab 129,- Euro gibt es das System auch mit einem normalen Kopfbügelmikrofon.

Fazit

Das Fun Generation UL 241 Headset ist ein sehr günstiges Einstiegs-Headset auf 2,4 GHz Funkbasis. Dass man für einen Preis von 49,- Euro keine Wunder erwarten darf, dürfte jedem Leser klar sein. Der niedrige Preis äußert sich dann auch an allen Ecken und Enden: Viel Plastik, unangenehm zu tragen, fragile Verarbeitungsqualität und gerade mal befriedigender bis ausreichender Sound. Dass es in dieser Preisklasse auch keine wirklichen Alternativen gibt, die wesentlich besser klanglich abschneiden, dürfte ebenfalls klar sein. Kabelgebundene Varianten sind schon eher zu finden und vielleicht für manchen Anwender eine bessere Alternative (zum Beispiel für Schlagzeuger oder Keyboarder, die ohnehin nicht auf der Bühne herumlaufen können). Wer ein kabelloses Headset mit tadelloser Qualität haben möchte, das gut klingt und gut verarbeitet ist, wird auch im Jahr 2020 noch erheblich mehr Geld in die Hand nehmen müssen. Angesichts des Preises bleibt es immerhin bei einem Stern und dem Urteil „befriedigend“.

Plus

  • Preis

Minus

  • Klangqualität
  • Verarbeitung
  • unbequemer Sitz
  • Störgeräusche

Preis

  • 49,- Euro
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