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Test: the t.bone freeU Twin Funkmikrofone Set

17. Oktober 2019

Zwei Funkmikrofone zum Einstiegspreis - was taugt das Thomann-Set?

the t.bone freeU Twin Funkmikrofone Set

the t.bone freeU Twin Funkmikrofone Set

Wenn man den Pappkoffer, in dem die beiden the t.bone freeU Twin Funkmikrofone untergebracht sind, zum ersten Mal in den Händen hält, merkt man schon am Gewicht, dass es sich nicht um Spielzeuge handelt. Dieser erste Eindruck setzt sich dann beim Öffnen des Deckels fort.
Sauber in Schaumstoff eingepackt, gucken einen der Empfänger mit zwei Antennen und Netzteil, zwei Funkmikros, Rack-Befestigungen und die Bedienungsanleitung an. Mag der Koffer an sich auch nicht viele Transporte aushalten, so kann man wenigstens den Schaumstoff nehmen, um sich eine neue Transportmöglichkeit zu überlegen. Falls jemand schon mal gucken will, die Maße sind B. 40 x H. 6 x T. 31 cm.

Aber kommen wir zum Inhalt. Die Mikrofone sowie die Empfängereinheit bestehen aus Metall. Das erklärt dann ein wenig das Gewicht, sorgt aber auch für eine gewisse Robustheit. Und hält, wichtig gerade bei Funkmikrofonen, die Störgeräusche per se ein wenig zurück, da die Schaltkreise weniger Strahlung abkriegen. Wenn die Frequenzen nur von der Antenne an den Empfänger gegeben werden, ist das auf jeden Fall ein paar Gramm wert. Wobei natürlich auch Kunststoffgehäuse im Inneren vernünftig abgeschirmt sein können. Aber ich schweife ab.

Batterielebensdauer ca. 10 Stunden

Batterielebensdauer ca. zehn Stunden

Die Mikrofone sind auf jeden Fall riesig! Ich habe noch nie so lange Mikrofone gesehen, immerhin fast 27 cm lang. Zum Vergleich dazu, der (zugegebenermaßen “konventionelle”, also kabelgebundene) Mikroklassiker SM58 von Shure ist mit 16 cm ganze 9 cm kürzer. Wobei die kabellose Variante Beta 58a dann auch schon wieder 25 cm Länge erreicht. Auf jeden Fall sollte der Mikrofonständer nicht der Schwächste sein, denn zu der Größe kommt natürlich auch ein gewisses Gewicht von 400 g (mit Batterien). Wenn man das untere Ende der freeUs abschraubt – was dankenswerterweise nicht komplett geht, sodass die Abdeckung nicht verloren gehen kann – kommt ein Batteriefach für zwei AA-Batterien zum Vorschein. Es können zwar Mignon Akkus verwendet werden, dafür müsste dann allerdings ein eigenes Ladegerät vorhanden sein, da im Set keine Möglichkeit vorhanden ist, die Batterien zu laden. Schade. Die Betriebsdauer soll laut Handbuch bei über zehn Stunden liegen.

Auf jeden Fall eines der größeren Mikros

Auf jeden Fall eins der größeren Mikros

Sind die Batterien eingelegt und der Schieberegler auf ON, leuchtet das eingebaute Display in einem zum Glück nicht allzu aufdringlichem Blauton. Das Display informiert über den Ladezustand, die ausgewählte Frequenzgruppe und den -kanal sowie der eingestellten Sendefrequenz. Des Weiteren gibt es noch eine Anzeige für den Ladezustand der Batterien und die Kopplung per Infrarotschnittstelle, aber dazu nachher mehr. Der Schieberegler hat neben den Einstellungen ON/OFF noch eine Mittelrastung, die das Mikrofon stummschaltet. Dadurch muss man es nicht ganz ausschalten, wenn es einmal kurzfristig nicht verwendet werden soll.

Erweiterungsmöglichkeiten

Will man zusätzlich zu den Mikros (deren Ersatz übrigens mit 79,- Euro zu Buche steht) noch einen Taschensender haben, kostet der alleine auch schon 79,- Euro. Und dabei ist noch kein Mikro enthalten (das mit einem 3-Pol-TQG-Anschluss angeschlossen werden muss). Vorteil des Taschensenders ist allerdings die mögliche Verwendung eines Gitarrenanschlusses. So könnte man als Gitarrist und Sänger kabellos unterwegs sein. Falls man die Rackmounts nutzen möchten, muss man natürlich aufpassen, dass die dann eventuell im Case befindlichen Antennen nicht zu sehr abgeschirmt werden, damit die Empfangsleistung noch ausreichend ist. Im Zweifelsfall müssten die Antennen sonst nach außen verlegt werden, dafür bietet Thomann ein Antennenumsetzer Kabelsatz für 19,- Euro an (ohne Rack-Blende).

the t.bone freeU Twin Funkmikrofone: Einrichtung und Sound

Nachdem die Antennen angeschraubt sind und das externe Netzteil angeschlossen ist, kann der Empfänger eingeschaltet werden. Die Mikros waren in meinem Fall direkt verbunden, was die Einrichtung natürlich stark verkürzt. Aber auch grundsätzlich ist die Einrichtung denkbar einfach. Mit dem mittleren der drei Druckschalter (pro Kanal) kann zwischen der Zone, der Gruppe und der Frequenzeinstellung gewechselt werden. Mit den Druckknöpfen darüber bzw. darunter können dann die Parameter verstellt werden.

Klare Displays

Klare Displays

Es gibt beim the t.bone freeU Twin Set zwei Versionen, einmal mit einem Frequenzbereich von 823 – 832 und einmal von 863 – 865 MHz. Die Verbindung kann bei der 863er Version in Gruppen und Kanälen von 1-4, und bei der 823er Version in Gruppen und Kanälen von 1-10 zustande kommen. Somit hat man also bei der 823 deutlich mehr Auswahlmöglichkeiten. Durch eine Scan-Möglichkeit kann man die ungestörteste Frequenz automatisch suchen lassen. Thomann empfiehlt nicht mehr als drei Sender/Empfänger in einem Frequenzband, sodass man mit jeweils einem Zweier- und Einer-Set pro Band dann auf maximal sechs gleichzeitig in Betrieb befindliche Mikros kommen könnte. Wobei man dann preislich in Regionen vordringt, in denen sich eine volldigitale Lösung anbietet (die dann teilweise auch noch mehr Mikros unterstützt). Es gibt aber auch Berichte von Nutzern, die bis zu acht Handsender in einem Frequenzband ohne Probleme betrieben haben. Aber dazu gibt es eben keine “offizielle” Aussage.

the t.bone freeU Twin Funkmikrofone Set

Der Receiver des Sets

Mit der Gruppe nimmt man zunächst eine Grobeinstellung vor und kann diese mit dem Kanal feinjustieren. Damit kann man Störfrequenzen ganz gut aus dem Weg gehen. Hat man eine Einstellung gefunden, die passt, kann bei eingeschaltetem Mikrofon diese einfach per Infrarot-Schnittstelle übertragen werden. Einfach das Mikro vor das Display halten, den mittleren Knopf des gewünschten Kanals gedrückt halten, und die IR Sender/Empfänger übertragen die Einstellungen. Zack – fertig! Das geht auch über eine gewisse Distanz, sodass man nicht genau vor dem Empfänger stehen muss. Leider ist bei dem rechten Kanal die IR-Sende LED so ungünstig angebracht, dass man sie beim Drücken des Knopfes ganz gerne mit der Hand verdeckt. Da wäre eine Anbringung in der Mitte wahrscheinlich besser gewesen. Der Drehknopf, der im Vergleich zu den Druckknöpfen beleuchtet ist, regelt die Ausgangslautstärke. Der Empfänger wählt selbstständig die Antenne aus, die den besten Empfang bietet, die Kanäle sind also nicht den Antennen zugeordnet.

Die Ausgangslautstärke ist sehr hoch, damit können auch schwache Mikrofoneingänge gut betrieben werden. Ein gewisses Grundrauschen wird schon mitgeschickt, durch die hohe Ausgangsleistung kann das aber ganz gut kaschiert werden. Der Klang ist ein bisschen tiefenbetont, ohne jedoch zu dumpf zu wirken. Die Höhen wiederum sind vorhanden, sind allerdings auch nicht zu betont. Rundherum würde ich den Klang dem Preis angemessen einschätzen – nicht mehr aber auch nicht weniger. Was positiv auffällt, ist die ziemlich hohe Feedback-Resistenz, Feedback muss quasi schon erzwungen werden.

Nicht so schön sind die Ausschaltknackser. Beim Einschalten gibt es ein relativ leisen und hellen Knackser – den lass ich bei der Preisklasse noch durchgehen. Beim Ausschalten kommt es allerdings, wenn man in einem Zug ausschaltet, doch schon zu deutlichen und unangenehmen Knacksern. Warum in einem Zug? Nun, wenn man den Umweg über Mute geht, dort eine kleine Pause einlegt und dann ausschaltet, ist der Knackser nicht da. Aber da der Schalter recht leichtgängig ist, ist es gar nicht so einfach dort anzuhalten. Je nachdem, wie laut das Mikro übertragen wird, sind die Geräusche schon deutlich störend. Der Schutzkorb hat ein achteckiges Gummiband, das den Sender am Wegrollen hindert – das ist schön gelöst. Ist allerdings recht lose, mal sehen wie lange das hält. Zwei Mikros mit unterschiedlichen Frequenzen stören sich auch nicht gegenseitig, sondern sind sich ziemlich egal (wenn die Frequenz mehr als 125 kHz auseinander liegt).

Wenn allerdings zwei Mikros auf einem Kanal sind, kommt es zu sehr lauten Störgeräuschen. Leider kann man erst überprüfen, ob das zweite Mikro auf demselben Kanal läuft, wenn man es einschaltet. Und da die Störgeräusche auch kommen, wenn das zugeschaltete Mikro im “Mute”-Modus ist, muss man es entweder schnell wieder ausschalten oder sich um eine neue Frequenz bemühen, die allerdings nur am Empfänger eingestellt (und übertragen) werden kann. Wer also vom Backup-Mikro auf der gleichen Frequenz zu einem zweiten Mikro auf einer anderen wechseln möchte, muss Zugriff auf beide Mikros haben, um das eine aus- (oder in Mute) zu schalten, das andere einzuschalten und eine neue Frequenz darauf zu übertragen. Es gibt eben keine Wahlmöglichkeiten am Mikro.

Was passiert nun mit einem Mikro und derselben Frequenz auf beiden Empfangskanälen?
Es geht, aber die Ausgangslautstärke ist plötzlich viel, viel niedriger und es hat sich ein neues Störgeräusch breitgemacht. Das wird man auch nicht mehr los, auch nicht bei veränderter Frequenz, da hilft nur ein Ein- und Ausschalten. Hmm – das wirkt nicht sehr vertrauenerweckend.

Fazit

the t.bone freeU Twin Funkmikrofone – wie finde ich das Set denn jetzt nun? Die Sendeleistung ist O.k., die Feedback-Resistenz sehr gut, der Klang ist auch nicht schlecht. Aber eben auch nicht wirklich gut. So, wie man es erwarten würde eben. Die Geräusche beim Ausschalten sind schon störend. Können über den Mute-Schalter umgangen werden, aber na ja. Die Positionierung des Mute-Schalters zwischen ON und OFF ist nicht wirklich gegen Fehlbedienung gesichert, andererseits kommt die Verbindung zwischen Sender und Empfänger schnell zustande. Also für den Hobbybereich, für Schulen, als Funkmikro für kurze Ansprachen etc. finde ich das Set durchaus gut. Dem engagierten Sänger würde ich allerdings zu einem anderen Set raten.

Plus

  • stabile Metallgehäuse
  • ordentlicher Klang
  • gute Verpackung

Minus

  • Bedienung des Mute-Schalters
  • Ausschaltknacksen

Preis

  • 198,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    dr noetigenfallz  

    Ich habe das Set letztes Jahr für eine Schule gekauft und mein Fazit würde auch so ausfallen. Es ist okay, für den Preis bin ich zufrieden, aber mehr auch nicht.

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