Test: Ibanez RG3521, E-Gitarre

Der Fünfwegeschalter ermöglicht bei dieser Doppelhumbucker-Gitarre neben den beiden seriellen Switchings der Pickups und der Zusammenschaltung selbiger, in den Positionen zwei und vier wahlweise noch einen Spulen-parallel geschalteten Hals Pickup und zwei Single Coils aus beiden Pickups. Wer lieber seine Humbuckerspulen einzeln anzapfen möchte, um dem Einspuler etwas mehr in seiner reinen Form zu huldigen, kann dies mit ein wenig Lötarbeit selber erledigen. Ebenso ist es Ibanez gelungen, trotz nur jeweils einer Bohrung links uns rechts der Spulen, die beiden Pickups ohne jegliches Spiel im Korpus zu befestigen.

Body

— Ibanez RG3521 Body —

Ein Wort zu den Collet Knob Potentiometern, welche als Mastervolume und Mastertone vorliegen. Ibanez führt selbige in einer sehr schwergängigen Ausfertigung aus. Hierdurch soll gewährleistet werden, dass im Eifer des Bühnengefechtes nicht durch eine unüberlegte Handlung die Volume- oder ToneEinstellung des Instrumentes durch den Künstler verdreht wird. Allerdings hat man eine dermaßen resistente Variante gewählt, dass zum Beispiel der bei Strat-Spielern sehr beliebte Geigenbogeneffekt sich nicht mehr umsetzen lässt. Hier muss jeder selber wissen, was ihm in seiner Performance wichtiger ist.

Praxis

Aufgrund des moderaten Gewichtes von 3,6 Kilogramm kann sich so ziemlich jeder Musiker die Ibanez RG3521 umhängen, ohne das Gefühl eines Bundeswehr-Marschgepäcks zu erfahren. Ebenso werden wohl 90 Prozent aller Gitarristen schon bei den ersten Akkorden oder Leads sich auf dem Instrument heimisch fühlen. Das viele hunderttausendfach erprobte Konzept lässt nur sehr marginalen Spielraum für persönliche Handhabungs-Kritikpunkte, zu oft wurde das Instrument im Bezug auf seine Massentauglichkeit optimiert.

Der leider viel zu häufig und bis zur Belanglosigkeit benutzte Terminus „spielt sich fast von selbst“ findet bei diesem Instrument tatsächlich einen guten Nährboden. Der breite und zugleich schlanke Hals mit einem Durchmesser von 430 mm und einer Dicke von 17 – 19 mm avancierte seit Einführung des Modells zu einem DER Merkmale der RG-Serie und bietet wahrlich einen vergleichsweise geringen Widerstand, von dem insbesondere moderne Spieltechniken profitieren. Wann immer man die Alternate Picking Pfade verlässt und der Ergonomie den Vorzug gegenüber dem einzelnen Anschlag gibt, kann sich die Ibanez RG3521 in ihren Paradedisziplinen erst so richtig in Szene setzen.

Tappings, Sweepes, Glides, Hammer-Ons und Pull-Offs gleiten in willkommener Leichtigkeit über das Griffbrett und erleichtern so manchen Part, der im Land der halben Baseballschläger mitunter unter Mühen und Tränen hart erkämpft werden muss. Klanglich findet die Kombination Hölzer/Pickups eine gelungene Mischung, welche sich insbesondere durch große Allrounder-Fähigkeiten einen Platz in der Menge ergattert hat. Wichtige Trademarks aus den beiden großen Gitarrenwelten Strat/Les Paul wurden adaptiert und mit einer ordentlichen Portion Eigenständigkeit in das Lager der Powerstrats überführt.

Bridge

— Ibanez RG3521 Bridge —

Fazit

Mit der Ibanez RG3521 hat es Japans Aushängeschild in Sachen Gitarrenfertigung einmal mehr in die vorderen Ränge der Zunft geschafft. In einer optisch unspektakulären, aber geschmackvollen Erscheinung, schafft es das Unternehmen aufgrund des über Dekaden gereiften Modells, jene Punkte zu optimieren, welche die RG-Serie ausmachen.

Die Verarbeitung des Instrumentes befindet sich auf hohem Niveau, Detaillösungen wurden effektiv umgesetzt. Nicht umsonst entwickelte sich die RG-Serie auch bei der direkten oder indirekten Konkurrenz zum Leitfaden für Allround-Gitarren, welche bei ergonomischer Linienführung ein Maximum an klanglicher Flexibilität zu offenbaren weiß.

Test-Setup: DV Mark Multiamp.

Plus

  • Klang
  • Variabilität
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Verarbeitung
  • Bespielbarkeit

Minus

  • -

Preis

  • UVP: 1565,- Euro
  • Straßenpreis: 1199,- Euro
Klangbeispiele
Forum

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