Test: iConnectivity iConnectAUDIO4+, Audio-MIDI-Interface

Das Audio4+ wird während des Betriebs recht warm, deswegen sollte eine gute Luftzirkulation gewährleistet sein. Mit einem Gewicht von einem knappen Kilo möchte man es auch nicht auf den Fuß bekommen, zumal die hochwertige, stabile Alu/Stahl-Konstruktion sicher nicht nachgibt. Ein weiteres Interface, das den Stresstest des Kollegen Thilo Goldschmitz bestehen würde: „Wir überprüfen die Stabilität, indem wir mit einem Auto drüberfahren.“

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ICA4+ und iPad

Des Weiteren liegt das Lightning-iConnectivity-USB-B-Kabel zum Anschluss des iOS-Gerätes an das Interface bei. Das 30-Pin-Kabel kann separat erworben werden und kostet ca. 42,- Euro. Die Verdickung mit dem Controllerchip wird während des Betriebs auch recht warm. Deswegen ist sie wohl auch am iPad-Ende angebracht, um die Luftzirkulation zu gewährleisten. Zum Anschluss an einen OS X oder Windows Rechner gibt es normales USB A-B-Kabel („Druckerkabel‟).
Zuletzt kommt das 12 V/3 A Netzteil, das bei 100-240V bei 50 bis 60 Hz betrieben werden kann. Das Netzteil ist immer erforderlich. Einen stromsparenden USB-powered Modus gibt es leider nicht, was den Einsatz als „mobiles‟ iPad-Interface doch etwas unterminimiert. Im „stationären‟ Studio kann man damit leben. Trotzdem schön, mal wieder ein gleich mitgeliefertes Netzteil zu sehen und nicht nur einen Beipackzettel, der einen darauf hinweist, dass es extra gekauft werden muss. Teuer genug ist das 4+ ja.

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Die Kabelkollektion

Multifunktionsdrehregler

Einen Netzschalter sucht man im übrigen vergeblich. Das Ein- und Ausschalten geschieht über den vorne angebrachten druckempfindlichen und gerasterten Drehregler. Zum Ausschalten muss dieser solange gedrückt werden, bis bei der Pegel-LED-Kette jeweils nur noch eine rote und eine orangene LED leuchtet. Das sind ca. drei Sekunden. Drückt man länger, so dass nur noch eine rote LEDs leuchtet, ist das Gerät im Bootloader-Modus. Zum Einschalten wird der Regler erneut gedrückt und das 4+ ist innerhalb von zwei Sekunden da. Hält man den Regler gedrückt bis alle LEDs erlöschen, wird ein Hardwarereset durchgeführt und ein schnelles Doppeldrücken schaltet alle Ausgänge stumm. Negativ ist hier zu bemerken, dass je nach Untergrund das Interface nicht genug Widerstand beim Drücken des Reglers leistet und das Gerät wegrutscht.

Multifunktionsdisplay

Das Display mit den LEDs ist aber nicht nur schön anzusehen. Nein, es ist berührungsempfindlich. Hier lassen sich durch Berühren der LEDs diverse Einstellungen vornehmen. Wird z.B. die 48 V LED in der unteren Reihe berührt, lässt sich oben bei den LEDs 1-4 einstellen, für welche Eingänge eine Phantomspeisung gewünscht ist. Das Spiel wiederholt sich für IN, OUT und PHONES. Die Audiokanäle lassen sich entsprechend der Einstellungen in iConfig auswählen, d.h. entweder als Monokanal oder als Stereopärchen. Bei Betätigung des Drehreglers können zusätzlich noch die entsprechenden Pegel eingestellt werden. Ein Rasterpunkt entspricht dabei einem halben Dezibel und 20 Rasterpunkte sind eine Umdrehung. Das induktive Display ist eine geniale Lösung, wie man Knöpfe und damit Produktionskosten sparen kann und dennoch nicht auf praktische, menülose Handhabung am Gerät selbst verzichten will. So was ähnliches gab es zwar früher auch schon, doch waren die billigen Taster hinter den dünnen Plastikabdeckungen weder dauerhaft noch sexy. Ganz anders beim Audio4+.

Forum
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    vssmnn  

    Endlich ein interessantes und innovatives Produkt aus dem Bereich der Interfaces.
    Und Schande über die klassischen „großen“ Hersteller, die es gerade mal schaffen, ihre Produkte alljährlich nur minimal zu pimpen und seit Jahren eigentlich den gleichen Kram anbieten.

  2. Profilbild
    TobyB  RED

    Hallo Markus,

    du bringst es auf den Punkt! Midi2+ und Midi4+ waren und sind geniale Adapter. Mit Audio4+ gibts dann noch mal einen Punkt obendrauf. Klanglich gibts nichts zu meckern, hier ist mein Benchmark Motu 828. Ich höre nur geringe bis keine Unterschiede. Die Minuspunkte kann ich nur bestätigen, insbesondere iConfig und das manuelle Speichern der Setups ist praxisfern. Persönlich hätte ich der Bedienungsanleitung auch einen Punkt abgezogen, da einige Funktionen sehr hinten rum beschrieben sind. Ich weiss, das es Jammern auf hohem Niveau ist. Aber zumindest Einsteiger würden es einfacher haben.

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      Markus Schroeder  RED

      Hi Toby,
      ja, den Minuspunkt für die Anleitung hatte ich tatsächlich vergessen.
      Was den Klang angeht, dass es (fast) mit einem MOTU 828 mithalten kann, nehm ich Dir jetzt mal so ab.
      Wie gesagt, fand ich den Klang meiner alten Saffire LE natürlicher.
      Ich hoffe Ich kann das 4+ nächstens mit dem neuen Babyface Pro gegenchecken.

      Aber bei den Hörtest spielen immer sehr viele Faktoren mit und nicht zuletzt die Hörgewohnheiten und objektiv kann das kaum werden. Außerdem hatte ich, wie gesagt 4 Tage für den Test. :)

      Markus

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        TobyB  RED

        Hallo Markus,

        man ist ja früh überhaupt noch ein Manual zu haben. Allerdings muss es dann sitzen. Ich für meinen Teil bin mit Midi4+ und Audio4+ in diesem Punkt unzufrieden, da ist noch Luft nach oben. Audio 4+ gegen das Babyface Pro. Da sollte das Babyface im Klang Punkten können, die technische Austattung würde es her geben. Aber ich warte mal deine Ergebnisse ab. Hörtest sind immer subjektiv und treiben Ingenieure und Techniker gerne mal an den Rand des Wahnsinns. Sind sind wohl nötig. Und in vier Tagen kann man mit so einem Ding nicht mal eben ne Messreihe abfahren. Insofern geht das ok. :-)

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    _dg

    Cooles Teil.
    Aber leider wurde im Test nichts über die Latenzen geschrieben.
    Wie isses denn mit Audio von Laptop zu Laptop oder vom iPad zum Laptop wenn das jeweils andere Gerät zbs als Synthesizer benutzt und per Midi gespielt wird?
    Oder wenn auf dem iPad eine Drummachine läuft und der Ausgang dann auf dem Laptop aufgenommen wird?
    Also ein paar praxis bezogene Tests wären doch sehr interessant gewesen…

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      Markus Schroeder  RED

      _dg, Du hast recht, völlig vergessen das Teil auszumessen.

      Im folgenden ein paar Loop Werte, Signal vom Rechner zum iPad und zurück.
      Audio:
      – Audiobus 2.1.13 (128 Frames): 702 samples, 15ms
      – Cubasis 1.9 (128 Samples): 450 Samples, 10ms
      – FX-App z.B. Turnado 1.3.1 (64 Samples) : Latenz: 309 samples, 7ms
      MIDI:
      – Cubasis, Ouput Latency 0ms, MIDI-Thru-Modus: 263 Samples, 5 ms

  4. Profilbild
    micromoog  AHU

    alles wäre so schön, wenn Apple nicht ständig mit ihren iOS-Updates „altes“ unter den Tisch fallen lässt.
    Oder liege ich falsch, dass z.B. die ersten iO-Docks mit iOS 8.xy nicht mehr funktionieren? Von Lightning mal abgesehen…

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      hi micromoog,
      ja, stimme ich Dir absolut zu,
      aber:
      Dass Apple „Altes“ radikal ausmustert ist ja schon jahrzehntelange Tradition. Bei den Docks von Behringer, Alesis wurde das in vollem Bewusstsein ignoriert. Sonst hätten sie upgradebare Firmware eingebaut bzw. diese auch gepflegt.
      Jedoch war der iOS-Markt damals (2011) auch noch relativ jung und die Hersteller mussten erst noch Erfahrungen sammeln. Mit dem Alesis Dock 2 und dem Focusrite iDock 2014/2015 sah das ja schon wieder anders aus.

      Ich bleib aber trotzdem beim CCK.
      M :)

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