Test: IK Multimedia iRig Keys 2 Mini, MIDI-Keyboard

23. September 2020

Mobil und im Studio spielen und steuern

IK Multimedia irig keys 2 mini test

IK Multimedia iRig Keys 2 Mini, MIDI-Keyboard

Gäbe es in unserer Branche einen Preis für den Hersteller, der das breiteste Produktsortiment im Angebot hat, wäre IK Multimedia mit Sicherheit auf den vorderen Plätzen mit dabei. Angefangen haben die Italiener mit Software, recht schnell kamen dann aber die ersten Hardware-Entwicklungen auf den Markt. Schon früh hat das Unternehmen auf die mobile Zunft gesetzt und mit ihrer iRig-Serie mittlerweile ein großes Produktportfolio geschaffen. In der näheren Vergangenheit hat sich IK Multimedia dann auch dem Synthesizer-Bereich gewidmet und mit UNO Synth und UNO Drum zwei gute Erstprodukte abgeliefert.

Seit langem schon gehören USB-Controllerkeyboards fest zum Portfolio des Unternehmens und in diesem Bereich hat IK Multimedia kürzlich die zweite Version des iRig Keys Mini vorgestellt. Was ihr damit anstellen könnt, für wen es geeignet ist und welche Features das Keyboard bietet, erfahrt ihr im folgenden Test.

Kompakt – Mini eben

Die Serie der iRig Keys 2 Keyboards umfasst aktuell drei unterschiedlich große Versionen: Während das hier getestete iRig Keys 2 Mini über 25 Tasten in Miniaturgröße verfügt, bieten die anderen beiden Modelle namens iRig Keys 2 und iRig Keys 2 Pro jeweils 37 Tasten – einmal ebenfalls im Mini-Format, einmal in normaler Größe. Technisch gibt es dagegen kaum Unterschiede.

ik multimedia irig keys 2 mini test

Der Name Mini kommt bei unserem heutigen Testgerät nicht von ungefähr. Die Maße des Keyboards betragen gerade einmal 324 x 139 x 54 mm, das Gewicht liegt bei handlichen 580 Gramm. Einfach mit in den Koffer oder die Reisetasche packen, unterwegs ein paar Melodien oder Akkorde einspielen, dafür scheint das iRig Keys 2 Mini also der perfekte Partner zu sein. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff und ist an allen Ecken abgerundet. Die Bedienoberfläche ist leicht nach vorne hin zum Spieler geneigt.

Im Gegensatz zu den iRig Keys I/O Controllern hat IK Multimedia die iRig Keys 2 Keyboards komplett in Schwarz gehalten. Lediglich ein roter Streifen an den Rändern des Gehäuses, der sich auch an den fünf Drehregler wiederfindet, bringt etwas Farbe ins Spiel. Worin sich die IK Multimedia Controller neben der Farbgebung noch unterscheiden, hat der Hersteller auf dieser Seite zusammengestellt.

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Die Bedienoberfläche des iRig Keys 2 Mini bietet einen Lautstärkeregler, Buttons für Oktavierung, Program, Set sowie die Umschaltung der Controllerbelegungen  (1-4; 5-8). Hinzu kommen fünf Drehregler. Zur optischen Kontrolle leuchten die o.g. Buttons beim Drücken bzw. im aktiven Zustand rot auf. Pitch Bend- oder Modulationsrad bietet die Mini-Version nicht, auch auf den Pedalanschluss muss man hier verzichten.

Anschlüsse

Leicht im Gehäuse versenkt, befinden sich auf der Rückseite die Anschlüsse des Keyboards. Im Gegensatz zu einigen anderen Herstellern, die bereits auf den USB-C-Anschluss umgestiegen sind, bleibt IK Multimedia aktuell noch bei einem Micro-USB-Anschluss. Meiner Meinung nach wäre der Umstieg auf USB-C allerdings längt fällig.

Auch die MIDI-Anschlüsse (In, Out) liegen im Mini-Format vor und werden über 3,5 mm Klinkenbuchsen ausgeführt. Ein (!) Adapter dafür liegt bei, genauso wie drei weitere Anschlusskabel mit micro-USB/USB-C, micro-USB/Lightning und micro-USB/USB-A Steckern.

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Strom bezieht das Keyboard über den USB-Port. Sollte man das Keyboard ohne angeschlossenen Computer verwenden, beispielsweise um externe MIDI-Hardware ansteuern zu wollen, kann aber auch ein USB-Netzteil angeschlossen werden. Das man mit dem Mini-Keyboard auch externe Hardware ansteuern kann, ist ein klarer Vorteil gegenüber vielen Mitbewerbern, die ausschließlich auf USB setzen. Damit erweitert sich der Kundenkreis meiner Meinung nach deutlich.

Tastatur

Die Mini-Tasten des Keyboardcontrollers weisen eine Größe von 8 x 1,8 cm (weiße Tasten) bzw. 4,8 x 0,8 cm (schwarze Tasten) auf. Das sind für eine Mini-Ausführung klassische Maße und nicht kleiner oder größer als bei anderen Herstellern auch. Der erste Eindruck beim Spielen der Tastatur ist etwas schwammig, das Ansprechverhalten kommt meinem Spiel nicht sonderlich entgegen. Wie auch beim größeren 37er Modell mit Mini-Tasten ist es ärgerlich, dass die schwarzen Tasten – obwohl ja schon sehr klein gehalten – relativ früh nach unten hin abknicken und die effektive Fläche für den Anschlag kleiner gemacht wird als nötigg. Ob man dies aus optischen Gründen so designt hat, entzieht sich meiner Kenntnis, aber für den Spieler wäre eine etwas längere Taste schön gewesen.

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Dass man bei Mini-Keyboards keine exquisite High-End-Tastatur erwarten kann, sollte jedem klar sein, das liegt alleine schon am Konzept an sich. Allerdings gibt es auch in diesem Bereich deutliche Unterschiede zwischen den Tastaturen der Keyboards. Hier hilft letztlich nur das Ausprobieren, denn das Spielverhalten ist schon sehr unterschiedlich von Spieler zu Spieler.

Aftertouch bietet die Tastatur im übrigen nicht.

Software

Dass IK Multimedia neben unzähligen Hardware-Produkten auch ein großes Software-Angebot in petto hat, merkt man spätestens dann wenn man sich den Lieferumfang der IK Multimedia Produkte anschaut. Auch das iRig Keys 2 Mini macht da keine Ausnahme und kommt mit SampleTank 4 SE (für Mac/PC), SampleTank CS (für iOS), iGrand Free (für iOS), iLectric Piano (für iPad), Cubasis LE (für iOS) sowie den Android-Apps iGrand Piano und iLectric Piano daher.

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Bevor man an das Software-Paket kommt, bittet der Hersteller um Registrierung des Keyboards auf seiner Website. Hierzu liegt ein kleiner Zettel bei, der neben Informationen zur entsprechenden Website auch gleich die Seriennummer des Keyboards enthält. Dadurch entfällt das Suchen auf dem Karton bzw. Keyboard, sehr schön.

Praxis

Die Inbetriebnahme des IK Multimedia iRig Keys 2 Mini ist schnell vollbracht und gelingt geübten Controllerkeyboard-Usern sicherlich ohne Probleme. Ansonsten gibt das auf der Herstellerseite zum Download bereit stehende Handbuch ausreichend Informationen.

Grundsätzlich ist das iRig Keys 2 Mini ordentlich verarbeitet. Die Drehregler lassen sich sauber und mit entsprechendem Drehwiderstand bedienen, der Data-Drehregler signalisiert den gedrückten Zustand mit einem lauten Klacken. Auch die Buttons für Oktavierung, Program und Setup funktionieren einwandfrei.

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Toll ist, dass man trotz der geringen Größe weiterhin auf den integrierten Kopfhörerausgang setzt. Hieran lassen sich Aktivboxen, ein Mischpult etc. anschließen, so dass ein extra Audiointerface überflüssig wird. Im mobilen Einsatz und auf der Bühne ein klarer Pluspunkt. Ausreichend Lautstärke produziert der Ausgang definitiv, der Klang ist druckvoll und spielt lebendig auf, super.

Zur Steuerung von Parametern lassen sich beim iRig Keys 2 Mini alle fünf Drehregler (DATA, 1-4) heranziehen und mit einem beliebigen MIDI Control Change Befehl programmieren. Der DATA-Drehregler erlaubt sogar einen zweiten MIDI CC – einen für die Drehfunktion, der Zweite wird beim Drücken ausgelöst. Durch die Umschaltung zwischen 1-4 und 5-8 stehen somit pro Setup insgesamt 10 steuerbare CCs zur Verfügung (der DATA-Drehregler bietet wie gesagt zwei MIDI CCs, bleibt aber beim Umschalten auf die zweite Belegung gleich). Vier Setups, die intern gespeichert werden, bietet der Keyboardcontroller.

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Durch gleichzeitiges Drücken der Oktavierungstasten gelangt man in den EDIT-Mode. Danach erfolgt die Wahl des Bedienelements durch Drücken der KNOB/DATA-Taste und der entsprechenden Zahl 1 bis 8. Bestätigen, MIDI CC auswählen, nochmals bestätigen, fertig. Aufgrund des nicht vorhandenen Displays hat man leider keine Kontrolle darüber ob die vorgenommene Programmierung erfolgreich bzw. so vorgenommen wurde, wie man sich das vorgestellt hat, das Prozedere hat man aber nach den ersten paar Programmierungen schnell verinnerlicht.

Während andere Hersteller komplett auf Software-Editoren setzen und man an den Keyboardcontrollern selbst gar nichts einstellen kann, geht IK Multimedia hier den umgekehrten Weg und ermöglicht direkte Progammierung an der Hardware, dafür eben keinen Editor. Mir persönlich ist die Programmierung an der Hardware lieber, denn gerade wenn man unterwegs ist (und das Keys 2 Mini bietet sich ja quasi für den iPad Einsatz an), muss man nicht immer gleich den Laptop anschalten bzw. schaut beim Einsatz mit mobilen Endgeräten nicht in die Röhre – denn die Editoren gibt es in der Regel nur für Windows und macOS.

Fazit

Mit der 25-Tasten Version des iRig Keys 2 hat IK Multimedia einen guten Keyboardcontroller entwickelt. Die Tastatur könnte für meinen Geschmack einen saubereren Anschlag bieten, präsentiert sich aktuell leider etwas schwammig. Dafür punktet das MIDI-Keyboard mit einigen Drehreglern und Buttons, der Möglichkeit, alles direkt am Keyboard zu programmieren und auch externe Hardware ansteuern zu können. Ein weiterer Pluspunkt ist der Kopfhörerausgang, über den Signale abgehört werden können. Insgesamt ein gutes MIDI-Keyboard, das mit einer besseren Tastatur auf drei Sterne kommen würde. So bleibt es bei einer guten 2.

Plus

  • gute Verarbeitung
  • integriertes Audiointerface
  • MIDI-Ausgang

Minus

  • kein Aftertouch
  • micro-USB-Schnittstelle

Preis

  • 109,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Da scheint mir die Tastatur vom Keystep die bessere Lösung zu sein dazu cv und Sequencer der Preis ist auch günstiger,bei der Geschwindigkeit der Modelwechsel scheint das mit der Zeit eine grosse Menge Sondermüll zu geben gucken die nicht was die Anderen so auf den Markt bringen,das ist bei Akai und Korg und vielen Anderen auch nicht besser.Danke für den Test!

  2. Profilbild
    vssmnn  AHU

    Ich kann mich nur noch über diese Firma aufregen.
    Leute, nehmt doch mal USB-C., oder habt ihr das Lager voll mit labilen Micro-USB Fummelkram?
    Dann kippt es in die Tonne.

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