Test: IK Multimedia iRig Mic Studio XLR, Studiomikrofon

11. Mai 2020

Gutes Großmembran-Kondensatormikrofon zum kleinen Preis?

IK Multimedia iRig Mic Studio XLR test

IK Multimedia iRig Mic Studio XLR, Studiomikrofon

Record anything – anywhere und das auch noch recht günstig. Mit 99,- Euro ist das iRig Mic Studio XLR Großmembran-Kondensatormikrofon seit Ende 2016 erhältlich. Professionalität kompakt verpackt, ohne Abstriche Ideen jederzeit aufnehmen. Das verspricht IK Multimedia mit dem kleinen Mikrofon, also schauen wir mal, was dahinter steckt.

Was drinnen steckt

Das Mikrofon kommt etwas locker in einem einfachen Pappkarton. Mit in der Packung liegen neben dem Handbuch ein 2 m langes XLR-Kabel, ein Tripod-Tischständer und die dazugehörige Mikrofonhalterung mit Reduzierstück, ein netter kleiner Zusatz.

IK Multimedia iRig Mic Studio XLR

Klappe auf

Das Mikrofon ist nicht groß, mit gerade mal 45 x 117 mm passt es in jede Tasche und wiegt luftige 218 g. Es macht einen guten Eindruck und wirkt stabil und wertig, lediglich der Aufkleber auf dem Mikrofon wirkt dem Bild etwas entgegen, ist aber auch nur ein Aufkleber. Verbaut ist eine 1 Zoll Back-Elektret-Kondensatorkapsel mit Richtcharakteristik Niere, somit zwar kein “True Condenser”, aber trotzdem ein Großmembran-Kondensatormikrofon.

Laut Datenblatt deckt das Mikrofon einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz ab und hat eine Empfindlichkeit von -37,5 dB @ 1 kHz, dabei liegt der maximale Schalldruckpegel bei 142 dB und das Eigenrauschen bei 17 dB(A).

IK Multimedia iRig Mic Studio XLR

Der Korb ist zweiteilig aufgebaut, innen mit einem feineren Drahtgitter ausgelegt und er wird von einem Metallbügel zusammengehalten. Da das Mikrofon für unterwegs gedacht ist, liefert das innenliegende Gitter vielleicht etwas wenig Schutz. Hier wäre ein etwas feineres Gitter bzw. Schaumstoff oder eine Transporttasche sinnvoll gewesen, um effektiv Staub und Dreck abzuhalten.

Die Vorderseite wird durch den Namen markiert. Möchte man das Mikrofon auseinanderschrauben, muss man leider den Aufkleber lösen. Der XLR-Anschluss liegt am unteren Ende und ist umgeben von einem recht langen Gewinde, in dem das beigelegte XLR-Kabel gut einrastet und fest sitzt. Hochwertig wirkt es aber nicht unbedingt, gerade der Kunststoff und das Gummi scheinen von der günstigeren Sorte zu sein.

IK MULTIMEDIA IRIG MIC STUDIO XLR test

Den Eindruck, den der Mikrofonständer und die Halterung machen, ist dagegen zufriedenstellend. Die Mikrofonhalterung ist gut verarbeitet, gänzlich aus Metall und die Feststellschraube stellt auch gut fest. Ebenso steht auch der Tripod mit seinen drei Füßen fest auf dem Tisch. Aber leider ist auch hier das Gewinde, das Mikrofonständer und Halterung verbindet, aus nicht sehr wertig wirkendem Kunststoff. Das verkantet leicht und nutzt sich dadurch leider recht schnell ab. Allerdings ist das Stativ auf offiziellen Produktbildern ein wenig anders abgebildet, dort ist nämlich ein Gewinde aus Metall zu erkennen.

IK Multimedia iRig Mic Studio XLR

Klang des Mikrofons

Als Vergleich habe ich mir das bekannte Rode NT1-A zur Seite gezogen. Dieses besitzt eine 1 Zoll Membran, ist allerdings keine Elektret-Kondensatorkapsel.

Schaut man in den Korb beider Mikrofone hinein, sieht man, dass die Kapsel des iRig Mic deutlich kleiner ist als die des NT1-A. Die gesamte Größe der Kapsel entspricht 1 Zoll, so wie auch angegeben, die Membran selbst kommt aber nur auf ca. 2/3 dieser Größe.

Klanglich ist das iRig Mic gut, es ist ausreichend empfindlich, jedoch ist der Output ist etwas leiser als der des NT1-A. Aber selbst wenn ich relativ weit entfernt vom Mikrofon stehe, kann ich mich gut hören, genau so ist der Einfallswinkel des Mikrofons recht groß, seitlich liegende Klangquellen nimmt es ohne große Einbußen auf.

Es klingt gut und sauber, wirkt insgesamt aber etwas schlank, dabei kommen die Mitten und Bässe ein klein wenig kürzer bzw. sind die Höhen etwas ausgeprägter. Das Rode NT1-A ist ebenfalls etwas höhenlastig und unterscheidet sich in diesem Frequenzbereich auch nicht so stark vom iRig Mic, jedoch fallen beim NT1-A die Bässe und Mitten stärker aus. Zieht man in Betracht, dass die Membran des iRig Mic von der Größe eher in Richtung Kleinmembran-Mikrofon geht, wundert mich der Klang wenig.

IK MULTIMEDIA IRIG MIC STUDIO XLR test

Leicht negativ ist das Eigenrauschen, mit 17 dB (A) liegt es deutlich über dem des Rode NT1-A, ist aber immer noch okay. Aber gerade wenn man mal etwas Leiseres aufnehmen möchte, könnte es dann doch etwas stören. Dass das iRig Mic Studio XLR jetzt so super für “On the run”-Aufnahmen geeignet ist, kann ich aufgrund der Größe nachvollziehen, allerdings finde ich, dass gerade der XLR-Anschluss das fast schon wieder wett macht, so muss man dann immer ein Interface dazu packen.

Der sogar ältere und gleich große Bruder hingegen, das iRig Mic Studio, besitzt einen USB-Anschluss und kommt entsprechend ohne Interface aus. Dadurch ist dieses für unterwegs besser geeignet und wird sogar mit einem kleinen Schutzbeutel geliefert.

Fazit

Das IK Multimedia iRig Mic Studio XLR ist ein ordentliches Kondensatormikrofon. Es ist kompakt, liefert einen guten Klang und ist obendrein recht günstig. Der Klang selbst besitzt viel Brillanz, aber etwas weniger Präsenz und eignet sich so für definierte Aufnahmen von Instrumenten und Gesang. Das Zubehör ist keine Highend-Ware, erledigt aber seinen Job gut.

Plus

  • Zubehör
  • günstiger Preis
  • kompaktes Design

Minus

  • höhenlastiger Klang
  • keine richtige Großmembran-Kapsel

Preis

  • 99,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    dAS hEIKO  AHU

    Den Kritikpunkt „höhenlastiger Klang“ kann man so stehen lasse. Wenn es auch ein wenig von der Stimme des Sprechers abhängig ist – aber wenn der Frequenzgang da zu sehr aus der Reihe tanzt…

    Aber „keine richtige Großmembran“ kann höchstens dem Marketing angekreidet werden. Der Zielgruppe und dem ausgerufenen VK-Preis entsprechend wird es egal sein.
    Auch bin ich nicht der Meinung, dass ein „fehlender USB-Anschluß“ per se ein Manko ist. Deshalb gibt es ja das erwähnte Modell MIT USB für VK 50€ (UVP 120€) mehr.
    Immerhin denkt man bei iRig an eine vernünftige Kabelführung. SO! geht Mikrofonhalter. Schlechte Gegenbeispiele wären das AKG Lyra oder Sontronics Podcast Pro.
    Und das Stativ? hätte man auch weglassen können. Für ab 20 Euro gibt es auch was vernünftiges.

    Für 99 Euro gibts nun mal keinen Neumann-Ersatz. Ist aber auch nicht der Anspruch.

    • Profilbild
      Christian Fokken  RED

      Naja ich finde, dass das Marketing irgendwo zum Produkt dazu gehört, gerade für Laien oder Angehörige der Zielgruppe finde ich es wichtig nicht durch falsche Begriffe irregeführt zu werden, auch wenn das gerade in dem Bereich Groß-/ Kleinmembran durchaus etwas schwammig ist.
      Als Käufer eines Produkts dieser Preisklasse mache ich mir wahrscheinlich gerade erst ein Bild von dem ganzen, mir würde wahrscheinlich nicht direkt auffallen, dass das falsch beworben wurde, und lerne das dementsprechend erst mal falsch, schön fände ich das nicht.

      Der USB-Anschluss fehlt ja auch nicht bzw. ist kein Manko. Ich finde nur eben das der XLR Anschluss die durch das kompakte Design beworbene Mobilität aufhebt. Womit ich auch wieder bei dem Thema Marketing angelangt bin, das macht das Produkt ja nicht weniger wertig.

      Ansonsten kann ich dir nur zustimmen, das keine fest montierte Mikrofonhalterung genutzt wird ist klasse, und das Stativ ist eben ein Gimmick.

      Vielen Dank für deine Kritik!

      LG
      Christian

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