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Test: iZotope RX 9 Advanced, Audio Restauration Software

10. Januar 2022

Hübsch aufgearbeitet - für besseren Sound

RX 9 Advanced

iZotope RX 9 Advanced, Audio Restauration Software

So ziemlich im Jahresrhythmus aktualisiert iZotope seine Audio Restauration Suite. Seit RX 3 teste ich jede zweite Versionsnummer und bin immer wieder überrascht, wie es der Software-Spezialist schafft, jedes Mal wieder neue, innovative Features hinzuzufügen. Ob das auch dieses Mal wieder gelingt, wir werden sehen.

Überblick zu iZotope RX 9 Advanced

Wie gesagt, das ist nun meine vierte Version von iZotope RX, die ich teste. Es sei mir also erlaubt, nicht ganz von vorne anzufangen, sondern mich vorwiegend auf den groben Überblick und die Neuheiten zu beschränken. Zum allgemeinen Überblick empfehle ich entsprechend meinen Test von  RX 7 sowie den Artikel vom geschätzten Kollegen Florian Scholz zu RX 8 .

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Wie bisher, wird die Audio Repair Software in drei Versionen angeboten. Nicht mehr weiter entwickelt wird die günstige Elements Version, die aktuell aber noch in Version 8 Elements für 129,- Euro angeboten wird. Die aktuelle Produktauswahl beginnt nun mit der Standard-Version, die regulär 399,- Euro kostet, gefolgt von der großen Advanced für 1.199,- Euro.

Getoppt wird das noch von der RX Post Production Suite, die neben RX 9 Advanced auch Nectar 3, Neutron 3 Advanced, RX Loudness Control, Insight 2, Tonal Balance Control 2, Relay, die beiden Exponential Audio Plug-ins Stratus 3D und Symphony 3D sowie Celemony Melodyne 5 Essential im Paket anbietet. 1.999,- Euro werden dafür regulär fällig.

RX 9 Advanced

Die RX Post Production Suite bietet noch mehr

An dieser Stelle möchte ich auch nochmals auf die absolut faire Upgrade-Politik von iZotope hinweisen. So wird für alle vorhergehenden Versionen auf die neueste derselbe Preis fällig. Ich könnte im Moment also von meiner 8 Jahre alten RX 3 Advanced für regulär 399,- Euro, im Moment sogar zum Sonderpreis von 149,- Euro auf RX 9 Advanced updaten. Auch Crossgrades zwischen den verschiedenen Versionen oder Bundles sind möglich.

Was ist iZotope RX 9?

iZotope RX 9 ist eine Standalone-Software, einzelne Module der Software sind aber auch als AAX, AU, VST2 und VST3 in der DAW nutzbar. Ganz neu wird in Logic X nun auch die ARA-Schnittstelle unterstützt.

Als Betriebssysteme kommen Windows (ab Version 10) und Mac OS ab 10.14.6 infrage. Die Lizenz enthält zwei Freischaltungen, die wahlweise auf dem Rechner oder auf iLok2/3 erfolgen können.

Geblieben ist die 1-Fenster-Lösung der Software in der Standalone-Version. Diese wurde seit einigen Versionen nur marginal verändert. Das sehe ich positiv, so muss sich der Nutzer, der schon einige Zeit mit RX arbeitet, nicht umgewöhnen.

RX 9 Advanced

1-Fenster, die Module als Flow Windows

Bei den Repair-Funktionen sind seit RX 7 Advanced mit Guitar De-Noise, Spectral Recovery und Wow+Flutter drei neue Bearbeitungs-Tools hinzu gekommen, die allerdings auch schon in RX 8 Advanced vorhanden waren. Hier hat iZotope das Flaggschiff also nicht weiter aufgebohrt. Ganz untätig waren die Entwickler allerdings nicht: So sind einige Plug-ins überarbeitet worden und mit neuem Algorithmus oder Mode programmiert. 

Als Plug-ins in der DAW stehen nun 15 der insgesamt 26 Bearbeitungen zur Verfügung. Hier wurden Guitar De-Noise, Spectral Denoise, Music Rebalance und Spectral Editor (seit RX 7 Advanced) hinzugefügt. Ganz neu ist die Einführung der von Celemony entwickelten ARA 2 Schnittstelle, die bisher den beiden letztgenannten Plug-ins implementiert wurde und nun in Logic X verfügbar ist. Weitere werden sicher folgen.

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Auch im Workflow wurden Fortschritte erzielt. So lässt sich in der History mit Restore Selection Arbeitsschritte gezielt rückgängig machen. Dazu wurde die History-List von 5 auf 30 Einträge erweitert. Eine große Hilfe wird sicher auch ARA sein, so wird Hin- und Herladen von Files zwischen RX 9 und der DAW stark reduziert. Wir werden es im Praxisteil austesten.

Einzelne Module in iZotope RX 9 Advanced

Inzwischen sind die meisten Module als Plug-in ausgeführt. Aber hier gibt es Unterschiede. So sind Dialogue Isolate, De-rustle und Ambience Match nur als AudioSuite für Pro Tools verfügbar. Music Rebalance ist ebenso ein AudioSuite Plug-in, kann aber auch in Logic X als ARA 2.0. geöffnet werden. Der Spectral Editor bietet diese beiden Schnittstellen nun auch.

Breath Control, Connect, De-click, De-clip, De-crackle, De-ess, De-hum, De-plosive, De-reverb, Guitar-De-noise, Mouth De-click, Spectral De-noise und Voice De-Noise sind in den gängigen Plug-in Schnittstellen vorhanden.

Allein in der RX 9 Standalone einsetzbar sind Center Extract, De-bleed, De-wind, Deconstruct, Dialog Contur, Dialog De-reverb, Interpolate, Spectral Decovery, Spectral Repair und Wow&Flutter.

Auch die ganzen Utility-Prozesse können nur in der Standalone-Software ausgeführt werden. Offen ist das Programm hier allerdings für externe Plug-ins.

RX 9 Advanced

Übersicht der Module

Einsatz von iZotope RX 9 im Tonstudio

Hier will ich zunächst die Bearbeitungen vornehmen, die ich bei RX 7 noch nicht zur Verfügung hatte. Guitar De-noise bekommt von mir eine Aufnahme, die durch die kaputte Elektrik der Gitarre übel zerstört wird. 

Danach wird der Amp-Teil des Plug-ins eingesetzt. Mit Squeak und Pick können noch Saitenquietschen und Anschlaggeräusche bearbeitet werden, das lassen wir aber außen vor. Tatsächlich gelingt eine deutliche Reduzierung des Brummens.

Ganz weg kriegen wir es nicht, hier sollte dann noch ein Höhenfilter drüber.

RX 9 Advanced

Das Guitar De-noise Modul mit drei Slots

Alternativ bietet RX 9 aber auch noch Spectral De-noise an. 

Auch hier gelingt eine gute Reduzierung der Geräusche, die aber auch die Akkorde klanglich etwas dämpft. In so einem krassen Fall dürfte wohl eine Kombination beider Plug-ins das beste Ergebnis erzielen.

Weiter geht es mit Spectral Recovery. Hier sollen verlorengegangene Obertöne wieder aufgefrischt werden. Dafür nehme ich eine Sprachaufnahme mit unvorteilhafter Mikrofonhaltung auf.

Nun soll RX 9 hier wieder eine klare und natürliche Stimme zaubern.

Optisch gelingt das, auf dem Spectral Editor ist ein deutlicher Höhenzuwachs zu erkennen. Akustisch ist das Ergebnis leider nicht ganz so überzeugend, hier ist kaum ein Unterschied wahrzunehmen. 

Für mich neu ist auch Wow&Flutter. Leider habe ich dazu kein passendes Klangmaterial, ich bitte also das Klangbeispiel von Florian im RX 8 Test anzuhören.

Nun möchte ich die Module testen, die einen neuen Mode oder Algorithmus bekommen haben. Dafür bearbeite ich die entsprechenden Tonspuren jeweils in RX 7 und RX 9 mit denselben Einstellungen. 

Starten möchte ich mit Dialog Isolate. Hier gelingt mir mit der neuen Version ein geringfügig natürlicherer Sound, wohingegen RX 7 die bessere Geräuschunterdrückung bietet. Eins zu eins lassen sich die Einstellungen also nicht übernehmen, eine deutliche Verbesserung anhand des neuen Algorithmus kann ich allerdings nicht erkennen.

Weiter geht es mit Ambience Match. Hier kann die neue Version durch eine erweiterte Parameteranzahl viel genauer eingestellt werden, was aber natürlich auch mehr Arbeit macht. Wenn es schnell gehen soll, liegt RX 7 hier vorn, im Klang gewinnt hier die RX 9.

Bei De-hum ist die neue Version ganz klar vorne. Im Static Mode ist hier, vorwiegend durch 16 statt 8 Bändern, ein deutlich besseres Ergebnis zu erzielen. Noch effektiver arbeitet das neue De-hum im Dynamic Mode, dieser fehlt der alten Version völlig.

Nun gilt es noch zu überprüfen, wie es sich mit den ARA Plug-ins in Logic X arbeiten lässt. Der Spectral Editor analysiert das ankommende Signal und stellt die Darstellung des Standalone-Programms zur Verfügung. Kleinere Korrekturen lassen sich so machen, für größere und genauere Eingriffe ist das Plug-in eher nicht geeignet.

RX 9 Advanced

Der Spectral Editor in Logic X

Ganz anders sieht es mit Music Rebalance aus. Hier wird das Audiosignal in die Bereiche Vocals, Bass, Percussion und Other aufgeteilt. So lässt sich schnell ein neues Arrangement erzeugen oder wie hier Percussion und Bass separieren.

RX 9 Advanced

Schnelle Arrangement-Wechsel mit Music Rebalance

Das ist eine deutlich schnellere Arbeitsweise, als die Musik in RX 9 zu splicen oder über Connect zwischen Logic X und RX 9 zu transferieren. Bleibt zu hoffen, dass mit der nächsten Version noch mehr Module die ARA 2.0 Schnittstelle erhalten.

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Fazit

RX 9 Advanced bleibt ein hervorragendes und gut zu bedienendes Programm, um vielfältige Störungen aus dem Audiomaterial zu entfernen.

Diesmal wurde der Fokus vorwiegend auf den Workflow gelegt, neue Module kamen nicht hinzu. Dafür wurden einige in den Algorithmen oder Modes verbessert und als Plug-ins gewandelt. Besonders heraus ragen hier die beiden ARA 2.0 Plug-ins.

Somit ist iZotope RX 9 weiterhin eine Empfehlung für alle Anwender, von Version 7 oder 8 werden wahrscheinlich nur die Heavy-User upgraden.

Plus

  • vielfältige, gut einsetzbare Module
  • übersichtliche Oberfläche und Bedienung
  • mehr Plug-ins
  • stetige Weiterentwicklung
  • faire Upgrade Politik

Minus

  • keine so großen Veränderungen zur Vorgängerversion

Preis

  • RX 9 Standard: 299,- Euro, sonst 399,- Euro
  • RX 9 Advanced: 799,- Euro, sonst 1.190,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Filterpad AHU

    Interessanterweise benutze ich immer Software, die eigentlich restaurationszwecken dient, zum Mastering. Aber da ist richtig vorsichtig geboten! Wenn im Audiomaterial keine (extrem) hörbaren Störgeräusche vorhanden sind, meiner Ansicht nach nichts davon einsetzen. Nur bei deutlich hörbar schlechtem Material. RX 8 Elements besitze ich auch. Bei Benutzung war es eher kontraproduktiv, da das Ausgangsmaterial schon kaum hörbare Störgeräusche aufwies, die dann eingebettet im Mix gar nicht mehr zur Geltung kommen. Ein wenig schmalbandig equalizing bringt hier Wunder. Auch bei neuen Synthesizern ist der Rauschanteil großteils so arm, dass ich von Restauration eher abrate. Aber bei Soundqualitäten wie in den verdeutlichen Beispielen oder beim restaurieren von Vinyl, – oder gar Schellackaufnahmen, sofern man diese Störgeräusche auch als störend empfindet, ist es sicherlich eine feine Sache. Dann mach RX sicherlich einen guten Job. Warum allerdings iZotopes RX-Reihe als einzelne Mini-Plug-ins aufgeteilt werden, bleibt mir ein Rätsel. Bei den Mix, – und Mastering Plug-ins ist es auch nicht der Fall. Da kann man die einzelnen Plug-ins in einem großen Fenster verwalten. Hier ist also Klickarbeit angesagt, wenn auch gering.

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