Test: Kammer K2 & Tube PowerAmp 301, Röhrenverstärkersystem

17. Februar 2015

Handmade Tubesound from Germany

In Zeiten von modellierenden USB-Preamps, all-in-one Effekt-Plastikschachteln und einem Überangebot an mäßig klingenden Ampsimulationen in allen Farben und Formen, die der Markt so bietet, erreicht unsere Redaktion dieses Pack gerade zur rechten Zeit! Mit dem Vor- und Endstufen-Gespann Kammer K2 und Kammer Tube PowerAmp 301 präsentiert das kleine süddeutsche Unternehmen um den Firmengründer Hans-Jürgen Kammer feine Tools für uns Gitarristen. Und das in traditioneller und professioneller Röhrenbauart im Rackformat, was den professionellen Anspruch der Geräte unterstreicht. Dabei sind beide Kandidaten auch im Preis äußerst konkurrenzfähig. Genug Gründe also, um sie im Amazona-Test auf Herz und Nieren zu prüfen!

K2Bundle

— Ready to rumble: Kammer K2 und Tube PowerAmp 301 —

Facts & Features

Beide Geräte beanspruchen lediglich eine Höheneinheit im Rack, wobei der Tube PowerAmp 301 in etwa die doppelte Einbautiefe des K2 Preamps besitzt. Mit einem Gewicht von 4,6 kg ist die Endstufe auch deutlich schwerer als der Preamp, der trotz ebenso massiver Metallkonstruktion gerade einmal 2,5 kg auf die Waage bringt. Beide Geräte besitzen eine interne Stromversorgung mit Netzschalter an der Gehäusefront, somit entfallen Gott sei Dank die nervigen externen Netzteile. Beide Netzkabel befinden sich im Lieferumfang, ebenso wie Gummifüße, die bei Bedarf beiden Rackgeräten auch den Einsatz als rutschfeste Desktop-Varianten ermöglicht. Abgesehen davon, dass beide Probanden eine blaue Metallfront besitzen, war es das auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Daher nun die Betrachtung im Detail.

Kammer K2 Preamp

K2

— Kammer K2 —

Im Innern des zweikanaligen Kammer K2 werkeln zwei ECC83 Röhren, die entstehende Wärme wird über eine entsprechende Öffnung an der Vorderseite abgeführt. Das Bedienpanel zeigt sich sehr aufgeräumt. Lediglich drei Potis, zwei Schalter und natürlich die Eingangsbuchse für die Gitarre befinden sich hier an der blauen Front. Neben einer Zweiband-Klangregelung für Bass und Treble sorgt jeweils ein Gain-Regler für den gewünschten Drive des per Taster anwählbaren Clean- oder Overdrive-Kanals, abschließend bestimmt ein Volume-Poti die Ausgangslautstärke. Und das war es dann auch schon: Kein Display, keine Sub-Menüs, kein Endlos-Jogwheel oder Multi-Funktionstasten, das „WYSIWYG-Prinzip“ könnte nirgendwo deutlicher sein als beim Kammer K2. Die einzigen Lämpchen, die an diesem Gerät leuchten, sind die weiße Betriebs-LED und eine blaue, die den Wechsel in den Overdrive-Modus signalisiert.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    harrymudd  

    Wie jetzt?
    In eine Vollröhrenendstufe gehört auch eine ECC83 als Phasenumkehrstufe – zumindest minimal eine Hälfte der Doppeltriode.
    Aber 2 EL34 in einem 1HE Gehäuse mit so einem Minilüfter geht ja aus Betriebssicherheitsgründen gar nicht und wird mit einem Punkt belohnt:)

    • Profilbild
      kammeramps

      Hallo harrymudd,

      bei kompakten Gehäuseabmessungen spielt das thermische Design auf jeden Fall eine wichtige Rolle. Daher haben wir bei der Entwicklung des TPA301 auf diesen Punkt ganz besonders geachtet.

      Es spielt keine Rolle, ob große Röhren wie EL34 oder kleine Röhren wie EL84 verwendet werden. Wichtig ist, dass der Lüfter genügend Luft bewegt, damit die dissipierte Leistung abgeführt wird. Die Endstufe ist so dimensioniert, dass sie thermisch stets im gesunden Bereich arbeitet. Außerdem befindet sich eine Thermosicherung im Gerät, die anschlägt, falls der Lüfter defekt ist oder die Lüftungsschlitze blockiert sind.

      Aus Sicherheitssicht also klar 5 Punkte. ;-)

      Zur Vorstufen-Triode:
      Der TPA301 hat neben der obligatorischen Phasenumkehrstufe einen separaten Vorverstärker. Insgesamt also 3 Trioden.

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        harrymudd  

        Das mag ja alles schön und gut sein – aber aus meiner beruflichen Praxis weiß ich, dass Wärme elektronischen Bauteilen nie zuträglich ist und zum beschleunigten Verschleiß führt.

          • Profilbild
            harrymudd  

            natürlich habe ich die Antwort gelesen – nur bleiben auf Grund meiner beruflichen Kenntnisse große Zweifel an der Betriebssicherheit.
            Ich wünsche der Fa Kammer Erfolg – ich selber würde die Geräte aber nicht kaufen.

  2. Profilbild
    iltis30  

    ein Interessantes Konzept – aber kein Effektweg? Was soll ich damit?
    In so eine schöne Kombination gehört ein regelbarer, paralleler Effektweg.
    Mich wundert sehr die derzeitige Flut an Röhrenamps ohne Effektweg – meiner Meinung nach Praxisfern. Bitte @Kammeramps, realisiert das doch! Dann ist euer System viel flexibler einsetzbar.

    • Profilbild
      kammeramps

      Natürlich können Effekte problemlos zwischen Vor- und Endstufe geschaltet werden. Bei der seriellen Schaltung sollten allerdings hochwertige Effektgeräte verwendet werden, da minderwertige Effektgeräte bekanntermaßen den guten Röhrenklang rauben.

      Das Dogma, dass nur parallele Loops guten Sound garantieren, stammt aus einer Zeit, als Effektgeräte noch deutlich schlechtere Wandler und Signalverarbeitung hatten als heutzutage. Parallele Loops haben allerdings auch Nachteile (z.B. Phasenprobleme aufgrund fehlender Latenzkompensation).

      Wer trotzdem einen parallelen FX-Loop benötigt, kann diesen auch alternativ mit einem guten Rackmischer realisieren.

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