Test: Mackie MDB-Serie, M48 und MTest-1, Audio Tools

13. August 2018

Die akustischen Problemlöser

mackie mdb

Mit der Mackie MDB-Serie stellt der amerikanische Hersteller vier DI-Boxen vor, darüber hinaus wurden die neuen Audio-Tools um den Phantomspeiseadapter M48 und den Batterietester MTest-1 ergänzt. Mackie hat letztes Jahr mit guten Audiointerfaces schon bewiesen, dass man nicht nur hochwertige Mixer und Lautsprecher mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis herstellen kann und erweitert konsequent das Produktportfolio. Dazu gesellen sich übrigens auch Kopfhörerverstärker und Ohrhörer. Wir haben uns zwei Produkte der MDB-Serie, konkret MDB-USB und MDB-1P sowie den Speiseadapter M48 und den Batterietester MTest 1 angeschaut.

Mackie MDB-Serie, ein Stapel Gadgets

Ein Stapel kleiner Gadgets

Gemeinsamkeiten der Mackie MDB-Serie, M48 und MTest-1

Die kleinen Mackie Audio-Tools sind solide verarbeitet, einfach in der Handhabung und übersichtlich gestaltet. Bis auf den MTest-1 sind die Cases der Mackie MDB-Serie und des M48 identisch, die kleinen Aluminiumgehäuse sind 15 cm lang, etwa 9 cm breit und 3,5 cm dick. Sie bestehen aus einem Guss und die Elektronik wurde an den kurzen Seiten eingeschoben. Dadurch sind sie extrem verwindungssteif und robust. Im Inneren steckt analoge, solide Audiotechnik. Seitlich gibt es zwei längliche Mulden, so dass man die Geräte gut greifen kann. Sehr schön ist, dass man die Beschriftung der Buchsen und Schalter auch auf der Gehäuseoberseite zusätzlich angedruckt hat, das erleichtert das Handling ungemein. Natürlich darf auch der „Running Man“ nicht fehlen, der gut sichtbar jede Oberseite ziert. Hier am Beispiel der Oberseite des Mackie M48 zu sehen.

Mackie MDB-Serie, M48 Oberseite

 

Vorne und hinten an den kurzen Gehäuseseiten sind jeweils zwei Plastikbügel verschraubt. Diese schützen nicht nur die Stecker und Bedienelemente, sondern erlauben auch die mögliche Befestigung, so man denn will. Die Buchsen sind ebenfalls mit dem Gehäuse verschraubt, weibliche XLR-Buchsen kommen ohne Verriegelung aus. Dem rauen Live-Alltag steht also nichts im Wege, im Studio machen sie ohnehin eine gute Figur. Mackie nennt das „Built like a tank“, eine Eigenschaft vieler Produkte des Herstellers.

Zwei rutschhemmende Klebestreifen aus Schaumstoff an der Unterseite sollen die Geräte vor dem Entgleiten schützen, auf meinem glatten Schreibtisch allerdings hätte ich mir jedoch etwas mehr Grip gewünscht. Dafür vermitteln die gefederten Kippschalter und LEDs einen Hauch von Ewigkeit. Wer gerne mit dem Kugelschreiber spielt, könnte sich daher auch ein Gerät aus der Mackie MDB-Serie auf den Schreibtisch legen. Hier am Beispiel des Mackie M48, das auch über ein Batteriefach verfügt.

Mackie MDB-Serie, M48 Unterseite mit Batteriefach

Die Mackie MDB-Serie

Mackie MDB-Serie, MDB-USB schräg links

Die grundsätzliche Aufgabe von DI-Boxen ist es, ein unsymmetrisches Signal zu symmetrieren und auf ein einheitliches, niederohmiges Niveau zu bringen, damit der Anschluss verschiedener Geräte an Mixern unkompliziert und störungsfrei gelingt. Für diese Aufgabe bietet die Mackie MDB-Serie gleich vier Direktboxen an. Allen gemein ist die Rückseite, hier finden sich der XLR-Ausgang mit Ground-Lift-Schalter. Damit lässt sich bei Bedarf die Masse trennen und ein Potentialausgleich schaffen, mit anderen Worten Brummschleifen vermeiden. Die Vorderseite ist je nach Modell entsprechend anders aufgebaut und bietet hochohmige Eingänge und Thru-Ausgang zum Durchschleifen des Signals.

Mackie MDB-Serie, MDB-USB Rückseite

So sieht das Ganze von hinten aus

Mackie MDB-USB

Mackie MDB-Serie, MDB-USB vorne

Die USB-Box bildet mit dem integrierten D/A-Wandler die Möglichkeit, Computer oder Notebooks anzuschließen. Der Wandler löst mit maximal 24 Bit bei 96 kHz auf und ist USB-Class-2-kompatibel, entsprechend wird er treiberlos am Rechner erkannt. Dadurch ist allerdings auch kein asynchroner USB-Betrieb möglich und die Clock wird vom Rechner vorgegeben. Auf der Frontseite befindet sich die USB-B-Buchse samt zugehöriger Zustands-LED. Ein Kippschalter erlaubt es, das Stereo-Signal auf Mono zu brücken, das kann besonders in Live-Situationen nützlich sein und wird von einer LED bestätigt.

Ein nicht gummierter und rastender Lautstärkeregler, der über die Frontbügel hinausragt und vermutlich analog arbeitet, sitzt hinter dem DAC und regelt sowohl die rückseitigen XLR-Ausgänge als auch die frontseitige 3,5 mm Kopfhörerbuchse. Weil das Signal unverstärkt ausgegeben wird, ersetzt das Gerät keinen Kopfhörerverstärker.

Mackie MDB-Serie, MDB-USB und ONYX Producer 2x2

Prinzipiell könnte man den MDB-USB als Audiointerface ohne Eingänge beschreiben, daher liegt der Vergleich mit dem Mackie ONYX Producer 2×2 nahe. Hier offenbaren sich allerdings gleich die Unterschiede, denn wegen der fehlenden Vorverstärkung ist das MDB-USB an meinen Studiomonitoren zunächst leiser und rauscht entsprechend gar nicht.

Die Klangqualität des DAC ist gut, allerdings etwas emotionsloser als das ONYX Producer 2×2. Das liegt vermutlich am unterschiedlichen Aufbau und DAC. Im Ergebnis ist das aber alles nicht tragisch, denn es geht darum, einen Computer unkompliziert mit Studio- oder Beschallungstechnik zu verbinden und das ist vor allem auch wegen der treiberlosen Installation absolut problemlos. Einzig ein USB-Kabel muss man sich besorgen, das liegt meinem Testexemplar zumindest nicht bei.

Forum
  1. Profilbild
    Franz Walsch  AHU

    Der Kabeltester scheint ein OEM-Produkt zu sein.
    Ihn gibt es auch als »Palmer Cable Tester« und als »Millenium MCT-10« deutlich günstiger.
    Wer eine größeren Funktionsumfang benötigt, findet im Modell »Millenium MCT-20« einen geeigneten Tester in ähnlicher Bauform.
    Da alle Geräte ohne roadtauglicher Verpackung geliefert werden, habe ich für meinem »MCT- 20« ein «Thomann Mix Case 2118A« angeschafft.

    • Profilbild
      Stephan Merk  RED

      Danke für den wertvollen Hinweis, in der Tat scheint der MCT-20 bis auf die mir nicht so zusagende Farbgebung baugleich zu sein und wenn ich das richtig sehe, bietet er auch RJ45 an. Den Mackie finde ich optisch aber schöner und sieht nicht so nach Werkstatt aus, obgleich das der Funktion natürlich keinen Abbruch tut.

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