Test: Mackie MR824, Studiomonitor

22. Januar 2018

Stark, günstig und laut

Mackie MR824

Auch der MR8 MK3 hat nach vier Jahren einen Nachfolger erhalten. Mit dem neuen Mackie MR824 präsentiert der Hersteller einen günstigen und leistungsstarken Studiomonitor mit einem weiten Frequenzgang von 35 bis 20.000 Hz. Daher eignet er sich nicht nur für das Nahfeld, auch auf einen Subwoofer kann man getrost verzichten. Ich war sehr gespannt, ob sich der Mackie MR824 gegen den teureren XR824 behaupten kann. Die Antwort heißt jein und sei vorab verraten. Wer sich für die XR824 interessiert, findet hier den zugehörigen Test.

Die Produkte von Mackie bieten zu recht günstigen Preisen eine gute Qualität. Das realisiert der amerikanische Hersteller unter dem Dach von Loud Technologies durch eine Fertigung in China. Laut Mackie wurde die komplette Serie runderneuert und verspricht eine hohe Detailtreue und Klarheit in allen, auch gehobenen Anwendungsbereichen.

Der Mackie MR824 ist der größte Monitor aus der mittleren Serie mit 8“-Woofer. Optisch lehnt er sich am Design der übrigen Vertreter an, das sind die MR524 mit 5,25“ und MR624 mit 6,5“-Woofer, dazu gesellt sich der Subwoofer MRS10 mit 10“-Basstreiber. Neben den XR624 und XR824 darüber ist darunter die CR-Serie mit den drei Lautsprechern CR3, CR4 und CR5 BT zu finden, die vorwiegend für den multimedialen Einsatz gedacht sind. Die kleinen MR524 in Verbindung mit dem MRS10 habe ich hier getestet.

Ausgepackt

MR824 Front

Die MR524 haben mir gemessen am Preis gut gefallen, auch wenn das Bassfundament allerdings physikalisch begründet etwas dünn ist. Größere Woofer und Gehäuse bieten tendenzielle Vorteile, benötigen aber auch mehr Stellfläche und eine bessere Entkopplung. Wer wenig Platz hat und dennoch Tiefgang bevorzugt, ist mit einem Subwoofer sehr gut beraten. Wer allerdings mehr Stellfläche für Lautsprecher hat und eher analytisch hört, sollte einen Subwoofer vermeiden. Nicht nur weil das Signal bis zum Lautsprecher vermeidbare Wege zurücklegt und daher auch anfälliger für Störungen ist, sondern weil ein dritter Lautsprecher an anderer Position ohne Phasenkorrektur das räumliche Signal auch ungünstig beeinflussen kann. Je nach Geschmack und Budget, nicht zuletzt auch abhängig vom Aufstellort, sind die Kompromisse natürlich unterschiedlich groß.

Der Hersteller empfiehlt natürlich auch zu den Mackie MR824 ergänzend den MRS10 als Unterstützung im Tiefbassbereich. Aus technischer Sicht scheint mir dies etwas übertrieben, weil Satelliten bei einem Subwoofer ohnehin einen Frequenzgang von etwa 80 Hz abbilden müssen. Das gelingt den MR524 ebenso gut, auch sind kleinere Treiber im Mitteltonbereich reaktionsfreudiger. Die Grenzfrequenz liegt etwas höher und verteilt daher das übrige Frequenzspektrum besser.

Ungeachtet dessen liefert der MRS10 mit 28 Hz noch Luft nach unten. Wer abgrundtiefe und knackige Bässe mag, kann daher die Kombination ausprobieren, sollte aber auch mit den kleineren Lautsprechern vergleichen. Praktisch konnte ich dies mit den XR824 testen, hier ist das für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten.

MR824 und XR824

Im Karton der wie üblich einzeln erhältlichen Mackie MR824 findet sich neben dem Kaltgerätekabel und Kurzanleitung nichts weiter, den XR824 liegen Schaumstoff-Pads zur Entkopplung bei. Diese lassen sich aber auch bei speziellen Schaumstoff-Versendern auf Maß anfertigen und kosten nur wenige Euro, alternativ hält der Fachhandel verschiedene Lösungen zur Entkopplung bereit. Bei meinen Testexemplaren lagen auch keine Klebepads bei, möglicherweise ist dies bei der Serienlieferung anders. Den MR524 wurden zumindest einfache Klebepads zur Schonung der Oberfläche mitgegeben.

Forum
  1. Profilbild
    Onkel Sigi  RED

    Gut geschriebener und ausführlicher Test. Dass ein preisgünstiger Monitor aber auch mit NULL Netzbrummen zu realisieren ist, beweist Yamaha mit seinen HS8, welche seit drei Jahren in meinem Studio im Einsatz sind.

    Musikalische Grüße

    Onkel Sigi

    • Profilbild
      Stephan M.  RED

      Nun ja, die HS 8 ist zumindest aktuell geringfügig teurer und ich würde sie jetzt vielleicht in der Leistung etwas höher ansetzen. Aus meiner Erinnerung neigt die Yamaha aber zu etwas mehr HiFi und hat zwar einen guten, jedoch leicht mulmigen Bass. Dies aber absolut unter Vorbehalt, ich hatte sie mal vor längerer Zeit bei einem Bekannten hören können, wobei hier auch die vorgeschaltete Elektronik und Abhörsituation keinen wirklichen Vergleich meinerseits zulässt. Letztendlich entscheidet ja auch das persönliche Hörempfinden und Yamaha liefert eine für den Preis angemessene Qualität. Ich würde den Vorteil bei der MR824 in der neutralen Abstimmung sehen und in der Mittenwiedergabe. Kompromisse in dieser Klasse sind ja unausweichlich und dass es auch ohne Netzbrummen geht, zeigt ja die XR-Serie.

  2. Profilbild
    Sterilmusic

    Ich konnte die XR824 und die MR 824 zu hause testen. Mir gefällt vor allem die Abstimmung beider Mackies bezüglich der Mitten. Gesang und Gitarren werden fantastisch dargestellt. Meine Eve Audio SC208 klingt im Bass etwas kontinuierter, in den Höhen hochauflösender und insgesamt detaillierter und räumlicher. Dennoch musste ich lange überlegen, ob ich die Eve Audios nicht gegen die Mackies tausche. Die Mitten sind einfach so musikalisch, dass die Lautsprecher förmlich süchtig machen. Eve Audio SC208 mit den Mitten der Mackies und ich wäre glücklich. Gibt es diese Box? Im Test wurden die Genelec 8050 angesprochen…?!
    Das starke Rauschen der XR 824 hat ihnen bei mir letztendlich das Genick gebrochen. Muss in dem Preisbereich nicht sein!

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