Test: Make Noise Rene 2018, Eurorack Sequencer

4. Januar 2019

Sequencing aus der Tiefe des Raumes

make noise rene 2018

Make Noise Rene 2018

Der seit 2009 gebaute Make Noise René ist einer der beliebtesten Eurorack-Sequencer. Nimmt man die Seite Modulargrid.com als Maßstab, sogar der beliebteste. Nach fast zehn Jahren ist es also durchaus geboten, diesen Klassiker mal zu überarbeiten, schließlich gab es doch den einen oder anderen Kritikpunkt an dem Modul. Und tatsächlich sind einige Neuerungen im neuen Make Noise René 2018 zu finden, sowohl auf konzeptioneller als auch auf optischer Seite. Da ich vor nicht allzu langer Zeit den originalen Make Noise René getestet habe, werde ich hier nur auf die Änderungen im neuen Make Noise René 2018 eingehen.

Änderungen im Konzept des Make Noise René 2018

Die erste Version des René beruhte hauptsächlich auf dem kartesischen Konzept: X- und Y-Achse des Sequencers werden unabhängig voneinander geclockt, wodurch interessante Pattern entstehen. Als Bonus gab es noch einen Snake-Modus, bei dem fest vorgegebene Verläufe mit nur einer Clock durchgefahren werden konnten.

make noise rene 2018

Im neuen Make Noise René 2018 sind aus diesen alternativen Modi drei separate Kanäle geworden: je ein X- und Y-Snake Sequencer sowie einen „C“-Sequencer, der im (c)kartesischen Modus läuft. Pro Kanal lassen sich unter anderem verschiedene Notenwerte für die Steps einstellen und jeder Kanal hat einen eigenen CV- und Gate-Ausgang, so dass man es hier praktisch mit drei Sequencern in einem zu tun hat.

Hinzu kommt noch, dass Make Noise seinem Koordinatensystem eine weitere Dimension spendiert hat. Alle Einstellungen der X-, Y- und C-Kanäle lassen sich als „State“ speichern und mit Clock, CV oder manuell anwählen, was praktisch eine Z-Achse darstellt.

Zuletzt kann man den Make Noise René 2018 noch intern mit dem Make Noise-eigenen Select-Bus verbinden, durch den Programm/Preset-Änderungen übertragen werden können. Aktuell kann außer dem René nur Make Noises Clockmodul Tempi auf diesen Bus zugreifen, es ist aber davon auszugehen, dass sich das in Zukunft ändern wird.

Optische Veränderungen am Make Noise René 2018

War es in der Vorgängerversion noch nötig, den Status der Einstellungen von den leuchtenden Knöpfen abzulesen, so ist dies jetzt direkt auf dem von LEDs beleuchteten Touchpad möglich. Zudem ist die Orientierung leichter, da die LEDs je nach Kanal in verschiedenen Farben leuchten. Durch weiße Beleuchtung wird zudem angezeigt, auf welcher Page man sich befindet. Außerdem werden bestimmte Einstellungen durch Pulsieren oder Blinken der LEDs sichtbar gemacht.

Pages des Make Noise René 2018

Geblieben sind die Access- und Gate-Pages des alten Renés. Neu ist, dass sich in der Glide-Page für jeden der drei Sequencer-Glides pro Step einschalten lassen, etwas, das sich vorher nur über Gates am Mod-Eingang bewerkstelligen ließ. Für den X- und Y-Kanal lassen sich 16 verschiedene Snake-Pattern manuell anwählen oder per Clock und CV durchschalten. In der Quantizer-Page lässt sich nun bestimmen, über wie viele Oktaven (1-4) sich der Ausgang des jeweiligen Kanals erstrecken soll. Ebenso lässt sich dort die Quantisierung auch ganz ausschalten.

Die Fun(ction)-Page hat einige Änderungen erhalten. Vieles ist vereinfacht worden, ein paar Funktionen sind dementsprechend auch weggefallen:

  • Der Gate-Ausgang kann entweder einen Trigger ausgeben oder ein Gate, das der Breite der Clock am Eingang entspricht.
  • Scan übernimmt die aktuellen Knopfpositionen für den angewählten Kanal. Das ist praktisch, um z. B. Werte vom X- in den Y- oder C-Kanal zu kopieren.
  • Trigger oder Gates am Mod-Eingang können den Sequencer resetten, zur Clock (per OR) addiert werden, den Sequencer starten und stoppen oder dessen Laufrichtung ändern.
  • Man kann Spannungen, die am CV-Eingang anliegen, zum momentanen Wert des Sequencers addieren. Man kann auch durch Gates am Mod-Eingang bestimmen, wann die anliegenden Spannungen quantisiert werden sollen. So lässt sich ein beliebiger Kanal des Make Noise René 2018 auch als Standalone-Quantisierer benutzen.

Zuletzt gibt es noch eine Latch-Page, auf der sich unabhängig von der Access-Page einzelne Steps auswählen lassen, die vom Sequencer angefahren werden. Im Gegensatz zur früheren Version muss man hier nicht die Touchpads gedrückt halten, sondern sie bleiben angeschaltet, nachdem sie gedrückt wurden. Interessant an der Latch-Page ist, dass die hier angewählten Steps State-übergreifend gedrückt bleiben.

States und die Z-Achse des Make Noise René 2018

Ein State umfasst alle Einstellungen für die X-, Y- und C-Kanäle, im Grunde also komplette dreikanalige Sequenzen. Befindet man sich auf der Select State-Page, lassen sich die verschiedenen States entweder manuell, per Gate am Z-Mod-Eingang oder per CV am Z-CV-Eingang durchschalten, vorausgesetzt diese States sind aktiviert.

Es gibt auch die Möglichkeit, die States per Gate oder CV durchschalten zu lassen, wenn man sich nicht auf dieser Page befindet, allerdings verliert man schnell den Überblick, welchen State man gerade editiert. Dies kann allerdings auch Vorteile haben, wenn man etwas damit experimentiert und bei laufendem Sequencer Veränderungen vornimmt. Zudem lässt sich auf der Global-Page auch über „Scan“ wieder zurück zum letzten gesicherten Zustand aller States zurückkehren.

Um die Editierung der States zu vereinfachen, ist es auch möglich, diese auf der M-Paste-Page von einem Platz auf einen oder mehrere andere zu kopieren. Hier ist es auch möglich, mehrere auszuwählen und gleichzeitig zu editieren, von Make Noise „MESH-Programming“ genannt.

Schließlich lassen sich alle States speichern. Dies ist auch der einzige Vorgang, bei dem der Make Noise René 2018 den Sequencer tatsächlich anhalten muss.

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