Alles über Hard- & Software-Sequencer, CV/Gate bis MIDI

29. August 2018

Wir sind die Roboter...

Der Sequencer ist vermutlich das am häufigsten unterschätzte Gerät, wenn es um die Aufzeichnung und vor allem Wiedergabe von strom- und spannungserzeugter Musik geht. Dabei kann der Sequencer auf eine lange Geschichte zurückblicken. Wer hier die Pianorolle und die schlecht gestimmten Pianos aus Spaghetti- und anderen Western von gestern assoziiert, liegt nicht falsch. Seitdem hat sich das Angebot an Soft- und Hardware-Sequencern so immens vergrößert, dass es unserer Ansicht nach Zeit für ein Special wurde.

„Alles über Hard- & Software-Sequencer“ bietet nicht nur einen umfangreichen Rundblick über die aktuelle Produktpalette, sondern verweist in den Einzelbeschreibungen auch direkt zu unseren zahlreichen Tests. Wer hier in die Tiefe gehen möchte, hat mit „Alles über Hard- & Software-Sequencer“ Lesestoff für Stunden und Tage – fangen wir an:

Die Anfänge des  Musik-Sequencings

Diese gehen zurück auf Raymond Scott, einem amerikanischen Musiker und Erfinder. Sein Lochstreifen-Sequencer von ca. 1940 war einer der ersten dokumentierten elektromechanischen Sequencer, die Information wurde hier auf Lochstreifen gespeichert. Um 1951 entstand bei RCA Viktor der RCA Mark II Sound Synthesizer, ein raumfüllendes komplettes System zur Klangsynthese. Highlight des Systems war dodekaphonische Musik und die 4-stimmige Polyphonie.

Hier empfehlen wir auch die äußerst bemerkenswerte Dokumentation „I dream of wires“.

Um 1965-1968 kam dann das System Moog 960 auf den Markt, dass für damalige Verhältnisse recht transportabel war. Mit der Erweiterung in Form des Modells 962 waren dann Techniken wie Daisychaining und Beeinflussung der Notenlänge möglich.

Allerdings und hier verweisen wir als Quelle auf „I dream of wires“, war der erste massentaugliche Sequencer das System 100 und 147 von Buchla um ca. 1964, während Moog 1964 noch am Prototypen des Systems 960 baute. Buchla meinte, es sei nicht wichtig, wer der Erste war, sondern dass es passiert.

Bis Ende 1969 waren diese beiden Systeme die Systeme der Wahl und man musste sich für Westcoast oder Eastcoast entscheiden. Um ca. 1970 kamen dann EML Sequencer 400 und ARP 1027 Clocked Sequential Control Module auf den Markt. Waren aber eher für gutsituierte Studios und „Forschungseinrichtungen“ entwickelt worden.

Oberheim DS-2, Digital-Sequencer von 1974

Alle diese Systeme hatten mehrere Nachteile, die aber die Komponisten nicht abschrecken sollten. Es konnten nur vorher eingestellte Sequenzen wiedergegeben werden. Und der Produzent war auf eine CV/Gate-Systematik festgelegt. Die Auswirkungen auf die Performance sollten hier klar sein.

Der Umstand Aufzeichnung und Wiedergabe wurde zwar für Step-Sequencer auch im Zeitraum ab 1950 diskutiert und erstmals mit dem CSIRAC elektronisch realisiert. Später, 1965 mit einer PDP 5 als Eingabegerät und einer Mainframe IBM 704 realisiert. Ungefähr gleichzeitig fanden in Japan an der Keio Universität die ersten Versuche mit dem  TOSBAC Computer System statt.

Der Meilenstein des amerikanischen IBM 704 Systems war die Erfindung eines 12 Bit D/A-Wandlers für Echtzeitwiedergabe, diverse Controller und ein rotierender Joystick zur Aufnahme einer Echtzeit-Performance.

Im Prinzip machen wir hier schon einen Ausblick in die Zukunft und sehen verschwommen ein Synclavier und einen Fairlight.

Aber wieder zurück in die Gegenwart, dem Jahr 1971 und der Firma EMS und dem Sequencer 256 des Systems Synthi 100. Dieser Sequencer war der erste digitale Sequencer. Und hier sollten wir nicht überrascht sein, er wurde u. a. vom BBC Radiophonic Workshop eingesetzt. Zu hören in Blake 7 und der originalen Radiofassung von Douglas Adams Hitchhiker‘s Guide to the Galaxy. Und ab Staffel 3 auch bei Doctor Who. Verkaufspreis für den Sequencer £ 1,100. Ein sehr GAS-freundlicher Preis.

ABLE Computer (1975) von NEW England muss auch angeführt werden, auch wenn seine Hauptausrichtung nicht die Sequenzierung von Musik ist. Allerdings wurde dieses „Transportmodul“ später in den Dartmouth Digital Synthesizer verbaut.

Aber auch jenseits des großen Teiches war ein gewisser Tom Oberheim nicht untätig und stellte 1974 den DS-2 Digital-Sequencer vor. 1977 kam dann Sequential Circits mit dem Model 800 auf den Markt.

Korg SQ-10 von 1978

Last but not least der Korg SQ 10 von 1978.

Innerhalb der 1970er Jahre passiert gleichzeitig relativ viel und die Ära der Digital-Sequencer wird durch die Standalone-CV/Gate-Sequencer Microcomposer von Roland beendet. Und die MIDI-Ära beginnt. Wir sprechen hier von Rolands MC-8. Dieser war gemessen am EMS 256 sicher nicht das innovativste Produkt anno 1978, stellt aber insofern einen Meilenstein dar, als dass die Bedienung komplett computerisiert erfolgte und wir einen RAM von 16 kb oder 5200 Noten und Polyphonie mit an Bord hatten. Und hier führt der Weg weiter zum MC-4 von 1981 und MIDI klopft an die Tür. Von 1981 diskutierten die Herren Kakehashi, Oberheim und Smith sowie weitere Vertreter von Kawai, Yamaha und Korg die Einführung des MIDI Standards. Womit wir dann im Jahr 1983 und Rolands MSQ-700 angekommen sind, dem ersten MIDI-Sequencer. Ebenfalls von 1983 datiert der Moog Song Producer.

Und hier kommen nun die Rechner, PCs, Commodores, Apples ins Spiel. 1984 stellte Roland das MPU 401 vor, dieses war eine Breakoutbox für MIDI IN/MIDI OUT/MIDI THRU/TAPE IN/TAPE OUT/MIDI SYNC. Die Weiterentwicklung waren die als MIF bezeichneten Interfaces für alle damals gängigen Plattform von Apple über PC/IBM und Commodore. Diese Systeme stellten in dem Zeitraum den Quasi-Standard im Studiobetrieb dar. Hier muss man sich vor Augen führen, dass in den Studios der Zeit z. B. analog gearbeitet und aufgezeichnet, aber teilweise digital gesteuert wurde. So wurden die Zeitinformationen damals in Form eines Clicktracks auf dem analogen Tape mit aufgezeichnet und die Bandmaschine und ein Sequencer wurden entsprechend über diese Informationen und diese Boxen synchronisiert. Wer sich hier für interessiert, sucht bitte beispielsweise nach Martin Rushent, der z. B. Human League und „DARE“ produzierte und eine Koryphäe auf dem Gebiet der angewandten Tontechnik war.

Software-Sequencer

Hier teilt sich unsere kurze Geschichte der Sequencer in Hardware und Software auf. Mit zunehmender Leistungsfähigkeit der Plattformen wurden Software-Sequencer immer populärer und mächtiger im Funktionsumfang.

Hier haben wir reine lineare Sequencer, Loop-basierende Sequencer oder reine Tracker oder eben die komplette DAW, die idealerweise neben den Steuerdaten auch Audio bearbeitet. Die wichtigsten Techniken sind hier der numerische Editor: die Pianorolle, der Notations-Editor.

Apple Logic Pro X 2018

Während die Hardware weitgehend ausentwickelt ist und Innovationen mehr oder minder horizontal sind, haben die Plattformen mittlerweile ein hohes Maß an Komplexität. Wir haben im Rechner ablaufende Simulationen z. B. Reaktor, die innerhalb einer DAW einen Sequencer simulieren oder emulieren und gleichzeitig über eine kompatible Soundkarte Steuerspannungen an ein oder mehrere modulare Systeme ausgeben.

Oder aber mit Blick aufs iPad erlauben, MIDI- und Steuerdaten in Echtzeit oder Audiodaten dazu mit geringer Latenz beliebig zu routen.

Und hierum wird sich nach unserem kleinen Auffrischungsteil um CV/Gate alles drehen.

CV was?

CV sind Kontrollspannungen, mit denen ich innerhalb eines Synthesizers den Oszillator, Filter, Amplitude, LFO und vieles andere beeinflussen kann.

Hier muss man auch aufpassen, da einige Hersteller bei Volt pro Oktave mit einer Basis -5 bis 5 V, 0 bis 5 V, 0 bis 10 V arbeiten.

Forum
  1. Profilbild
    Emmbot  

    Schöne facettenreicher Überblick. Ich habe immer noch kein Hardware Sequenzer (außer die Internen).

    Ich finde den Beatstep Pro ganz praktisch aber da fehlt mir die Polyfonie.

  2. Profilbild
    HX  

    Mmh weiß nicht, mal wieder ein Riesenthema in wenigen Absätzen abgehandelt, daher zwangsweise viele weiße Flecken: Atari, Ableton,…? – dafür Garageband dabei, na toll!
    Ich behaupte mal in der Leserschaft von Amazona ist viel Fachwissen versammelt, insofern erschließt sich mir mittlerweile der Sinn solch rudimentärer Artikel nicht so wirklich, für Anfänger ist der auch nicht geeignet.

  3. Profilbild
    Wellenstrom  AHU

    Tja, ich weiß nicht, ob man der Komplexität des Themas in so einem Abriss gerecht werden kann. Aber die klassischen DAWs werden nur eben mal hauchzart gestreift und ziemlich unvollständig aufgeführt. Sehe das allerdings auch eher als Appetizer für ältere Artikel.
    Neben Ableton fehlen da z.B. auch Bitwig oder Studio One. Als Studio One User würde ich z.B. da mal die Totalintegration von Melodyne und die ARA Schnittstelle hervorheben. Gerade für Leute empfehlenswert, die hier und da noch etwas nachtunen wollen, ggf. sogar komplett eingespielte Audiospuren akkordmäßig umbauen wollen. Ist aber, glaub‘ ich, bei Logic mittlerweile auch an Bord, oder?

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Welle,

      dieser Artikel war nur der Anfang. Grade bei der Software gibts Lücken, ich hab mich absichtlich auf Apple und Steinberg festgelegt. Apple z.B. , weil du da schnell zu Ergebnissen kommst. Ich hab für den Winter auf dem Zettel einen Workshop mit aus dem Computer generierten CVs und Co zu machen, die dann etwas steuern. Wobei dann der Rechner vom Sofa und iPad gesteuert wird. Oder was auch immer. Das es solche Sachen wie Melodyne gibt ist klar, aber es ging um die Pianorolle, nicht um das nachträgliche manipulieren einer Tonspur. Das Melodyne Werkzeug in Logic ist gut aber hat eine steile Lernkurve. Ich weigere mich standhaft dieses einzusetzen. Solche Werkzeuge verführen zum rumschlampen oder rumfuddeln.

      • Profilbild
        Wellenstrom  AHU

        „Das es solche Sachen wie Melodyne gibt ist klar, aber es ging um die Pianorolle, nicht um das nachträgliche manipulieren einer Tonspur. Das Melodyne Werkzeug in Logic ist gut aber hat eine steile Lernkurve. Ich weigere mich standhaft dieses einzusetzen. Solche Werkzeuge verführen zum rumschlampen oder rumfuddeln.“

        Moin, Toby!
        Im Prinzip ist melodyne (per ARA) nix anderes als eine Pianorolle, nur eben keine (reine) MIDI Pianorolle, sondern eine, die sich auf Audiomaterial bezieht, jedoch genauso handhabbar ist, und darüber hinaus Möglichkeiten bietet. Würde mich wirklich wundern, wenn die Lernkurve in Logic tatsächlich so steil wäre. In S1 war ich sofort drin, und ich bin mit Sicherheit weniger technisch begabt und interessiert als du. Handbücher etc. interessieren mich die Bohne – entweder finde ich mich da ein oder nicht. Melodyne selbst kannst du eigentlich für sich genommen schon als Sequencer betrachten, wenn natürlich allein in dieser Funktion sehr rudimentär.
        Es ist ein geniales Tool, mit dem man wirklich zielgerichtet arbeitet.

        • Profilbild
          Wellenstrom  AHU

          2. Teil vom Sermon

          Wer ernsthaft Musik macht, schlampt nicht rum oder fuddelt nicht damit rum. Praktische Einsatzzwecke, die mit deinen Befürchtungen nichts zu tun haben:
          – die eleganteste Art, Atmer und Artefakte in der Aufnahme zu eliminieren, die sonst stören würden.
          – die (meinetwegen leicht) verstimmte Saite der Gitarre und des Basses wieder zurechtrücken.
          – in der Praxis z.B. oft bei Übergängen in Songs von Songteil x zu y : Hier und da ggf. eine Note oder einen Chord umbauen, bei dem sich der Übergang dann sauberer „auflöst“ (passiert mir gar nicht so selten – wobei ich nur mit der kleinen Version arbeite (also der Eingriff auf Single Notes beschränkt ist)
          – was im Gesang nicht selten passiert: Das Ende der gesungenen Phrase, Passage gerät zu lang oder zu kurz. Hier kann man sehr natürlich stauchen oder dehnen inkl. der Beibehaltung der natürlichen Modulation.
          – manchmal passiert es, dass der Einsatz des Gesangs ’nen Tacken zu früh oder zu spät kommt, oder bei Gitarre, Bass etc.: hier lässt sich (meinetwegen auch händisch) perfekt verschieben
          usw. usf.
          Bis einschließlich 2011 habe ich ähnlich gedacht und solche Befürchtungen geäußert. Seitdem weiß ich mehr. Und es war Quatsch.

  4. Profilbild
    tonvibration  

    Ein spannendes Thema – und ja: der Sequencer als Eingabemittel ist direkt auch für den musikalischen Output verantwortlich und wird wie im ersten Absatz beschrieben oft unterschätzt. Gib einem Maler andere Pinsel und er malt andere Bilder… so gesehen ist die Sequencing oder Aufnahme-Methode genauso wichtig wie die Klangerzeugung (über die anteilmäßig aber viel mehr berichtet wird).
    Eine Kurzübersicht ist löblich, aber vielleicht wäre eine Aufteilung in mehrere Artikel, die dann ein wenig mehr ins Detail gehen, für die hier versammelte Leserschaft (alles freaks, oder?;) noch besser gewesen. Anyway, Danke für den Artikel.
    Einige Anmerkungen noch zum Lemuren (da ich da viel Erfahrung habe und selbst Sequencer gebaut habe – siehe mein Profil): Das Timing vom Lemur direkt ist nicht stabil genug um wirklich tighte Sequencer zu bauen. Selbst mit den neu eingeführten „Sequencingobjekten“. Wirklich tight geht das nur, wenn man den Lemur nur zur Dateneingabe und Darstellung benutzt und den Sequencer in Max/msp oder Pd schreibt. Leider liegt der Lemur wohl auch im Sterben: Vor einigen Monaten haben die Macher das Forum kommentarlos abgeschaltet und auch auf emails wird nicht mehr reagiert. Schade, aber das ist offtopic und wäre wohl n eigenen Artikel wert.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo tonvibration,

      das Interesse freut mich. Der Artikel ist erst mal nur als Einstieg und Anregung gedacht. Aber wir werden das sicher ausbauen. Siehe Antwort auf Welle.

  5. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Schön, dass der Analogue Solutions EKG Erwähnung findet und dass es einen Link zum Test des MFB Step64 gibt. Als Ergänzung zu den historischen Geräten möchte ich noch den Roland MC-202 Micro Composer erwähnen, einen der wenigen Digital-Sequencer mit integrierter Klangerzeugung. Bei den Arturias ist wohl ein kleiner Fehler aufgetreten; anstelle des BeatStep’s war wohl der KeyStep gemeint (der BeatStep ist ja schon länger nicht mehr erhältlich und der Keystep wird ja auch als Controller bezeichnet).

  6. Profilbild
    lugosi

    Auf meiner Wunschliste steht der Intellijel Metropolis ganz oben aber ich würde ihm ein Desktopgehäuse basteln. Ratcheting und Step Repeats machen sicher viel Spaß! Da reichen mir dann auch 8 Steps.
    Interessanter Artikel!

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo 8Bit,

      kommt drauf an wie du die benutzt. Ich hatte im Zuge der Recherche mit einem Besitzer in GB konferiert. „CV signals produce a programmable voltage of 0-11v. A value of 0=0v, 12+1v, 24=2v, 36=3v and so on, with a value of 60 being equivalent to middle C on a keyboard. The MC8 has 8 CV outputs and can control 8 VCOs (voltage controlled oscillators) simultaneously. Alternatively output 1 could control the pitch of one or more VCOs , output 2 the tone with a VCF (voltage controlled filter) and output 3 the dynamics with a VCA (voltage controlled amplifier). More than one CV can be assigned to a channel. You could for instance, have channel one simultaneously controlling 4 CV’s (two VCOs, VCF, VCA), a gate signal and 6 MPX signals.“

      8 VCOs simultan ansteuern ist für mich polyphon.

        • Profilbild
          TobyB  RED

          Hallo Welle,

          aber alle Spuren können zusammen verschiedene Noten simultan ausgeben. Ich bin in 14 Tage in GB, ich mach mal einen Abstecher auf ein Pint und ein paar Akkorde. Natürlich ist die Polyphonie spitzfindig aber solangen du gleichzeitig Noten CVs ausgeben kannst, bist du in der Lage Polyphonie zu erzeugen.

          • Profilbild
            8 Bit Fighter  

            Moin Toby,
            Ich kenne mc-8 sehr gut. Es gibt 8 Memory CV’s. Du kannst einem Channel 3 CV’s zuordnen, dann kann man zwar 3 verschiedene Pitches in einem Channel erzeugen, die aber zusammen nur einen Gate-Wert bekommen.Außerdem bleiben dann nur noch 5 Memory CV’s für die Channels übrig. Eine polyphone Eingabe der Daten ist nicht möglich.CV für CV muss man die Noten eingeben. Mit den 6 Multiplex Ouputs erzeugt man bis zu 6 Triggerimpulse gleichzeitig, um z.B Drumpatterns zu erzeugen.Die müssen aber vorher einem Channel zugeordnet werden. Wenn du den MC-8 als polyphonen Sequencer bezeichnest, dann sind z.B Arp1601,1613 und 1623, die Jahre vor Mc-8 auf den Markt kamen, ebenfalls poly, weil man dort im Parallel Mode 2*8 Step 2 Vco’s, 2 Synths oder was auch immer steuern kann. Man kann sogar mehrere Arp Sequencer miteinander synchronisieren, Somit wäre auch MC- 8 nicht der erste Polysequencer. Ich verstehe unter Polysequencer, ein Gerät , bei dem man mit einem angeschlossenem Keyboard eine Polyphone Melodie spielt und aufzeichnet und der Sequencer die Melodie genauso wiedergibt. Sequential Circuits 1005 Poly Sequencer war einer der ersten Polysequencer.

            • Profilbild
              TobyB  RED

              Hallo 8bit,

              Nein, der MC 8 kann mehrere Noten simultan ausgeben.

              https://bit.ly/2N51Ose

              Ich bin nicht der Einzige der dies sagt oder schreibt, siehe auch Herb Deutsch „A brief history of Synthesis“ oder „Synthesis: An Introduction to the History, Theory & Practice of Electronic.“ Oder „Any Sound You Can Imagine: Making Music/Consuming Technology“ von Paul Théberge „sequencing the homestudio“ Seite 223ff.

              Beide Bücher zu finden auf Google Books, oder Documentation.Apple

              Der M8 und dessen Polyphonie wird auch in den Logic Hilfe Dokumenten aufgeführt.

              Entscheidend ist die simultane Ausgabe von mehreren Noten.

  7. Profilbild
    swellkoerper  AHU

    Bei der Flut an verlinkten Artikeln wäre sicher der aktuelle Platzhirsch der MIDI-Hardware Sequenzer – der Cirklon – eine besondere Erwähnung wert gewesen. Aber ich verstehe, dass so eine Auswahl auch gerne subjektiv ausfallen darf.

    Kleine Ergänzung zum Thema Reaktor und CVs: Reaktor konnte schon immer mit CVs umgehen. Besitzt man eins der raren Audiointerfaces mit DC-coupled Inputs (Expert Sleepers, digitale Roland Aira-Module) und patcht eine Steuerspannung in Reaktors Eingänge, ergeben die -/+ 10V des Modularsystems einen Wertebereich von -1 bis +1. Von da an kann man sich das skalieren, wie man es braucht. Die Trigger-Blocks sind sehr hilfreich, wenn man Modular-Trigger und -Gates über ein normales (AC-gekoppeltes) Audiointerface in Reaktor benutzen möchte. So hat man nebenbei auch noch gewisse Timingprobleme gelöst, die bei dem Betrieb von Hardwaresequenzern mit Rechnern als Klangerzeugern auftreten. Die Latenz ist stets die des Interfaces, ohne jeden Jitter.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Swellkoerper,

      danke für das Update. Ich ging davon aus das die CV Steuerung in einem frühen Update nachgeliefert wurde. Ich guck mal die Release Notes nach. Rare DCs coupled Devices sind ein Thema für sich, die Motus kann man nehmen, wer aber beim 828 alle Kanäle raus und rein braucht, gibt sicher nicht noch mal soviel Geld für CVs aus. Es gibt aber weitere Auswahl. Expert Sleepers hat eine Liste mit DC coupled Devices. Ich hab ne Esi für sowas. Reaktor ist neben VCV Rack ein dankbares Feld für diese Spielereien.

      • Profilbild
        swellkoerper  AHU

        Reaktor sieht einfach nur die Audioeingänge und übersetzt das anliegende Signal in seinen Wertebereich, dabei ist völlig wurscht, ob das nun Audio oder Steuerspannung ist. Es ist wirklich so einfach. VCV ist cool, weil das Programm mit virtuellen -/+10V arbeitet und das Patching im Gegensatz zu Reaktor „vorne“ passiert. Mit dem passenden Interface ist der Übergang vom realen zum virtuellen Eurorack völlig transparent. Die momentan billigste Lösung sowohl für DC-coupled Aus- als auch Eingänge ist ein aggregate device aus Roland Scooper/Demora/etc. und einem alten MOTU-Interface. Kann ich jedem empfehlen, ist eine super Spielwiese und spart vergleichsweise viel Geld, wenn man in Eurorack reinschnuppern möchte – man kann Funktionen und Techniken ausprobieren, bevor man sinnlos Module kauft. Z.B. ein Neutron+Beatstep Pro+Demora+VCV ist extrem mächtig, kostet keine 800€ und braucht nichtmal ein Case.

        • Profilbild
          TobyB  RED

          Hallo swellkoerper,

          sind Scooper/Demora noch erhältlich? Dein Vorschlag mit dem Neutron ist auch sehr sinnvoll. Und vielleicht besser als eine Mother 32 zumal der Neutron mir persönlich thermisch stabiler erscheint. Das Patching in Reaktor ist in der Tat abstrakt und für Einsteiger ist VCV sicher einfacher. Aggregate Devices sind unter MacOS kein Thema und Windows 7/10 muss man etwas ausholen und noch ein paar Tools installieren. Aber ist auch machbar.

  8. Profilbild
    lalaman

    Auf jeden Fall ein super Thema für einen ausführlichen Artikel! Allerdings geht’s mir ein bisschen wie swellkoerper – ein Sequencer Artikel ohne Cirklon???? Schwierig. Auf der anderen Seite findet die Koma-Box Erwähnung, die ungefähr so tight läuft wie eine Hummel geradeaus fliegt? Wirklich ein interessantes Thema, auch vielen Dank für die historische Einfürhung, aber am Überblick über das aktuelle Angebot sollte man vielleicht noch ein bisschen arbeiten.

  9. Profilbild
    anselm  

    Vermisst:

    Hardware aktuell: Five12 Vector, Sequentix Cirklon
    Hardware RIP: Latronic Notron (legendärer Vorfahre der Genoqs Sequencer), Yamaha Tenori On,

    Software aktuell: Five12 Numerology (bildet Arbeitsweise von Hardware-Sequencern als Software ab, lässt sich über zB. Novation Launchpad steuern, nur MacOS, keine Windowsversion)

  10. Profilbild
    Trance-Ference  

    Ich finde diesen Artikel interessant und spannend zu lesen. Klar kann hier niemals alles abgedeckt werden und das eine oder andere kannte man vielleicht schon aber trotzdem ist sowas immer gut. Gerade für Leute die erst noch in das Thema einsteigen müssen.

  11. Profilbild
    BJack   2

    Sehr guter Artikel, ich vermisse ein bisschen das Octatrack mit seinem ausgefeilten Sequencer.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.