Test: Native Instruments Maschine Groovebox 2009

25. März 2009

Geniale Groovebox für den Laptop

Kannste mal was zur „Mäschin“ sagen? Na klar, aber es ist eine Maschine und verhält sich analog wie Reaktor zu „Ri-äktor“. So oder ähnlich fangen sie an, die Maschinengespräche nach all den Gerüchten und Berichten der Erstnutzer. Was die Maschine überhaupt genau ist und was nicht folgt stehenden Fußes…

Wat‘ is n Maschin?

Um es klar zu sagen: Maschine ist eine Software. Sie läuft potentiell auch ohne den Hardware-Controller und ist somit an einen Computer gebunden. Der Controller alleine kann ohne die Maschinen-Software jedoch als USB-Controller arbeiten und auch über MIDI andere Instrumente ansteuern, am besten mit installiertem Maschinen-Treiber. Insofern kann auch die Hardware ohne Software etwas tun, dann aber „nur“ als Controller und MIDI-Interface. Bis auf MIDI-SysEx und NRPNs (kaskadierte Controllerbündel) funktionieren schon in V1.02 alle gängigen MIDI-Kommandos. Die Hardware ist kein Dongle oder Kopierschutz-Stecker-Ersatz, und deshalb wird die Software ähnlich behandelt und installiert wie jedes andere Produkt von Native Instruments auch, nämlich über das Service Center Tool. Es wird die Serien-Nummer eingetippt und freigeschaltet für den Rechner auf dem die Maschinen-Software aktuell läuft. Ist es erst freigeschaltet, so kann man sich sorglos auf Tour begeben, denn es wird danach nicht mehr gefragt.

Bestenfalls bei Systemwechsel oder radikalen OS-Neuerungen könnte man damit rechnen. Das Service Center in der neuen Version funktionierte problemlos. Man hat die Hilferufe früherer Versionen offenbar verstanden und umgesetzt. Updates werden automatisch angezeigt und geladen, leider nicht auch automatisch installiert à la Apple „Software-Aktulisierung“. Das Rein-Raus des USB-Steckers der Hardware brachte die laufende Software nicht in Gefahr und macht weiter, wo sie war. Sie zeigte nur jetzt auch auf der Hardware alles an, was man erwartet. Damit sind die Grunddaten für ein gutes Live-Instrument erst mal bestätigt. Die Hardware ist allerdings nicht Beiwerk, sie ist zumeist doch der Ort, wo der Nutzer seine Finger hauptsächlich drauf tanzen lässt. 99% aller Funktionen sind ohne Berührung des Rechners auszuführen, jedoch ebenso komplett mit der Software zu erledigen. Ob NI jedoch vor hat, die Software eines Tages ohne Controller anzubieten, ist bisher nicht bekannt. Fakt ist aber, dass die Hardware den direkten Zugriffs-Faktor enorm erhöht ,und vorweg nehmen darf ich, dass es sich nicht um eine Sekundär-Hardware handelt im Stile von Kore. Es wird aktiv damit gearbeitet. Die Hardware besitzt neben dem Strom spendenden USB-Anschluss einen MIDI Ein- und Ausgang. Maschine will an einem eigenen Port hängen. Das erwarten heute immer mehr „Controller“ und „Audio(irgendwas)teile“, weshalb man hier schauen sollte, wie viele Ports ausreichen, um Audio-Interface, Maschine und eventuelle weitere Geräte am gleichen Rechner ohne Hub arbeiten zu lassen. Mein Tipp: 2-3 USB Ports für Maschine, Audiointerface und einem Wahlgerät (total integrierte Synthesizer, Controller) sollten es sein. Auch an einem Laptop.

Display

Display

NI Maschine im Vergleich zum Wettbewerb

Die entscheidende Frage ist vermutlich, ob Maschine als erste „Hybrid-Groovebox“ die Bedingungen erfüllt, eine echte Hardware-Groovemaschine wie Korgs Electribes, Akais MPCs und Elektrons Machinedrum/Monomachine zu sein. Dem gegenüber gibt es bereits einige Software-Grooveboxen. Aktuell wären Motu BPM oder Standards wie NI Battery oder Software wie FXpansion Guru zu nennen, jedoch bieten diese keinen direkten Zugriff auf die eigentlichen Live-Parameter, weshalb die Softgroover bisher dann doch eher reine Studiotools geblieben sind. Obwohl der Controller-Markt boomt, hält sich alles bei Standardware nach Schema 00 auf. Weiter abgrenzend lässt sich feststellen, dass Battery oder etwa Abletons Impulse oder sogar der Drumsampler in Numerlogogy 2 eine Art Drumrack ist, keine komplette Groovebox. Sonderfall Numerology bietet Controller-Steuerung, auch die der Events innerhalb eines Sequenzers, jedoch gibt es bisher noch keinen generischen Zugriff auf jede Spur. Dazu wäre ein offener Controller oder eben so etwas wie Maschine notwendig, ein „proprietärer Hardwarecontroller“ oder kurz: ein Stück Hardware, was genau passt und die wesentlichen Dinge bereitstellt. So viel zur Abgrenzung und dem, was die Maschine wirklich ist und was nicht.

Sie ist in der Tat in erster Linie für Grooves gemacht, kann aber problemlos für Melodien eingesetzt werden. Gearbeitet wird nach dem Pattern-Prinzip, welches von der Hardware sicher bekannt ist. Ein Pattern ist eine Sequenz mit einer bestimmten Länge. Genau genommen sind Patterns im allgemeinen Verständnis eine Gruppe von Sequenzen für mehrere Instrumente (Drums, Bass, Pads, etc.). Die meisten Maschinen organisieren einzelne Drumspuren und einige Melodiespuren getrennt. Die Maschine bietet für jedes Sample (oder jedes „Slicer“-Einzelsample) eine polyphone Spur. Orientiert hat man sich klar an bisherigen Groovemaschinen und Drumcomputern wie der Roland TR808, also DER Urvater aller Maschinen dieser Art. Die Länge dieser Patterns ist frei bestimmbar oder kann leicht verlängert werden, auch mit gleichem bisherigem Inhalt. Alles funktioniert im laufenden Betrieb, was für Live-Musiker ein sehr wichtiges Kriterium ist, welches selbst einige Hardware Grooveboxen relativ schnell wieder aus dem Bereich der „Guten“ katapultiert hat. Man darf sicher erwähnen, dass bisher kein Hardware-Hersteller sich an eine Groovebox mit Computer-Integration über das bloße USB-Sample-Tauschen hinaus gewagt hat, geschweige denn wesentlich mehr als normalen MIDI-Controllern oder hochauflösenden NRPNs. Ok, NRPNs kennt auch Maschine nicht. Aber die NI tritt bereits auf hohem Level an. Besonders im Auge hatte man offenbar die MPCs von Akai. Anders herum findet man wenige Soft-Sequencer, die sich für Live-Auftritte eigenen oder wenigstens einzelne Steps in einer Sequenz schnell anwählen können – und das selbstverständlich auch während einer laufenden Live-Aufführung, um einige Hihats oder eine Snare mal im nächsten Takt an anderer Stelle „kommen“ zu lassen. Auch Ableton Live feuert eher Clips ab, wenn es um Live Beats oder gar MIDI-ähnliches Handling geht. Es hapert eben meist haptisch, der Zugriff fehlt oder Zuordnungen oder die MIDI-Sequenzen sind schlicht zu ungelenk für eine spontane Jam-Session ohne Stopzwang. Deshalb gibt es die Maschine. Nun zu den Fakten und genug der Schelte und versäumte Produktideen.

Sliceabspielung im Pianorollen-Editor und Scenes oben

Sliceabspielung im Pianorollen-Editor und Scenes oben

Faktenfaktenfakten zur Maschine

Wie schon erwähnt, Patterns regieren auch in „Maschine“, jedoch sind sie beliebig lang und lösen bis 1/128 auf, natürlich auch alle triolischen Raster bis 1/64T, was vielen Lauflichtsystemen oft schon nicht mehr möglich ist. Auch der Swingfaktor ist direkt regelbar mit eigenem Knopf und lässt sich sogar invertieren, er bietet drei Parameter an. Wie so oft, ist die subtile Nutzung dieser Parameter sehr spannend (Audiodemo am Ende). Die Patterns laufen trotz ihrer verschiedenen Längen parallel ab und können unabhängig vom Taktmaß auch ungerade sein. Angezeigt werden sie übrigens in einer ihr noch übergeordneten Scene und noch einmal als Variationsliste. Sie kann sich sechzehn solcher Variationen dieses Patterns merken. Es lassen sich Beats beispielsweise in Echtzeit auf 13 oder 157 Steps verkürzen und in der Performance kürzer ziehen, um später wieder mit handelsüblichen ganzen 4/4 Beats zu enden, wobei das Taktmaß vollkommen frei ist. Die Maschine hat nichts gegen 7/8 Beats! Der Clou ist eben nur:

Es können Spuren eines Patterns unterschiedlich lang sein und darüber hinaus rechnerisch nicht zueinander passen. Über den Loop-Taster kann man alle Patterns auf die erste Zählzeit zurücksetzen („auf die 1“). Diese Rücksetzfunktion funktioniert bis etwa ¼ und etwas mehr sehr gut, für zeitkritische und zuverlässige Neustarts im 1/16tel-Bereich ist sie jedoch zu träge (exemplarische Stile: Glitch, IDM, Drum’n’Bass, Hophop), hier hilft jedoch eine andere Funkion aus. Die Umschaltung der einzelnen Patterns bzw. der einzelnen Spurenpatterns kann innerhalb eines Taktes passieren, auch sofort (!). Musikalisch gesehen hat dies zur Folge, dass man einige „Break-Patterns“ vorbereiten kann, um sie zur gegebenen Zeit einfach umzuschalten. Die Breaks selbst müssen dabei nicht sonderlich lang sein, es lässt sich daher immer ein ¼-Pattern anlegen mit ein paar fiesfreundlichen Bruchstellen und die Sache funktioniert musikalisch gut. Mutes und Solofunktion erinnern in Lage und Funktion an die MPCs – und das ist gut so. Mehr als zwei Taster muss man in der Regel nicht gleichzeitig drücken, so wie bei den meisten Hardware Geräten auch. Sehr gut ausgeführt ist die Flam/Roll-Funktion. Es lassen sich vier Tempi vorgeben, die bei Betätigen von Note Repeat mit der eingestellten Geschwindigkeit „Notenrollen“ erzeugen und durch die Druckstärke in ihrer Lautstärke gesteuert werden können. Snare-Rolls sind damit ein Kinderspiel, egal ob Hands-Up-Trance, Hardstyle oder Aphex-Twin-verdächtig. Die Flexibilität ist durch eine weitere Idee etwas höher als die gemeine Hardware-Pattern-Philosophie: Es gibt acht Gruppen mit jeweils bis zu sechzehn Einzelklängen darin. Gearbeitet wird witzigerweise fast immer mit Gruppen (Drums!) und Einzelsounds (Bässe usw). Jedes aufgenommene Stück Musik ist dennoch potentiell polyphon (kann begrenzt werden). Es gibt einen Step-Editor für Rhythmisches und den berühmten Pianorollen-Editor, den wir alle kennen mit dem Keyboard an der Seite. E

r erlaubt auch polyphones Spiel und Darstellung, eine der wenigen Dinge, die in Sachen Übersicht sehr vom Computerbildschirm profitieren. Polyphone Korrekturen sind in Echtzeit gut zu machen, im Step-Modus muss man die passenden Werte nach und nach zusammenspielen oder über die Maus einzeichnen. Dies ist vielleicht der einzige nicht ganz so konsequent umgesetzte Part an der Hardware, die andere Sache ist die Namensgebung, auch sie ist über die Rechnertastatur schneller und in dem Falle nur da zu machen. Das ist auch gut so, niemand liebt diese SMS-Drei-Buchstaben-Pro-Taste-Handy-Eingabemühle an Hardware wirklich, oder?
Rein haptisch werden die Gruppen (also Drumsets mit je 16 Sounds auf den Pads) über die blauen „Groups“-Taster direkt gewählt, stumm oder solo geschaltet. Die Idee dabei ist, ein komplettes Schlagzeugkit, Bässe oder Sprachsamples in einem Rutsch und en bloc zu bearbeiten, mit Effekten zu versehen oder zu „performen“. Die einzelnen Klänge in so einer Gruppe lassen sich ebenfalls einzeln muten. Es ist also durchaus für jedes Drumset oder Slices kein Problem, die einzelnen Instrumentenspuren livegerecht über Mutes und Solos aufzubauen. Das ist mit wenig Übung bereits zuverlässig und ohne all zu viele Denkpausen auszuführen. Da jeder der Einzelsounds, also auch die Drumsounds in einer Group, einen tonalen Spielmodus haben, ist es nicht nötig, sich entscheiden zu müssen, ob es ein Drumsound mit Monophonie oder ein einzelner Melodie-Track mit Tonalität werden soll.

Man drückt Keyboard, und das Ding ist melodisch über die Pads oder MIDI spielbar. Bumms, so einfach kann das sein. Gegenüber Elektron und Korgs Electribes hat man auch an „Masse“ bereits einen deutlich größeren Vorrat an der Hand. Die 8 (Groups) x16 (Sound) ergeben128 Einzelsounds in einem üblichen Set. Die Sounds lassen sich über die Browser-Taste auch tauschen. Ab hier werde ich nicht weiter erwähnen, dass dies im laufenden Betrieb funktioniert. Jeder Sound als auch die übergeordnete Group kann bis zu zwei Effekte haben, die man ebenfalls stumm schalten kann. Das sind schon eine Menge Effekte. Ein Drumset kann deshalb schon 32 Effekte haben und durch weitere zwei Groupeffekte laufen, welche für kurze Effekteinlagen wie ein Beat-Delay oder Hall die geeignete Stelle ist. Alles zusammen kann über die beiden Master-Effekte mit Hall und Konsorten versehen werden. Die Effekte sind für alle Sektionen gleich und werden ebenfalls über eine Liste in einer Bibliothek ausgesucht (und erweitert). Der Browser bietet Sounds, Samples und FX als Typen, wobei es Subkategorien (Drums…) und Untergruppen (Kicks…) gibt. Der Nachteil großer Bibliotheken ist jedoch auch das Aufsuchen von Sounds, weshalb man sich für seine eigenen Stücke ggf. einige eigene Kategorien zusammenbaut und mit nur wenigen funktionierenden und erprobten Sounds füllt.

Bewegungsmelder

Automationen werden durch Festhalten einer Funktionstaste und Drehen des gewünschten Parameters aufgezeichnet, egal ob Record gedrückt ist oder nicht. Alternativ hält man das betreffende Sound-Pad fest und dreht genau in diesem Moment die Parameter ein. Sie werden so lange aufgezeichnet oder überschreiben das bisherige, solange man das Pad oder die Funktionstaste festhält. Durch einige Makrofunktionen über die Pads (Shift + Pad) können Automationen auch komplett gelöscht werden, auch lassen sich bestimmte Stellen löschen. zu den anderen Funktionen mit den Shift-Funktionen gehören Transposition, Quantisierung (rhythmische Korrektur), die Rhythmusmuster um einen Schritt versetzen (rechts/links) und mehrere Undo-Ebenen, sowie weitere Funktionen dieser Art. Etwas ungewöhnlich ist die Aufzeichnung von Parametern, die nur zwei Zustände haben. Sie werden ebenfalls wie eine Kurve aufgezeichnet und über, bzw. unter der Null-Linie als aktiv oder abgeschaltet gewertet. Da „verautomatisiert“ man sich schon mal, da es sich um Endlospotis handelt. Da hätte ich mir eher ein paar Taster gewünscht oder eine sofortige Reaktion „rechts=an, links drehen=aus“ gewünscht und erwartet. Gelöscht werden falsch eingespielte Sounds übrigens durch erneutes Spiel mit gedrücktem Erase-Taster. Ja, auch hier lugt das Prinzip der MPCs immer wieder hervor. Allerdings bietet die Maschine auch einen Step-Modus als Lauflicht-Anzeige an, wie man dies von TR808, der Machinedrum, dem Spectralis oder den Tribes und etlichen anderen Maschinen schon kennt.

Die Dynamik wird dann jedoch ignoriert, und man kann über zwei Velocity-Voreinstellungspresets mit Regler für andere Werte im Display leise und laute Steps setzen. Falsche Dynamik wird über löschen und neu setzen mit richtig eingestellter Dynamik erreicht. Man bekommt deshalb das gesamte Dynamikspektrum 0-127 zur Hand, wenn auch etwas umwegig. Eine „Pad Dynamics as played“-Taste wäre sicher praktisch gewesen, bei der gegebenen Hardware. Die Lauflichter starten von unten links und enden oben rechts, was etwas gewöhnungsbedürftig ist. Möchte man mehr als 1/16-Auflösung, so erhält man diese über entsprechend mehr „Seiten“, welche über das Display per Übersichtsbalken und entsprechender Unterteilung dargestellt werden. Man kann in ihm per Pfeiltaster hin- und her springen, und das Muster ändert sich direkt und kann so vorgehört und „im voraus programmiert“ werden. Wer sich an „Velocity einstellen: Steptaster zwei mal tippen“ gewöhnt hat, kann sogar die Dynamik relativ schnell nutzen. Klasse! Ganz neue Erfahrung, wenn man nicht gerade Spectralis-Nutzer ist. Er ist nämlich so ziemlich allein in dem Bereich bei „im laufenden Betrieb“-Lauflichter-Systemen. Die Erfahrung, mit solch hohen Auflösungen Lauflicht-Programmierung zu machen, ist jedoch bisher fast nur Spectralis-Nutzern vorgekommen. Zunächst also ein dickes Plus im Korb. Die Reaktion und Anzeige sowie Eingabe der Steps ist jedenfalls gut. Etwas träge ist nur die Group-Umschaltung, sie variiert auch etwas von dem, was alles bereits in der Group passiert. Das Muting ist jedoch schnell. Wenn nicht schon gesagt: Alles ist ist schnell genug für eine Performance und auch hier und da mit etwas Gewöhnung haptisch schnell zu erreichen. In jedem Falle immer schneller als mit einer Maus. Nur die Gruppenumschaltungen (entspricht grob der Instrumentenwahl) und die Re-Trigger/Neuanordungs-Taste sind doch deutlich träger als Hardware. Auch hier gilt das Gesetz: Der schnellste Rechner, gewinnt. Ach, über Computer sollten wir mal reden:

Die NI Maschine Grovebox in der Praxis

Maschine läuft als Plug-in und auch als eigenständiges Programm unter Vista, XP und OS X. Es ist davon auzugehen, dass auch Windows 7 den Nutzer nicht vor große Probleme stellen wird, da die Treiberarchitektur mit Vista identisch ist. Die benötigte Rechenpower mit Ableton Live als Host ist mit einem Dual 2.5Ghz G5 Mac (also ohne Intel Dual Core/Core 2 Duo) mit einigen Effekten jedoch mit etwa 256 Samples einzustellen (ca. 8 – 8.6ms Latenz) und einer Ausnutzung von gut 50-57% laut Abletons Restkraftanzeige schon ganz gut ausgelastet. Wer nun also ein Netbook nutzen will, sollte diese Idee gut verstecken. Ein Core 2 Duo/Dual Core Prozessor sollte es schon sein, damit man auch live mit genug Reserve arbeiten kann und keine Verzögerungen von Tastendrücken auftreten (Wahl der Group ist der besten Test dafür). Ein 2.0 GHz-Doppelkern-Intel sollte eine gute Figur machen. Alles darüber ist noch besser.

10_Maschine_diagonal.jpg

Fragen und Antworten zur NI Maschine

Maschine kann gleichzeitig im laufenden Betrieb als MIDI-Controller umgeschaltet werden. Einen Treiber für Ableton Live 7 und 8 gibt es bereits. Er funktioniert. Etwas schade, dass die beiden Displays (noch) nicht die Parameter von Plug-ins in Live anzeigen oder die Namen der Insturmente, so wie man das von angepassten Remotes mit Display her kennt. Aber man kann mit Maschine Clips abfeuern und die meisten Standards erledigen (Mutes, Pegel, Transporttasten und mehr). Sobald ein Clip in der Session-Ansicht in Live auftaucht, wird er durch Aufleuchten des entsprechenden Pads angezeigt und ist abfeuerbereit, zumindest als Gesamtheit (Masterclip-Abfeuer-Liste). Guter Einstieg, kann aber verfeinert werden.

Controller Software, einfach aber wirkungsvoll

Controller Software, einfach aber wirkungsvoll

Fragen 2.0: MIDI

Maschine kann von externer Hardware via MIDI synchronisiert werden. Auch der aktuell gewählte Sound lässt sich direkt spielen, und Programmwechsel schalten die Scenes um (dazu später mehr). Interessant ist dabei, dass auch hier die neu gewählte Scene sofort spielt. Die Out-Buchse fungiert nicht als Thru-Ersatz, weshalb man bei Jams im Verbund mit anderen MIDI-Geräten eine Thru-Box benötigen würde. Der Sync klappt zuverlässig. Auch hier sollte man jedoch nicht die Rücksetztaste (Electribes) extrem schnell hintereinander bedienen (Neustart des Patterns). Alle internen Klänge sind per MIDI auf wählbarem Kanal zu spielen. Wer mit Pads als Melodie-Eingabe nicht klar kommt, kann sich jedenfalls ein Korg Nano-Key oder eine 88-Tasten-Hammermechanik dazu stellen.

Fragen 3.0: Loops und Slices

Maschine ist in der Lage, Samplesloops mit verschiedenen Klängen im Verlauf (auch als Drumloop bekannt) zu analysieren und die resultierenden Einzelsounds auf die Pads zu verteilen und daraus eine MIDI-Abspielsequenz zu bauen (steigende Tonfolge der Einzelsounds), um den Loop wieder „normal“ abzuspielen. Der Clou ist natürlich, diese Sounds zu vertauschen oder bestimmte Elemente herauszunehmen oder einzusetzen. Das System ist ja polyphon. Das Ergebnis erinnert auch an die Aufteilungsfunktion in Ableton Live (wörtlich: „auf neue MIDI-Spur slicen“).

Slicer/Sampling

Slicer/Sampling

Um die Slices zu erstellen, gibt einen Schwellwertregler, der den Pegel angibt, unterhalb dessen ein Sound als leise genug für ein neues Segment gilt, alternativ gibt es eine feste 1/16-Raster Option, um einen Drumloop in seine Einzelsounds zu zerlegen. Zudem kann man direkt mit Maschine Samples aufnehmen, resamplen und sogar bearbeiten. Es ist jedoch keine destruktive Arbeit, was zwar die Samples so lässt wie sie sind, man spart aber auch keinen Platz durch Beschneidung. Natürlich kommen die Audiosignale an einer externen Audio Hardware an, denn Maschine hat ja keine Audio-Verarbeitung. Bei den heutigen Festplatten-Preisen ist auch möglich, ein langes Sample zu nehmen und dieses mehrfach zu verwenden, ungeschnitten – ein „truncate“ wäre sicher noch sinnvoll gewesen. Ansonsten kann man gut nur mit Maschine arbeiten („Standalone“). Sogar in der Hardware wird die Wellenform entsprechend dargestellt, also grafisch. Man hat sich jede Mühe gegeben, dass man keinen Blick auf den Rechner werfen „muss“, man kann es aber tun. Selbstverständlich können auch eigene Samples in die Klangbibliothek verfrachtet werden und mit Tags (also Schlagworten) versehen werden, um sie schneller zu finden.

Die mitgelieferten Sounds sind zwar reichlich an Menge und Vielfalt, jedoch will man wohl doch meist auch seine eigenen Kreationen einsetzen. Im Unterschied zu einigen Grooveboxen sind die Samples in Stereo verfügbar. Über den Keyboard-Mode und die Verschiebung des „Base-Key“ (als Notenwert) können auch Segmente erreicht werden, wenn es mehr als sechzehn Einzelsounds in einem „Slice“ gibt. Im Step-Mode wird mit dem „Base-Key“-Parameter einfach die Höhe der nächsten gespielten Note, die gesetzt wird bestimmt. Dem gegenüber kann im Keyboard Mode mit den Tastern über dem rechten Display um Halbtöne oder um ganze Oktaven transponiert werden, man muss jedoch die Keyboard-Taste dazu festhalten. Die Werte aller Pads werden im Display angezeigt. Hat man sich damit eingearbeitet, ist man auch mit der Keyboard-Funktion sehr gut bedient und kann sich vielleicht ein Keyboard auf der Bühne sparen. Etwas schade ist, dass sich das System frühere Tonhöhen nicht merkt. Insbesondere im Step-Mode ist das wichtig, da man so bestimmte Slice-Teile (also bestimmte Sounds aus einem Drumloop) herausnehmen und an gleicher Stelle wieder einsetzen kann. Wäre dies der Fall, wäre der Slicer perfekt, so darf er als nahezu perfekt durchgehen. Wieso so spitzfindig? Weil eine Electribes sowas kann.

Dafür kann diese jedoch weder die Einzelsounds im Slice vertauschen, noch diese gleichzeitig (polyphon) spielen, es sei denn, man legt sie auf die Drumpads, welche dann schmerzlich vermisst werden, wenn man mit der Tribe ganze Arrangements ausführen will. Was heißen soll: Die Maschine kann mehr, hat bessere Sample-Qualität und ist flexibler. Sie ist aber oft sehr minimal und daher schnell zu bedienen. In Maschine wäre dies die Voranwahl der Tonhöhe. Wieso so lange erklärt? Weil das eine Jammerei auf sehr hohem Niveau ist. Es ist wohl nicht vermessen, die Maschine ansonsten in allen Punkten als überlegen zu bezeichnen.

Die Endlosregler sind dynamisch, die Darstellung erfolgt in Prozent, und fast immer haben die Parameter eine Auflösung von 0 bis 100% mit Schrittweite 1 (101 Schritte). Einige Parameter sind bipolar (sie reichen dann bis -100%, also 201 Schritte). Etwas Fingerspitzengefühl ist bei der genauen Justage zwischen zwei Werten erforderlich, es springt doch schnell um mehrere Werte, wenn man nicht mehr Geduld hat.

Die Synthese ist einfach, aber komplett. Sie bietet Hüllkurven der Form ADSR, AHD oder einfaches One-Shot-abfeuern an. Die erste Hüllkurve ist für die Lautstärke zuständig, die zweite lässt sich Filter, Drive, Panorama und der Tonhöhe zuweisen. Auch ein LFO ist vorgesehen, der ebenfalls die oben angegebenen Ziele anvisiert. Er ist mit 16 Hertz jedoch etwas langsam, kann aber auch zum Tempo bis 1/32 synchronisiert werden. Auch die Phasenlage ist einstellbar. Gegenüber einer Machinedrum oder Electribe ist das schon ganz ordentlich, nur die Geschwindigkeit des LFOs ist für Software doch arg langsam und erzwingt für Modulationseffekte im Audiobereich die Nutzung der Effektwege (FX1,FX2). Die vollständigen Hüllkurven sind jedoch fast schon Luxus im Groovebox-Bereich. Unter den Effekten gibt es auch eine Frequenzmodulation, das Grain-Delay und einige Hall- und Raumsimulationen und vieles mehr. Diese übersteigen ohne Frage die Qualität der Hardware-Fraktion und sind in der anlegbaren Anzahl schwer zu überbieten. Software hat hier einfach eine Stärke. Dort muss man sich bei aufwendigeren Effekten oder per se bereits mit 2-3 Effekt-Bussen für alles begnügen. Auch kann man einen Sound als Routing-Element missbrauchen, um einen Effect-Send zu haben.

Effekte

Effekte

Die Anschlagdynamik kann den Sample-Startpunkt verschieben oder auf Decay, Filter (Cutoff) oder Lautstärke wirken. Die Abspielrichtung für Samples ist umkehrbar. Die Slice-Samples ließen sich leider nicht rückwärts spielen. Direkt und ohne Effektsektion gibt es pro Sound Kompression, Verzerrung und LoFi Effekte (Samplerate- und Bitreduktion). Fltertypen gibt es alle üblichen außer Notch, dafür gibt es eine Einstellung EQ mit wählbarer Bandbreite, Gain und Frequenz. Damit kann man hervorragend Samples sehr gezielt verändern. Die Werte werden übrigens über den acht Reglern in den beiden Displays dargestellt. Ebenso werden sie in der Software angezeigt. Ist eine Group „gemutet“, können deren Sounds übrigens auch nicht manuell gespielt werden. Dies sollte man ändern, um live spielen zu können, auch wenn es etwas unlogisch erscheint. Über ein leeres Pattern lässt sich jedoch auch diese „Hürde“ umgehen. Es ist erfreulich, dass kein wesentlicher Teil der Bühnentauglichkeit verloren ging.

Die Sound- und Sample-Organisation

Wie bereits angedeutet arbeitet die Maschine mit Patterns verschiedener Längen. Um ein klassisches Gefühl für Patterns zu bekommen gibt es eine weitere Ebene: die Scenes. Dies sind Zusammenstellungen von Patterns aus den acht Groups, welche potentiell sechzehn eigene polyphone Sequenzer-Linien enthalten können, per Slice können es sogar noch mehr sein. Mit anderen Worten: Jede Group bekommt intern 4×16 Patterns (Variationen), die in einer Scene auftauchen können. Würde man normalerweise starr einfach jede Scene mit einem Pattern gleichsetzen, so hätte man eine klassische Groovemaschinen-Struktur. Wer es wie „bisher“ haben möchte, kann einfach nur ein Pattern pro Group basteln und dann zwischen den Scenes umschalten oder nur die Patterns nurtzen und die Scenes ignorieren oder als Song-Mode nutzen für Arrangements. Sie reagieren auch auf Programmwechsel aus dem Hostprogramm und erlauben damit die Steuerung der Maschine in einer von Reason bekannten Weise mit dessen linearem Sequencer und Patterns aus dem Redrum oder Matrix-Sequencer.

Da Maschine als Plug-in laufen kann, ist auch eine Instanzen-Umschaltung vorgesehen, um zwischen den „Maschinen“ zu wählen. Es geht jedoch auch klassisch über den Aufruf via Host. Mit der Loop-Funktion können mehrere Scenes als Gesamtheit gespielt werden (Kettenbildung), jedoch nur zusammenhängende Patterns sind als Kette spielbar. Die Loop-Taste dient übrigens als „Spring an den Anfang und spiele“-Taste und um alle Patterns von vorn zu spielen, falls sie durch unterschiedliche Längen in der Performance zu weit auseinander gedriftet sein sollten. Ein anderer Begriff wäre „Re-Align“ oder „Neu Einstarten“. Die Song-Ladezeiten sind erträglich, speichern geht auch im laufenden Betrieb. Pausenlose Performance ist allerdings nur mit einem Hilfsgerät denkbar, ähnlich wie bei Ableton-Live Gigs. Oder ein Inhalt reicht für ein komplettes Set.

Automation (unten) & Patterns

Automation (unten) & Patterns

Um es klar zu sagen: Die Maschine will eine Groovebox sein, eindeutig. In ihrer aktuellen Darreichungsform kann sie jedoch keine MIDI-Sequenzen generieren, lediglich kann man über sie als Controller MIDI-Signale abfeuern, natürlich auch Noten mit Dynamik, leider auch keine Software-Instrumente (Plug-ins). Es gibt auch einen eigenen Controller-Editor, mit dem man alle Taster und Regler definieren kann. Als Steuerung aus den Sequenzern heraus für MIDI-Synthesizer ist Maschine jedoch noch nicht fähig, was bisher noch der Pluspunkt selbst rudimentärer und minimalistischer Hardware ist. Gerade der Mangel dieser Art livetauglicher Sequencer wird jedoch sicher einer Version 2 diese Möglichkeit abringen, welche besonders für Impro-Elektroniker eine große Freude wäre und mindestens eine „Kiste“ und ein paar Kabel sparen könnte.

Vergleiche I

Zahltag und „die Anderen“

Maschine ist ein Sonderfall. Es ist die erste ihrer Art, die in eine Lücke vorstoßen will, die bisher auf magische Weise niemand sonst erkannt hat. Hier eine Liste, die die wichtigsten Fragen klärt, gemessen an bisherigen Lösungen mit Hardware.

  • Hardware (MIDI) sequenzieren?
    Nein
  • Sync von außen?
    Ja
  • Sync nach außen?
    Nein
  • Stabilität?
    Ja
  • Timing?
    Okay
  • Retrigger-Timing, Reaktionszeit?
    Länger als Hardware
  • Audioqualität?
    Gut
  • Zugriff auf Samples/Library/Größe?
    Gut / Okay / Unlimitiert
  • Slices?
    Ja, 2 Modi, Tonal/Tauschbar (Position/Tonhöhe)
  • Dynamik/Touch?
    Ja Polyphones Aftertouch (!)
  • Synthese?
    Gut, LFO etwas langsam
  • FX?
    Sehr vielfältig, 2 pro Sound, 2 pro Group, 2 Master
  • Anforderung an Rechner (live)?
    mittel bis hoch
  • Platzbedarf?
    Etwa wie MPC/Electribe SX/MX plus Rechner, USB Verbindung, ggf. Audiointerface
  • Patternlängen?
    Unbegrenzt
  • Pattern pro Scene?
    16 Gruppen, Bänke A-D
  • Scene/Songmode?
    Unbegrenzt,allerdings keine Wiederholung  (muss dupliziert oder manuell/per Prog-Change gewechselt werden)
  • Tracks/Spuren?
    128, organisiert in 8 Gruppen mit 16 Sounds
  • Polyphonie?
    Ja, für alle Sounds
  • Tonal spielbar?
    Ja, alles – auch spontan
  • Lauflicht/Step?
    Ja
    Auflösung 1/128
  • Dynamik/Accent?
    Beides
  • Parameter aufzeichenbar?
    Ja, mehrere Methoden, alle Parameter, unbegrenzt
  • Shuffle?
    Ja, mit 3 Parametern
    Roll/Flam? Vier Tempo-Tasten bis 1/64 (Note Repeat), mit Lautstärkesteuerung über Druckfunktion

Vergleiche II

Externe Geräte oder Plug-ins sequenzieren geht nicht, steuern schon, für alle anderen Jobs ist Maschine extrem attraktiv, benötigt jedoch immer zwei Plätze (Maschine selbst, Rechner und ggf. Audiointerface). Der Vorteil liegt in der vollen Dynamik, der nur durch die Festplatte begrenzten Klangvorrat und der Konzeption und Länge der Patterns/Scenes für Muting und Umschaltung, es kann mit Solo/Mute auch mit einem Tastendruck alles wieder „entmutet“ werden. Die Performance ist gut, jedoch reagieren die Instrumentenwähler (Groups) nicht ganz so schnell wie in Hardware. Ein schneller Rechner hilft jedoch. Die extrem minimale Konzeption einer Korg Electribe ist durch eben diese Tatsache im Zugriff manchmal schneller, mehr oder weniger ersetzt fühlen sich jedoch die MPCs. Maschine kann sogar Dinge, die diese alle nicht können (auch mit JJOS) oder haben sogar einen eigenen Button und sind dadurch eher praktischer gelöst. Die Effekteinbindung oder Lauflicht bieten MPCs in dieser Form gar nicht an, naja es gibt einen netten Grideditor mit JJOS. Ergänzen wird sich daher eine Maschine gut mit Tribes und Machinedrum, welche bewusst minimal konzipiert sind. Für lange Samples, viele Slices, Tonalität, Dynamik, Speicherlänge, Qualität und ähnliche Dinge ist sie einer Tribe allerdings weit überlegen. Schwachpunkt ist eher der buchstäblich langsame LFO, der in den Tribes so wunderbar schnell ist und daher zu Soundexperimenten einlädt, obwohl sie so minimalistisch ist. Einige direkte Zugriffe sind dort schneller, eine Monomachine braucht hingegen auch nicht viel weniger Tastendrücke zum Ziel, da auch sie eine komplexere Synthese-Struktur aufweist und hier auch eher durch Synthese glänzt (Maschine nutzt ausschließlich Samples, weshalb der Vergleich mit Tribe MX und Monomachine etwas hinkt). Entgültig ausloten für jeden Leser lässt sich das nicht, jedoch ist die Tendenz klar: mehr Zugriff als je eine Softbox das anbot, mehr Klänge, mehr Effekte und Dynamik. Einzig die extrem schnelle Zugriffsform und schnellste Restarts durch die „Play/Zurück“ Taste spricht für die Hardware und die verbleibende MIDI-Ansteuerung. Die Patterns und deren Steuerung ist in Maschine schlicht flexibler.

Für Software-Performer sieht die Liste anders aus. Für sie ist Maschine ein Gewinn. Eine Einschränkung stellt sie nur dann dar, wenn man sie als abgeschlossene Sache betrachtet, innerhalb eines Hosts sieht das anders aus, denn dann hat man dessen Möglichkeiten ebenfalls. Schade ist aber auch hier, dass sie nicht als Steuerung für Software-Instrumente oder MIDI-Hardware dient und somit dem Performer etwas die Möglichkeiten des externen Hardware verbaut. Ein Feld, was auch bestehende Software nicht so gut meisterte. Mit MIDI-Sequencing wäre die Maschine eine schwer zu schlagende Einheit, auch aus Software-Sicht. Bisher haben nur schwere Geschütze mit Reaktor, Max/MSP oder andere Basteleien ein lebendiges Liveset möglich gemacht, sicher auch die ein oder andere Speziallösung (Monome etc). Aus Studiosicht ohne Live-Ambitionen bringt Maschine faktisch alles mit, weshalb man sonst eine Groovemaschine anschaffen würde. Hier gibt es wenig zu meckern und gar keinen Grund für andere Produkte mehr. Bestenfalls neue Sequenzer-Konzepte.

9_Maschine_Screenshot.jpg

Fazit

Die Maschine hinterlässt ein spannendes Gefühl. Sie dürfte seit langer Zeit der Grund sein, weshalb  auch eingefleischte Hardware-Puristen oder Software-Nutzer sich mal mit der Maschine auseinander setzen werden, sofern man nicht zu sehr in der bisherigen Welt der Tradition verhaftet ist. Sie ist ein netter Controller, sie ist eine sehr intuitives Werkzeug für Musik mit vorrangig rhythmischer Struktur und hat als Hardware mit MIDI eigentlich auch den potentiellen MIDI-Ersatz mit an Bord. Wenn Native Instruments nun noch MIDI-Steuerung durch den Maschine-Sequencer erlaubte, wäre das sogar etwas, was vermutlich recht konkurrenzlos ist in seiner Art. Wenn ich mir das so überlege, ist es das bereits jetzt schon. Der Preis ist vergleichbar mit einer Korg Electribe, jedoch ohne Computer, den muss man „schon besitzen“. Dieser sollte wirklich nicht zu langsam sein, damit die Live-Performance auch sicher und schnell klappt. Ein halbwegs aktueller Klapprechner sollte ohne Zusatzbelastung also klar kommen, Netbooks sind für anständiges Arbeiten jedoch zu schlapp. Ich vermute heftigst, dass die Anpassung und die MIDI/Controller-Implementation nur der erste Schuss war, quasi V1.0. Man wird sicher ohne Zweifel noch einiges hören von diesem Produkt. Preislich wird man diskutieren dürfen, ob man für einen Controller und Software einen leicht höheren Preis einer Korg Electribe hinlegen soll. Der praktische Nutzen sagt „ja“. Ja, wenn nur das Fehlen der Sequencer-Steuerung anderer Geräte oder Plug-ins nicht wäre, wäre es ein Riesenhammer. So ist’s eben nur ein Hammer – kein Hämmerchen! Dreht man den Spieß um, ist Maschine jedoch selbst Plug-in, nur leider sind die meisten Hosts ja gerade in Live-Sequencing mehr als schwach, daher wäre das der größte Wunsch für die 1.XX oder 2.00, und man müsste einen Stern mehr erfinden für Herausragend Doppelplus. Nach einem Jahr reinen Soundbibliotheksfüllens ein dicker Fisch. Gratuliere. Und ja, die Hardware wird man sich auch trauen, auf die Bühne zu stellen. Sie ist sogar relativ leicht. Ein Case sollte man aber dann mit einplanen. Sie passt leider nicht in einen Standard-Baumarkt-Koffer. Vielleicht sollte man Cases für Computer und Maschine anbieten?

Plus

  • Polypressure Pads
  • Verarbeitung
  • Lauflicht, Auflösung, Note Repeat
  • Slices
  • Umsetzung der Keyboard-Modes/Tonalität
  • Patternlängen, Patternumschaltung
  • intuitive Automatisierung

Minus

  • LFO maximal 16 Hertz
  • Sequencer steuert keine MIDI Hardware oder interne Plug-ins (AU/VST) an (Host und Standalone).
  • Display wird nicht für Plug-ins im Controller-Mode für Parameternamen genutzt

Preis

  • 579 Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ich muss zugeben, den Test nur überflogen zu haben. Hab mir vorgestern trotz Wissens über NI Maschine den FXPansion Guru bestellt, welchen ich für eine interessante alternative halte:

    – Günstiger auch in Verbindung mit einem Akai Hardware Controller

    – Hervorragender Klang und gute Presets

    – Keine lästige Challenge / Response Copy Protection

    Grüße Philipp

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Super guter Test, Danke Irmi.
    Nun wie steht es einendlich mit einem Vergleich Machine – Midi Hardware Sequencer wie Octopus?

  3. Avatar
    AMAZONA Archiv

    öööhm…bei den Minuspunkten:Man kann Maschine sehr wohl im Controllermode Parameternamen anzeigen lassen.Nur muss man den Namen selbst vergeben ;)

    Midi Out Funktionalität wird per Patch nachgereicht.

    Heisst nicht das der Kasten perfekt wäre,gibt auch noch ein paar kleine Bugs aber wenigstens nichts was den Kasten abschmieren lässt :)

    macht Spass…

  4. Profilbild
    moogulator  RED

    Dem zweiten Statement kann man fast nichts hinzufügen. Namen vergeben automatisch, so wie das mit anderen Display-Controllern geht. Vermute aber, dies wird noch kommen, das Potential ist enorm.

    Ja, es ist mit Octopus nicht vergleichbar, solang es keine MIDI Sequencing Möglichkeit gibt. Das Konzept erinnert mehr an die MPC als an das des Octopus.

    Guru: Ja, ist nicht übel, aber die Haptik ist eine andere, wer damit mal auf einer Jam landet wird das schnell merken, wo der Unterschied mit und ohne Controller liegt, der dazu genau passt. Maus als Musikinstrument allein hat Grenzen bei der Eingabe innerhalb einer Zeiteinheit t in Sekunden.

    • Avatar
      AMAZONA Archiv

      hallo

      mal eine frage.
      ich hab sehr viele selbst aufgenommene sounds in 32bit wave vorliegen.

      kommt die maschine damit klar oder muß ich sie in 24 bit umwandeln?(24bit maximale bit tiefe beim export in der maschine lese ich grad)

      gruß

  5. Profilbild
    moogulator  RED

    32Bit ist ein internes Format vieler DAWs, wenn du auf 24Bit gehst, klappt das auch mit Maschine. Man muss aber auch sagen, dass Sampler idR mit 24Bit max. klar kommen und man schlicht die 32Bit nicht braucht oder hört. Sie werden bei DAWs idR. benötigt, um Berechnungen intern machen zu können: Mix, EQs und so weiter, Verarbeitung innerhalb der DAW. Das ist in Samplern (inkl) Maschine ja eher begrenzt notwendig in DEM Maße.

  6. Profilbild
    Felicitus

    Der Testbericht an sich ist inhaltlich super, und die Maschine ist es sicherlich auch. Scheiße ist, daß ich zum nächstmöglichen Zeitpunkt beim Händler meiner Wahl stehen werde und dann hoffentlich im Tausch gegen mein Geld diese (hoffentlich) geniale Kiste in meinen Händen halten werde. Ich bin mir zwar noch nicht so ganz sicher, ob die Koexistenz zwischen Maschine(controller) und FL Studio so klappt, wie ich mir das Wünsche, aber ich hoffe das beste. Und vielleicht macht die Maschine(=Plugin) den VST-Host ja arbeitslos. Aber dann stellt sich wiederum die Frage, was ich mit meinen ganzen liebgewonnen VST-Plugins anstelle – aber eigentlich ist die Maschine ja ein hybrid, warum nicht also auch ein Hybrid-Setup basteln? Ich danke dem Moogulator trotzdem für den Testbericht, auch wenn er sehr dazu beiträgt, daß in meinem Geldbeutel die Motten hausen werden.

    Viele Grüße, Timo

  7. Profilbild
    Floatzero

    Kleine „Manöverkritik“:

    Ich habe das Lesen des Artikels nach einer halben Seite ermüdet aufgegeben. Es ist leider alles andere als gut lesbar, wenn man auf gelegentliche Absätze zu Gunsten riesiger zusammenhängender Textblöcke verzichtet – dem Auge des Lesers fehlen so Ankerpunkte.

    Mein Vorschlag:

    Den Inhalt genau so lassen wie er ist nur an geeigneten Stellen bitte einen Absatz einfügen.

    Danke!

  8. Profilbild
    richtigolymp

    maschine ist eine groovebox
    mit derer man groovende tanzmusik machen soll
    obwohl maschine anderen grooveboxen
    in wesentlichen punkten voraus ist ,
    zb_
    handling vom automationen und scene arrangierer . klang . optik etc
    ist der wichrtigste punkt nicht anwesend –

    maschine groovt nämlich nicht
    weder im kopf und schon garnicht zum tanzen

    dazu fehlt es leider immer noch an groove templates
    schon ein template reicht, um spass zu haben damit es beim arrangieren im kopf groovt
    die finale kunst ist allerdings mehrere übereinander aufgeteilt für drums-bass- und keboards zum beispiel-

    bisher können sie nur mit loops oder selbst eingespielten unquantisierten riffs grooven.
    damit maschine die beste grovebox alller zeiten wird . wünsche ich mir für die 2 ö endlich die von vielen ersehnte groove template funktion

    es hatt nur ein starre hardquanrtrisierung oh

    • Profilbild
      kritik  

      seltsamer weise groovt die i-maschine sehr viel besser.
      die selben projekte in maschine eingeladen klingen dann wieder starr.

      auch wenn du compressor ,amp release eztc gleich einstellst.
      es kommt einfach keine energie rüber egal welcher groove es ist.

      mir fällt auf das auch andere sequenzer apps auf dem ipad grooven.
      nunja,
      wenn ich die i-maschine projekte in maschine lade, und dann die midiparts von maschine aus
      in live schiebe und das maschine plug als sampler benutze klingt es dann wieder ähnlich groovy wie in i-maschine.

  9. Profilbild
    Sabinchen

    Also der Support von NI hat mich nicht wirklich überzeugt um da mal mit jemanden in Kontakt zu kommen war für mich unmöglich. Als Kunde hat mich NI leider verloren

    • Profilbild
      kritik  

      die ham da beim tel.support öfters einen hingestellt der meistens nix weis .
      und das gespräch geht dann mit fragen ohne irgendeine antwort zuende.
      vielleicht wollen die ihre ruhe haben

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.