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Test: Pigtronix Space Rip, Pigtronix Constellator, Effektpedale

21. September 2021

Pigtronix - die perfekten Micro-Pedale?

Test: Pigtronix Space Rip, Pigtronix Constellator, Effektpedale

Pigtronix hatten es in den letzten Jahren nicht leicht. Irgendwie war ein bisschen die Luft raus, hatte man das Gefühl. Das Echolution – eins der komplexesten und innovativsten Delays seiner Generation – und der grandiose Infinity Looper waren beides Geräte, die auf zahlreichen Boards zu finden waren – für eine lange Zeit.

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Ich bin nicht 100 % firm, was die Firmengeschichte angeht – da findet man schon durchaus widersprüchliche Angaben dazu im Netz, aber Fakt ist: 2004 in Brooklyn gegründet, hat die Firma durchaus einen recht legendären Stand und gilt als eine der ersten echten „Boutique“-Pedal-Firmen. In den letzten sieben Jahren jedoch ging es ein wenig bergab – die Firma musste sich ein Stück weit neu erfinden und von den aufwendigen, schwer zu produzierenden Powerhouse-Pedalen abweichen. Der richtige Knaller stellte sich dennoch nicht ein – bis 2016, als die Firma mit dem Philosophers Tone einen großartigen Kompressor auf den Markt brachte, der dafür sorgte, dass Pigtronix bei Liebhabern der Ministompern auf dem Radar erschien.

Test: Pigtronix Space Rip, Pigtronix Constellator

Entsprechend expandierte man das Angebot und stellte eine Reihe von neuen Pedalen vor, zuletzt mithilfe des Firmenmaskottchens Marvin, das die kosmischen Klangtiefen erforschen soll. Wir wollten es uns nicht nehmen lassen und haben zwei der neuesten Pigtronix Pedale in unsere Redaktion geholt – den Space Rip Synthesizer und den Constellator Analog Delay und uns vom Klang mal ein ausführliches Bild gemacht.

Pigtronix Minipedale – Space Rip Synthesizer

Gleich vorweg – es gibt durchaus befreundete Musiker von mir, die bei dem Thema Ministomper extrem enthusiastisch dabei sind. Dazu zähle ich nicht – ich hatte durchaus ein paar coole kleine Treter unter dem Fuß – allen voran Rainger FX, die mit ihren kleinen Stompern ordentlich Eindruck schinden konnten und speziell mit ihrem Reverb bei mir punkteten. Aber leider hatte ich speziell mit Mooer schlechte Erfahrungen – das Mooer E7 empfinde ich immer noch als kleine Frechheit.

Nichtsdestotrotz – wenn etwas in dem Kleinformat seine Berechtigung hat, dann Nischensounds. Nischensounds wie Synthesizer-Sounds für Gitarre. Wir haben in dieser umfangreichen Kaufberatung die aktuell wichtigsten Synthesizer Pedale für Gitarre auf dem Markt beleuchtet – und schön, dass Pigtronix hier eine Neuergänzung präsentieren für dieses dünn besiedelte Feld.

Test: Pigtronix Space Rip Effektpedale

Also – was kann er? An die Substanz geht es erst beim Praxisteil, wo sich herausstellen wird, ob der Space Rip das Wichtigste überhaupt angemessen hinkriegt: sauberes Tracking. Damit steht und fällt die Qualität eines jeden Synthesizer-Pedals. Nun aber zu den Details:

Der Space Rip ist ein analoger Synthie, der mit den Maßen 42 x 44 x 90 mm dann doch ganz ordentlich in der Hand liegt (230 Gramm schwer) und gut verarbeitet ist. Anschlüsse gibt es Klinke Ein- und Ausgang und ein Anschluss für ein 9 V Netzteil. Die vier Potis erlauben es, die Tonhöhe des Synthies einzustellen (Tune), die Geschwindigkeit der Pulsmodulation (Rate), die tiefen Frequenzen beizumischen (Sub) sowie – und das ist auch schon was wert – das Wet-Dry-Verhältnis einzustellen. Hinzu kommen zwei Schalter, die es erlauben, zwischen Rechteck und Sägezahn die Schwingungsform einzustellen sowie ein Tiefen-Boost, der es erlaubt, das gesamte Signal eine ganze Oktave nach unten zu schieben. Der Space Rip kann also tief – und ist damit wahrscheinlich in seiner Verwendung eher als Monosynth zu denken als Polysynth.

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Pigtronix Minipedale – Constellator Analog Delay

Der Constellator – ein analoges Delay in Ministomp-Format, könnte so etwas wie die Geheimwaffe aus der Mini-Boutique-Ecke von Pigtronix sein. Der Grund hierfür ist einfach – es gibt keine guten analogen Ministomp-Delays. Das Constellator wäre das erste seiner Art, und auch wenn es nicht Erwartungen erfüllt, ist das Unterfangen schon mal per se was wert.

Test: Pigtronix Constellator, Delaypedal

Was kann der Constellator? Nun, er besitzt alle typischen Analog-Delay-Parameter: Time für die Delay-Zeit, Repeats für die Wiederholungen, Mix für die Lautstärke des Delay-Signals sowie Mod für Modulation. Also: an der Front keine Überraschungen. Es ist nur wieder auffällig, wie verdammt gut die Pigtronix Pedale verarbeitet sind – die hochwertigen Potis, das geschmackvolle Design, die Tatsache, dass es ein bisschen was wiegt – 500 Gramm, immerhin – der Constellator wirkt sehr hochwertig. Verbaut sind in dem Gerät MN3005 Bucket Brigade Chips, die gleichen, die es beispielsweise in den Fairfield Circuitry Geräten und zahlreichen Vintage-Delays gibt. Und obendrauf gibt’s auch ein bisschen Variation auf der Modulationsebene: Der Feel-Knopf lässt euch zwischen Chorus und Vibrato wechseln. Die Chip-Kette beläuft sich übrigens auf über 4000 einzelne „Buckets“ – die maximale Delay-Zeit ist also ordentlich und das Gerät selbst kommt mit 100 mA aus (auch hier wieder – kein Netzteil im Lieferumfang dabei).

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Pigtronix Constellator & Space Rip – Sound in Praxis

Um den Charakter der Pedale repräsentativ und neutral zu erfassen, gehen wir nicht den Weg über den Amp, sondern speisen den Sound direkt in das Audient Sono ein und nutzen lediglich Two Notes Cab Simulations. Wir erforschen die Pedale hierbei separat und auch in Kombination.

Zunächst das Pigtronix Space Rip – eine durchwachsene Angelegenheit. Ginge es einfach nur Klangbild und „Saft“, hat das Space Rip durchaus seine Vorzüge. Der Synthie-Sound schmatzt ordentlich und besitzt Fülle. Keine abgehackte oder flache Klanggeschichte, sondern wabernd und reich an Texturen. Aber wenn es ans Tracking geht – eher pfui als hui.

Es ist schon verdammt schwer, dem Pigtronix Space Rip ein paar musikalische Schmankerl zu entlocken. Polyphon ist eine Sache und richtige Akkorde sind natürlich außen vor. Im Grunde funktioniert der Space Rip als monophone Pulswaffe am besten. Man kann sich an einzelnen Mehrstimmigkeiten versuchen, aber das funktioniert im Klangbild alles andere als gut. Auch Feinheiten auf dem Griffbrett transportiert das Space Rip kaum. Mit geduldigen und sauberen Bendings kann man schon mal sirenenhafte Sounds dem Ganzen entlocken, aber ganz klar lässt sich sagen: Für das filigrane Spiel ist der Space Rip garantiert nichts, sondern eher eine Texturwaffe. Ein anderes Problem: Das Einpendeln der Tonhöhe ist alles andere sinnig, da keine sauberen Oktaven voll im oder gegen den Uhrzeigersinn entstehen.

Kommen wir zum Pigtronix Constellator – da sieht es Gott sei Dank anders aus. Ich muss zugeben, dass es in der Hinsicht nicht schwierig ist, mich zu überzeugen. Einfach eben durch die Tatsache, dass ich ein großer Fan von Analog-Delays bin, braucht es in Sachen Klangcharakter nur eben die charakteristische, warme Vintage-Tiefe und ich ziehe meinen Hut. Auf einer etwas objektiveren Ebene aber: Der Constellator macht für seine Größe alles richtig, seine Brigade-Chips lassen sich hervorragend oszillieren (wie im letzten Klangbeispiel demonstriert) und die Modulation ist nicht zu schummrig, sondern eher klar und höhenbetont. Dass der Feel-Knopf die Modulation auch während der Oszillation umschalten kann, ist ein Stück weit i-Tüpfelchen. Ein sehr einfaches zu bedienendes Analog-Delay mit angemessener Klangtiefe, das mit der Pigtronix Remote-Switch auch noch mit Tap-Tempo versehen werden kann.

Die Kombination von beiden Pedalen muss sich darauf verständigen, die Stärke des Space Rip – seine Texturen und sein Klangbild – in einen Teppich zu verwandeln. Zumindest ist dies vorläufig die einzige Klangdimension, die ich den beiden zusammen entlocken kann – sirenenhafte, sehr stringente und scharfe Pulses.

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Fazit

Das Space Rip ist mit seinem mäßigem Tracking und dem monophonen Schwerpunkt etwas eindimensional. Für das Basteln von Texturen und Grundlage für Klangteppiche durchaus brauchbar, aber für filigranes oder konzentriertes Spiel völlig ungeeignet.

Der Constellator ist ein gutes Analog-Delay im Mini-Format und damit eines der wenigen auf dem Markt. Die Größe soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Pedal laut und mächtig kann. Gute Modulation, einfach zuhandhabende Modulation und eine angemessene maximale Delay-Zeit verdienen für diesen Preis ein Sehr Gut.

Preis

  • Pigtronix Space Rip: 139,- Euro
  • Pigtronix Constellator: 179,- Euro
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