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Workshop: Loop-Switcher für Effektpedale

Totale Kontrolle für das Pedalboard

29. August 2023

Loop-Switcher

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Je größer ein Pedalboard ist und je mehr Effektgeräte sich darauf befinden, umso sinnvoller ist es, zum Schalten der Pedale einen Loop-Switcher zu nutzen. Der Markt bietet eine große Vielfalt an und sich einen Überblick zu verschaffen, ist gar nicht mal so leicht. Worauf muss ich beim Kauf achten? Welche Features könnten wichtig für mich sein? Und ab wann brauche ich überhaupt einen Loop-Switcher? Diesen Überlegungen möchte ich mich in diesem Workshop widmen.

Was ist überhaupt ein Loop-Switcher?

Loop-Switcher erzeugen selbst keinen Sound. Sie verfügen über einen oder mehrere Einschleifwege, die Loops, mit denen Effektgeräte oder auch ganze Effektketten aus dem Signalweg herausgenommen werden können. Damit sie das können, verbindet man die Send-Buchse, also den Ausgang des Loop-Switchers und den Return-Eingang des Loop-Switchers mit dem gewünschten Effektpedal. Das externe Effektgerät bleibt dann dauerhaft aktiviert und wird durch das Aktivieren des entsprechenden Loops des Loop-Switchers in den Signalweg eingefügt.
Jeder Loop-Switcher hat seine eigenen Besonderheiten und man sollte sich daher vor dem Kauf gut überlegen, wie man ihn einsetzen möchte. Wichtige Fragen in diesem Zusammenhang sind demnach:

Wie viele Mono-Effekte und wie viele Stereo-Pedale kommen auf dem Pedalboard zum Einsatz? Könnte ich einige davon in Loops kombinieren?
Benötige ich MIDI, um Einstellungen der Pedale zu ändern?
Ist es mir wichtig, die Reihenfolge der Pedale bei Bedarf leicht tauschen zu können?

Ein interner Boost erspart einen zusätzlichen Buffer und gleicht die Lautstärkepegel an. Ein integriertes Netzteil könnte sinnvoll sein, wenn man selbst noch kein Multinetzteil besitzt. Und in meinen Augen macht es immer Sinn, noch mindestens einen zusätzlichen Loop einzuplanen, damit man dann, wenn man ein weiteres Pedal zum Setup hinzufügen möchte, nicht gleich einen neuen Loop-Switcher braucht.

Das kleine Pedalboard mit zwei bis drei Pedalen

Ein kleines Pedalboard, das mit zwei bis drei Effekten bestückt ist, benötigt im Grunde keinen Loop-Switcher. Zum wechseln zwischen den Sounds können die einzelnen Effekte schnell und einfach per Fuß geschaltet werden. Es gibt jedoch auch hier bereits Ausnahmen. Angenommen, man möchte beim Wechsel von der Strophe zum Refrain zum gleichen Zeitpunkt beispielsweise das Delay ausschalten und einen Verzerrer aktivieren, so muss man mit dem Fuß bereits gut zielen, um beide Pedale zu treffen. Gerade im Eifer eines Live-Auftritts auf einer Bühne mit gedimmter Beleuchtung kann das schnell zu einem unmöglichen Unterfangen werden. In diesem Fall würde ich dementsprechend bereits einen einfachen kleinen Loop-Switcher nutzen, mit dem die beiden Pedale jeweils in einem Loop einschleift werden können und ich dann mit nur einem Tritt ganz bequem zwischen den Sounds wechseln kann.

Ein weiterer Anwendungsbereich bietet sich, wenn die gewählten Effektgeräte schon alte Vintage-Pedale sind, die oft über einen „Hardwired Bypass“ verfügen und damit den Bypass-Klang beeinflussen können. Das Signal wird durch diese Schaltung etwas leiser und die Höhen werden bedämpft. Wenn man in diesem Setup einen Loop-Switcher verwendet, kann man den tollen Sound der alten Vintage-Schätzchen nutzen und bekommt trotzdem einen frischen Bypass-Sound, ohne die alten Effektgeräte modifizieren zu müssen. Der Loop-Switcher wird also zu einem externen True-Bypass.

Loop-Switcher

Lehle D-Loop-SGoS-10 (Quelle:Lehle)

Einige kompakte Loop-Switcher haben sogar einen zuschaltbaren Buffer oder Booster am Signaleingang, mit dem das Gitarrensignal verfeinert werden kann. So bietet sich beispielsweise der bekannte Lehle D.Loop als ein kompakter Loop-Switcher für ein kleines Pedalboard mit einigen Zusatz-Features an. Das Tolle an den Geräten von Lehle ist, dass sie mit dem Pedalboard mitwachsen, da mehrere von ihnen miteinander kombiniert werden können.

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Lehle D.Loop SGoS
Lehle D.Loop SGoS
Kundenbewertung:
(73)

Ein günstiger Loop-Switcher mit True-Bypass wird von Harley Benton mit dem Custom Line Dual Loop Switch angeboten. Er bietet zwei Loop-Wege, die entweder wechselweise oder gleichzeitig aktiviert werden können.

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Eine sehr kompakte und damit Pedalboard-freundliche Variante bietet One Control mit dem Black Loop A + B Switch. Er bietet die gewünschten rudimentären Funktionen und nimmt selbst kaum Platz auf dem Pedalboard ein.

Loop-Switcher für das mittelgroße Pedalboard

Für mittelgroße Pedalboards iat ein Loop-Switcher in meinen Augen in jedem Fall sinnvoll. Sicherlich könnte man auch mehrere Effekte nach und nach aktivieren und deaktivieren, aber das erfordert oft viel Konzentration und der Spielspaß bleibt beim Schalten dann gerne mal auf der Strecke. Ein Loop-Switcher kann hier einiges erleichtern.

Empfehlenswert ist bei einem mittelgroßen Pedalboard ein Loop-Switcher mit vier Loops. So kann man ein oder mehrere Gain-Pedale in die ersten beiden Loops einschleifen, während man die Modulationspedale in den dritten Loop einschleift und den vierten Loop für Delay und Reverb nutzt. Schleift man mehrere Modulationspedale in einen Loop ein, so könnte man für den entsprechenden Song eines der eingeschleiften Pedale aktivieren und es durch Schalten des Loops dann in den Signalweg bringen. Gleiches gilt für die unterschiedlichen Verzerrer-Pedale. Eine gute Planung des Signalwegs und eine Überlegung, welche Effektkombinationen man wirklich verwendet, erleichtert die Wahl des Loop-Switchers ungemein.

Harley Benton bietet mit dem StompControl-4 ISO für gerade einmal 89,- Euro einen kompakten Loop-Switcher mit vier Loops. Dieses Gerät eignet sich sicherlich für viele Gitarristen, da die Loops sogar programmierbar sind und daher mit einem Tritt verschiedene Presets, also unterschiedliche Effekt-Loop-Kombinationen aktiviert werden können. Als Bonus bekommt man hier gleich noch die Möglichkeit, die Effektgeräte über die integrierten Netzteilausgänge mit Strom zu versorgen. Der Loop-Switcher schaltet dementsprechend nicht nur die Pedale, sondern versorgt sie auch gleich mit Strom. Über einen separaten Tuner-Output kann zudem das Stimmgerät aus dem Signalweg genommen werden. Eine wirklich umfangreiche und kompakte Lösung als Basis für ein mittelgroßes Pedalboard.

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Harley Benton StompControl-4 ISO
Harley Benton StompControl-4 ISO
Kundenbewertung:
(94)

Alternativ bietet Mooer den Pedal Controller L6 MKII an, der über sechs Loops verfügt und zusätzlich ebenfalls einen separaten Tuner-Output hat. In Presets und Bänken können Schaltkombinationen gespeichert werden und integrierte Buffer gleichen Pegelverluste aus und passen die Lautstärke der Loops an.

Sehr kompakt ist zum Beispiel der Moen GEC5, der mit fünf Loops, MIDI und zahlreichen Presets aufwarten kann.

Loop-Switcher für große Pedalboards

Richtig große Pedalboards nehmen auch hier wieder eine Sonderstellung ein. Loop-Switcher sind hier meiner Meinung nach absolut notwendig und aus meiner Sicht unverzichtbar. Denn auch im ausgeschalteten Modus ist der Signalweg, der immer alle Effekte und die entsprechenden Kabel durchlaufen muss, sehr lang. Das kann zu Klangverlusten führen. Außerdem können Loop-Switcher hier Schaltfunktionen, und, sofern sie über eine MIDI-Steuerung verfügen, auch einen Wechsel zwischen Settings und Programmen der einzelnen Pedale ermöglichen. Dadurch wird das Potential digitaler Multi-Effekte erst so richtig ausgereizt. Per MIDI könnte das gesamte Pedalboard auch zu einer DAW oder einem Drum-Computer synchronisiert werden. Die richtige Auswahl der Features ist hier der entscheidende Faktor.

Da große Pedalboards mit vielen Effekten oft auch Stereo-Effekte beinhalten, wäre ein Loop-Switcher mit Stereo-Loops wünschenswert. Andererseits könnte man auch ohne Stereo-Effekt-Loops auskommen, wenn der Looper und die entsprechenden Effektgeräte per MIDI kommunizieren können. So könnte man beispielsweise die Stereo-Effekte hinter dem Loop-Switcher im Signalweg platzieren und sie über den Loop-Switcher per MIDI aktivieren. Größere Loop-Switcher, die über MIDI verfügen, lassen sich meist programmieren und so lassen sich entsprechende Presets auch abspeichern. Die MIDI-Funktion ist natürlich auch nutzbar und wichtig, um Effekt-Presets von digitalen Effektgeräten pro Song vom Looper aus zu aktivieren. Legt man sich im Loop-Switcher für den nächsten Auftritt Presets als Set-Liste an, kann der gewünschte Sound pro Song direkt aktiviert werden. Durch diese Erleichterung kann man sich dann voll und ganz auf das Spielen konzentrieren.

Aber auch für Gitarristen, die mit MIDI auf Kriegsfuß stehen und ein möglichst leicht verständliches Setup nutzen wollen, gibt es Lösungen. Der Carl Martin Octa-Switch MK3 verfügt über acht Loops und kann ganz analog mit Hilfe kleiner DIP-Switches programmiert werden. Das ist einfach und verständlich und mit dem integrierten Buffer und einem Master-Bypass verfügt er über alles, was für die Erzeugung eines möglichst guten Klangs nötig ist.

Carl Martin Combinator 2

Der Carl Martin Combinator 2 ist einer meiner Lieblinge unter den Loop-Switchern. Leider wird er nicht mehr hergestellt, aber trotzdem soll er in dieser Auflistung nicht fehlen. Er verfügt über acht Loops, von denen zwei sogar Stereo-Loops sind und ein sehr gutes integriertes Netzteil für die Stromversorgung der Effektpedale. Der robuste Loop-Switcher lässt sich sehr leicht durch Tastendruck programmieren und die aktivierten Loops werden durch LEDs sichtbar dargestellt. Ein tolles Gerät.

Ebenfalls acht Loops, von denen zwei Loops Stereo Signale schalten können, bietet der Electro Harmonix Super Switcher. Mit MIDI-Implementierung, zahlreichen Presets und internem Boost bringt er alles mit, was man braucht, um ein großes Pedalboard zu verwalten.

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Carl Martin Octa-Switch MK3
Carl Martin Octa-Switch MK3
Kundenbewertung:
(33)

Nicht minder gut ausgestattet sind die Looper von Boss. Sowohl das ES-5 Effects Switching System, als auch das ES-8 Effects Switching System bringen zahlreiche tolle Features auf das Pedalboard. Sie verfügen über fünf bzw. acht Loops, ermöglichen die Reihenfolge der einzelnen Loops beliebig zu verändern und können MIDI-Signale senden. Die Möglichkeit der Änderung der Effektreihenfolge ist in meinen Augen besonders interessant. Während man bei einem Song vielleicht das Volume-Pedal vor den Effekten nutzt, um das Gain der Verzerrer zu steuern oder Delays einzublenden, könnte man im nächsten Song das Pedal ans Ende der Effektkette legen, um die Gesamtlautstärke zu verändern. Oder man schaltet mal eben den Verzerrer hinter das Reverb. Dadurch eröffnen sich viele klangliche Möglichkeiten und man kann doppelte Effektgeräte, die man anderenfalls an verschiedenen Positionen in der Effektkette positionieren würde, vom Pedalboard nehmen. Beide Geräte verfügen über Buffer für den Lautstärkeausgleich und sind trotz ihrer umfangreichen Ausstattung wunderbar kompakt gestaltet.

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Fazit

Die Anschaffung eines Loop-Switchers kann selbst für kleine Pedalboards absolut sinnvoll sein. Bei mittelgroßen und sehr großen Ambient-Pedalboards kann man kaum auf sie verzichten. Das Angebot ist groß und für jedes Pedalboard gibt es den richtigen Loop-Switcher. Bei der Auswahl sollte man darauf achten, dass der Loop-Switcher einfach zu bedienen ist, damit er den Musikeralltag erleichtert und nicht noch zusätzlich erschwert. Und da man in den seltensten Fällen wirklich alle Funktionen braucht, ist es wichtig, sich schon während der Planung des Pedalboards Gedanken darüber zu machen, was man wirklich braucht. In diesem Sinne: Viel Spaß beim planen, aufbauen und vor allem beim Spielen!

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Forum
  1. Profilbild
    tenderboy

    Bevor ich auf Kemper umgestiegen bin, hatte ich einen großen, programmierbaren Switcher von Voodoo Labs.
    Sehr gutes Teil, empfehlenswert Firma.

    • Profilbild
      DelayDude RED

      @tenderboy Oh, stimmt. In einem Rack hatte ich auch mal einen Switcher von Voodoo Labs (den GCX und ein Ground Control). Das war ein tolles Setup. Schade, dass ich das Rack irgendwann aufgelöst habe …

  2. Profilbild
    RainerJTM

    …wie nicht anders zu erwarten …. Nur Teile, die man bei THOMANN kaufen kann, wenn Sie denn verfügbar sind.

    Dass allerbeste (aber auch teuerste) Teil fehlt:

    The Gigrig 2 bzw. 3 von den Jungs der „Pedal Show“ bei Youtube.

    … nicht nur die allerbeste Wahl, wenn es um Pedale geht, sondern auch der allerbeste Loop-Switcher am Markt.

    • Profilbild
      DelayDude RED

      @RainerJTM Das ist lustig. Vor kurzem hatte ich in einem Workshop Geräte erwähnt, die nur mit Warteliste und aus dem Ausland erhältlich sind. Das wurde kritisch kommentiert. Nun habe ich mich auf Geräte konzentriert, die jeder Gitarrist jederzeit kaufen kann 😁 und mit denen ich selbst bereits Erfahrung gesammelt habe.
      Musicom Lab und Disaster Area haben auch wunderbare Loop Switcher Alternativen, genauso wie RJM Music. Aber mit diese habe ich persönlich noch nicht getestet. Beim Gigrig finde ich die Buffer/Preamp Sektion nicht unproblematisch, da sie, gerade in Verbindung mit Boost und Gain Pedalen, ein erhöhtes Rauschen verursachen kann.
      Aber wie gesagt, die genannten Loop Switcher sind Beispiele (und erhältlich). Jeder darf natürlich seinen Liebling herausfinden und nutzen. 🎸

      • Profilbild
        RainerJTM

        @DelayDude Danke für die Antwort 😉.
        …. nachvollziehbar.
        Das GigRig G3 ist mit 1.500 € auch unverschämt teuer …. Muss man sagen.

      • Profilbild
        Aljen AHU

        @DelayDude DDude: ich glaube, selbst einer der kritischen Kommentatoren gewesen zu sein. ;) Auch ahne ich, welches Gerät konkret gemeint ist/war. Es _ist_ durchaus frustrierend, in einer angeblich so globalisierten Welt, dass bestimmte Güter nur auf Umwegen und unter teils nicht unerheblichen, vermeidbaren Zusatzkosten zu beziehen sind – so denn sie es überhaupt sind.

        Ich verstehe immer noch ganz einfach nicht, warum etwa ein Mornigstar nicht einfach genug von ihren Controllern baut – wohl wissend ob der weltweit hohen Nachfrage. Oder warum sich ein so stolz weiträumig nennendes Microcosm keinen europäischen Vertrieb hat. Nun denn – sollen sich die entsprechenden Firmen halt den Kopf zerbrechen, wenn es soweit ist.

        In meiner eigenen Global-Phase war ich mir nie zu fein, etwas auf Anfrage einmal um die halbe Welt auf gut Glück (und eigene Kosten) zu schicken… aber jedem das Seine.

        Viele Grüße, aljen

        • Profilbild
          DelayDude RED

          @Aljen Da gebe ich dir absolut Recht! Es wird teilweise immer schwieriger an neue Geräte zu kommen. Teilweise kommen selbst große Hersteller mit der Produktion nicht hinterher. Die aktuelle Chipkrise trägt wohl immer noch stark dazu bei.
          Was den Direktvertrieb einiger, kleiner Hersteller angeht, ist das wohl eine Gewinn-/Kostenfrage. Ein Hersteller sage mal, dass es für ihn lohnenswerter ist, weniger zu verkaufen und dafür im Direktvertrieb, als den Gewinn mit Zwischenhändlern zu teilen und mehr zu verkaufen. Das ist für uns Musiker natürlich sehr umständlich, aber für kleine (zum Teil 1 Mann Betriebe) schon verständlich.
          Aber wie du schon sagst: Das Bestellen aus dem Ausland, Versandkosten, der Zoll usw. machen wirklich keinen Spaß.

    • Profilbild
      DelayDude RED

      @WTFunk Vielen Dank! Ja, der D.Loop ist immer wieder auf meinen Boards. Und er arbeitet wirklich zuverlässig – ein echtes Arbeitstier. 🎸

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