Test: Pioneer DJM-900NXS2, DJ-Club-Mixer

Was kann er eigentlich nicht?

Anschlusstechnisch fehlen eigentlich nur noch gesonderte Session Inputs, Thunderbolt, Drehstrom und Gardena. Ansonsten gibt es – trotz aller Digital-Affinität der Japaner – nun wieder satte vier Phono-Inputs, die zudem endlich wie auch bei der Oberklasse-Konkurrenz aus den USA oder England mit großen Rändelschrauben für die Erdung daherkommt.

Endlich auch beim Pioneer DJM-900NXS2: Dicke Phono-Rändelschrauben, und zwar zwei.

Endlich auch beim Pioneer DJM-900NXS2: Dicke Phono-Rändelschrauben – und zwar zwei

Nochmal so viele Line- sowie S/PDIF-Eingänge und ein ebensolcher Ausgang verstehen sich für den CDJ-Hersteller von selbst. Amtliche symmetrische Ausgänge für Master und Booth sowie symmetrische Mikrofoneingänge (einmal XLR-Klinke-Combo, einmal Klinke) und eine unsymmetrische Klinken-Effektschleife sind ebenso guter Klassenstandard. Die Gerätefamilie nennt sich Nexus, da auch eine Netzwerkbuchse vorhanden ist. Mit ihr kann man über ein Hub seinen Zuspielerzoo für die Effekte und das Tempo synchronisieren und die Recordbox-Software gesondert vorhören. Sehr begrüßenswert ist die nun integrierte zweite Soundkarte. Beide haben je 10 Eingange und 12 Ausgänge, wobei die Abgriffe letzterer auch noch von verschiedenen Stellen übersichtlich konfiguriert werden können. Das Tool installiert sich problemlos und danach ist sofortige Mehrspur-Routing möglich.

Nutzerfreundlich: Das Tool zum Einstellen des USB-Kanal-Routings

Nutzerfreundlich: Das Tool zum Einstellen des USB-Kanal-Routings

Diese von Rane eingeführte Doppel-USB-Idee ist der Clou schlechthin für den problemlosen Übergang zweier PC-Nutzer und schafft dank DVS-Zukauf-Option auch die Notwendigkeit externer Soundkarten ab – zumindest für Rekordbox. Damit hat Pioneer nun eigene Marketing-Interessen und es gibt (noch?) nicht wie bei den Vorgängern noch optionale Lizenzen für Traktor Skratch oder Serato DJ. Bei dieser Fragmentierung leiden die Kunden. Bei Decks ist der Zuschnitt auf bestimmte Software noch verständlich, doch Mischpulte wie der DJM-900NXS2 sind dafür zu unspezifisch und nur Vertriebsgründen stehen dem entgegen. Interessant wird es, was sich hier z. B. durch ein Serato Club Kit oder kommenden Lizensierungen noch ändern wird.

Jetzt sind zwei USB-Interfaces vorhanden und praktisch von oben zugänglich und mit Kappen geschützt.

Jetzt sind zwei USB-Interfaces vorhanden und praktisch von oben zugänglich und mit Kappen geschützt

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    FLTRHND  

    Irgendwie glaube ich nicht das dieser Mixer seinen Preis Wert ist. Oder besser gesagt, er ist seinen Preis evtl. schon Wert aber man muss sich doch schon sehr fragen ob man das alles wirklich braucht.
    Ich komme aus der Technorichtung ich habe ein Nou 4 von Ecler voll Analog ohne Effekte nichtmal mit Filtern und das reicht mir vollkommen aus. In Vielen Clubs stehen dann solche Funktionsmonster für über 2000€ deren ganzen LED und Bildschirme an das Cockpit der Millennium Falcon erinnern…und am Ende nutzt man dann doch nur mal höstens die Filter oder so…ist zumindest aus meiner vielleicht doch recht beschränkten Sichtweiße so. Aber mir ist jetzt nichts bewusst wo das volle Potential genutzt wird, ohne das gleich auf Spezialmixer ala Battlemixer von Rane etc gesetzt wird…für mich ist der einfach nichts…aber für mich sind die CDJs auch nichts das geht mir vom Look her alles zu sehr Richtung 2009er Pioneer Nachrüstradio im 2er Golf eines Dorfjugendlichen mit Sub im Kofferraum und LED Streifen im Innenraum.
    :D

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      Danny Who  AHU

      Ich persönlich sehe das ähnlich, weil meine Musik vor allem durch gute Tracks und ihre bewusste, stimmige Zusammenstellung brillieren soll. Dafür ist ein guter Klang des Mixers und gute Verarbeitung und einfacher Workflow wichtig, Effekte aber kaum. Darum habe ich seit 10 Jahren meinen Rotary und erst die aktuellen Ranes mit ihrer hochwertigen, volldigitalen Struktur reizen mich wieder.

      Auch stimmt es wohl, dass die meisten Leute im Club an diesem Mixer nicht mehr als am alten DJM-600 nutzen, hier holt man sich viel, oft brach liegende Power ins Haus. Darum stellte ich ja eingangs auch die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines neuen Modells. Die positiven Neuerungen hätte Pioneer größtenteils schon in den Vorgängern bringen können, an moderner DSP-Technik liegt es nicht ¯\_(ツ)_/¯

  2. Profilbild
    monomood  

    Schade das mit keinem Wort erwähnt wird, dass die Midi DIN Schnittstelle weg gefallen ist. Das war ne super Möglichkeit um ohne viel Gefummel eine Drummachine (z.B. Analog Rytm) ins Setup zu integrieren bzw. zu synchronisieren.

    • Profilbild
      Danny Who  AHU

      Danke für die Ergänzung, monomood. Das ist in der Tat weggespart worden (ebenso wie Faderstart) und ärgerlich für solche Zwecke. Das braucht nun ein weiteres Zwischengerät. Da MIDI nicht das stabilste Clocking hat, kann genau das zu Komplikationen führen.

  3. Profilbild
    DJ Ronny  

    Ich sehe das etwas anders. Sicher ist das wichtigste, wie es der DJ durch seine Musikauswahl und Dramaturgie bringt, das Publikum zu begeistern. Aber Möglichkeiten durch Effekte der ganzen Sache noch mehr seine Kreativität auszuleben finde ich toll. Wobei ich Effekte pro VA sehr sparsam einsetze. Was mich aber immer mehr stört, dass die Hersteller immer mehr den Weg gehen, dass nur ihre eigenen Produkte kompatibel sind. So werden wir immer mehr eingeschränkt, uns das zusammen zu stellen, was uns am besten gefällt. Blöd ist auch, wie im Test beschrieben, dass die Pegelanzeige nicht tut was sie soll, sondern bis ins rot gefahren werden kann.

  4. Profilbild
    Markus Schroeder  RED

    „Ich bin eher [für] ein vernünftigen Gain-Stagings und mehr Metering im Bereich unter 0 dB. Aber hier hat sich einfach eine Kultur durchgesetzt, der sich kaum noch ein Hersteller widersetzt und ich komme mir wie der vom Krieg erzählende Opa vor, dem keiner mehr zuhören mag – sei es drum.“

    Du hast mein vollstes Verständnis und meinen Zuspruch, Danny!

    Markus :)

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    Kosh  

    nachdem vor ca. einem jahr (?) die meldung rauskam, dass pioneer pioneer-dj abgestoßen/verkauft hat, war ich sehr skeptisch, wie es mit dem dj-equipment aus dem ehemaligen hause pioneer weitergeht. auch wenn der neue mixer nichts für mich ist, muss ich nach lesen des tests doch sagen, dass sich meine skepsis ein wenig verflüchtigt hat. die wertige bauweise, die für dj-equipment von pioneer typisch war scheint zumindest beibehalten worden zu sein… und auch die weiterentwicklung der recordbox spricht für sich. hard- und software proprietär zu vermengen hat bereits nativ instruments vorgemacht… auch wenn ich mit meinem ddj-sr für die nächsten mindestens fünf jahre bestens versorgt bin (mal schauen, ob erst er oder erst meine lunge schlapp macht), so ist doch gut zu wissen, dass pioneer dj weiterhin qualität liefert.

    • Profilbild
      Max Neumann  

      Auch nicht gerade unwichtig für viele Nutzer ist das kleine aber feine Detail, dass gegenüber seinem Vorgänger die Traktor-Scratch Zertifizierung weggefallen ist und auch Serato mit dem Club-Kit nicht mehr unterstützt wird.
      Also heißt es für alle DVS-Nutzer wieder Interfaces mitschleppen und ankabeln.

      Das mag daran liegen, dass Pioneer natürlich nun seine eigene Software vermarkten möchte ist für die meisten aber ein riesiger Rückschritt!

      Mal abgesehen davon, dass ich sowieso absolut kein Freund der Pioneer-Geräte bin, finde ich eine solche Politik einfach wiederlich!

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