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Test: PRS WIND THROUGH THE TREES, Effektgerät für E-Gitarre

Gleich zwei Flanger in einem Pedal

31. Januar 2023

Test: PRS WIND THROUGH THE TREES, Effektgerät für E-Gitarre

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Kürzlich testeten wir zum ersten Mal ein Effektpedal (Horsemeat Distortion) vom Hersteller PRS, welcher bereits durch seine attraktiven E-Gitarren-Modelle hinlänglich bekannt sein dürfte und nun auch im Pedalbereich auf den Markt drängt. Heute befassen wir uns mit dem PRS WIND THROUGH THE TREES-Pedal, welches eine Reihe von Modulationseffekten wie Flanger, Chorus oder Vibe-ähnliche Klänge im Köcher hat. Genauer gesagt, wurde das Pedal mit einer neuen (analogen) Schaltung bestückt, welches gleich zwei unabhängige Flanger-Effekte (Duo-Flanger) implementiert, die beliebig gemischt werden können. Wir dürfen also gespannt sein, was das Flanger-Flaggschiff von den Pedalen der Konkurrenz unterscheidet.

Test: PRS WIND THROUGH THE TREES, Effektgerät für E-Gitarre

Das PRS WIND THROUGH THE TREES-Pedal

PRS WIND THROUGH THE TREES – Facts & Features

Das Pedal ist recht groß (Abmessungen, B x T x H: 38 x 140 x 35 mm) und sehr robust verarbeitet. Es bringt satte 590 Gramm auf die Küchenwaage. Die Stromversorgung erfolgt wahlweise über eine 9-V-Batterie (nur eingeschränkt zu empfehlen) oder mithilfe eines Netzteils, welches jedoch nicht im Lieferumfang enthalten ist. Natürlich erfolgt die Stromversorgung über die übliche Hohlsteckerbuchse (5,5 x 2,1 mm, Minuspol innen). Die Stromaufnahme ist, da das Pedal analog aufgebaut ist, mit nur 22 mA, überschaubar. Das Pedal wurde in den USA gefertigt, wodurch leider auch ein satter Preis aufgerufen wird. Manch einen wird dies erschrecken. Die Buchsen für Ein- und Ausgang sowie die Stromversorgung wurden stirnseitig angebracht. Die Poti-Knöpfe wurden aus Aluminium gefertigt und schwarz lackiert, das Design stimmt.

Test: PRS WIND THROUGH THE TREES, Effektgerät für E-Gitarre

Buchsen stirnseitig angebracht

Regler

Der Fußschalter schaltet den Effekt aktiv bzw. in True Bypass. Da das Pedal mit zwei unabhängigen Flangern bestückt wurde, sind einige Regler gleich zweimal vorhanden, als da wären:

Die MANUAL- und DEPHT-Regler justieren die Heftigkeit (Tiefe bzw. Breite) des Effekts, wobei die MANUAL-Regler eine lediglich unauffällige Veränderung bewirken. Die RATE-Regler bestimmen bekanntermaßen die Geschwindigkeit ihres jeweiligen LFOs (Low Frequency Oscillator).

Zwei blaue Leuchtdioden (LFO 1, LFO 2) pulsieren im Rhythmus ihrer eingestellten Geschwindigkeit, so lässt sich das Ganze auch visuell wahrnehmen. Der MIX-Regler gestattet das Mischen beider Flanger, was recht interessante klangliche Varianten hervorbringt.

PRS Wind through the trees

Einiges zu regeln

Mit Aufdrehen des REGEN-Reglers, welcher grundsätzlich bei jedem Flanger an Bord ist, generiert man dann den typischen Flanger-Sound, indem das Ausgangssignal der beiden Modulationseinheiten wieder dem Eingang zugeführt wird. Hierbei entstehen Phasenverschiebungen und dadurch bedingt kann auch ein Höhenverlust auftreten. Um dies ausgleichen, wurde der ADDED HIGHS-Regler implementiert, mit dem die Höhen wieder nach Bedarf angehoben werden können. Bleibt der REGEN-Regler auf Linksanschlag, werden Chorus-Sounds erzeugt.

DRY/WET mischt das Effektsignal dem Originaleingangssignal hinzu und entscheidet laut Originalton Paul Reed Smiths, wie die beiden Flanger „sich gegenseitig bekämpfen“.

Paul selbst erzählt zu seiner neuen Pedalserie das Folgende:

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Mehr Informationen

Sound

Wir hören zunächst einen Chorus-Sound, lediglich Modul 1 ist in Betrieb, die MIX- und REGEN-Regler stehen auf Linksanschlag, der DRY/WET-Regler steht auf 12 h:

Der Klang ist mit dem legendären Platzhirschen, dem BOSS CE 2 (CE1) oder entsprechend hochwertigen Choruspedalen zu vergleichen.

Nun drehen wir den REGEN-Regler auf und erhalten typische Flanger-Sounds, im Klangbeispiel ist zunächst gleichfalls nur LFO 1 zu hören:

Deutlich fettere Ergebnisse erhalten wir, wenn beide Flanger-Sektionen parallel laufen, dies ist ja das spezielle Feature dieses Dual-Flangers. Der REGEN-Regler ist weit nach links gedreht, der Sound „Chorus-like“:

Der Sound lässt sich schön variieren, indem man bei beiden Flangermodulen deutlich abweichende Werte für DEPHT bzw. RATE einstellt.

Schließlich hören wir einen sehr langsam eingestellten Flanger, der im Hintergrund eine sich „langsam veränderte Athmo“ erzeugt. Auch diesen Sound kennt man aus unzähligen Aufnahmen der Endsiebziger und Achziger. Danach verschwand der Flanger-Effekt mehr oder weniger von der Bildfläche bzw. kam aus der Mode.

Das Pedal liefert Chorus, Flanger und Vibe-ähnliche Sounds. Bei extrem eingestelltem LFO-Geschwindigkeit lassen sich dem Pedal natürlich auch „seasick“-Sounds oder „blubbernde“bzw. heftig pulsierende Klänge entlocken, wobei man diese in der Praxis wohl eher selten benötigt bzw. diese vermutlich nur als kurzzeitigen Effekt einsetzt.

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PRS Wind Through the trees Dual Fl
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Kundenbewertung:
(3)

Übertreibt man es mit heftigen Flanger-Sounds, kann das auch schnell langweilig werden. Sollte ich Empfehlungen für einen geschmackvollen Einsatz eines Flangers aussprechen, kann ich nur einmal mehr „mean and mighty“ Eddie Van Halen“ anführen, der seinen MXR-Flanger „recht langsam“ (geringe LFO-Speed) einstellte und nur extrem kurzzeitig (taktweise) aktivierte, was einfach frech klingt.

Objektiv betrachtet stellt man fest, dass die Sounds des PRS WIND THROUGH THE TREES Dual-Flangers, sich nicht deutlich von einem „gewöhnlichen“ Flanger-Pedal mit nur einer einzigen Flanger-Einheit unterscheiden. Natürlich ist das Pedal klanglich, design- und verarbeitungstechnisch von ausgezeichneter Qualität und besitzt einige gute Ausstattungsmerkmale, wie beispielsweise den ADDED HIGHS-Regler, wir hören jedoch nichts wirklich Neues. Das Pedal dürfte aufgrund des hohen Preises nur für gut Betuchte interessant sein. Kultig ist es auf jeden Fall, allein schon deswegen werden Sammler und Soundfreaks es haben wollen.

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Fazit

Das PRS WIND THROUGH THE TREES bietet reichhaltige Modulationsvarianten, da hier gleich zwei unabhängige Flanger-Effekte beliebig gemischt werden können. Die Qualität und der Sound des Pedals sind sehr ansprechend. Klanglich wird hier allerdings nichts wirklich Neues präsentiert. Analoge Flanger-Pedale aus dem obersten Regal sind grundsätzlich recht kostenintensiv, aber der Preis für dieses Pedal ist, auch wenn es in den USA gefertigt wurde, schmerzhaft hoch.

Plus

  • Sound
  • zwei Flanger-Einheiten mischbar
  • Verarbeitung
  • rauscharm

Minus

  • Preis

Preis

  • 409,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    vco5

    Bei zwei Flangern hätte man aber auch einen Stereoausgang mit ein paar geschickten Verschaltungen beifügen können, dann würde ich den Preis verstehen. Schade.

    • Profilbild
      ollo AHU

      @vco5 Nur Mono ist ja schon fast ein KO-Kriterium. Grade bei solchen Modulationseffekten ist Stereo doch ein Muss.

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Danke für den Test.

    Ich finde es immer wieder schade (insbesondere bei dieser Priesklasse), dass solche Geräte nicht Stereo ausgelegt sind – kommt doch gerade bei Modulationseffekten besonders schön. WALRUS haben das mit Juliana vorgemacht (oder auch der Horizon Phaser von KMA gibt Stereo aus, obschon der Eingang nur Mono ist).

  3. Profilbild
    Maxvau

    Jo, mono und soundtechnisch eher was für Konservative… 😉 Sorry, PRS, nicht für das Geld.

  4. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Der Name ist geil, da hat man sich viele Gedanken gemacht. Passt gut zum Produkt.

  5. Profilbild
    jazzy13

    Wow Flanger kommen wieder in Mode! Ich hatte mal einen Ibanez Treter, da war ich so 15. Den habe ich quasi immer benutzt! Mal schauen ob ich den noch habe.

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