Test: QSC Aktivboxen CP12, CP8 und KS 112 Subwoofer

31. März 2019

QSC legt aktiv nach

QSC Aktivboxen CP12, CP8 und KS 112 Subwoofer im Test. Das Unternehmen QSC aus Costa Mesa (USA) legt nach in ihrem Lautsprecher Portfolio. Die Amerikaner fertigen nicht nur Aktivlautsprecher, sondern sind auch im Bereich der digitalen Mischpulte sowie Endstufen und Installation heimisch. Mit der neuen CP-Serie sowie dem dazu passenden aktiven Sub KS112 rundet QSC preislich nach unten hin ein wenig ab. Ob die Qualität darunter leidet, gilt es in diesem Test festzustellen. Nachdem ich schon die K.2 Serie zum Test hatte, liegt die Messlatte auf jeden Fall schon mal weit oben. Das Konzept ist bewährt: Aktiver Allrounder, diesmal ohne Lüfter (!) und das Paket aus CP8 und CP12 wird leicht sowie transportfreundlich serviert.

Der QSC KS112 Subwoofer ist auch neu im Programm und bietet eine passende Ergänzung für Freunde des Tiefbasses. Wie der Produktname schon verrät, handelt es sich um einen 12 Zoll Basslautsprecher im Bandpass-Gehäuse 6. Ordnung, doch dazu später mehr.

QSC CP8 Hardfacts

  • Lautsprecherbestückung: 8 Zoll Tieftöner, 1,4 Zoll Kompressionstreiber
  • Leistung: 500 W RMS / 1000 W Peak
  • Class-D Verstärker-Modul ohne Lüfter
  • Abstrahlwinkel: 90° achsensymmetrisch
  • 55° Monitorschräge
  • 6 EQ-Presets
  • Hochleistungs-DSP korrigiert nichtlineare Verzerrungen
  • Frequenzbereich (-10 dB): 53 – 20000 Hz
  • Maximalpegel (@1m): 124 dB
  • Limiter LED/ Schutzschaltung
  • Kanal A: Eingang 1x XLR/Klinke Kombi-Buchse, Line Eingang, Gainregler (A+C IN)
  • Kanal B: Eingang 1x XLR/Klinke Kombi-Buchse, Mic/Line Eingang, Gainregler
  • Mic Boost Schalter: +25 dB für Kanal B
  • Kanal C Eingang: 1x 3,5 mm Stereo-Klinke (Gain/Signal-LED über Kanal A)
  • 3-Kanal Mixer: Mix-Out Ausgang (Post Gain): 1x XLR
  • 35 mm Hochständerflansch
  • Lautsprechergitter aus pulverbeschichtetem Stahl
  • Gehäuse aus kratzfestem Kunststoff mit ergonomischem Griff
  • Abmessungen (H x B x T): 411 x 273 x 256 mm
  • Gewicht: 9,5 kg

QSC CP12 Hardfacts

  • Lautsprecherbestückung: 12 Zoll Tieftöner, 1,4 Zoll Kompressionstreiber
  • Abstrahlwinkel: 75° achsensymmetrisch
  • Frequenzbereich (-10 dB): 47 – 20000 Hz
  • Maximalpegel (@1m): 126 dB
  • Abmessungen (H x B x T): 516 x 350 x 323 mm
  • Gewicht: 13,7 kg
  • alle sonstigen Daten sind identisch mit der CP8

 

QSC CP8 mit Bügel Option

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

QSC CP8 und CP12

Ganz klar, der Star ist der kleine 8 Zoll Satellit. Mit seinen nicht mal 10 Kilogramm verfügt der QSC CP8 über alles, was ein kleiner „Aktiver“ braucht. Die Griffschalen sind angenehm ergonomisch und fühlen sich trotzdem wertig an. Die wichtigsten Unterschiede zur K.2 Serie sind der etwas geringere Output, keine einstellbare Delay- und DSP-Optionen sowie ein etwas schmalerer Abstrahlwinkel.

Dafür zahlt man aber auch gut ein Drittel weniger. Wer besagte Optionen nicht braucht, kann bedenkenlos die QSC CP-Boxen antesten.

Die etwas geringere Leistung hat hierbei den Vorteil, dass Sie „lüfterlos“ ist. Öfters liest man bei Bewertungen oder in Foren, dass mancher Lautsprecherlüfter quietscht oder ganz den Geist aufgibt. Das kann bei der CP8 und CP12 nicht passieren. Um es gleich vorweg zu nehmen, der SPL-Wert oder Maximalpegel in dB ist erst mal „nur“ ein Messwert. Wie gut bei höherer Lautstärke dann im Endeffekt der Klang oder die Transienten-Wiedergabe ist, sagt er nicht. Da die meisten neuzeitlichen Aktivboxen über interne Limiter verfügen, können auch dessen Parameter den Klang im Grenzbereich maßgeblich beeinflussen.

Aber ich will auch den 12 Zöller nicht zu kurz kommen lassen. Wie in den Hardfacts bereits aufgelistet, sind die Unterschiede zum kleinen Bruder überschaubar. Letztendlich kommt der QSC CP12 natürlich tiefer in den Bassbereich und hat einen vernachlässigbar höheren Maximalpegel. Die klanglichen Gene sind aber die Gleichen, zum einen wegen der internen DSP-Abstimmung sowie dem gleichen 1,4 Zoll Kompressionstreiber.

Anschlussmöglichkeiten

Zwei Neutrik Combo-Eingänge sowie ein 3,5 mm Miniklinke-Eingang sollten erst mal ausreichen, um alles Elementare verbinden zu können. Der zweite Eingang ist außerdem auf Mikrofon-Empfindlichkeit (25 dB Boost) umschaltbar. Alle Eingänge werden fix summiert an den XLR-Male-Ausgang geschickt. Die ersten beiden Eingänge haben noch einen Lautstärkeregler, ansonsten Power-Switch sowie Kaltgeräte-Buchse, fertig. Damit sollte man auch ohne Bedienungsanleitung klarkommen. Die 6-DSP-Presets werden auch rückseitig ausgewählt und aktivieren verschiedene Frequenzkurven beziehungsweise den 80 Hz Hochpass.

QSC CP8 Bedienpanel

 

Sound der Aktivboxen CP8 und CP12

Auf ein Neues werde ich versuchen, den Klang der QSC CPs mit möglichst brauchbaren Adjektiven zu beschreiben, falls das überhaupt möglich ist. Meine Referenz-Playlist habe ich auf der Einstellung „Default“ abgespielt und zwischendurch immer mal die Lautstärke variiert. Das Ganze jeweils auf Hochständer und in der Monitorposition auf dem Boden.

Der erste Eindruck ist ja meistens der Beste. Hier bemerke ich, die Abstimmung ist erst mal „warm“ mit Betonung auf Grundtönen im Stimmbereich, also 200 Hz bis 800 Hz. Es sticht trotzdem keine Überhöhung oder gar Überbetonung heraus. Die oberen Mitten und Höhen wirken samtig, weich und nicht aufdringlich. Der Bereich um 1 kHz wird sehr neutral abgebildet. Bei der QSC CP8 ist der Bassbereich natürlich so tief ausgeprägt, aber trotzdem „rund“. Gerade Sprache wirkt auf den CPs sehr natürlich und direkt, ohne harsch oder spitz zu wirken. Die mögliche Lautstärke ist trotzdem subjektiv sehr hoch, ohne den Klang insgesamt zu verändern.

Ein Wort noch zu den „Contour“ Presets: Ich persönlich mache solche Anpassungen lieber mit einem EQ. Wer allerdings nur ein Mikrofon und Kabel zur Hand hat, dem ist eventuell mit der „Speech“-Einstellung schon geholfen. Außerdem hat man noch die Möglichkeit, die Bässe unterhalb 80 Hz abzutrennen, zum Beispiel mit einem Subwoofer ohne Frequenzweiche.

Aktiver Subwoofer QSC KS112

Eine Tiefton-Ergänzung alleine zu bewerten, funktioniert nicht wirklich. Deswegen haben wir die langhubige 1x 12 Zoll Variante noch mit den QSC CPs ins Boot genommen. Der QSC KS112 ist der Einsteiger-Sub im QSC Universum und bietet einige interessante Features.

QSC KS112 aktiver Bass, Hardfacts

  • Bandpass 6. Ordnung
  • 2000 Watt Peak Class-D Verstärkermodul
  • Hochleistungs-DSP – korrigiert nichtlineare Verzerrungen
  • Frequenzgang (-10 dB): 38 – 121 Hz
  • Maximalpegel: 128 dB @ 1 m
  • robustes, lackiertes Holzgehäuse aus 15 mm Birkensperrholz
  • aktive Kühlung über geräuscharmen Variolüfter
  • 2x M20 Gewindeflansch
  • Netzteil: 100 – 240 V (50 – 60 Hz)
  • Abmessungen (H x B x T): 622 x 394 x 616 mm
  • Nettogewicht: 28,4 kg
  • Farbe: Schwarz (RAL 9011)
  • inkl. Rollen und 3 m Lock-Netzkabel

Ich sehe nur zwei Löcher?

Der QSC KS112 hat zunächst eine Besonderheit, die in dieser Größenordnung nicht alltäglich ist. Das Gehäuse ist ein sogenannter Bandpass 6. Ordnung. Klingt aber erst mal komplizierter als es in Wirklichkeit ist. Im klassischen Lautsprecherbau versteht darunter einen Bauform-bedingten Hoch und Tiefpass. Dieser ist in unserem Falle natürlich auf den Bassbereich angepasst. Der Basslautsprecher sitzt zwischen zwei Kammern, deren beide abgestimmte Resonatoren beziehungsweise Öffnungen den Schall indirekt nach außen strahlen. Durch diese Bauweise wird der Bass zwar zeitlich geringfügig nach hinten verzögert, dafür hat man aber als positive Reaktion einen Gewinn im Gesamtpegel der Lautsprecherbox.

QSC KS112 stehend

Praktischer Subwoofer

Der KS112 bietet von Haus aus zwei Aufstellmöglichkeiten, liegend oder stehend. In beiden Fällen kann man Distanzstangen zur Anbringung der Mid-Hi-Ergänzung anbringen. Für die jeweiligen Positionen sind gehäuseseitig auch Gummipuffer angebracht. Praktisch und sinnvoll ist auch der verriegelbare V-LOCK Netzanschluss. Ansonsten ist mit den zwei XLR-Ein- und Ausgängen sowie der DSP-Bedienung das Bedienpanel abgefrühstückt. Das Gewicht von 28 kg ist alleine durchaus zu bewältigen, zumal der QSC KS112 ohnehin rollbar ist. Die Rollen selber machen darüber hinaus einen sehr stabilen Eindruck, sodass man auch noch zusätzliches Equipment transportieren könnte. Die mitgelieferte Schutzhülle empfinde ich als unverzichtbar und außerdem praktisch, da wir noch eine kleine Zubehörtasche haben.

Der DSP bietet die wichtigsten Anpassungen zur Ergänzung mit der QSC CP-Serie. Die Trennfrequenz ist wählbar für 80 Hz beziehungsweise 100 Hz. Darüber hinaus gibt es noch eine Delay-Option bis 100 ms oder 34 m. Zusätzlich können noch LED Kontrast/Helligkeit und Benutzer-Scenes angelegt werden. Das Ganze ist intuitiv über ein Endlos-Push-Poti mit zwei Navigationstasten bedienbar.

QSC CP8 Monitor

Klang aus QSC Aktivboxen CP12, CP8 und KS 112 Subwoofer

Zusammen mit der QSC CP8 sowie CP12 hat man für überschaubares Budget eine wohlklingende Kombi am Start. Mit einem Subwoofer und zwei CPs liegt man unter 2000,- Euro für eine komplette 2.1 Klein-PA. Die Klangergebnisse waren wie schon bei den Tops einzeln sehr warm, Grundton-orientiert und trotzdem nicht mulmig oder matt. Der QSC KS112 ergänzt unauffällig den Bassbereich und gibt die nötige Fülle sowie Punch. Gerade mit der CP8 eine prima Kombination aus Klang, Gewicht, Sound und geringen Kosten. Wer zusätzlich noch mit einem EQ umgehen kann, schafft es locker, die QSC-Anlage auch in extrem schwierigen Räumen gut klingen zu lassen.

QSC KS112 Bedienung

Fazit

Mit der CP-Serie von QSC gelingt den Amerikanern nicht nur eine preisliche Schlankheitskur, sondern auch gewohnte Qualität mit Blick auf das Wesentliche. Kein Schnickschnack, sondern guter Sound zum kleinen Preis ohne ellenlange Bedienungsanleitung. Die beiden aktiven Multifunktions-Boxen CP8 und CP12 sind echte Allrounder und müssen sich klanglich nicht hinter ihren größeren QSC-Geschwistern verstecken. Der Subwoofer KS112 macht einen guten Job und fügt sich perfekt mit der CP-Serie zu einem Komplettpaket zusammen. Wer für kleinere bis mittlere Beschallungsaufgaben eine praktische Lösung sucht, dem sage ich: antesten!

Plus

  • ausgewogener Klang
  • geringes Gewicht

Preis

  • QSC CP8: 431,- Euro
  • QSC CP12: 529,- Euro
  • QSC KS112: 1.029,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    Armin Bauer  RED

    Hallo Kollege,

    auch aufgrund deines Tests habe ich mir eben eine Monitoranlage aus 4x CP8 und 2x CP12 für die kleinen Jobs gekauft, wenn es keinen Sinn macht das große Gerödel mit zu schleppen.

    Livetest steht am Wochenende noch aus, aber mit den Trockentests bin ich schon sehr zufrieden. Klingt richtig erwachsen, v.a. die 8er ist der Hammer. Es gibt sonst nichts in der Größe und Qualität zu dem Preis.

    Geht auch gut als Moderationsbeschallung, bei Preset „Speech“ wirkt das nur auf den Mikrofoneingang B, Eingang A/C bleibt weiterhin auf „Default“. Da hat jemand mit gedacht.

    Weiterer Pluspunkt bei Monitor Einsatz: Alle Buchsen sind so angeordnet, dass keine Stecker abknicken. Und das Bedienpanel ist weitgehend vor fremdem Zugriff geschützt.

    Ich habe mich immer gegen Plastikboxen gewehrt und besitze sonst nur Holz von deutschen Premiumherstellern. Aber die CP klingen gut, sind optisch und haptisch schön gemacht und das zu einem unglaublichen Preis. Denke, ich werde da lange Freude daran haben.

    Grüße
    Armin

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.