Test: QSC GX7 Class H System Endstufe

6. Juli 2019

Über jeden Zweifel erhaben

In diesem Test beleuchten wir die Endstufen der Firma QSC, die es in drei Ausführungen gibt:

  • OSX GX3 mit 2x 425 Watt / 4 Ohm – Class B
  • OSX GX5 mit 2x 700 Watt / 4 Ohm – Class H
  • OSX GX7 mit 2x 1.000 Watt / 4 Ohm – Class H

Stellvertretend für alle drei Endstufen haben wir uns die GX7 mit 2x 1000 Watt angesehen, die allerdings nicht vollkommen identisch mit ihren Geschwistern ist.

Wer sich für die QSC GX5 sowie die QSC GX3 im Detail interessiert, dem empfehlen wir den Test von Peter Ludl, der sich ausführlich mit diesen beiden Versionen auseinandergesetzt hat. Bitte HIER KLICKEN.

Also legen wir los.

Who is QSC

Die Unternehmensgeschichte der Firma QSC (Quilter Sound Company) fing wie bei so manch einer anderen Firma in einer Garage im sonnigen Kalifornien an. 1968 war Barry Andrews wieder einmal mit seinem Motorrad in einem Industriegebiet von Costa Mesa unterwegs. Nach einer Panne kam er mit dem zufällig vorbeikommenden Pat Quilter ins Gespräch über Verstärker und verstand sich mit ihm auf Anhieb. Pat Quilter arbeitete in einer Werkstatt unweit von der Stelle, wo Barry Andrews die Motorradpanne hatte. Also machte man fortan eine gemeinsame Sache. In einem kleinen, aber rege besuchten Ladenlokal entwarfen und produzierten sie ihre ersten Produkte, die sie dann anschließend auch dort verkauften.

Der erste Eindruck der QSC GX7

Die OSC GX7 wird in einem modernen, futuristischen Metallic-Design ausgeliefert, wie man es bei der GX-Reihe gewohnt ist. Die Vorderseite ist schlicht gehalten, auf ihr sind zwei Lautstärkeregler angebracht, fünf LEDs, der Einschaltknopf und zwei Belüftungsschlitze. Eine blaue LED zeigt an, wenn die Endstufe eingeschaltet ist, zwei grüne LEDs zeigen an, wenn Signal anliegt und die letzten beiden roten LEDs warnen vor Clippings.

Äußerlich zumindest sind keine Unterschiede zu der GX5 oder GX3, über die hier ausführlich berichtet wurde, erkennbar.

Weitaus mehr Beachtung sollte man der Rückseite gönnen. Denn hier finden sich sehr vielfältige Anschlussmöglichkeiten und eines der Highlights dieser Endstufe: der Crossover-Schalter.

Die technisches Features der GX7 Endstufe

  • Leistung: 2x 1000 W / 4 Ohm
  • Class H
  • Eingänge: 2x XLR symmetrisch, 2x Cinch und 2x 6,3 mm Stereoklinke
  • Ausgänge: Speaker Twist Combo-Buchsen auf 6,35 mm Klinke, 2x Schraubklemmen
  • 2 Gain-Regler
  • Frequenzbereich: 20 – 20.000 Hz
  • Signal-Rausch-Abstand: 100 dB
  • schaltbare Frequenzweiche erlaubt den Betrieb von Subwoofern und/oder Satelliten
  • GuardRail
  • abnehmbares Netzkabel
  • Abmessungen (B x H x T) 483 x 89 x 257 mm
  • Format: 19″ / 2 HE
  • Gewicht: 7,5 kg

Die Anschlüsse

Um die Endstufe mit Signal zu füttern, kann man auf drei verschiedene Buchsentypen zugreifen. DJs werden sich vor allem über die Cinch-Buchsen freuen, während Stagemixer und so manches Studioequipment sicherlich die beiden symmetrischen 6,3 mm Klinkenbuchsen für sich beanspruchen. Die beiden XLR-Eingänge sind für eine solche Endstufe ohnehin selbstverständlich. Lautsprecher bedient die QSC-Endstufe über Speakon-, Klinken- oder Klemmanschlüsse. Die Speakon-Buchsen sind Combobuchsen, die in der Mitte einen zusätzlichen Klinkenanschluss beherbergen. Sogar die Anschlussklemmen können mit einem Bananenstecker benutzt werden, was hierzulande eigentlich sowieso nicht mehr zulässig ist.

Weniger spektakulär sind die üblichen Verdächtigen wie die Netzstromeingangsbuchse für das Netzkabel (wird mitgeliefert) und der Netzstromtrennschalter, der die Endstufe bei einem Stromstoß ausschaltet und nach einer Abkühlzeit von 30 Sekunden wieder reaktiviert werden kann. Und auf der Seite der Eingangsbuchsen befindet sich der Crossover-Schalter, dieser macht die Endstufe zu einem echten 2-Wege Highlight. Hat man zwei dieser Endstufen, kann man mit ihnen schon eine kleine PA fahren, bestehend aus zwei Basswoofern und zwei Fullrange-Boxen. Und zwar verkabelt man das Ganze wie folgt: Im Crossover-Betrieb beschickt der Kanal 1 der Endstufe die Fullrangebox, während der Kanal 2 nur alle Frequenzen unter 100 Hz durchlässt und somit den Subwoofer bedient. Das heißt, man braucht eine Endstufe pro PA-Seite und kann auf eine aktive Frequenzweiche verzichten.

Die Endstufe OSC GX7 in Betrieb

Im Fullrange-Betrieb liefert die GX7 725 Watt an 8 Ohm, 1000 Watt an 4 Ohm oder 600 Watt an 2 Ohm. Wobei die 2-Ohm-Belastung bei einem Einsatz mit hohen Leistungen nicht empfohlen wird, da hohe Leistungen an zu geringen Widerstand auf Dauer eine Endstufe schädigen und hier zumindest den Überlastungsschutz einschalten wird.

Dennoch lässt QSC ihre Endstufen nicht gänzlich ungeschützt das Haus verlassen. Neben dem bereits erwähntem Verstärker- und Lastschutz verfügt die Endstufe noch über den sogenannten „Guard Rail“. Diese Schutzschaltung verringert die Lautstärke, um ein wärmebedingtes Stummschalten des Gerätes zu verhindern. QSC hat für jedes seiner Produkte ein umfangreiches Testprozedere entwickelt, bevor es überhaupt für die Serienproduktion freigegeben wird. Hierbei handelt es sich um ganz alltägliche Probleme wie Hitzeentwicklung, Spannungsschwankungen, Stromausfälle, Erschütterungen und vieles mehr.

Im Idealfall kann man über eine Highend-Endstufe nicht so viele Worte verlieren, denn sie sollte ja schließlich neutral den Sound abbilden, den man ihr vom Mischpult schickt. Wie sieht das Ganze in unserem Fall aus? Die GX7 wurde in einem Proberaum mit kleiner Bühne getestet. Das gesamte Klangbild wurde kraftvoll verstärkt. Des Weiteren gab es auch keine qualitativen Verluste.

Wie klingt die Endstufe, wenn kein Signal anliegt? Die Lüfter sind sehr leise, kaum hörbar und einen Satz über Brummen/Rauschen braucht man bei QSC-Endstufen ohnehin nicht zu verlieren.

Der Frequenzgang der Endstufe beträgt 20 Hz bis 20 kHz und die Verzerrung (1 dB unter Nennleistung, 1 kHz) beträgt weniger als 0,02 % an 8 Ohm und weniger als 0,05 % an 4 Ohm. Das bedeutet, die Endstufe hat einen sehr guten Frequenzumfang mit einem sehr niedrigen Klirrgrad, der bei dem Betrieb mit 8 Ohm sogar noch besser ist. Zudem ist die Endstufe mit 7 kg für ihre Leistungsklasse sehr leicht, was vor allem dann einen unschätzbaren Wert darstellt, wenn man mehrere Endstufen in ein Rack schrauben muss.

Fazit

Diese Endstufe ist mal wieder QSC-typisches Spitzenprodukt. Die QSC GX7 kann mit guter Leistung, leichtem Gewicht, special Features wie dem Crossover-Schalter, leisem Lüfter, klanglicher Neutralität, sehr guter Verarbeitung und zuletzt allen wichtigen Anschlüssen überzeugen. All das macht diese Endstufe zu einem nahezu konkurrenzlosen Produkt.

Plus

  • hochwertige Verarbeitung
  • neutrales Klangbild
  • leicht
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Preis

  • QSC GX3: 315,- Euro
  • QSC GX5: 413,- Euro
  • QSC GX7: 616,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    bluebell  

    „DJs werden sich vor allem über die XLR-Buchsen freuen“? Das soll bestimmt „Cinch-Buchsen“ heißen.

    Danach kommen ja die Klinkenbuchsen für die Erwachsenen und die XLR-Buchsen für die richtigen Kerle :)

  2. Profilbild
    danielf

    Ich hatte eine GX 5 im Clubeinsatz für die Mitteltöner.
    Nebelfluid, das sich in Verstärkern ansammelt ist ja generell ein Problem, aber beim GX ist der Kühlkörper, an dem das Nebelfluid aufgrund der niedrigeren Temperatur absetzt ungünstig auf der Platine positioniert, so dass es auf die Platine tropft und dort mittelfristig Kurzschüsse, bzw. Fehlfunktionen verursacht.
    Nach 2 Jahren war sie dann nach einer Phase mit leichten Fehlfunktionen ganz hinüber.
    Deshalb rate ich für den richtigen Clubeinsatz mit Nebelfluid ab.

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