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Test: Roland Go Mixer Pro-X, Mischpult und Audiointerface

15. Juli 2022

Fortschritt oder Rückschritt?

roland go mixer pro test

Roland Go Mixer Pro-X, Mischpult und Audiointerface

Vor einigen Jahren brachte Roland im Zuge seiner Go:-Series zwei Kleinmixer speziell für Smartphones heraus, die sich durch eine einfache und übersichtliche Bedienung auszeichnen. Der Go:Mixer ist handtellergroß und wird über das Smartphone versorgt, der Go:Mixer Pro ist etwas größer und kommt mit XLR-Eingang, Phantomspeisung, Batteriefach und Smartphone-Ständer. Den Go:Mixer Pro hatte ich hier getestet und so richtig gut kam er bei mir nicht weg. „Dein Sound macht den Unterschied“, heißt es auf der Roland-Homepage. Ob das jetzt vielleicht stimmt?

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Nun hat Roland den Go:Mixer Pro-X um einen Buchstaben ergänzt, die weiße Farbe ist der schwarzen gewichen und optisch hat sich ansonsten nichts geändert. Die zugehörigen Apps 4XCamera und Camcorder for Go:Mixer sind nach wie vor geblieben und werden durch die Hardware freigeschaltet, dafür gibt es Änderungen bei den Anschlusskabeln. Was geht jetzt besser oder vielleicht auch nicht, darüber will ich in diesem Test aufklären.

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Für wen ist der Roland Go:Mixer Pro-X gedacht?

Wir leben in einer audiovisuellen Zeit, Content-Producer werden gefühlt täglich mehr und so auch die Apps für Video und Social Audio. Clubhouse sei hierfür stellvertretend erwähnt, einst der große Hype und nur mit Einladung zu nutzen, ist sie heute quasi bedeutungslos geworden. Und trotzdem hat sie es noch ins Handbuch der kompatiblen Apps zum Roland Go:Mixer Pro-X geschafft. Ob für FaceTime, Clubhouse-Nutzer oder Singer/Songwriter, denen ein USB-Mikrofon zu wenig kann und die jetzt kein Studium der Tontechnik absolvieren möchten, bietet der Roland Go:Mixer Pro-X vielleicht eine gute Lösung. Etwas Technik braucht es neben dem Smartphone schon, ein Headset oder Mikrofon ist dabei von Vorteil, gerne auch ein Instrument. Runtergebrochen ist der Roland Go:Mixer Pro-X eine Art Mini-Mixer mit Smartphone-Halterung, nominell mit 11 Eingängen, drei Ausgängen und fünf Drehregler, ohne Spielerei und analog aufgebaut.

Roland Go:Mixer Pro-X Verpackung

Der Roland Go:Mixer Pro-X ausgepackt

Die ansprechende Schachtel ähnelt ebenso wie das Gehäuse dem Vorgänger, wären da nicht die etwas veränderten Anschlusskabel und die schwarze Farbgebung. Das Gehäuse war zuvor glatt, jetzt ist es aufgeraut, die fünf Drehregler stecken ausreichend fest in der Frontplatte. Der Roland Go:Mixer Pro-X ist 10,4 cm breit, 15,5 cm tief und 4,1 cm hoch bei einem Gewicht von 215 g. Schaut man genauer hin, sitzen zwar die Anschlussbuchsen an denselben Stellen, trotzdem gibt es einige Unterschiede, aber die Piktogramme und Pfeile an den Drehreglern sind geblieben. Diese helfen dem ungeübten Anwender beim Verkabeln, vier Gummifüße sorgen für einen rutschsicheren Stand.

Roland Go:Mixer Pro-X schräg links

Je nach Anwendung ist vor- oder nachteilig, dass die beiden Anschlusskabel mit einem Meter deutlich länger wurden, diese münden von Micro-USB jeweils auf Lightning bzw. Type-C. Das lässt vermuten, dass die Hardware im Innern noch dieselbe ist, dazu komme ich gleich. Vorher lag noch ein Kabel mit zwei Type Micro-B-Steckern bei, aber das braucht man nicht wirklich. Einerseits ist Type-C auch vor der EU-Verpflichtung längst Standard, andererseits haben vor allem ältere Android-Devices den Go:Mixer Pro ohnehin nicht immer erkannt. Das vierpolige TRRS-Klinkenkabel ist stattdessen dabei, stoffummantelt und halb so lang, es wird verwendet, um den Roland Go:Mixer Pro-X direkt an der Headset-Buchse anzuschließen und lässt sich aber genauso gut für Line-Zuspieler verwenden. Vielleicht schreibt Roland deshalb selbst von einer größeren Kompatibilität, weil auf diese Weise jedes Notebook oder auch ältere Smartphone beliebiger Bauart verbunden werden kann, die über eine Headset-Buchse verfügen.

Roland Go:Mixer Pro-X Rückseite

Schauen wir zunächst auf die Seiten des Roland Go:Mixer Pro-X. Hinten finden wir die Micro-USB-Buchse und den Power-Schalter, der für den Lightning- oder Standalone-Betrieb nötig ist und ansonsten Smartphones bei eingelegten Batterien energetisch entlastet. Mit Ausnahme des Lightning-Kabels aufgrund der 40 mA Strombegrenzung bei Apple wird das Gerät ohnehin automatisch aktiviert und mit Strom versorgt.

Roland Go:Mixer Pro-X links

Auf der linken Seite finden wir hinten die Schraube für das Batteriefach, vier Triple-A-Zellen werden wie beim Vorgänger hier eingeschoben. Außerdem finden wir daneben die symmetrischen Line-Buchsen, L/Mono und R, beispielsweise für Keyboards, Effektgeräte, Grooveboxen und alles andere.

Roland Go:Mixer Pro-X Vorderseite

Die Vorderseite des Roland Go:Mixer Pro-X offenbart links den Kopfhöreranschluss, daneben den Loopback-Schalter, um das USB- und Smartphone-Signal wahlweise in den Mix oder nur über den Kopfhörerausgang zu routen, daneben finden wir den -20 dB Pad-Schalter für den Instrumenteneingang und zwei Mini-Klinkenbuchsen als Festpegel-Line-Eingänge. Die Karaokefunktion (Center/Cancel) wurde ersatzlos gestrichen und durch den Pad ersetzt, die Kopfhörerbuchse ist nun vierpolig, so dass man Headsets nach CTIA-Standard wie die Apple EarPods direkt anschließen kann.

Roland Go:Mixer Pro-X rechts

Die rechte Seite bringt oben am Wulst die XLR/TRS-Kombibuchse für Mikrofone mit, daneben ist der Schalter für die +48 Volt Phantomspeisung sowie eine CTIA-Miniklinkenbuchse für Smartphones und eine große unsymmetrische Klinke für ein Instrument bzw. Line-Gerät, notfalls kann man hier auch ein zweites, dynamisches Mikrofon betreiben.

Roland Go:Mixer Pro-X Aufmacher

Oben auf dem Roland Go:Mixer Pro-X finden wir hinten die Möglichkeit, das Smartphone an den Batteriekasten etwas steilflankig anzulehnen sowie zwei LEDs für Power und Clipping, fünf Drehregler sorgen für die Anpassung der Eingänge und des Ausgangssignals. Die oberen beiden regeln die Lautstärke des Stereo-Line-Inputs und die Mikrofonlautstärke, die unteren drei Regler steuern die Lautstärke des Headset-Mikrofons, den Main-Mix und den Instrumenteneingang. Was an der seitlichen Smartphone- und den Line-Buchsen auf der Vorderseite angeschlossen wird, muss am Smartphone bzw. den Zuspielern geregelt werden. Weil der Roland Go:Mixer Pro-X auch nur ein 2×2-Audiointerface ist, macht dies das Mischen wie beim Vorgänger recht unkomfortabel, so ist das Gerät vollständig analog aufgebaut.

Unterschiede Go:Mixer Pro-X vs. Go:Mixer Pro

Konnte man beim Vorgänger seitlich noch ein Lavaliermikrofon mit Plug-in-Power oder ein ähnliches Kleinmikrofon direkt anschließen, ist diese Funktion beim Roland Go:Mixer Pro-X durch die TRRS-Buchse nicht mehr gegeben, das ginge dann nur über einen Adapter am symmetrischen Eingang. Ein RODE SmartLav+ mit TRRS-Stecker könnte man zwar vorne am Kopfhöreranschluss betreiben, hätte dann aber keine Tonausgabe zur Kontrolle. Dafür lässt sich die seitliche Smartphone-Buchse im Prinzip auch als vierten Line-Input nutzen, auch wenn nur der auf der linken Seite regelbar ist. So muss ich einerseits feststellen, dass der ROLAND Go:Mixer Pro-X irgendwie aus der Zeit gefallen ist, zumal die Klinkenbuchsen quasi täglich weniger werden.

Roland Go:Mixer Pro-X im Clubhouse

Auf der anderen Seite gibt es Apps, die sich per Lightning nicht mit Audiointerfaces nutzen lassen, wie beispielsweise FaceTime und andere Kommunikationsanwendungen, die den Telephony-Mode verwenden. Will man dafür externes Audio-Gear einsetzen, bleibt nur der Weg über den Lightning-Klinke-Adapter (das mag bei iPads mit USB Type-C anders sein). So könnte man mit dem Roland Go:Mixer Pro-X in allen Apps beliebige Mikrofone nutzen und Audio einspielen. Hat man keins zur Hand, reichen auch EarPods oder ein anderes Headset mit vierpoligem Klinkenstecker aus. Die Tücke liegt allerdings im Detail, denn die Analogverbindung zum Smartphone über TRRS ist prinzipbedingt Mono. Seit einiger Zeit lässt sich Clubhouse mit einer Vielzahl mobiler Audiointerfaces nutzen, so dass man sowohl den alten und genauso den neuen Roland Go:Mixer Pro-X am Lightning-Port betreiben kann und im Music-Mode lässt sich dann sogar Stereo streamen. Durch die Kombination USB und TRRS ließen sich sogar zwei Mobilgeräte verbinden, um beispielsweise auf zwei Plattformen gleichzeitig zu streamen oder man könnte zugleich einen Podcast über den USB-Port aufzeichnen, das geht auch mit Computern.

Roland Go:Mixer Pro-X

Roland Go:Mixer Pro-X

Preis149,00 €

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Der Roland Go:Mixer Pro-X in der Tonstudiopraxis

So ist mit einem optionalen USB-Kabel nichts gegen den Betrieb an Rechnern als Legacy-Audio-Device einzuwenden, wenn man mit der fixen Wortbreite von 16 Bit bei 48 kHz Abtastfrequenz zufrieden ist. Manche würden dies als nicht zeitgemäß empfinden, allerdings steht und fällt die Qualität von Wandlern nur sekundär mit der Auflösung. Mehr entscheidend sind die Güte und Qualität, aber auch hier ist der Roland Go:Mixer Pro-X vor allem gemessen am Preis nicht so wirklich überzeugend. Für 150,- Euro gibt es einen Haufen Audiointerfaces, von denen viele auch an Mobilgeräten laufen, aber zumeist mit weniger Inputs ausgestattet sind. Im Folgenden habe ich einige Mikrofone und Geräte am Roland Go:Mixer Pro-X betrieben und das Ergebnis mit dem Total Recorder unter Windows aufgezeichnet.

Nach wie vor besteht das Problem mit der Lautstärkeanpassung, die für die Line-, TRRS- und USB-Eingänge nicht geregelt werden können. Aber auch das relativ hohe Grundrauschen ist ebenso störend, wie der nicht ganz zeitgemäße Mic-Preamp. Das Mackie EleMent EM-91C erweist sich hier als guter Spielpartner, aber wirklich unkritisch ist der Roland Go:Mixer Pro-X leider nicht. Kondensatormikrofone sollten in jedem Fall bevorzugt werden, der Headset-Anschluss gleicht eher einer Notlösung.

Kritik am Roland Go:Mixer Pro-X

In diesem Preisrahmen geht es leider nicht ohne Kritik. Als Vergleich sei das IK Multimedia iRig Stream genannt, das zwar weniger kann, aber vieles besser macht und etwas günstiger ist. So frage ich mich, warum es nicht wenigstens drei LEDs für die Pegelanzeige sein können und wieso man die Geräteoberseite nicht mit mehr Reglern, wenn auch in Boutique-Manier, bestückt hat. Drei kleine Potis für Line und TRRS-Input wären beispielsweise sehr hilfreich gewesen, denn so muss man umständlich die Lautstärke am Zuspieler verändern, zudem erhöhen mehrere Geräte das Eigenrauschen. Genauso fehlt ein separater Lautstärkeregler für den Kopfhörerausgang und ein Line-Out an der Rückseite wäre auch nicht so verkehrt. Ebenso hätte ein Stativgewinde wie erwähnt Sinn ergeben, sofern man nicht mit niedrig eingestelltem Stuhl vor dem Schreibtisch sitzen will. Roland hätte aus dem Go:Mixer Pro-X sicher viel machen können.

Roland Go:Mixer Pro-X schräg rechts

Von daher bleibt am Ende mit dem Roland Go:Mixer Pro-X ein Kleinmixer übrig, der sich mit Ausnahme des wirklich berauschenden Mic-Preamps zwar keine wirkliche Schwäche erlaubt, aber aufgrund der drei Festpegeleingänge auch kein ergonomischer Mixer ist. Wie beim Vorgänger sind nur Stereoaufnahmen möglich, wobei die Lautstärkeverhältnisse mit aufgezeichnet werden. Zum Streamen oder für spezielle Anwendungen mag der Roland Go:Mixer Pro-X genügen, wenn man mit den Einschränkungen leben kann. Singer/Songwriter mögen bitte bedenken, dass weder für das Mikrofon, noch für ein angeschlossenes Instrument Effekte zur Verfügung stehen, so dass man ohnehin auf einen zusätzlichen Mixer/Effektprozessor angewiesen ist, Mit einem Bodentreter hat man es also leichter. Oder man zeichnet Musik im Overdubbing-Verfahren auf, dann aber bleibt nur der Vorteil, dass man alles nur einmal verkabeln muss.

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Fazit

Der Roland Go:Mixer Pro-X ist im Gegensatz zum Vorgänger schwarz, bietet seitlich nun einen TRRS-Klinkenanschluss für Headset-Buchsen von Smartphones oder anderen Geräten. Anstelle von Kopfhörern können nun vorne auch Headsets verbunden werden. Abgesehen davon bietet er jetzt einen Pad-Schalter von -20 dB für Instrumente und ansonsten nichts Neues. Der berauschende Mic-Preamp ist gemessen am Preis eher unterdurchschnittlich, auch wenn sich das Gerät bis auf die Festpegeleingänge und das je nach Anwendung tolerierbare Grundrauschen keine wirkliche Schwäche leistet. So kann man den Roland Go:Mixer Pro-X als Spezialisten bezeichnen, der jedoch gemessen an seiner Leistung nicht wirklich günstig ist. Was für ihn spricht ist die Ergonomie, zusammen mit einem Smartphone wird er zu einer kompakten Einheit.

Plus

  • kompakt und solide
  • viele Anschlussmöglichkeiten
  • einfache Handhabung
  • Smartphones und Headsets direkt nutzbar

Minus

  • Mic-Preamp unterdurchschnittlich
  • deutliches Eigenrauschen
  • drei Eingänge nicht regelbar
  • kein Stativgewinde
  • Software-Beilagen eher mäßig

Preis

  • 149,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    gaffer AHU

    Ich finde du bist noch zu gnädig bei deinem Testurteil, danke für den Test. Gerade für iOS werden immer wieder mal seltsame Kisten zusammengeklöppelt. Das haben Päd und Fon nicht verdient, die werden durch solche halbgaren Umsetzungen aber mit abgewertet. Für die verwende ich mein EVO 4, ⅔ Preis, doppelte XLR Eingänge, gute Wandler, Sampleraten, Bitbreiten. Loopback ist auch dabei. DAS ist eine Lösung, Roland, nee

    • Profilbild
      Stephan Merk RED

      Ja, grundsätzlich würde ich Dir vor Allem bei Preis/Leistung auch Recht geben, ich habe da echt lange überlegt. Weil man aber im Prinzip keine Mogelpackung kauft, man sieht ja, was es kann und was nicht, hatte ich es dann so eingestuft.

  2. Profilbild
    suwannee

    Manchmal fragt man sich schon was so große Firmen mit so viel Erfahrung dazu veranlasst solche Halbheiten vom Stapel zu lassen. Wird das nicht auf Praxistauglichkeit getestet. Wenn möglich von Musikern. Rauschender Preamp, keine regelbaren Eingänge und dann noch den aussterbenden Micro-USB Anschluß? Roland sollte das besser können. Roland enttäuscht sehr. Roland hat sowieso so komische Einfälle wie das ABO Programm. Bei den BOSS Pedalen das selbe. Eigentlich gute Technik und dann dieser supernervigen Systemupdates vom letzten Jahrhundert. Sie sollten da mal die NUX Treiber aus China ansehen. Einstecken läuft. Update kein Problem ganz easy. So gern ich bei bestimmten Sounds gerne mag, aber so nervige Halbheiten sind mir langsam zu stressig. Yamaha sehr gut, Korg schwächest auch bei Kleinigkeiten. Ein bisschen mehr Sorgfalt Roland! Alles vermeidbare Fehler und 50 Cent machen den Kohl dann auch nicht fett.

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