Test: Roland Soundboards für JV und XP Synthesizer

26. Oktober 2000

Kultsounds auf Boards für JV, XP , JD und MC

16 Wave Expansion Boards für Roland Synthesizer (XP-80/60/50/30, JV-2080/ 1080/ 1010/ 1000/ 880/ 90/ 80, JD-990) im Vergleich. Der Traum von der ALL IN ONE Workstation wird mit diesen Karten und einem JV Synthesizer immer mehr Realtität.

Wer sich vorher aber für die zugehörigen Synthesizer der Roland JV- und XV-Serie interessiert, dem empfehlen wir diesen ausführlichen AMAZONA.de-Report HIER KLICKEN mit vielen Klangbeispielen.

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Verrückte Welt….
könnte man meinen, angesichts des Erfolges den die Firma ROLAND mit ihren ROM Karten für die JV, XP und JD Synthesizer seit einigen Jahren verzeichnet.

Erinnern wir uns:
Kurz nachdem der M1 die Ära der Workstations und Rompler eingeläutet hatte, kamen schon die ersten ROM Karten mit Samples auf den Markt.
Zunächst als externe Steckkarten (Korg M1, Korg T-Serie, Yamaha SY-77 etc.) später dann auch als interne Erweiterungen mit mehreren Megabytes z.B. für den EMU Proteus.
Aus damaliger Sicht für den User ein Segen, denn Sampler waren extrem teuer (AKAI S1000 ca. DM 10.000,– / EMU Emulator III Dm 25.000,–) und verfügten zunächst über einen geringen Speicher (z.B. AKAI S900 max. 750 KB, AKAI S1000 2 – 8 MB, EMU III 4 – 8 MB).
Wollte man ein ganzes Orchester aus dem Sampler holen, ging das nicht ohne vorherige Verpfändung des Eigenheims, des Wagens und der Schwiegermutter.
ROM-Erweiterungen mit gesampelten Wellenformen lagen auf Grund der einfachen Handhabung, und des geringen Preises (im Vergleich zu Samplern) deshalb weit vorn in der Gunst der Keyboarder.

Aber heute ?
Die Preise für studiotaugliche Sampler sinken täglich, deren technische Ausstattung wird immer luxuriöser, die Speichermengen immer gigantischer, und nicht zuletzt das Angebot an professionellen Librarys auf CD-ROMS steigt täglich.
Um es mal ganz deutlich zu sagen : Ein Mittelklassesampler mit CD-ROM Laufwerk kostet in etwa soviel wie ein nackter Roland JV-2080 der 8 solcher Boards aufnehmen kann wie wir sie getestet haben.
Ein ROM Board für einen Roland JV-2080 belastet das Portmonait mit ca. 400,– DM, eine vergleichbare CD-ROM mit der doppelten Menge Wellenformen kostet zwischen 149,– DM und 249,–DM.

ALSO – verrückte Welt !
Das Geheimnis der ROLAND Karten muß deshalb unweigerlich in der Qualität der Samples, der mitgelieferten Programe und im direkten Zugriff liegen. Letzteres liegt auf der Hand und muß nicht getestet werden. Sounds aus den JV-2080 werden nur kurz angewählt und sind sofort spielbereit, Samples von der CD-ROM müssen erst geladen werden.
Über Qualität läßt sich bekanntlich streiten, und genau das ist es was zwei befreundete Profimusiker und ich getan haben. Mathias Hofmeister, aktiver Studiokeyboarder, und Leonard Hermenau, hochzeitsgeschädigter Wochenend-Entertainer, gingen für zwei Tage in Klausur und testeten alle 16 derzeit erhältlichen Boards.

Hier das Resultat :

SR-JV80-01 POP

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Sozusagen der Urvater aller Roland-Karten, scheint angesichts der erweiterten Grundausstattung heutiger JV und XP Synthesizer überholt. Trotzdem, auch wenn die zu Grunde liegenden Wellenformen nicht besonders spektakulär sind, so wurden denoch die 145 verfügbaren Patches (so bezeichnet ROLAND einzelne Klänge) mit viel Liebe zum Detail programmiert.

Hier waren wir uns alle einig, wer noch einen älteren JV-880 oder JD-990 besitzt, der mag diese Karte durchaus als sinnvolle Erweiterung empfinden, denn Sie enthält den typischen Querschnitt aus der Welt der Workstations mit Hang zur poplastigkeit. Einige Pianos, Keyboards, gezupfte Bässe, Bläsersätze und einzelne Trompeten, Hörner, Saxophon, Streicher und einige anständige Synthieklänge decken alles ab was man kennt aber immer wieder benötigt. Der große Aha Effekt blieb aus.
Wer aktuellere JV Probanden besitzt kann diese Karte getrost vergessen. Für den Rest sei gesagt, daß das weiter unten beschriebene SUPER SOUND Set eine ähnliche Instrumenten Auswahl in höherer Qualität bietet.
Negativ fiel auch die geringe Anzahl der Patches im Vergleich zu den restlichen Karten auf.
Mein Favourite : Nummer 73 Jazzy Flute.

Forum
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    AMAZONA Archiv

    warum habt ihr die Boards SR-JV80-06 „Dance“ & SR-JV80-19 „House“ nicht mit auf eurer Liste?

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      AMAZONA Archiv

      Also das „Dance“ hatte ich mal in einem 880er stecken, den ich gebraucht gekauft habe, und das war m.M. nach das wirklich schlimmste aus der Reihe (von denen, die ich kenne).

      Meine persönlichen Lieblings-Expansions (die Reihenfolge ist willkürlich):
      Orchestra I
      Orchestra II
      World
      Asia

      Meine Daumen-runter-Expansions:
      Dance
      Techno
      HipHop (obwohl hier einige witzig-kranke Orgeln und Bässe zu finden sind, die man ordentlich verbiegen und dann auch nutzen kann)
      Session (überflüssig, weil irgendwie schon im Standard 1080/2080 weitgehend abgedeckt)

      Gerne ausprobiert hätte ich mal die Vocal, aber da sind mir die Gebrauchtpreise wirklich zu happig.

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        Atomicosix  

        Also das Session-Board war eine unbedingte Erweiterung für den XP 80, daher auch für seine Nachfolger wie den JV2080. Roland hat das auch so gesehen denn einige XP 80 Demos (von Diskette) haben auf das Session zurückgegriffen.

        Früher war Keys of 60&70 auch empfehlenswert – heute gib es wesentlich bessere Vintage Sounds.

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        Despistado  

        Soooo schlecht finde ich Dance & Techno-Board eigentlich nicht.
        Beide sind aber logischerweise alles andere als zeitlos, da sie ja eben einen vor bald 20 Jahren modernen Musikstil abdecken.
        Aber die Sounds sind für die anvisierten Genres schon verwendbar, wenn vielleicht auch nicht unbedingt die besten.

        Dass das Session-Board im Grunde nur mehr Sounds der Art bietet wie sie ja bereits vorhanden sind ist schon wahr, allerdings möchte ich es nicht missen.
        Es ist eine wirklich sinnvolle Ergänzung die man zwar nicht unbedingt ganz dringend braucht aber wenn man sie mal hatte will man sie nicht mehr missen…;)
        Geht zumindest mir so.

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          Die Sounds sind sicherlich Geschmackssache, was aber mein Hauptkritkpunkt ist, ist die große Anzahl an Loops, die man nun wirklich NULL gebrauchen kann.
          Das ist bei der HipHop-Karte zwar ähnlich, da finde ich persönlich aber dann doch Geschmack an dem einen oder anderen Trashsound….
          Daher hab ich die dann doch behalten :)

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    Ich habe auch lange Jahre mit fast allen Roland-Boards zu tun gehabt.

    Meine Favouriten waren:
    Pop (bis Heute immer noch eine unter den brauchbarsten Boards)
    Session (allein schon wegen dem Choir)
    World (viele neuartige Multi-Samples)
    Asia (ähnl. World)
    Vintage (gute Synth-Ergänzung)
    Super Sound Set (ich liebe das U-110 – Piano)
    Keys 60 + 70 (Orgeln und E-Pianos on mass)

    Meine „schlimmsten“ waren:
    Dance 06 (bis auf die Loops war wirklich gar nichts zu gebrauchen, auch nicht subjektiv; denkt nicht mal dran, Euch dieses Board zuzulegen)

    Vocal (statt nur 2 Stereo-Chöre [p + f] von Spectrasonic wären 4 grundverschiedene gemischte Mono-Chöre
    die Wohltat gewesen und hätte sinnvolle Abwechselung in das Board gehaucht.
    Diese Doo-Whap-Daoo-Scat-Samples kann (und will) doch wirklich niemand mehr hören.
    Aufwändige Stereo-Hallelulias u.ä. Vox-FX rauben viele Bytes und sind kaum zu gebrauchen . . .

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    AMAZONA Archiv

    . . . Achtung, viele Waves sind doppelt vorhanden,
    so ist z.B. das Choir-Multisample auf „Pop“exakt das selbe, wie das vom Orchestral 1.
    Oder noch schlimmer, nicht nur doppelt, sogar kürzer geloopt,
    wie z.B. auf Orchestral 1: hier befinden sich Multisamples,
    welche 1 zu 1 auf Super-Sound-Set enthalten sind, jedoch eine kürzere Loop-Schleife aufweisen.

    2015 habe ich meinen JV-2080 mit allen Boards verkauft.
    Just for Fun machte ich mir vor dem Verkauf nochmal die Mühe
    und hörte mir ALLE Multisamples mittels eines initialisierten Patches an
    und erstellte mir eine „Best-Of“-Liste aus hunderten Multisamples meinen
    letzten 8 Boards, von welchen ich mich nur schwer trennen konnte (auch die internen).
    Neben ein paar Dutzend Drum- und FX-Samples waren es nur 65 Multisamples (intern+ 8 Boards).

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    Synclavier  

    Ich habe immer noch einen guten alten Roland JV-1080 mit zwei Expansionsboards hier bei mir rumzustehen. Zum einem ist es die Roland SR-JV80-02. Als Klassik beeinflusster Mensch mit einer Neigung zu orchestralen Klängen war diese Karte quasi ein Muss. Es gibt da so viele schöne String-Sounds, die zum Dahinschmelzen sind. Weiterhin gibt es viele Brass-Sounds die man von einem Orchester kennt, Chöre, Glockenspiele usw. Mein Traum war es schon immer: Das Orchester aus einem Sampler. Dank der „Orchestral-Karte“ wurde es immerhin zu einem Orchester aus einem ROMpler. Ich behaupte einfach mal, dass die Sounds immer noch recht hübsch sind. Selbstverständlich klingen die Sounds typisch nach Roland in den 90ern, aber ich mag diese Sounds irgendwie.
    Ein weiteres Erweiterungsboard, ist das Roland SR-JV80-09. Es gibt nicht viele Sounds auf der Karte, aber dafür sind sie in meinen Augen qualitativ hochwertig. Das enthält noch mehr schöne String-Sounds, warme Chöre, schöne Piano-Sounds. Eine schöne Qualität, wie man sie von Roland gewöhnt ist. Auch hier sind die Sounds natürlich veraltet und vielleicht ein Stück altbackend, aber ich hänge halt an den Roland-90er-Sound.

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    razormax

    also wenn ich mit nur einem sound/patch einen welthit mache
    wird das Dance Board schon berechtigt und gut sein, meint ihr nicht?

    über sound kann man ja streiten oder nicht, ich für meinen fall mag
    sowohl das Dance Hip-Hop Techno House Board auch
    World un EFX finde ich auch gut welche ich alle in meinem 2080 habe.

    Lediglich in meinem 1080 habe ich die Akkordeon Karte
    und find sie klasse, da mit kein Akkordeon bisher auf einer Expansion gefallen hat.

    Ansonsten sei gesagt, Guter Bericht und Übersicht

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