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Test: Sennheiser HD 400 Pro, Studiokopfhörer

4. Februar 2022

Offener Kopfhörer für Mix & Mastering

sennheiser hd 400 pro test

Sennheiser HD 400 Pro, Studiokopfhörer

2021 gab es bei Sennheiser einige Änderungen, denn das Unternehmen verkaufte den gesamten Privatkundenbereich inkl. der Consumer-Sparte an die Schweizer Sonova AG. Ab sofort möchte man sich offensichtlich ausschließlich den Pro-Produkten widmen. Ende des letzten Jahres erschien dann auch der erste Kopfhörer der neuen Pro-Serie, der Sennheiser HD 400 Pro. Wir haben uns den offenen Studiokopfhörer einmal näher angeschaut.

Erster Eindruck zum Sennheiser HD 400 Pro

Der erste Eindruck zum HD 400 Pro ist … leichtgewichtig. Der Kopfhörer bringt entspannte 240 g auf die Waage und dies fällt bereits beim Herausnehmen aus dem bedruckten Karton auf. Wie bereits auf dem offiziellen Pressebild zu erkennen, ist der Kopfbügel seitlich geschwungen, was dem Kopfhörer eine interessante Optik verleiht. Ansonsten gibt sich der HD 400 Pro Design-technisch aber eher zurückhaltend, denn er ist komplett in Schwarz gehalten.

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sennheiser hd 400 pro test

Der offene Studiokopfhörer besteht komplett aus Kunststoff und ist sauber verarbeitet. Alle Elemente machen haptisch einen sehr guten Eindruck. Schade ist, dass Sennheiser den Kopfhörer ohne eine Tasche ausliefert. Und das, obwohl er sich mit Sicherheit nicht vor einem gelegentlichen Transport fürchtet, robust genug erscheint er auf alle Fälle. Entsprechend findet man im Karton des Kopfhörers lediglich eine Bedienungsanleitung – faktisch handelt es sich aber um Sicherheitshinweise und Garantiebedingungen – viel zu erklären gibt es letztlich ja nicht. Ebenfalls vorhanden ist ein zweites Kabel, so dass der Kopfhörer sowohl über ein 3 m langes Spiralkabel als auch ein 1,5 m langes, gerade ausgeführtes Kabel angeschlossen werden kann. Beide Kabel lassen sich am Kopfhörer durch eine kleine Drehung arretieren und enden auf der gegenüberliegenden Seite auf einem 3,5 mm Stereostecker. Ein Adapter auf 6,3 mm Klinke liegt bei.

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Tragekomfort des Studiokopfhörers

Das eingangs bereits erwähnte Gewicht von 240 g fällt auf dem Kopf kaum auf. Gepaart mit der ohnehin luftigen Konstruktion und den angenehm aufsitzenden Ohrpolstern aus Velours entsteht ein hoher Tragekomfort. Auch der Kopfbügel ist auf der Unterseite mit Velours gepolstert.

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Wie es sich gehört, hat man zu keiner Zeit ein Gefühl von „Abgeschlossenheit“, wobei das bei offenen Kopfhörer ohnehin nur selten vorkommt, bei geschlossenen Modellen dagegen schon eher. Dennoch sitzt der HD 400 Pro sehr gut und sicher auf dem Kopf auf, so dass die typischen Links/Rechts-Bewegungen des Kopfes oder das „Mit-Nicken“ bei einem guten Beat keine Probleme darstellen. Berührt man das Kabel, wird dies leicht in der linken Ohrmuschel hörbar, denn auf der linken Seite wird das Kabel am Kopfhörer angeschlossen. Im normalen Betrieb ist das aber nicht störend und bewegt sich auf unterem Niveau.

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Die technischen Daten des Sennheiser HD 400 Pro

Entgegen dem seit einiger Zeit anhaltenden Trend eine möglichst geringe Impedanz für eine höhere Kompatibilität zu mobilen Endgeräten zu gewährleisten, bietet der Sennheiser HD 400 Pro mit 120 Ohm eine vergleichsweise hohe Impedanz. Grundsätzlich kann ein leistungsstarker Kopfhörerverstärker also nicht schaden. Im Praxisteil gibt es dazu weitere Informationen, denn hier musste sich der Kopfhörer an diversen Quellen – vom Smartphone bis hin zum Kopfhörerverstärker – beweisen. Den Übertragungsbereich gibt Sennheiser mit 6 bis 38.000 Hz an, den Schalldruckpegel mit 110 dB SPL. Der Klirrfaktor liegt bei < 0,05 % (@1 kHz/90 dB).

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Wie klingt der Sennheiser HD 400 Pro?

Bereits die ersten Hör-Sessions mit dem HD 400 Pro lassen erahnen, wie gut er sich im Tonstudio einsetzen lässt. Das Klangbild ist sehr detailgetreu und transparent, der Kopfhörer vermag wirklich auch kleinste Details, bspw. Instrumenten- oder Umgebungsgeräusche bei (Orchester) Live-Aufnahmen, ans Ohr des Hörers zu bringen. Die vom Hersteller angegebenen 6 Hz als tiefste Frequenz lässt sich mit dem menschlichen Ohr zwar nicht nachprüfen, aber im Vergleich mit anderen Studiokopfhörern, u. a. dem AKG K812 Pro, dem Audio Technica ATH-R70X oder einem Sennheiser HD 25, schafft es der HD 400 Pro, auch tiefste Frequenzen druckvoll und sauber abzubilden. Er prahlt mit diesem Können aber glücklicherweise nicht, sondern sorgt einfach dafür, dass auch tiefste Töne akkurat zu hören sind.

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Insgesamt empfinde ich das Klangbild als sehr neutral, mit Hang zum Analytischen. Heißt, zum Arbeiten und Beurteilen von Mixes im Tonstudio ist er für meinen Geschmack genau richtig. Musik hören macht hier auch Spaß, da gibt es aber andere Vertreter, die das besser können. Aufgrund der offenen Bauform und der konstruktionsbedingt relativ hohen Abstrahlung nach außen eignet er sich für den Bereich des Recordings nicht.

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Im direkten Vergleich zum AKG K812 Pro machen sich zwar durchaus Unterschiede bemerkbar, aber bei einem fast 3-fachen Preis des K812 ist das auch mehr als gerechtfertigt. Für ambitionierte Einsteiger und Fortgeschrittene ist der Sennheiser HD 400 Pro meiner Meinung nach genau richtig und bietet ein insgesamt sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Dies bestätigt er auch bei der räumlichen Abbildung. Er klingt insgesamt sehr luftig und stellt Räume sehr schön dar, hier gibt es nichts zu kritisieren.

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Fazit

Mit dem HD 400 Pro legt Sennheiser einen sehr guten offenen Studiokopfhörer im Rahmen seiner neuen Pro-Serie vor. Das Design ist zurückhaltend, die Verarbeitung sehr gut. Klanglich zeigt der Kopfhörer, was für einen Preis von 249,- Euro heutzutage möglich ist. Aufgrund des neutralen Klangbilds eignet er sich sehr gut zum Analysieren und Beurteilen von Mix-Entscheidungen und kann dabei auch tiefste Frequenzen ausreichend druckvoll und akkurat wiedergeben. Insgesamt ein toller Kopfhörer!

Plus

  • sehr gutes Klangbild
  • druckvoller Bassbereich
  • gute Verarbeitung
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • keine Tasche

Preis

  • 249,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    Filterpad AHU

    Eieiei! Beim Lesen des Artikels machte ich mir Gedanken, was der hier dargebote HD 400 pro nun kosten könnte: 500€, 700€? Aber nein: Keine 250€! Da bin ich glatt verlegen, meine durchaus geschätzten Beyerdynamic zermürbt in die Tonne zu dengeln. Werde ich nicht machen, dennoch: Dieser Sennheiser hat genau das, was ich bei meinen Beyerdynamic in fast ähnlicher Preisklasse vermisse: Ein weißer Schriftzug für L & R (eine absolute Sensation und so gar nicht üblich), leicht, weich und neutral inkl. versteckten Zugangskabeln. Ich bin positiv überrascht von dem „heißen Senner“. Wenn ich jetzt bei den Beyerdynamic die harten schwarzen Ohrpolster austausche, lande ich fast bei selbigen Preis (-30€ diff.) – So ein ungerechtes Leben.

  2. Profilbild
    swellkoerper AHU

    Schwierig, die neuen Modelle gemäss ihrer Bezeichnung einzuordnen. Die 600er Serie mit anerkannter Pro-Credibility kosten ab ca. 300€, non-Pro 400er etwa 50€. Optisch erinnert der 400 Pro an den 560S (ca. 150€). Ich finde das verwirrend.

    • Profilbild
      Filterpad AHU

      Das ist natürlich super hardcore ungünstig, wenn man aufgrund der Masse die Modelle, deren Bezeichnungen und Funktionen nicht mehr richtig unterscheiden kann. Das ist aber tatsächlich ein Phänomen, was nicht nur die Musikbranche betrifft. Der Kunde gibt sich mit 3 Modelle nicht mehr zufrieden, warum auch immer! Auch macht es eine Mischkalkulation einfacher. Beispiel erzähle ich gleich. Ebenso wird es immer schwieriger, sich ausschließlich an Preisen zu orientieren. Z.B. Meine Beyerdynamic DT 880 black Edition kosteten gute 60€ mehr als wie andere Modelle der gleichen „Gattung“. Gleiches Design, Bauweise u. Materialien. Definitiv kein Unterschied! Warum ich mich trotzdem für diese entschieden habe, war die halboffene Bauweise. Kann man zum Mixen/producen durchaus empfehlen. Wenn ich jetzt die „gummiharten“ Polster austausche, kosten diese in der Summe etwa 80-90€ mehr, wie alle anderen offenen und geschlossenen der selbigen Gattung/Typus. Ob die halboffenen wegen dem baulichen Aufwand „mehr“ wert sind, kann ich letzen endes nicht sagen. Das weiß nur Beyerdynamic. Man muss halt immer mehr recherchieren, oder gleich das günstigste oder eben teuerste Produkt kaufen. Schade Marmelade und irgendwie IMO immer mit kauftechnischer Unsicherheit verbunden.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Man kann sich nicht einmal bei dem gleichen Modell auf Konstanz verlassen. Ich musste meinen AKG 240 Studio (made in Austria) nach zig Jahren ersetzen. Nach Lesen von vielen Reviews hatte ich einfach keine Lust mehr und habe mir den Nachfolger AKG 240 Studio MK2 (Made in China) bestellt.
        Klanglich deutlich trockener, weniger Schalldruck bei gleicher Ohmzahl und wegen weniger Materialeinsatz (dünnere Bügel, schlankeres Kabel) auch leichter.
        Für das exakt gleiche Modell des Originals hätte ich auch das Doppelte bezahlt, aber Samsung/Harman Kardon/AKG interessieren sich halt nicht für die Kunden.
        Ich frage mich mittlerweile, wieviele Stunden Lebenszeit mich schon gekostet hat, dass man sich auch bei Markenherstellern nicht mehr auf preislich angemessene Qualität verlassen kann und man deshalb immer ewig recherchieren muss.

      • Profilbild
        Filterpad AHU

        Fazit (sorry für mein Fazit vor dem eigentlichen Amazona-Fazit und nichts für ungut):

        Ich denke die hier angebotenen Sennheiser sind kein Schnäppchen oder ein besonders günstiger Preis für ein wahnsinns Produkt. Aber mein Gefühl sagt mir, dass diese ein vernünftiges Preis,-Leistungsverhältniss haben. Abgesehen davon ist es von einer Traditionsfirma und auf wesentliche Details wurde geachtet. Gut gemacht!

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