Test: Sonicsmith Modulor A1, ConVertor+, Squaver P1+

9. Januar 2019

Das Magische Trio

Sonicsmith Synthesizer

Das Portfolio der Firma Sonicsmith:
Modulor A1, Squaver P1+ und ConVertor+ Synthesizer.

Der noch junge polnische Hersteller SONICSMITH (Gründungsjahr 2016), setzt sich aus Brian Kaczynski & Noam Lavi zusammen.

SONICSMITH hat sich zur Aufgabe gemacht, die analoge Audiowelt mit der analogen Synthesizerwelt zu verbinden. Und dies ohne jegliche Nutzung eines Computers, sonder lediglich mit Hilfe ihrer Eigenentwicklung, dem ACO (Audio Controlled Oszillator) -Chip.

In diesem Test geht es gleich um drei Synthesizer aus dem Hause SONICSMITH. Es handelt sich dabei um den Modulor A1, ConVertor+ und dem Squaver P1+.

Sonicsmith-Modulor A1 Frontansicht

Sonicsmith-Modulor A1,
Analog Modulation synth

Sonicsmith Modulor A1

Der Modulor A1 ist der Kleinste im Hause SONICSMITH und der einzige Synthesizer, der nicht audiokontrolliert ist. Was das genau bedeutet, wird einem spätestens beim Lesen dieses Tests klar.

Der Modulor A1 kann als „Drone Synth“ vollkommen eigenständig betrieben werden. Er kann aber, wie derzeit bei neuen Synthesizern weit verbreitet, auch mit einer CV Spannung von 1 V/Oct betrieben werden. Dies macht das Einbinden in ein analoges CV Setup möglich und auch absolut Sinn.

Sonicsmith-Modulor A1 Rückseite

Sonicsmith-Modulor A1 Synthesizer, Rückseite mit Audioausgang und Netzbuchse

Beim Auspacken des Kleinen, fiel mir sofort auf , dass kein Netzteil im Lieferumfang enthalten ist. Hier erhielt ich unterschiedliche Aussagen, sodass ich nicht mit Sicherheit schreiben kann, ob ein Netzteil im Lieferumfang sein wird. Eine Aussparung ist jedenfalls im Karton bzw. der Verpackung vorhanden. Das lässt hoffen.

Der Modulor A1 versteht sich eher als semimodularer Synthesizer, dies aber in einer sehr limitierten Ausstattung. Was aber nicht heißt, dass der Modulor A1 kein Potential hat. Nein, ich sehe den Kleinen eher als Erweiterung für andere semimodulare Synthesizer wie z.B. einen Behringer Neutron, Behringer Model D, Oberheim SEM Patchpanel oder einen der anderen unzähligen Semimodularen, die derzeit den Markt infiltrieren. Auch in einem kleinen Modular oder CV Live Rig macht der Modulor A1 einen schlanken Fuß. Beim ersten Blick auf das gerade einmal 100 x 60 x 90 mm große und 350 g  leichte Kistchen, fragt man sich erstmal, ob das was für sein Setup ist. Dabei hat der Modulor A1 eigentlich alles was ein vollwertiger Synthesizer braucht.

So etwa einen VCO (Frequenzbereich von 20Hz bis 20kHz) und einen LFO. Beide sind synchronisierbar. Außerdem 2 VCA, die dem VCO und dem LFO zugeordnet sind. Der LFO deckt einen Frequenzbereich von 0.2Hz bis 200Hz ab. Der Modulor A1 hat natürlich auch diverse Ein,- und Ausgänge, die zur Steuerung der eigenen Engine bzw. zum Steuern externer CV Vorgänge gedacht sind. Der analoge Aufbau ist optisch, sowie auch haptisch in 3 Segmente unterteilt. Die Farbgebung erinnert mich stark an alte Mutron Produkte. Der VCO Bereich ist orange gehalten, hier findet man einen PITCH IN, der für die CV Steuerung des VCO zuständig ist. Der SYNC IN ist zur externen Synchronisation vorgesehen. Wobei man wissen sollte, dass bei einer anliegenden Spannung von 0V die VCO Phase zurückgesetzt wird. Diese Buchse kann natürlich auch mit einem Patchkabel vom LFO Ausgang des Modulor A1 verbunden werden. Der VCO OUT liefert einen Ausgangspegel von rund 9V und entspricht ungefähr +13dBu.

Dieser ist wie die anderen Ein,- und Ausgänge auf der Frontplatte als Miniklinke ausgelegt. Ein WAVE sw. / Schalter ist ebenfalls vorhanden und schaltet die Wellenform des VCO um. Hier liegt eine Rechteck,- und eine Sägezahnwelle an. Die VCO Frequenz regelt man mit dem FREQ Regler. Der FINE TUNE regelt hier in +/-4 Semitönen die Feinstimmung des VCO. Der VCA Block ist der kleinste der 3 Funktionsblöcke. Er ist in beige gehalten. Welches übrigens auch die Gehäusefarbe darstellt. Der VCA CV IN regelt die Lautstärke des VCA Line Pegels.Der 3. Block steht für den LFO und ist in einem Blau gehalten. AMT IN kontrolliert die Amplitude des LFO. SYNC resettet den LFO jedes Mal, wenn die anliegende Spannung 3.5V erreicht. RATE in kontrolliert die Frequenz des LFO nach der 1V/Oct. Kennlinie. Der LFO OUT stellt den LFO Ausgang dar. AMT kontrolliert die LFO Amplitude, gemischt mit dem CV in der VCA Sektion. RATE ist für die Frequenz des LFO verantwortlich und wird ebenfalls mit der CV in der VCA Sektion gemischt. Das muss jetzt erst mal zu den technischen Gegebenheiten des Modulor A1 reichen.

Nachdem ich den Modulor als „Drone Synth“ ausprobiert habe, musste der er als zusätzlicher LFO für einen Oberheim SEM Patchpanel herhalten. Als zusätzliche Modulationsquelle macht der Modulor A1 eine echt gute Figur. Durch die Möglichkeit des Resetts des LFO bei Nutzung der SYNC Buchse, lässt er sich wie ein interner LFO nutzen. Hier muss lediglich ein geschicktes Patching vorgenommen werden. Gerade semimodulare oder Modular Systeme, die nicht über genug LFO´s verfügen, lassen sich so erweitern. Auch als zusätzliche Stimmenerweiterung lässt sich der Modulor A1 nutzen. Schließt man z.B. einen Arturia Keystep via CV & Gate an, hat man hier einen kleinen aber feinen Synthesizer. Wenn man dann über das Fehlen eines Filters hinweg schaut, ist das schon ein schönes Gerät. Gerade bei kleinen Live Sets und Jamm Sessions macht der Modulor Sinn. Das geringe Gewicht und das kompakte Abmaß sind hier gern gesehen. Leicht verstaut ist er auch. Gerade in Zeiten, in denen fast jeder neue Synthesizer CV & Gate Eingänge hat, ist so eine zusätzliche Modulationsquelle samt Klangerzeugung gerne willkommen.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    antiandi  

    Super Test, Danke für den Umfang!

    Ich bin ein Fan erster Stunde und habe mir soeben noch 5 mehr Squaver 1 (ohne Plus) geleistet, zu einem guten Preis, dankeschön. Ohne Netzteile. Habe jetzt für jede Saite einen. Das funktioniert für mich am besten so. Den Converter finde ich zu limitiert was seine Inputfilter anbetrifft und sowieso. Aber als Stimmgerät ganz praktisch ;)

    Ich finde es auch gut, dass die Jungs verschiedene Dinge anbieten, kenne nur zwei und brauch nur eins, das aber sehr. Auch mag ich den recht speziellen Sound und die schlaue Topographie.

    Mit dem Pitchtracking hab ich meine liebe Mühe, aber nur weils so schnell ist. Zwingt einen, das Signal genau zu verstehen.. Stabil wirds nie, lässt sich dafür äusserst kreativ und latenzfrei einsetzen. Klar, den Envelope ins Minus biegen hilft, das ist ein super Knopf. So wirds auch stabil.

    Am besten Alles immer mit Gate und Envelope synchronisieren am Anfang!

    Der Speed ist neu, das ist modernste Technik. Hardware Pitchtracking in Chipform, ich finds geil, würde das gerne einzeln beziehen aber bisher wollen sie nicht… Nur der Envelope-Follower ist „klassisch“.

    • Profilbild
      citric acid  RED

      Danke für das Umfangreiche Feedback. Sind tolle Anmerkungen Drin.

      Ich bin ehrlich, diese art der Synthese ist nicht so mein Geschmack. Hat aber absolut seine Berechtigung. Ich habe versucht so neutral wie möglich zu schreiben.

      Danke u lg

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        antiandi  

        Ganz ehrlich hab ich beim Gerät was anderes erwartet und beim Test darum auch. Ich finde es wichtig, die Probleme so zu beschreiben wie Du es tust. Als Funktionen sind die einzelnen Elemente besser begreifbar. Auch, welche Interaktionen sich schwieriger gestalten. Wie zB der Signalgehalt das Pitchtracking beeinflusst.

        Dass die Technik überhaupt existiert, damit scheinen auch die Erfinder manchmal überfordert.. Dein Fokus auf was funktioniert wie finde ich darum die korrekte Einordnung.

        Ich benutze die Dinger wirklich, um Synthesizer anzusteuern (C64 SIDs mit einer Mandoline, harhar). Weil sich das oft anspruchsvoll gestaltet, bin ich sehr dankbar um die normalen Synthesemöglichkeiten und den Mixer, um auch so auf meinen Sound zu kommen.

        Als Synthesizer find ich die Kiste grandios, wenn auch teuer. Für akkurates Pitchtracking stimmt der Preis aber schon, Hardwarechip im Boutique Zugriff.

        Die grösste Diskussion gibt sicher der Range, der geht bis ca. 8V und kann Dir so auch „falsche“ Pitches geben, ohne dass Du wirklich was falsch machst.

        Manchmal befürchte ich, die Produkte werden nicht verstanden und hab mir auch darum eine Reserve angelegt. Allen Problemen zum Trotz, der Spass ist riesig. Es ist oft lustiger, sich nicht zielgerichtet zu frustrieren sondern sich auf eine Sounddesign-Reise einzulassen, wozu die Dinger sich prima Eignen.

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    GioGio   1

    Toller Test. Gibst Dir immer richtig Mühe :)
    Von Envelope Follower hatte ich schon damals gehört, aber geriet auch in Vergessenheit. Durch Deinen Test werde ich mich mal weiter informieren. Klingt spannend :)

    • Profilbild
      citric acid  RED

      Das freut mich und danke fürs feedback. Ich bin nicht der gelernte Author und versuche halt immer so leicht verständlich zu schreiben wie es geht. War hier nicht immer ganz so einfach. :-)

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    cloudy

    Sehr interessanter Test!
    Ich hab mir die Teile schon angeschaut, da ich als Bassist auch hin und wieder einen Synth-Sound spielen möchte….
    Und ob ich mir halt ne große Kiste a la Subsequent37 auf die Bühne stellen will ist mir nicht ganz klar :p
    Alternative: einen Rack-Synthie mit einem entsprechenden „Umrechnungsgerät“ nutzen. Gerade die Chance, dass aber Noten dann nicht erkannt werden, macht mir halt immense Sorgen :D

  4. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Der Modulor A1 würde mich am meisten reizen, auch wenn er auf den ersten Blick etwas teuer erscheint. Für das gleiche Geld gibt es auch z. B. das MFB Nanozwerg Pro Modul, das ein kompletter Synth mit zwei ADSR-Hüllkurven und Multi-Mode Filter ist. Der Modulor ist hingegen ein gut ausgestattetes autarkes Gerät, das einen Neutron oder Microbrute stark erweitern kann. Allerdings würde ich angesichts des Preises schon gerne ein Netzteil dabei sehen…

  5. Profilbild
    Septimon

    Hier mal ein Link dazu, wie der Squaver in einem Live-Setting klingen kann.
    https://m.youtube.com/watch?v=3zPLw883Kxw
    Hier verwendet von dem wirklich unglaublichen Klarinettisten Claudio Puntin. Da sind noch weitere Effekte drauf, aber das Prinzip „akustisches Instrument trifft Synthesizer“ wird deutlich“. Krass ist hier auch der Drummer: Diego Pinera!

  6. Profilbild
    volcarock  

    Also Dank Deines wie immer-sehr umfassenden- Testberichtes konnte ich die Geräte A1 und Converter+ sehr schnell verstehen! Ich hab lieber hier nachgesehen als in der Bedienungsanleitung zu lesen.

    PS: Ich hab die zwei Teile hier gewonnen und bin total begeistert!
    So sehr, dass ich gerade über meiner Leserstory brüte ….

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