Test: SPL Madison, MADI Wandler DAC

Um festzustellen, was den Unterschied zwischen dem Original und dem gewandelten Signal ausmacht, kann man beide phasenverkehrt übereinanderlegen. Sehr leicht geht das mit dem kostenlosen Diffmaker Tool.

Dieser Test ist nicht perfekt (weil zum Beispiel auch kaum oder unhörbare Phasenveränderungen das Differenzsignal stark beeinflussen), er bietet aber gute Anhaltspunkte.

Beim Diffmaker Test mit einem externen Referenz-AD-Wandler zeigte sich, dass die DA-Wandler des Madison sehr gute Arbeit leisten, es bleibt nämlich kaum etwas übrig. Dies lässt auf einen sehr ausgeglichenen Phasen- sowie Frequenzgang schließen. Ein Hörtest dieses Differenzsignals (d.h. dessen, was übrigbleibt, wenn man das Gewandelte vom Original subtrahiert) beweist auch, dass die Dynamik des Ausgangssignals erhalten bleibt, also z.B. schnelle Attacks nicht abgeschliffen werden.

Die AD-Wandler des Madison kommen im Diffmaker Test aufgrund ihres weniger ebenen Phasen-/Frequenzgangs nicht an die guten Werte der DA-Wandler heran. Verantwortlich sind wohl ein Hochpassfilter zur Vermeidung von Gleichstromanteilen sowie ein Tiefpassfilter gegen Aliasing, beides Bestandteile nahezu aller kommerziell auf dem Markt erhältlichen AD-Wandler. Beide Filter arbeiten aber weitestgehend außerhalb des hörbaren Bereichs und sind daher praktisch vernachlässigbar.

Klang

Front

Und wie klingt er nun der Madison? Druckvoll, dynamisch, detailliert. Mit der internen Clock getaktet fand ich den Klang im Vergleich zur Referenz allerdings noch etwas pappig, künstlich und neblig. Also Eigenschaften, die von Hifi-Enthusiasten typischerweise negativ mit Digitalton in Verbindung gebrachten werden und oft von Jitter (also Schwankungen in der Taktung) hervorgerufen werden. Wobei ich keinesfalls behaupten will, dass dies hier der Fall ist, da ich die notwendigen und nur mit teurem Spezialgerät möglichen und alles andere als trivialen Messungen nicht machen konnte. Eigene Angaben zum Jitter der internen Clock macht SPL übrigens gar nicht.

Sobald der Madison aber über eine sehr gute externe Referenzclock getaktet wurde (kein Hifi-Vodoo, sondern ein simples aber technisch hoch entwickeltes Entwicklerboard von Texas Instruments) kam die Qualität der DA-Wandler klar zum Vorschein. Knackigkeit im Bass, Reproduktion von schnellen Attacks, Räumlichkeit – sehr gut! Im Bass trägt er minimal dicker auf, das macht sich aber nicht wirklich negativ bemerkbar. Lediglich die Höhen fand ich noch ein wenig nervös.

Forum
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    dr noetigenfallz  

    Das mit der Externen Clock über ein „Entwicklerboard“ höre ich zum ersten Mal. Ich weiß nicht mal, was das ist. Ich kenne so etwas nur von Apogee, Antelope Audio oder ähnlichen Audio-Firmen. Wie funktioniert denn so etwas, was kostet das und wo kriegt man das her? (Ich weiß, ziemlich viele Fragen auf einmal :-)

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      g.scherer  RED

      Diese Entwicklerboards sind nicht für Endverbraucher gedacht, erfordern einige Fachkenntnisse und sind daher wirklich nur für Spezialisten zu empfehlen. Daher habe ich bewußt darauf verzichtet, hier genauer darauf einzugehen.

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    Roland v0ll  

    Ich besitze zur Zeit einen Ferrofish A16, überlege mir aber auf Mytek Digital umzusteigen. Du kennst nicht per Zufall diese Geräte und könntest diesen Wandler einordnen?

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      g.scherer  RED

      Der Analogteil des Ferrofish ist zumindest den veröffentlichten Daten nach nicht auf dem Niveau des Madison.

      Mytek baut gute Wandler, die aber für die gleiche Kanalanzahl mindestens das vierfache kosten, und pro Gerät nicht über 8 In/Out hinausgehen.

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