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Test: SPL Phonitor 2, Kopfhörerverstärker

Praxis

Es ist immer schwierig, Höreindrücke in Schriftform zu fassen. Es ist allerdings besonders schwierig, wenn es nicht nur um den persönlichen Höreindruck von Frequenzen geht, sondern vielmehr um einen Dynamikbereich, der sich zudem im Betriebsspannungsbereich abspielt. Um es vorweg zu nehmen, auch wenn die 120 Volt Technologie gerne von einigen Zeitgenossen als esoterischer Mumpitz abgetan wird, man hört einen deutlichen Unterschied. Der Klangeindruck sowohl in der Nahfeld-Wiedergabe oder aber auch im Kopfhörerbetrieb ist deutlich weicher und klingt weniger „angestrengt“. Die Ermüdung der Ohren geht zurück und das gesamte Klangempfinden an sich verbessert sich. Wirklich beeindruckend.

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SPL Phonitor 2 Front 02

Der SPL Phonitor 2 in Aktion

In Sachen Lautsprechersimulation hingegen gibt es nichts zu diskutieren, da der SPL Phonitor 2 in einer eigenen Liga ohne jede Konkurrenz spielt. Schon in der Vorgängerversion war ich beeindruckt von der wahrlich unvergleichlichen Möglichkeit, meine bevorzugten Nahfeld-Monitore sehr gut nachbilden zu können und zwar losgelöst von Raumgröße und Sitzposition. Das unnatürliche Hörverhalten über einen Kopfhörer mit der Mitte im Kopf lässt sich in der Tat über die Matrix des Produktes in höchstem Grad individuell ausblenden und bearbeiten, so dass das Mischen über einen Kopfhörer erstmals in greifbare Nähe gerät. Hat man erst einmal die Arbeitsweise der Parameter „begriffen“, kann man sich seine eigene Umgebung mit Hilfe der Matrix regelrecht zusammenbauen. Alle Schalter ergeben eine praxisgerechte Arbeitsweise und bieten mannigfaltige Möglichkeiten der tonalen Kontrolle.

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Ich für meinen Teil halte allein die Tatsache, dass man mit dem SPL Phonitor 2 ein transportables Werkzeug an der Hand hat, das man zusammen mit seinem Lieblingskopfhörer in jedes Studio mitnehmen kann, für sehr hilfreich. Wenn man sein Gehör parallel zu seinen Lieblings-Nahfeld-Monitoren auch auf die vorgenannte Konstellation trainiert, ist man praktisch komplett unabhängig von der Abhörsituation vor Ort. Das mühsame Transportieren seiner bevorzugten Abhöre bei Mietproduktionen in fremden Studios entfällt komplett.

SPL Phonitor 2 - Back

SPL Phonitor 2 – Rückseite


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Forum
  1. Profilbild
    Claudia  

    Die 120 Volt sind bestimmt kein Voodoo !
    Welchen Kopfhörer hast du für den Test verwendet (geschlossen/offen) ?

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    AMAZONA Archiv

    Danke für den Test. Leider hast Du ihn mir damit noch interessanter gemacht. Jetzt müsste nur das Budget vorhanden sein….

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      TobyB  RED

      Hallo Peter,

      gleiches Problem ;-) da ich alles mit Kopfhörern mische und master. Ich hatte mal mit meinen Kopfhörern AT M 50, AKG K 141 und Beyerdynamic DT770(250Ohm) den Kleinen Bruder kritisch gehört, Test von Felix hier:

      http://www.....rstaerker/

      Der reisst nicht so ein Loch ins Budget und mir hat er klanglich gefallen und steht immer noch auf der Liste und aufrüsten kann man immer noch.

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        AMAZONA Archiv

        Danke für den Tipp. Den werde ich mir mal näher ansehen, allerdings reizt mich der Phonitor 2 schon sehr…. na vielleicht merkt die Politik das Sparen und „Geiz ist Geil“ keine Mittel zur Ankurbelung sind. Aber das ist eine andere Geschichte. ;)

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          TobyB  RED

          Hallo Peter,

          mich reizt er auch, da ich aber das Budget 2015 schon beschlossen habe, muss er warten. Und da steht erstmal primär ein Mischpult auf dem Zettel. Und ich finde den Herrn Keynes auch gut :-) Aber auch das ist eine andere Geschichte.

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            AMAZONA Archiv

            Mischpult habe ich zum Glück schon, auch wenn Trident letzte Woche per Email versucht hat mir lange Zähne zu machen. Aber das Budget 2015 ist verplant (SC P6) und der Rest fließt in die Produktion, bzw. ins Mastering. Und letzteres ist ohnehin die beste Investition.

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              TobyB  RED

              Hallo Peter,

              ne Trident Konsole wirds eher nicht ;-) Ich hab momentan ein ZED 420 und als Submixer ZED 14 und im letzten Jahr neben einigen Synths hauptsächlich in Mastering investiert. Die letzte Anschaffung waren hier 2 Warm Audio WA76. Und da in 2014 zumindest noch der Korg Odyssey dazu kommt, wird eng am Pult. Nichtsdestotrotz werde ich mich nochmal eingehend mit dem kleinen Bruder des Phonitors befassen, da mein Mix manchmal wirklich zu sehr Wall to Wall ist. Und das Dachgeschoss umbauen möchte ich jetzt nicht wirklich.

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          TobyB  RED

          Hallo Sigi,

          ja ist so, Ich habe zwar Boxen die nehme ich eher als Monitorboxen zum Einspielen. Die letzte Abnahme erfolgt dann allerdings über die Braun Atelier P4 und oder Fisher CA770 mit JBL Control 1 G Passiv und Mordaunt Short Boxen Mezzo 2. Wie schon geschrieben, ein Dachgeschoss ist schön(zumal das Wohnzimmer darunter ist) aber akustisch ist das ein Albtraum.

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        meilstone

        Auch ich muss mich beim Mischen meist auf Kopfhörer beschränken und hab mir deswegen den Phonitor mini angeschafft. Ich kann das Testergebnis nur bestätigen. Ich benutze den DT-880 Pro und habe mit dem Phonitor mini das Gefühl, dass das Potential dieses KH jetzt viel besser ausgereizt wird.
        Ich denke das was sich mit KH immer noch nicht 100% fühlen lässt ist der Bass/Subbassbereich sowie die Räumlichkeit eines Studioraumes, der auch den Eindruck der Tiefenstaffelung beeinflusst. Bis zu einem gewissen Grad kann man sich da mit Referenztracks und Spektrumanalyzer helfen. Ganz ohne Lautsprecher ist dann doch etwas gewagt, auch wenns nur billige HiFi-Boxen sind…

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          TobyB  RED

          Hallo meilstone,

          ich weiss das es gewagt ist, aber es ist derzeit nicht anders machbar. Deshalb hängt hier auch ein Fuhrpark an Kopfhörern rum. Und wie ich schrieb ganz ohne Boxen gehts nun doch nicht. Das ich den Bass und Subbass anders mische weil ich den nicht fühle ist klar. Ich habe da auch keine besonderen Tricks. Grundsätzlich ist hier alles erstmal kalibriert und konditioniert. Sonst würde ich hier am Rad drehen. Bevor vor ich aufnehme wird erstmal geguckt das die Pegel stimmen. EQ Kanalzüge werden nur noch minimal angepasst, je nachdem was hier mit wem zusammenspielt. Und dann wird das ganze aufgenommen und so weiter. Ich mach das so wie die Nachrichtentechniker/elektroniker das früher in der Berufsschule gelernt haben wie die optimale Übertragungskette auszusehen sollte. Das hilft, wie auch ein Oszi als Korrelationsmesser oder als Spektrumanalyzer.

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    neurot

    Ihr hattet ja den Phonitor mini auch einmal gestestet. Könnt ihr eine vergleichende Aussage zur Klangqualität bei genau den gleichen Einstellungen machen? Kann ich rein klanglich zur günstigeren Alternative greifen, wenn ich gut auf die zusätzlichen Einstellmöglichkeiten verzichten kann?

  4. Profilbild
    Franz Walsch  AHU

    Die Firma SPL hat nicht nur eine Vielzahl von Geräte hervorgebracht, sondern eine ebenso große Zahl von Formfaktoren, die sich oftmals nur schwer in eine Studioumgebung einpassen lassen. So auch bei den Kopfhörerverstärkern.
    Mit dem Phonitor lässt sich vortrefflich und sicher Mischen und Mastern ohne Lautsprecher. Allerdings gehört eine lange Eingewöhnung sowie exzellente Kopfhörer dazu. Bei oft wechselnder Studioumgebung ein Sicherheitsfaktor.
    Etwas unglücklich wird über »Lautsprechersimulation« geschrieben, besser wäre »Hörwinkelanpassung«.
    Was an spl-Geräten nervt, ist der Netzschalter auf der Rückseite.Da muss dann die Kurzschluss sichere Steckdosenleiste her. Ein »no go« ist die geräteschädigende Kopfhörerbuchse. Das schränkt die Nutzung in einem offenen Studio ein. Da muss gleich ein grosser roter Aufkleber an die Gehäusefront. Ein versehentliches Wechseln des Kopfhörers im Betrieb kann das Gerät durch einen Kurzschluss zerstören! Auch schaltet die Crossfeed Einstellung bei Verwendung von Lautsprechern nicht ab.

  5. Profilbild
    Stephan Merk  RED

    Sehr schöner Test, auch wen ich dem Autor in einem Punkt widersprechen muss. Man kann nicht generell die Tiefenstaffelung und den Raumeindruck bei Kopfhörern ausschließen. Sennheiser zeigt mit dem HD 800, dass dies schon geht. Schräg angeordnete Chassis mit großen Treibern in offener Bauweise, das hat schon was von Monitoren. Klar fehlt die körpereigene Resonanz und der Raumeindruck, aber die breite Bühne und dass sich alles vor dem Kopf abspielt, ist schon genial. Auch im Hi-Fi-Bereich unterwegs haben mich virtuelle Räume bislang nicht überzeugen können, einzig eigene Kunstkopfaufnahmen. Dafür ist jedoch der HD 800 konstruktionsbedingt ungeeignet.

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