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Test: Synapse Audio The Legend, VST-Synthesizer


So nah, so verdammt nah dran

Synapse Audio, den meisten wohl bekannt durch das Plug-in Dune/Dune 2, hat nun mit The Legend zum ersten Mal die Emulation eines klassischen, wenn nicht d e n klassischen Monosynthesizer im Portfolio. Dabei handelt es sich um den berüchtigten Minimoog, der bereits oftmals in Software kopiert und doch nie ganz erreicht wurde. Die Bigtone Studios aus Manchester halfen bei der Beschaffung der Originalsynthesizers als Vergleich und so wurde die Software in enger Kooperation erstellt.

Was schon erstaunlich ist: Auf der Produktseite wird die Marke Moog ebenso wenig erwähnt wie der Name des Synthesizers (aus offensichtlichen lizenztechnischen Gründen) – und trotzdem weiß jeder sofort, welches Gerät gemeint ist. Somit kann man behaupten, dass der Minimoog schon längst ins kollektive Unterbewusstsein vorgedrungen ist und sich dort auch nicht mehr vertreiben lassen wird.

Wie nah kommt die deutsche Softwareschmiede um Richard Hoffmann an das Original und wie analog klingt es denn?

Plug it in, man!

Erhältlich ist Synapse Audio The Legend für Mac und Windows als VST- oder AU-Plug-in, jeweils in einer 32 Bit- und einer 64 Bit-Version. Die Registrierung nach Erhalt der Seriennummer erfolgt am schnellsten online, kann aber auch über eine Datei erreicht werden, so dass der Studiorechner nicht zwingend ans Netz muss (WannaCry anyone?). Eine Lizenz für 95 Euro (inkl. MwSt) berechtigt zur Installation auf zwei Rechnern. Eine Anleitung liegt zum Download bereit, aber nur in Englisch. Ein wenig ärgerlich, denn schließlich ist es eine inländische Firma. Der Ressourcen-Verbrauch hält sich in Grenzen. Auf einem Mac mit Dual Core bei 2,53 GHz und 4 GB benötigt eine Instanz im Host Reaper knapp 9% der Rechenleistung.

Das kann ja jeder

Da jeder wohl die Architektur eines Minimoogs kennt, werde ich diese nicht sonderlich breittreten, sondern nur in aller Kürze runterrasseln. Es handelt sich beim Original um einen monophonen Synthesizer mit drei Oszillatoren, gehen weiter in das bekannte 24 dB Low-Pass Moog Ladder-Filter, das von einer ADS-Hüllkurve mit einstellbarem Wirkungsgrad durchgesteuert werden kann. Das Gleiche gilt auch für die Lautstärkehüllkurve. Als Modulationsquelle dient bei Bedarf OSC3 oder Noise, der die Oszillatorenfrequenz oder Filterpunkt modulieren kann. Das kann er in einem speziellen LFO-Modus, ebenso im Audiobereich, womit er also FM beherrscht.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    syntach

    Guter Test – danke!

    Und die Möglichkeit, bei der Demo Version
    schon eigene Patches zu speichern finde ich klasse.

    Kein Ärgern mehr, weil man beim ersten Ausprobieren (zufällig) ein schönes Patch gemacht hat und dann nicht speichern kann.
    Sehr nettes Detail

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    Wellenstrom AHU

    Alles schön und gut. Klingt ordentlich usw., guter Test…. aber noch ’ne Minimoogemulation?! Nee, ne, nicht wirklich, oder?

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    Waves-397

    Ich hätte nun gerne eine detaillierte Neuauflage des Minimoog-Plugin-Vergleichstests – diesmal mit:
    – The Legend
    – Uhe Diva
    – NI Monark
    – Arturia Minimoog V2
    – Minimonsta (dem ersten ? gut gelungenen Plugin…)
    + dazu den neuen Behringer D
    + und vielleicht sogar einem Creamware Minimax bzw. dessen Nachfolger ?
    Sehr sehr spannend… !!!

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    Thomas Columbo •••

    Ich habe mindestens 2 die besser klingen: Minimax und Origin. Aber nehm tue ich dann lieber den Voyager…(oder Model D – hätte ich den) Mal im Ernst: 95 EUR sind für eine solche Emulation eines analogen Synhesizers viel zu viel….

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        Coin AHU

        @ paulilein
        Mit Oszillatoren, Filtern und Hüllkurven-Generatoren von analogen Klassikern wie Minimoog, Jupiter-8, Juno-60, MS-20 und einem PPG Wave lässt Diva fast keine Wünsche offen.
        Quelle: bonedo

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            Coin AHU

            Tut mir Leid, bei mir ist die Demo von Diva abgelaufen.
            Und die Aussage stammt von Bonedo.
            Auf Amazona konnte ich im Diva-Artikel auch nichts über ein PPG Modul finden.
            Glaube auch das ist ein Fehler von Bonedo.
            Hatte ja gehofft das jemand anderes mal was dazu sagt.
            Und eigentlich war das eine Antwort auf Deine Frage was Diva mit Moog zu tun hat.

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    Kyotonic AHU

    Es klingt zwar gut, ist aber so aufregend wie…. ;) Habe letztens am „neuen“ Moog reissue rumgeschraubt und dachte mir nur: „Mann, wie viele Eurorack-Module passen in diesen Trümmer wohl rein.“ Vor diesem Hintergrund bekommt Legend von mir die volle Punktzahl. Ich bezahl dafür 100€ und er nimmt keinen Platz weg. Das Geld investiere ich dann aber lieber woanders. VST ist gut für FX und Mixing aber der Synthbär wütet m.M.n. eher im Modular-Sektor. Ich kann derzeit jedem ein „kleines“ Eurorack mit ein paar Mutable Instruments und ergänzenden Modulen ans Herz legen. Das ist wie ein Jungbrunnen für Synthesisten und liegt klanglich weit über so ziemlich jedes Plugin. Musste ich nur mal los werden. Für einen Profi der „in the box“ produziert hat der Legend mit Sicherheit einen Mehrwert. ;)

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      Atarkid AHU

      Seh ich ganz genau so. Wenns um Spaß beim Musik machen geht, hat selbst das günstigste Stück Hardware einen Mehrwert. Aber wie immer ist das eine Sache des persönlichen Geschmacks.

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        anselm

        Der Profi soll keinen Spaß haben, sondern Tracks fertig machen. ;)
        Ich meine es ironisch, aber im Grunde doch ernst: Es scheint mir ein generelles Prinzip im Leben, dass man alles haben kann, was man sich wünscht, dass diese erfüllten Wünsche dann aber nicht das sind, was man sich erhofft hatte. Der einzige Ausweg: Sich am Weg zum Ziel zu erfreuen (statt auf das Erreichen des Ziels zu hoffen). Das bedeutet also: Man kann alles haben, was man sich wünscht, man muss aber zuerst sein Verlangen danach aufgeben. Man kann Profi-Produzent werden und Geld mit Auftritten um den Globus verdienen, man muss dafür aber die Vorstellung aufgeben, dass man mit einem entspannenden Hobby Geld verdient und dass die Anerkennung einem Wichtigkeit verleiht. Entsprechend wählt der professionell ambitionierte womöglich eher seine Werkzeuge nach Effizienzkriterien aus. Ein Hardwarestudio kann man nicht mit ins Flugzeug, auf den Rücksitz eines Autos oder ins Hotel mitnehmen.

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      TZTH •••

      Yes. Würde heute auch jedem „Modular Beginner“ ein Mutable OSC empfehlen – weil’s dann einfach sehr lange nicht langweilig zu werden droht. Polyphonie ist halt nicht wirklich drin, aber dafür enorm viel Charakter.

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    Gucky

    Vielen Dank für den tollen Test. :-)
    Ich glaube, es ist dir eine kleine Verwechslung passiert:
    Nicht die Bigtone Studios aus Manchester sondern der Sounddesigner Nico Herz von Bigtone http://bigtone.de/
    haben am Legend mit gearbeitet.
    95,- Euro finde ich angemessen. Für die Qualtät hätte ich auch 140,- € gezahlt.

    • Profilbild
      t.goldschmitz AHU

      Danke Gucky,

      da hab ich wohl ins Klo gegriffen. Und mir kam es gleich seltsam vor, was die in UK damit zu tun haben sollen…

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    mdesign ••

    schöner test, knapp und klar formuliert. und die soundbeispiele sind sowas von auf dem punkt. so muss das sein! danke!

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    hejasa

    klasse Sound für ein Plug In. Vor allem das Filter schmatzt richtig, kenne dies nur von meinem Original. Habe auch Reaktor, bezweifle, den Sound ohne langes Schrauben den Sound des Legend hinzubekommen.
    Wäre mir auch egal, liebe einfach den Sound und vor allem die Eingriffsmöglichkeiten.
    Mein Arturia Mini M3 hört sich gegenüber Legend dumpf und wenig druckvoll an.

    Danke für den Test und die Empfehlung!

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    Marius Seifferth AHU

    Die Euphorie hält sich natürlich erst mal in Grenzen, weil es ja doch das… hmm… das wie vielte Minimoog VST ist es eigentlich?? Egal, ich fand den Testbericht sehr gut, die Klangbeispiele ausgezeichnet und ich finde ihn für die Standard-Analog-Klänge die man so in einer Produktion rein haut, dann doch ganz passend! Klingt besser als Arturia’s Version und ist offenbar nicht so Leistungshungrig wie DIVA oder Monark :) Der Preis ist ebenfalls sehr günstig! Ich werd ihn bald mal antesten ;) Danke für den Test!

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    chk

    Also mir persönlich gefällt, mal ganz abgesehen davon, welches Plugin näher am Model D dran ist, der Monark von NI deutlich besser. Leider scheinen wirklich alle Synthies von Synapse daran zu leiden, dass sich diese typischen snappy kurze Filter-Decay-Zeiten und hoher Resonanzwert Klänge einfach pappig, und dünn anhören. Bei Legend ist das nicht mehr ganz so krass wie beim Dune 2, aber dennoch auch hier hörbar. Das letzte Klangbeispiel in diesem Test zeigt das eigentlich recht schön.

    Wer’s selbst mal testen möchte, ladet euch beide Plugins runter, und macht mal einen Test mit kurzen Filter-Decay Zeiten, und hohen Resonanswerten, und schaut mal, was für euch „snappier“, fetter und punchier klingt.

    P.S.: Versucht mal das erste Beispiel aus den Klangbeispielen hier im Legend nachzumachen: https://www.amazona.de/test-native-instruments-monark-minimoog/ Viel Glück. ;)

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Synapse Audio The Legend

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