Test: Zynthian Open Synth Plattform DIY & Komplettbausatz

15. Januar 2020

Die Verheißungen des DIY

Zynthian verspricht die eierlegende DIY-Wollmilchsau zu sein, nach der immer gesucht wird. Die Plattform ermöglicht, sowohl Samples und Sample-Banks zu spielen, kann aber auch als Effekt-Gerät dienen. Selbst VA-Synths können gespielt werden, solange sie im LV2-Format vorliegen (das ist sozusagen die Linux-Version von VST). Aber es ermöglicht auch MIDI-Sequenzenzu  generieren, da ein  Sequencer integriert ist.

Dabei akzeptiert der Zynthian über USB jeden MIDI-Controller, der Class-Compliant ist. Auch DIN-MIDI darf nicht fehlen. Man hat in der kleinen Box nicht weniger als ein komplettes System zum Produzieren von Musik vor sich, alles VA versteht sich. Man kann sich den Zynthian aus Einzelteilen zusammenbauen oder gleich einen Komplettbausatz auf der Seite bestellen, was ich gemacht habe.

Die Verheißungen des DIY sind mannigfaltig. Für schmales Geld baut man sich aus verschiedenen Komponenten einfach genau das, was man haben will. Dabei wird die Hard- und Software von einer Gemeinschaft von Enthusiasten weiterentwickelt und lässt so auf eine langfristige Lösung hoffen.

Wir stellen euch heute ausführlich den DIY-Anbieter Zynthian Open Synth Plattform vor, die als Ein-Mann-Projekt in Spanien startete. Von dort her bekommt man auch die offiziellen Teile und eben auch ganze Kits, also Komplettbausätze. Die Version 3 des Zynthian Kits liegt nun hier zum Test vor und ich bin gespannt, inwiefern so ein Freizeitprojekt, mag es auch noch so professionell aufgezogen sein, im Musikeralltag bestehen kann.

Dieser Workshop befasst sich zwar intensiv mit der Zynthian Open Synth Plattform, würde ich aber bei jedem Feature ins Detail gehen, könnte ich ein kleines Buch darüber schreiben. Deswegen hier meine ganz persönliche Erfahrung mit dem DIY-Projekt Zynthian Open Synth Plattform.

Bestellung der Zynthian Open Synth Plattform

Zunächst einmal habe ich das Zynthian v3 Kit über die offizielle Website bestellt. Das ganze Projekt basiert auf der beliebten RaspberryPi-Plattform, die aus kaum einem DIY-Projekt mehr wegzudenken ist. So ein RaspberryPi ist perfekt sollte man meinen: Mehrkernprozessor, viele Accessoires und noch mehr Software, die man einfach nur aufspielen muss. Allerdings hat der Pi definitiv seine Grenzen. Die liegen im hier verwendeten Modell (Pi 3+) eindeutig im Arbeitsspeicher. 1 GB mögen für viele Web-Anwendungen ausreichen, wenn es aber um Audio geht, ist das ganz schön mäßig. Warum genau, werden wir noch sehen.

Also frisch bestellt und natürlich die Option mit dem besseren DAC (Aufpreis 14 Euro) bestellt, dem HI-FI-Berry-DAC+Pro-Shield. Shields heißen die deshalb, da man die Komponente einfach auf den Pi aufstecken kann, was dann wie ein Schild aussieht. Über den DAC ist auf der Website von HI-Fi-Berry zu erfahren, dass es einer von Burr-Brown ist und Sample-Raten bis 192 kHz nativ unterstützt – klingt ja ganz ordentlich, denn auch in vielem Pro-Audio-Equipment sind die Burr-Brown-Wandler das Maß der Dinge. Der hier verwendete besitzt eine eigene Clock mit geringem Jitter und einen Dynamikumfang von 102 dB und einem Eigenrauschen von ca. -89 dBu (zum Vergleich, eine Focusrite Saffire Pro40 hat -90 dBu Eigenrauschen. Der interne Audioausgang des Pi ist für gehobene Ansprüche nämlich gänzlich unbrauchbar. Apropos Audio: Die Zynthian Open Synth Plattform kommt ganz ohne Lüfter aus: Völlig geräuschlos der Kasten!

OK. Damit wären wir bei 281,- Euro für alles. Darauf kamen dann zunächst noch 16,90 Euro Versand (das Päckchen kommt immerhin aus Spanien und wird aus Sicherheitsgründen als Einschreiben verschickt). Dann aber beim Check-Out in PayPal die erste „Überraschung“: Dort wurde auf den Preis + Versand noch einmal 12,45 Euro Versand draufgeschlagen, so dass es insgesamt jetzt 310,35 Euro waren – ungefähr so viel hat die SM-ProV-Machine damals auch gekostet, zu der wir später noch kommen werden. Na ja, was soll‘s, dann eben schnell mal mit der angegebenen Tracking-Nummer nachgeschaut – Pustekuchen: Die Website des spanischen Lieferservices war nicht wirklich aufrufbar, vielleicht wegen der Weihnachtszeit. Also Hände in den Schoß und Däumchen drehen. Tatsächlich: 10 Tage später konnte ich das Päckchen dann entgegennehmen.

Zusammenbau / DIY

Der gesamte Prozess ist auch in einem Video festgehalten und beinahe selbsterklärend. Nach dem Motto: „Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu löten“, werden alle Komponenten nur zusammengesteckt und festgeschraubt. Leider ist das Video in einem Zeitraffer aufgenommen, so dass es schwer ist, Einzelheiten zu erkennen, dann heißt es Frame-Suche im Video-Player. Auch haben die Kabel teilweise eine andere Farbkodierung, was zu Unsicherheiten führen kann. Aber alles in allem ist der Zusammenbau in einer halben Stunde gut zu bewerkstelligen; und vor allem: Man braucht keine Spezialwerkzeuge. Eine genaue Anleitung für das V3-Kit, befindet sich auf der Zynthian-WIKI.

Das System auf der Karte

Damit der RaspberryPi auch weiß, dass er eine Zynthian Open Synth Plattform ist, benötigt er natürlich noch eine Betriebssystem. Dieses ist als Image-Datei von der Zynthian Wiki verfügbar. Es gibt hier mehre Versionen und nur die speziell für das V3 Kit erstellte läuft auf Anhieb. Das Laden des ca. 12 GB großen Images dauert schon ein paar Minuten, ebenso das Aufspielen auf eine Micro-SD-Karte. Das hängt natürlich stark von der Karte ab. Meine ca. 7 Jahre alte Class-4-Karte benötigt ca. 40 Minuten zum Übertragen des Images. Verwendet wurde der bekannte Win32DiskImager. Mit einer aktuellen SDHC-Class-10-Karte dauert das Ganze dann nur noch 12 Minuten – eine schnelle SD-Karte sollte also Pflicht sein.

Ok, nachdem ich erst mal brav das falsche Image aufgespielt hatte (für die ältere Version) und die Encoder nicht funktionierten, lief es dann mit dem V3-image. Die Image-Version sollte man vielleicht noch besser auf der Seite herausstellen, mit einer größeren Überschrift, vielleicht? Wie gesagt – je schneller die SD-Karte, desto besser. Denn auch das Hochfahren der Zynthian Open Synth Plattform benötigt bei mir ca. 50 Sekunden, wobei in den ersten 23 Sekunden keinerlei Rückmeldung vom Gerät kommt, ob es nun bootet oder nicht – eine Geduldsprobe. Aber auch hier: Das gilt für die Class-4-SD-Karte, mit einer Class-10 dauert der gesamte Bootvorgang ca. 22 Sekunden.

Zynthian Open Sound Plattform - Hardwareuebersicht

Zynthian Open Sound Plattform – Hardware Übersicht

Dann aber begrüßt einen der Startbildschirm, in den man die verschiedenen sog. Layer erzeugen kann. Also schnell einen der installierten Synths geladen und das Keyboard über DIN-MIDI angeschlossen – jawohl mein Herr, das funktioniert und klingt gleich beim ersten Eindruck recht ordentlich! Es empfiehlt sich wirklich, die kleine Tutorial-Serie bzw. die WIKI vorher anzusehen, da hier das Bedienkonzept anschaulich erklärt wird. An dieser Stelle ein Lob für die doch schon ausführliche Dokumentation, denn dieser Punkt ist meistens die Achillesferse bei Open-Source-Projekten. Danach kann man beinahe intuitiv am Gerät arbeiten. „Beinahe“ deshalb, da ich persönlich das Konzept des Bold Click (etwas länger als kurz klicken, aber nicht zu lange, sonst ist es ein langer Klick), nicht besonders gut finde. Da mag ich den Doppelklick doch lieber; doch man gewöhnt sich mit der Zeit daran.

Hardware

Das Zynthian Open Synth Plattform bietet einen Stereoausgang in zwei Ausführungen: unsymmetrische Klinke und Cinch sowie einen Stereoausgang in Stereoklinkenausführung. Ein komplettes MIDI-Trio (übrigens mit Hardware-Thru, also latenzfrei) wird flankiert von vier USB-Eingängen, die auch HUBs vertragen können. Strom bekommt das Gerät über eine USB-C-Buchse, wichtig ist ein Netzteil mit genug Reserven; 2 A sollten genügen. Über den HDMI-Port kann man tatsächlich einen Monitor anschließen und als Sahnehäubchen gibt es einen analogen Sync-Ausgang im Miniklinken-Format (allerdings noch nicht implementiert).

Anschlüsse

Anschlüsse des Zynthian. RCA und Klinke sind identisch, der Audio-In kann als symmetrischer oder Stereo-In konfiguriert werden.

Die Software

Plugins in a Box – da kommen Erinnerungen an die viel gescholtene V-Machine vom mittlerweile insolventen Hersteller SMPro-Audio hoch. Ich besitze so eine und sie ist immer noch meine Kiste für E-Piano-, Piano-, Orgel- und Clavinet-Sounds. Wenn man es richtig deichselt, kriegt man bis zu fünf Plugins gleichzeitig ans Laufen – genug für die Keys und noch ein paar nette Effekte. Allerdings hatte ich seinerzeit auch viel Zeit reinstecken müssen, da die Installation eines VST-Plugins ungefähr so war, als würde man einen Crack machen, inklusive Registry-Hack und dll-spotting. Wahrscheinlich deshalb waren die Hersteller damals nicht sonderlich begeistert von der V-Machine – aber das ist eine andere Story.

Der ganze Test hier ist für mich gerade deshalb persönlich interessant – da ich eben nach einer Alternative zur V-Machine suche. Denn eine ist mir bereits abgeraucht (zum Glück hatte ich lange vorher eine Zweite gekauft). Kann die Zynthian Open Synth Plattform mindestens das leisten, was z.Zt. die V-Machine in meinem Setup leistet? Oder sogar mehr?

Aufnahmefunktion

Die Zynthian Open Synth Plattform beinhaltet es im Namen: Es ist eine ganze Plattform und nicht bloß ein Synth-Player. Man kann also auch eingehendes MIDI oder AUDIO manipulieren oder MIDI-Sequenzen erstellen, oder, oder … folgerichtig kann man auch eingehendes MIDI und/oder Audio ganz einfach aufzeichnen. Einen USB-Stick angeschlossen und schon kann aufgenommen werden. Wird kein USB-Stick erkannt, wird als Aufnahmemedium die interne SD-Karte verwendet – wird diese aber zu voll, kann es aber zu Stabilitätsproblemen führen. Wohlgemerkt – es wird das digitale Signal vor den Wandlern aufgenommen, das ermöglich absolut saubere Aufnahmen und erspart einen Digital-Out.

Die Layer

Organisiert ist die Zynthian Open Synth Plattform in Layer. Es können maximal 16 Layer erzeugt werden. Und tatsächlich, ein Test mit 16 angelegten Synth-Layern funktionierte auch – keine Hänger, keine Abstürze: vorbildlich.

Es gibt zurzeit vier Arten von Layer: Synth, Effect, Generator (läuft ohne MIDI-Input) und Special. Layer können, mit Ausnahme der Special-Layer, (beinahe) beliebig kombiniert und auf verschiedene MIDI-Kanäle verteilt werden. Die Zynthian Open Synth Plattform beherbergt mehrere Engines, manche sind einfache Plugins, andere ganze Ökosysteme. Generell ist es möglich, alle installierten LV2-Plugins (das ist sozusagen die Linux-Version von VST) als Instrumenten-, Effekt- oder Generator-Layer zu nutzen.

Auf jeden Layer kann eine der sieben Engines gelegt werden:

  • ein beliebiges LV2-Plugin
  • setBfree (Hammond-Simulation)
  • Aeolus (Kirchenorgel)
  • PianoTeq6 Demo (ja, tatsächlich die DEMO eines kommerziellen Produktes)
  • PureData (so etwas wie MAX/MSP, das die Meisten in der Inkarnation von Max4Live kennen) und
  • MOD-UI (ein Host für LV2-Plugins, bei dem man sich auf einem Pedalboard alles zusammenstecken kann)
  • eigentlich keine eigene Engine, gibt es noch eine Audio2Midi-Funktion, die auf aubioNotes basiert

Die Engines

Dabei haben PianoTeq6, PureData und MOD-UI die Einschränkung, dass sie nur exklusiv genutzt werden können; es sind also dann keine anderen Layer mehr möglich. Verständlich, denn die beiden sind ganz eigene Ökosysteme und besitzen ihre eigenen Regeln. Man kann also tatsächlich Pure-Data-Patches auf dem Zynthian laufen lassen. Natürlich erstellt man diese vorher in der Pure-Data-Umgebung und kopiert sie dann auf die Zynthian Open Synth Plattform. Nur bei den Controller-Zuweisungen muss man dann noch Hand anlegen.

MOD-UI wiederum, ist ein eigener Container für LV2-Plugins. Es ist übrigens dieselbe Software-Suite, die auch in diesem Produkt werkelt, das vom Kollegen Johannes Kreyer getestet wurde.

Einmal aktiviert kann man über den Browser in die Mod-UI-Web-GUI gelangen und hier hat man dann auch die grafischen Oberflächen der LV2-Plugins. Man kann sich nach Herzenslust Pedale, Sequencer und Instrumente zusammenstecken, daran herumschrauben und Presets abspeichern. Vor allem hat man auf dem Zynthian Display die Parameter der Plugins im Zugriff, so dass auch ohne Rechner das Patch bedient werden kann.

Zynthian Open Sound Plattform - MOD-UI Pedalboard

Zynthian Open Sound Plattform – MOD-UI Pedalboard

Leider scheint es Probleme mit dem MIDI-Routing zu geben, so dass nur MIDI-Daten über DIN-MIDI angenommen werden können, jedenfalls scheint das für MIDI-Noten zu gelten; möchte man einen FX-Parameter über die MIDI-Learn-Funktion zuweisen, werden auch angeschlossene MIDI-USB-Controller erkannt. Lädt man dann wiederum später einen erstellten Snapshot mit dem Ganzen, so akzeptiert der Zynthian auch wieder MIDI-Noten über USB – das sind so die kleinen Inkonsistenzen solch eines Non-Profit-Projektes. So hat sich Zynthian beim Arbeiten mit MOD-UI auch schon mal „leicht“ aufgehängt – der Sound konnte noch gespielt und editiert werden, Encoder und Touchscreen funktionierten aber nicht mehr.

MIDI-Learn

MIDI-Learn geht sehr einfach – leider noch kein Aftertouch

Man kann sich aber die LV2-Plugins auch als normale Einzel-Layer (Synth, Effekt, Generator) zusammenstellen, dann gibt es dies MIDI-Einschränkung nicht mehr und man kann sofort mehrere USB-MIDI-Controller anschließen und auch mehrere Layer gleichzeitig ansprechen – allerdings geht dann die Steuerung über die Web-GUI verloren, und man kann die Einstellungen nur noch am Gerät selber vornehmen. Das erschwert vor allem das Routing, das dann schnell unübersichtlich werden kann, denn es muss ohne UI am Gerät vorgenommen werden.

SetBFree kann bis zu drei Layer (für drei Manuale) haben. Und obwohl es im Prinzip ein LV2-Plugin ist, sind mehr Layer nicht möglich, da so eine Orgelsimulation recht rechenintensiv ist. Ähnliches gilt für Aeolus, der Kirchenorgel, die lediglich vier Layer zulässt,

Ebenfalls als eigene Engine aufgelistet sind der Synth ZynAddSubFX, FluidSynth (der Soundfont-Player) und LinuxSampler (der das Gigasampler- und SFZ-Sample-Format abspielen kann). Diese drei lassen sich aber wiederum beliebig kombinieren und haben keine Einschränkung bezüglich der Layer oder des MIDI-Routings.

Ich gebe zu, das klingt alles etwas verwirrend, aber die Abbildungen sollten schnell Klarheit verschaffen. Bei so vielen Plugins und Optionen ist es umso wichtiger, eine gute Verwaltung zu haben.

Verwaltung

Wie sieht das nun bei der Zynthian Open Synth Plattform aus? Nun, selber installieren muss man hier quasi gar nichts, denn wenn man das SD-Karten-Image von der Website gezogen hat und auf die Karte verfrachtet hat, sind bereits Hunderte Effekt-Plugins und Dutzende Synths und Sample-Player installiert. Da man am Gerät bei derzeit 440 LV2-FX-Plugins sehr sicher die Übersicht verlieren würde, kann man in der Konfiguration nur bestimmte LV2-FX freischalten. Das Komfortable am Zynthian Open Synth Plattform ist, dass die gesamte Konfiguration über ein übersichtliches Web-Interface vorgenommen wird. Einfach den Zynthian ans Netzwerk hängen über www.zynthial.local ins Web-Interface einloggen.

Zynthian Open Sound Plattform - alle Synths

Zynthian Open Sound Plattform – alle derzeit installierten Synths

Hier findet man auch die Möglichkeit, Soundfonts, SFZ- oder GIGA-Dateien hochzuladen, Snapshots zu verwalten, die alle Einstellungen der Zynthian Open Synth Plattform abspeichern und eben Plugins zu de-/aktivieren. Leider hatte ich beim Hochladen eines SFZ keinen Erfolg. Es wurde zwar akzeptiert und angezeigt, der Patch blieb aber stumm (auch meine V-Machine mochte die sfz-Files nie). Auch die aus der Mottenkiste gekramten GIGA-Files verhielten sich komisch: Zuerst haben sie funktioniert, später dann nicht mehr. Nach einem Update funktionierte dann alles wieder.

Selbstverständlich sind in der Web-GUI auch alle Hardware-Einstellungen anzutreffen. Und auch Backups des gesamten Systems sind möglich. Alles in allem eine ziemlich übersichtliche Sache. Die Plugin-Parameter werden zwar am Zynthian selber gemappt, aber das variiert stark von Plugin zu Plugin. Manche, wie der TAL Noismak3r z.B., bieten jeden Parameter an, so dass man eben auch neue Sounds direkt am Gerät erstellen kann. Andere wiederum sind da nicht so freizügig und bieten nicht mal ein Filter-Cutoff.

DEXED bietet alle Parameter an

DEXED bietet alle Parameter an

Das ist eine der grundsätzlichen Tatsachen: Die Qualität variiert einfach stark von Plugin zu Plugin. Das gilt eben auch für die erwähnten schlummernden Plugins. Manche sind OK, manche sogar richtig gut, andere funktionieren teilweise gar nicht, wenn sie als LV2-Standalone genutzt werden sollen, obwohl sie jedoch in der MOD-UI-Engine laufen.

Dabei ist die eigentliche Dokumentation in der Wiki gut gelungen und man wird hier schnell Antworten finden, obwohl das Englisch manchmal etwas vage ist. Gerade auch die Gemeinschaft ist sehr aktiv im Forum und man merkt wirklich, dass das Projekt vielen sehr am Herzen liegt.

Zynthian Open Sound Plattform - sehr aktives Forum

Zynthian Open Sound Plattform – sehr aktives Forum

Die Preset-Verwaltung ist mir etwas unklar. Es scheint, als ob jede Engine da ihr eigenes Süppchen kocht. Das gilt auf jeden Fall für MOD-UI, das die Presets intern verwaltet. Auf jeden Fall klappt das für den erstaunlich guten ZynAddSubFX-Synth. Einfach ein Preset am Rechner erstellen, hochladen und es steht zur Verfügung. Das bezieht sich aber nur auf die ZynthianOS-Version vom 24.9.2019. Denn ein aktuelles Update schafft hier Übersicht in dem Sample-Sets und Presets auf einer Seite verwaltet werden.

Es gibt auch Sequenzer in der MOD-UI

Es gibt auch Sequencer in der MOD-UI

Allerdings verstehe nicht, dass hier es sehr wohl FluidSynth-Generatoren gibt, die die LV2-Version des Soundfont-Players nutzen, ich aber keine Möglichkeit gefunden habe, innerhalb der MOD-UI eigene Soundfonts einzubinden. Das muss man sich wohl erst etwas umständlich selber zusammenfrickeln.

MOD-GUI verschiedene MIDI-Effekte und Sequenzer

MOD-GUI verschiedene MIDI-Effekte und Sequencer

Auf der Presets-Seite im Zynthian-Webinterface tummeln sich noch andere Preset-Arten, u. a. auch die PureData-Patches (ein Hochladen eines PureData-Patches schlug fehl, aber erstens kenne ich mit PD überhaupt nicht aus und zweitens lief das auch nicht auf dem Mac, siehe erstens), aus denen ich nicht schlau werde. Die Demo-Patches laufen allerdings einwandfrei – also wird es wohl an mir gelegen haben.

MIDI- und OSC-Steuerung

Wie kann man nun die angezeigten Parameter fernsteuern? Das ist wirklich denkbar einfach: Man klickt denn Learn-Encoder, dreht am gewünschten Parameter und sendet danach den MIDI-CC – fertig. Man kann sogar zwei Parameter zusammenfassen und dann über einen X/Y-Controller bedienen. Allerdings ist das umständlich zu handhaben, dennoch funktioniert es. Aber das ist immer nur eine temporäre Zuweisung, die nach Verlassen des X/Y-Pads verloren geht, es wird auch nicht im Snapshot gespeichert – live also unbrauchbar. Ich denke, hier gibt es noch viel Potential, man könnte mehrere Parameter ja auch als Balken darstellen und so mehr als vier auf einmal verstellen.

Zynthian Open Sound Plattform - verwaltung Soundfont

Zynthian Open Sound Plattform – Verwaltung der Soundfonts

OSC-Steuerung? Ja auch das ist vorgesehen. Es ist sogar eine Bridge für das beliebte Touch-OSC installiert. Diese funktioniert wie auf einem Desktop-Rechner. Brücke aktivieren, Netzwerkdaten eingeben und loslegen. Dabei werden jedoch nur OSC-Daten verarbeitet, die mit dem /midi-Präfix beginnen und als RAW-MIDI-Daten gesendet werden. Dabei kann das Netzwerk entweder drahthaft oder drahtlos etabliert werden. Denn natürlich gibt es eine WIFI-Option für die Zynthian Open Synth Plattform; es ist immerhin ein Raspberry Pi. Zumindest theoretisch – denn obwohl mein androidPad den WIFI-Spot erkannt hat und auch tatsächlich die Konfiguration automatisch erkannt hat (hat sonst noch nie funktioniert), konnte ich auf Anhieb keine Verbindung herstellen (ich gebe allerdings zu, dass ich mit Netzwerken generell auf Kriegsfuß stehe – trotzdem schade).

Die Snapshots

Hat man also eine Konfiguration gefunden, kann man alles in einem Snapshot speichern, den man dann jederzeit wieder aufrufen kann, auch über MIDI-Programm-Change. Je nach Zusammenstellung kann das eine Weile dauern, bei einfachen Patches waren das in der Praxis meist 5 Sekunden, wechselt man die komplette Engines, z. B. von 16 einzelnen Layer auf eine MOD-UI, kann das aber auch schon mal eine halbe Minute dauern; schnelles Umschalten ganzer Setups fällt damit flach. Das betrifft aber nicht das Umschalten der Programme innerhalb eines Snapshots, abgesehen von den Sample-Playern, die ja Samples nachladen müssen. Deswegen wurden auch Sub-Snapshots eingeführt, die nur die verschieden Einstellungen der aktuellen FX speichern.

Eine ausführliche Vorstellung aller Plugins ist hier einfach nicht zu leisten, deswegen bespreche ich das aus meiner ganz persönlichen Sicht: Kann die Zynthian Open Synth Plattform mein bisheriges Setup ersetzen oder gar verbessern?

Auch PureData-Patches laufen auf dem Zynthian

Auch PureData-Patches laufen auf dem Zynthian

Die Sample-Player

Für mich am wichtigsten: Die Sample-Player, speziell ein guter Soundfont-Player. Installiert ist der bekannte FluidSynth, der die komplette 2.01 Soundfont-Spezifikation implementiert. Das ist wichtig, da das eben auch ein Filter und vor allem die Modulatoren beinhaltet. Mit diesen sind ganz einfache Zuweisungen möglich, wie Velocity zu Filter-Cutoff. Aber gerade diese sind bei relativ kleinen Soundfonts wichtig, etwa um Piano-Samples dumpfer zu machen, wenn man es zarter anschlägt. Da der Fluid-Synth aber keinen Direct-from-disk-Modus kennt, ist hier der Weg für größere Orchester-Zusammenstellungen leider verbaut.

Denn die Soundfonts werden in den Speicher geladen. Und da gibt es eben eine Obergrenze, ab der das System nicht mehr stabil läuft. Ein über 700 MB Orchster-Layer mit 7 verschiedenen Instrumenten und zwei Velocity-Layer wird zwar nach einiger Zeit geladen und lässt sich auch spielen, aber manchmal gibt es Aussetzer und das ganze System wird arg langsam – bis hin zum Absturz. Klar, das Linux-System braucht auch Platz zum Atmen. Soundfonts bis 200 MB stellen allerdings kein Problem dar und selbst der Versuch, mit Sostenuto beim Piano eine Grenze zu erreichen, wollte nicht gelingen – hier ist die Zynthian Open Synth Plattform deutlich besser als meine betagte V-Machine, denn das darauf laufende Independence Free verfügt zwar über Disk-Streaming, aber mehr als ca. 20 Noten mit Sustain führen zu gar unangenehmen Überlastungserscheinungen.

Zynthian Open Sound Plattform - verwaltung Preset

Zynthian Open Sound Plattform – Verwaltung der Presets

Also, bis auf die umständliche Editierung der Soundfonts mit dem Editor Polyphone (vor allem die Modulatoren richtig einzustellen ist ein Graus, da sie in der Software und im FluidSynth verschieden klingen) hier ein dicker Plus-Punkt für die Zynthian Open Synth Plattform in Sachen Polyphonie.

Die B3-Orgel-Simulation setBfree

Zurzeit nutze ich immer noch ORGAnized Trio von GSi, damals noch soundfonts.it – in der Version von 2009 wohlgemerkt. Ich muss sagen, dass mir hier die GSi-Orgel wesentlich besser gefällt, sie hört sich einfach keuchender, röhrender, eben echter an. Obwohl setBfree dennoch gut zu spielen ist und auch die Leslie-Simulation überzeugt. Trotzdem klingt sie ein wenig steril und nach Plastik, sozusagen. Packt man aber einen leichten Distortion dahinter, sieht die Sache schon besser aus, der eingebaute Overdrive ist schon ganz OK, besser man packt noch einen LV2-Screamer dahinter. Also Punkt für die V-Machine. Polyphonie-Probleme gab es hier keine.

Clavinet

Damit ich bei Verfolgungsjagden immer die Nase vorn habe, brauche ich natürlich ein Clavinet. Eine Vollversion von Die Funky Maschine ZD6, ebenfalls von GSi verrichtet hier seinen Dienst in der V-Machine. Und das richtig authentisch, es rotzt und schmatzt nur so aus den Lautsprechern und man hat die Funkyness quasi an den Fingern kleben. Darüber hinaus kann man den Klang durch verschiedene Pickup-Einstellungen weitgehend Formen. Die Zynthian Open Synth Plattform bietet hier keine vergleichbare Alternative, obwohl sich standardmäßig Clavinet-Soundfonts mit an Bord finden. Die klingen entsprechend entspannt und man muss schon mit Kompression, Ver- und Entzerrung nachhelfen, damit ein wenig Straßen von San Francisco Feeling aufkommt. Auch hier ein Punkt für die V-Machine.

Synths und anderes

Die Zynthian Open Synth Plattform bietet einiges an Synths, hervorheben möchte ich Dexed, ein DX7-Synth, der auch die originalen Sysex-Files versteht. Dann noch Obxd, der größtenteils auf einem Oberheim OB-X basiert. Erwähnenswert noch der TAL-Synth NoiseMak3r, der mag zwar unscheinbar aussehen, hat jedoch eine große Bandbreite, was Sounds angeht. Das Highlight ist aber eigentlich der lange als unnutzbar geltende OpenSource-Synth ZynAddSubFX. Seit der Version 3 (und neuem Namen ZynFusion) endlich mit einer Oberfläche, die auch Nicht-Akademiker nutzen können. Dieser Synth hat wirklich ungewöhnliche Syntheseformen und ist mehr in Richtung Absynth zu sehen als irgendetwas anderes. Leider gibt es keine einfache Zuweisung für Aftertouch (obwohl implementiert) auf der neuen GUI – vielleicht später.

ZynAssSubFX ist einer der VA-Synthesizer, die im Zynthian bereits installiert sind

ZynAssSubFX ist einer der VA-Synthesizer, die im Zynthian bereits installiert sind

Andere installierte Synth rangieren von „naja“ bis „igitt“, aber ich konnte mir beileibe nicht alle anhören. Da ich aber für Synth-Sounds einen „echten“ Synth nutze, ist mir das eher Wumpe, bis auf das gelegentlich unvermeidliche DX7 E-Piano. Gleichstand, würde ich sagen, denn dicke Synths laufen auf der V-Machine eher mäßig.

FX

An Effekten mangelt es wirklich nicht: 440 Audio-Effekte, meine Güte. Aber auch hier ein große Streuung, Reverbs gibt es scheppernd, scheppernder und nicht so scheppernd. Allerdings heben sich hier wiederum die TAL-Reverbs (1 bis 3) heraus und auch das Calf-Reverb ist ganz ordentlich. Verzerrer gibt es ein paar gute, derzeitiger Favorit: Screamer. Und auch Delays und Modulationen sind reichhaltig vorhanden, hier gibt es also auch einen Gleichstand. Naja – fast, denn mein Crazy Grain-Delay fand keinen direkten Ersatz und das brauche ich schon ab und zu, um mal richtig die Gehörgänge zu waschen. Aber ich kann mir sicherlich ein Pedal-Board erstellen, das eine ganz ähnliche Funktion erfüllt. Ein wichtiger Punkt noch: Nicht alle Effekte erlauben ein Verstellen von Parametern ohne hörbare Kratzgeräusche – das liegt aber eben an den Plugins selber. Und vielleicht noch wichtiger: Es gibt keine Makro-Zuweisungen im MOD-GUI. Ein MIDI-CC kann immer nut einem Parameter zugewiesen werden – hoffentlich ändert sich das noch.

Performance, Hardware-Einstellungen

Also jetzt zum Eingemachten: Wie ist denn die Performance? Nun hier dürfte für einige eine Enttäuschung warten: Die absolut kürzesten Latenzen, die ich erreichen konnte, lagen zwischen 12 und 20 ms (zum Vergleich, eine Korg M1 hat ca. 4 ms Latenz). Für Pads und Sounds mit etwas langsameren Attack sollte das kein Problem sein, manche Spieler merken aber bereits oberhalb von 4 ms eine Beeinträchtigung des Spielgefühls. Das betrifft insbesondere Orgelspieler, da diese ja einen messerscharfen Attack haben. Es soll auch Menschen geben, die selbst Latenzen unterhalb von 4 ms als störend empfinden, aber soviel Hiromi Ueharas laufen ja nicht auf dem Planeten herum.

Latenz ist auch deswegen ein oft angesprochenes Thema im Forum. Quintessenz: Mit einem Pi3+ wird man nicht unterhalb von 10 ms kommen können. Da der Pi4 noch nicht so alt ist, gibt es hier leider noch nicht viele Erfahrungswerte – das wird aber nicht lange dauern. Die Hoffnung ist, dass der Pi4 den DAC mit der halben Buffer-Größe beschicken kann und so die Latenz nahe an die magischen 4 ms heranbringen wird. Der Pi4 hat auch noch den netten Effekt, dass mehr RAM für Soundfonts zur Verfügung steht. Leider haben sich ein paar Anschlüsse geändert, so dass ein Pi4 nicht mehr in das alte Gehäuse passt – aber nichts, was man nicht mit einem Bohrer und ein wenig Feilen hinbiegen könnte. Laut TODO-Liste ist auch bereits ein PI4-Gehäuse in Arbeit.

Benutzt man zudem die recht anspruchsvolle Engine ZynAddSubFX, so kann schon ein zweites Layer mit einer einfachen Soundfont zu sog. Xruns, also Buffer-Hängern führen. Das hört man dann als Knacksen im Audio. Seltsamerweise betrifft das nur den ZynAddSubFX, die Soundfont auf dem ersten Layer spielt sich ohne Probleme. Das aber wiederum nur, wenn beide Layer denselben MIDI-Kanal empfangen – liegen beide auf verschiedenen Kanälen, lassen sie sich auch problemlos spielen.

Weiterhin gibt es auch noch manchmal Systemabstürze, wenn man Layer einzeln entfernen möchte. Gerade geschehen im o. g. Beispiel. Ich wollte das Soundfont-Layer entfernen, da hängt sich der Zynthian auf.

Fazit

Was bedeutet das nun für meine ursprüngliche Frage: Kann die Zynthian Open Synth Plattform mein bisheriges Setup ersetzen? Ich muss gestehen, hier ist es einfach: Die V-Machine hat eine noch etwas höhere Latenz bei wesentlich weniger Stimmen – absoluter Volltreffer für den Zynthian. Bei den Anschlüssen und Möglichkeiten liegt der Zynthian auch vorn.

Und vielleicht nicht ganz unwichtig: klangtechnisch? Mit dem HiFi-Berry DAC+ liegt die Zynthian Open Synth Plattform auf dem Niveau von Mittelklasse-Interfaces und damit weit über dem, was die V-Machine zu bieten hat – davon konnte ich mich auch im Proberaum überzeugen. Deutlich, klar und druckvoll kommt der Klang aus der PA. Wieder ein Punkt für die Zynthian Open Synth Plattform.

Extrem wichtig im Live-Bereich: Stabilität. Beim Herumschrauben und Zusammenstellen der Presets, vor allem in der grafischen MOD-UI Umgebung, kam es schon mal zu Abstürzen, aber auch die V-Machine hat das ab und an mal gemacht (ca. 1x in 6 Monaten). Lief ein Preset auf der Zynthian Open Synth Plattform, so lief es auch stabil. Trotzdem leichter Vorteil für die V-Machine hier.

Das Zusammenstecken von ganzen Pedalboards ist natürlich ein wahrgewordener Traum, der weit über die einfachen Ansprüche hinausgeht. Auch die PureData-Integration dürfte für manche allein Grund genug sein, sich einen Zynthian zuzulegen oder anzufertigen, denn immerhin kann man ihn ja auch selber zusammenstellen.

Manche Sachen wirken zwar noch ein wenig zusammengefrickelt und es gibt noch Inkonsistenzen, vor allem in der Preset-Verwaltung und der Parameterdarstellung; 43 Seiten Parameter für den Dexed-Synth sind einfach völlig unpraktikabel. Aber das System fühlt sich trotzdem bereits jetzt wie ein Ganzes an. Dabei darf man nicht vergessen, dass man mit der entsprechenden Hardware und relativ bescheidenen DIY-Kenntnissen auch ohne ein Kit sich einen Zynthian bauen kann. Möchte man nur eine einzige Sache machen, wie z. B. nur kleinere PD-Patches fahren, reichen hier auch mitunter kleine Pis wie der Pi2 oder gar der PiZero.

Da ich hier aber nun mal das Kit gekauft habe, werde ich es auch an dessen Preis messen – und was man bereits jetzt für das Geld bekommt ist eine gute Zusammenstellung an Open-Source Plugins, mit einer ausgezeichneten Zukunftsperspektive.

Plus

  • sehr aktive Community
  • sehr guter Klang mit dem DAC+Pro-HIFI-Berry
  • riesige Auswahl and Plugins und Klangerzeugern
  • komfortable Verwaltung über Webinterface
  • MOD-GUI erlaubt zusammenstellen von Pedalboards am Rechner
  • Master-Volume (analog und digital) im Webinterface
  • Open Source und Open Hardware

Minus

  • Boot-up dauert ca. 22 Sekunden mit SDHC-Class-10-SD-Karte
  • Konzept zunächst etwas unübersichtilich: LV2, MOD-UI, LinuxSampler - was ist was?
  • Manche Plugins machen Störgeräuasche beim Verstellen der Parameter
  • große Soundfonts bereiten Probleme (ab ca. 600 MB
  • manche Plugins klingen nur mäßig

Preis

  • mit DAC+Pro: 310,35 Euro
  • mit DAC Standard: 296,35 Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    gaffer  AHU

    Ein Raspi als Universal-Synthie? Als Herausforderung, warum nicht? OK, wenn ich genau diese Kombi von Synths haben will, ok. Ansonsten nehme ich mein iPad und 150€ und habe ca. 20 Plugs mit DAW. dann habe ich 3x so viel Speicher, im Vergleich einen riesigen Bidschirm, digitaler und analoger Ausgang von richtig guter Qualität. Alles geht, ohne zusammenstecken. Gekauft etwa der gleiche Preis. Klar, meine Meinung, kann natürlich jeder anders sehen, aber ein Erfolg wird das nicht, da bin ich ziemlich sicher.

    • Profilbild
      swift  

      Steht doch oben, dass es eine sehr aktive Community gibt, das ist doch ein Erfolg. Dass sich der klassische iPod Nutzer nicht angesprochen fühlt, ist eh klar und wohl auch egal.

      • Profilbild
        [P]-HEAD  AHU

        bei jedem dieser Produkte steht das es eine aktive Community gibt, noch bevor es auf den Markt ist. Lob für jeden der so ein Projekt hievt, jedoch ist die Halbwertszeit dieser Produkte recht kurz.

        • Profilbild
          swift  

          Wenn Amazona ’sehr aktive Community‘ als Pluspunkt listet, würde ich mir schon wünschen, dass das eine wahre Behauptung ist und kein unreflektiert übernommenes Werbe-Blabla.

          • Profilbild
            [P]-HEAD  AHU

            Eben, das meine ich ja. Im Prinzip ist die „Firma“ die das herstellt und angehängte Betatester und Freunde ein aktive Community. So ist das eben im Marketing.

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            t.goldschmitz  RED

            Hi,
             
            nein kein Blub, selber ausprobiert und dort ist jeden Tag auf dem Forum reger Austausch. Vlt. mal selbst hinter den Link lugen?

            Cheers

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            t.goldschmitz  RED

            Ich bin ja seit jeher dafür bekannt, jedes Marketing Bla bedingungslos unrefliektiert zu übernehmen ;)

            Cheers

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      t.goldschmitz  RED

      Ein iPad für echtes Musizieren, so mit auf die Bühne, verstauen und aufbauen und so…..? Wäre bei mir schneller hinüber als ich Protoplasmose sagen kann. Ich bin mir sicher die Halbwertzeit von Zynthian liegt weit über der eines Pads.
       
      Nein – ich brauch so einen robusten Kasten. Und nach ein paar Proben Erfahrung damit: Bessere Latenz als Vmachine, für mich ausreichend. Und vor allem: absolut besserer Klang! Ist auch sofort den Band-Kollegen aufgefallen.

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    Emmbot  AHU

    Ich finde es gut. Mit nem Pi4 wäre es ne schöne Sache – der Preis ist ja auch fair. Da kann man hoffen, dass viele zuschlagen und genügend Resourcen für die Weiterentwicklung zusammen kommen.

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    bluebell  

    Dass LV2 das bei Linux ist, was VST/VSTi bei Windows ist, stimmt.

    Es gibt allerdings auch native VST-Plugins und -Hosts für Linux, nicht nur den Umweg, Windows-VSTs per Windows-API-Emulation „WINE“ laufen zu lassen.

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      t.goldschmitz  RED

      Stimmt, aber die Lizenz hinter VST (zumindest V1 und V2) ist eben nicht GPL und deshalb in der Linux-Community nicht so beliebt. VST3 bringt da Besserung.
       
      aus Wikipedia:

      der VST3-Teil des SDK erhält eine Dual-Lizenz: „Proprietary Steinberg VST3“ oder die „Open-source GPLv3“
       
      Also schon mal halbgut…

  4. Profilbild
    t.goldschmitz  RED

    Kleiner Nachtrag.
     
    Nach ein paar Wochen mit der Community kann ich wirklich nur bestätigen: Absolut großartiger Support! Bei einem Problem meldet sich meistens innerhalb von Minuten el cheffe und kurz danach gibt es ein Update mit einem Fix – ehrlich, das ist besser als bei jedem kommerziellen Hersteller, den ich bis jetzt so kennengelernt habe.

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