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Vergleichstest: Maybach Lester Junior vs. Harley Benton DC Junior, E-Gitarre

24. August 2021

Harley Benton vs Maybach unter dem P90-Stern

Vergleichstests von Gitarren sind sinnvoll, wenn sie bestimmten Fragen nachgehen: Welche von zwei ähnlichen Gitarren im gleichen Preis-Range macht sich besser? Wir hatten hierfür in einem Test beispielsweise eine Fender Squier Telecaster mit einer Harley Benton Telecaster verglichen. Doch gängiger und spannender ist es, High- mit Low-Budget zu vergleichen und sich zu fragen, ob der Preisunterschied wirklich so zu rechtfertigen ist (ist er oft nicht). Wir verglichen also auch eine Fender American Ultra Tele mit einer Squier oder eine Hagstrom mit einer Gibson, um dieser Art Frage nachzukommen.

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Tele- und Singlecut-Vergleiche sind gängig – aber Doublecut-Vergleiche sieht man seltener. Ich habe recht spät die P90-Pickups lieben gelernt und zuletzt mit Harley Bentons Low-Budget-Gitarren in der Hinsicht interessante Erfahrungen sammeln können. Eine der besten Doublecuts, die ich je in der Hand hatte, stammte von Maybach – die Lester JR Double Cut. Die Tonabnehmer-Marke Amber kamen der originalen P90-Magie schon sehr nahe und die Verarbeitung der E-Gitarre ist Maybach-typisch gehobene Klasse. Holz und Tonabnehmer könnten also nicht unterschiedlicher sein – und die Maybach Lester JR DC kostet ungefähr das Zehnfache wie die Harley Benton. Wo genau liegen die Unterschiede – in Sachen Verarbeitung, Feeling, Sustain und Sound? Gehen wir dem mal nach und vergleichen eine der größten deutschen Marken mit einer der besten – vierstelliger Betrag gegen dreistelligen.

Doublecut E-Gitarren Maybach und Harley Benton – die Facts

Die Maybach Lester JR ist – wie erwähnt – eine der besten Doublecut Juniors, die ich je in der Hand hatte. Auch der unmittelbare Vergleich mit einer Gibson wäre naheliegend – einfach, weil neben Gibson den PAF-Sound kaum jemand so gut hingekriegt hat wie eben Maybach. Die große Stärke der Maybach Lester JR ist also, lässt sich nicht anders sagen, die handgewickelte Qualität der Amber P90 Pickups.

Vergleichstest: Maybach Lester Junior vs. Harley Benton DC Junior, E-Gitarre

Eins der großen Merkmale der Doublecut E-Gitarre ist ihr geringes Gewicht. Die Maybach Lester JR DC folgt diesem ungeschrieben Gesetz und überschreitet die 4 kg Grenze nicht. Und das trotz massivem Mahagoni-Korpus und einem Hals aus Mahagoni. Die Community diskutiert bereits seit Langem, ob sich bei E-Gitarren die Holzqualität auf den elektrisch verstärkten Klang überhaupt auswirkt – auch die AMAZONA.de-Community. Der Verweis auf Manfred Zollners Buch „Physik der Elektrogitarre“ ist da sicher nicht verkehrt und wenn man sich komplett darauf ausruht, dass der Mann vor circa sieben Jahren die Debatte endgültig beendet hat – das Holz hat keinen Einfluss auf den verstärkten elektrischen Sound – dann ist das nun mal so. Doch es gibt eben auch Gitarrenbauer, die der Auffassung sind, dass Zollner falsch liegt. Dann wird darauf geschworen, nach zwanzig, dreißig Jahren in diesem Beruf, dass Holz eben doch eine Rolle spielt. Wir haben uns in diesem E-Gitarre Feature in einem eigenen Experiment der Frage gewidmet.

Das ist insofern interessant für den vorliegenden Vergleich der E-Gitarren, weil beide mit Mahagoni-Holz daherkommen, das aber von unterschiedlicher Qualität sein dürfte. Nichtsdestotrotz – wenn Zollner Recht hat, dann wird der Unterschied im Klang einzig und allein von den Tonabnehmern bestimmt. Ginge es also einzig und allein um den Klang, könnte der Artikel also auch heißen: „Roswell gegen Amber Pickups.“

Vergleichstest: Maybach Lester Junior vs. Harley Benton DC Junior, E-Gitarre

Darüber hinaus jedoch wurde die Lester JR DC mit einem Palisander-Griffbrett ausgestattet, besitzt Gotoh Relic Locking-Mechaniken, Volume- und Tone-Potis und eine Larson Kopfplatte. Und ach so – der mitgelieferte Gitarrenkoffer der Lester JR ist ebenfalls enorm hochwertig. Alles in allem eine der besten Doublecut Juniors, die man für Bares kriegen kann.

E-Gitarren Vergleichstest – Harley Benton DC Junior

Es wurde und wird viel über Harley Benton und das Thema Low-Budget-Gitarren gesagt. Es gibt einen prinzipiellen Umstand zu dem Thema Gitarrenherstellung per se, den man sich bewusst machen muss, auf den ich an dieser Stelle gerne eingehen würde.

Es gibt eine Kluft zwischen Gitarrenproduktion und Gitarrenvertrieb. Auf der einen Seite gibt es die Headquarters, die beauftragt sind mit dem Vertrieb und der Entwicklung einer Marke und der Gitarrenmodelle. Und auf der anderen gibt es Fabriken, die mit der Produktion beauftragt werden. Markeneigene Fabriken sind rar und vor allem die großen Namen „outsourcen“ die Produktion an Fabriken und Herstellern ihres Vertrauens. Eine der Marken, die beispielsweise in Japan auch eine eigene Fabrik besitzt, sind FGN – eine der wenigen Ausnahmen. Und in dem Zusammenhang muss man ein paar Tatsachen einfach ins Auge blicken: Ein großer Teil der Hardware und der Technik stammt aus asiatischen Ländern, vor allem China. Europäische Arbeitsstandards sind dort vielerorts nicht gegeben und das lässt bei vielen einen schalen Beigeschmack zurück – zu Recht. Auch wenn sich die Arbeitslage in chinesischen Fabriken die letzten zehn Jahre deutlich verbessert haben.

Vergleichstest: Maybach Lester Junior vs. Harley Benton DC Junior, E-Gitarre

Gitarrennamen bzw. -marken sind also in erster Linie „Designer“, wenn man so möchte. Ibanez beispielsweise besitzen keine „Squier“-Riege wie Fender und nutzen den Namen für Niedrig- und Hochpreise gleichermaßen. Gibson gehen mit Epiphone hier einen ähnlichen Weg wie Fender, eben um die „Luxusgitarren“ oder hochwertigeren Modelle vor einer identitären Verwässerung zu schützen.

Warum gehe ich darauf so ausführlich aus? Weil sich Harley Benton an diesem Punkt oft einer gewissen Kritik entgegensieht. Nichtsdestotrotz verweisen viele eben auf das Argument, dass Harley Benton Musikern eine angemessene Ausstattung ermöglicht, die an sich erschwinglich ist. Nicht jeder ist bereit, eine vierstellige Summe für eine Doublecut Junior auszugeben – das machen eher die, die wirklich was mit dem Sound anstellen und ihn für ihr individuelles Setup brauchen. Alle anderen, die mit einem Modell oder einem Sound flirten oder einfach ein Modell brauchen, das auch durchaus auch mal was abbekommen kann, aber immer noch verlässlich funktioniert – all jene sind auf das angewiesen, was Marken wie Harley Benton machen.

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Vergleichstest: Maybach Lester Junior vs. Harley Benton DC Junior, E-Gitarre

Enter the Harley Benton DC Junior. Im Test konnte mich die Gitarre überzeugen, trotz offensichtlicher Mängel wie mangelnde Stimmstabilität. Aber die hochwertige Verarbeitung sind ein Ding für sich bei dem Preis – und die Pickups? Nun, auf die werden wir im Vergleichsteil im Detail eingehen, aber soviel sei gesagt – sie erledigen ihren Job verlässlich. Vielleicht sogar mehr als das – wenn man’s genau nimmt. Palisander-Griffbrett, Mahagoni-Korpus und Mahagoni-Hals, Alpha-Potis, White-Dots und ein enorm leichtes Gewicht – auf dem Papier zumindest schon die perfekte DC Junior-Kopie. Kommen wir nun endlich zum Sound.

Vergleich E-Gitarre: Harley Benton DC Junior vs Maybach Lester

Wir werden kein Profiling für den Vergleich heranziehen, keine Modeller. In der Vergangenheit habe ich vor allem aufgrund der hochgradigen Qualität des REVV G20 oft zu diesen Methoden gegriffen und auch andere AMAZONA.de Autoren gehen diesen Weg souverän. Ich gedenke aber, auf lange Sicht bei solchen Vergleichen auf die Abnahme meines Laney Lionheart Combos zurückzugreifen. Selbstredend kommt hier neben dem Amp-Reverb kein sonstiger Effekt, keine Chorus-Dopplung oder sonstiges zum Einsatz. Auch ein DAW-EQ steht außen vor, nur eine leichte Multiband-Kompression greift. Die Gitarren werden unter identischen Bedingungen mit zwei Shure Mikrofonen abgenommen und über die Kombiklinken des Audient Sono in die DAW gespeist.

Clean, Crunch, Fuzz, Verzerrung sowie Tone- und Volume-Poti, all das wird direkt gegenübergestellt. Ich lasse es mir nicht nehmen, in Echtzeit auf das Klangverhalten der Gitarre zu reagieren. Wir beginnen mit Clean.

Vergleichstest: Maybach Lester Junior vs. Harley Benton DC Junior, E-Gitarre

Das glasklar Glockige herkömmlicher Singlecoils ist hier außen vor – wer P90-Style mag, weiß, dass der Pickup grundsätzlich schmutziger klingt. Doch tatsächlich schaffen die Amber Pickups hier ganz klar etwas, das den Roswells nicht gelingt – sie klingen glockig, sie klingen klar und besitzen sogar eine leichte Verschiebung Richtung Höhen, wo der Roswell sich gar nicht groß bemüht und muffig bleibt. Aber nicht nur muffig/klar ist hier der Kontrast; die Saitenhöhe und -lage bei beiden Juniors ist quasi identisch eingestellt, die Einstellungen am Amp, die Kabel, Volume-Poti – alles ist identisch und es zeigt sich klar: Die HB und ihre Roswell klingen ausgehöhlter, holziger und insgesamt flacher, mit wenig untenrum im unmittelbaren Vergleich mit den Maybach Amber P90.

Weiter zum Crunch – wo die Harley Benton den Anfang macht. Im Vergleich zur Maybach hat man den Eindruck, dass die Verzerrung ganzheitlicher übertragen wird. Es klingt insgesamt voluminöser und vor allem: Der Output ist wesentlich größer bei den Ambers. Das ist die große Schwäche der Roswells, sie klingen insgesamt einfach schwächer. Weniger Output ist eine klare Sache – aber auch etwas anderes schwingt hier mit. Ich kann mir nicht helfen, aber der „holzige“ Grundklang, dieses Abgeflachte deutet meines Erachtens stark auf minderwertigeres Holz hin. Aber man möchte an dieser Stelle auch gar nicht die ellenlange Diskussion von der Rolle von Holz bei elektrisch verstärkten Gitarren lostreten – dies ist nur eine vage Assoziation.

Kommen wir zum Gain – wir drehen ordentliche Verzerrung in den Kanal und stellen fest: Himmelweit ist der Unterschied zwischen beiden Gitarren nicht, zumindest nicht, wenn ordentlich Gain mit im Spiel ist – und das ist bei P90er oft genug der Fall. Der größte Unterschied zwischen den Roswells und den Ambers dürfte der sein, dass erstere untenrum einen gleichmäßigen Druck erzeugen und ordentlich schieben, während die Roswells bei den tiefen Frequenzen einfach viel zu schwach auf der Brust sind. Aber auch bei den Höhen sind die Ambers viel wirkungsvoller und versorgen den Sound mit ordentlichen Obertönen, wo die Roswells schlichtweg wegknicken. Dafür bekommen letztere den Grundcharakter famos hin. Wie gesagt, wir befinden uns hier immer noch im Preisverhältnis 1 zu 10. Ist der Klang der HB auch entsprechend schlechter als der der Maybach? Entscheidet selbst, aber meines Erachtens liegt speziell im High-Gain ein Stück weit was beisammen, und das überrascht dann doch ein bisschen.

Vergleichstest: Maybach Lester Junior vs. Harley Benton DC Junior, E-Gitarre

Der Benson Germanium Fuzz ist zurzeit so etwas wie unser Go-to-Fuzz – und der Grund hierfür liegt auf der Hand – es ist der aktuell beste Germanium-Fuzz auf dem Markt, da temperaturreguliert und hochgradig anpassungsfähig. Auch hier gilt Ähnliches wie beim Gain-Sound des Amps – der Unterschied ist spürbar, aber nicht frappierend. Was mich positiv bei den Roswells überrascht: Sie halten Mehrklänge auch bei hohen Gain-Dosierungen. Will heißen, dass auch ein Barré-Akkord einigermaßen lebendig wirkt, auch wenn der Gain des Fuzz-Pedals fast auf Anschlag ist. Hier gibt es einen reichen Frequenzgang auch im Low-Budget-Bereich und während die Roswells den Sound des Fuzz traditionell rüberbringen, ist er aufgrund des hohen Outputs bei den Ambers eher sägend. Anstatt die Impedanz anzupassen, habe ich es bei identischen Einstellungen belassen, um auch hier noch mal den spürbaren Unterschied im Output der beiden Pickups zu verdeutlichen.

Sustain – dafür ist die Harley Benton Junior DC gelobt worden, auch von mir. Tatsache ist, dass man da im Low-Budget irgendwie nicht so viel erwartet und schnell überrascht ist, wenn das Abflauen der Frequenzen einigermaßen gleichmäßig verläuft. Im unmittelbaren Vergleich merkt man jedoch den Unterschied zu einem hochwertigen Sustain zweifelsohne mehr. Wir spielen einen A-Dur und lassen ihn beide Male stehen und während beim Harley Benton aufgrund des schwächeren Outputs die Sache schnell gegessen ist, baut der Sound vor allem zu Anfang nicht so schnell ab. Zugegeben, auch hier gilt: Ein himmelsweiter Unterschied sieht anders aus. Aber er ist spürbar und dürfte vor allem, wenn man als Trio gegen Bass und Schlagzeug anhält, ins Gewicht fallen.

Wo beide Gitarren weitaus näher beieinander sind, als ich gedacht hätte, ist die Qualität der Tone-Potis. Für viele Junior-Gitarren, die nur mit einem Pickup ausgestattet sind, ist der Tone-Regler der einzige Weg, um ein bisschen Variabilität im Sound seitens der Gitarre einzustellen. Beide Gitarren erledigen ihren Job gleich gut, würde ich fast behaupten, im Zerr-Kanal mit Crunch-Sound. Nur der Regelweg ist bei Maybach gleichmäßiger, wo er bei HB vor allem gegen Ende rasch das Maximum an Höhen rausholt. Ähnlich beim Volume-Regler. Beide Gitarren arbeiten differenziert, aber bei Maybach zeigt sich hier noch mal, um wie viel voller und vollständiger der Frequenzgang insgesamt ist. Die Gitarre klingt weicher, umfassender und vor allem deutlich wärmer, wo die schlechte, holzig-billige Schlagseite im Sound, die bei der HB manchmal durchbricht, vor allem bei niedrigen Volume-Einstellungen deutlich wird.

Zehnfacher Preis – zehnfache Qualitätssteigerung? Das sei dahingestellt, aber in Sachen Sound ist diese preisliche Kluft meines Erachtens nicht gegeben. Tatsächlich muss aber im Handling festgehalten werden: Die HB Junior ist gut ein Kilo leichter als die Maybach und ist ein fast schon unverschämt leichtes Instrument. Die Maße am Hals und am Griffbrett sind identisch, aber man spürt in der Art, wie sich am Hals der Grip im Zug und Bearbeiten niederschlägt, dass hier die Verleimung und das Holz einfach wesentlich besser sind. Auch ist der lackierte Hals der Maybach ein wesentlicher Unterschied zum matten Lack der HB. Da geht es in erster Linie um persönliche Präferenz – ich bevorzuge schlichtweg unlackierte Halse mehr.

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    elbonzoseco  

    Da wäre ein Tausch der Pickups untereinander interessant gewesen. Gerade auch mal die Maybach mit dem Roswell zu hören, wenn Pickups getauscht werden, dann ja meist bessere Pickups in günstigere Gitarren und selten andersherum.

  2. Profilbild
    Eibensang  

    Dieser differenzierte Test zeigt doch schön deutlich, dass Harley Benton und andere Billigmarken hier (in diesem Magazin) keineswegs über den grünen Klee gelobt werden (wie über manch andere Tests zuweilen schon geunkt bis geargwöhnt wurde). Die Hörbeispiele zeigen mit exemplarischer Deutlichkeit, was der Text anschaulich erklärt. Und der ist souverän genug, um auf eine Pauschalbewertung zu verzichten.

    Ganz klar hat die Maybach die Nase vorn, kostet aber halt mal das 10-fache. Das macht sie nicht zehnmal besser: Um das zu berappen, muss man diesen Sound und das Konzept schon sehr lieben und brauchen.

    Die HB schlägt sich gut für ihren günstigen Preis und sogar darüber hinaus: Sie lässt den angestrebten Klangcharakter (bzw. das Vorbild) deutlich erkennen – aber reicht letztlich nicht heran. In der Praxis (Bühne, Studio, Break & Bridge) fehlt dann ein wenig der Boah-Moment.

    Was letztlich beiden Extremen die Existenzberechtigung lässt: der teuren Vollendung und der günstigen Annäherung.

  3. Profilbild
    janschneider  

    Ich finde es ja immer interessant, dass insbesondere bei den HB-Gitarren immer gerne auf die Arbeitsbedingungen in China hingewiesen wird, in vielen Kommentaren gerne recht drastisch und moralisch (“Sklavenarbeiter” etc).
    Vergessen wird dabei gerne, dass derartige Anmerkungen gerne auf Geräten geschrieben werden (Tablets, Smartphones, Computer), bei denen die Lage wahrscheinlich keinen Deut besser aussieht, und da empört sich irgendwie keiner drüber. Finde ich dann immer moralisch etwas wackelig.
    Mal ganz davon abgesehen, dass die HB-Gitarren, so ich das richtig im Kopf habe, gar nicht in China gefertigt werden, sondern in Indonesien und vorher in Thailand, glaube ich (nicht mehr ganz sicher).
    Und, wie der Autor richtig anmerkt, auch alle günstigeren Gitarren anderer Marken werden in asiatischen Auftragsfabriken hergestellt, Geräte “Made im ach so tollen Westen” sind halt im Normalfall nicht unter einem Tausender zu machen.
    Die ultragünstigen Preise bei HB kommen ja auch nicht dadurch zustande, dass die noch viel ausbeuterischer produzieren lassen als andere Marken, die Preise ab Fabrik für ein gegebenes Qualitätsniveau sind ja für alle wahrscheinlich recht ähnlich, HB ist halt Eigenmarke im Direktvertrieb, da bezahlt man halt nicht die Marke und den Vertrieb mit wie bei anderen…

  4. Profilbild
    Codeman1965  

    Danke Dimi, ein klasse Bericht, Du hast die Differenzen der beiden Kandidaten sehr detailliert ‚rausgearbeitet.
    Nicht Jeder hat eine Shop um die Ecke, in dem er Teile wie diese Beiden mal gegeneinander antreten lassen kann.
    Da sind solche Artikel ’ne Menge wert… :-)

    Bei der HB stellt sich dann (für mich) die Frage, ob man schon einen Schritt weiter ist, wenn man die Pickups gegen etwas Lebendigeres tauscht. Der „Rest“ scheint ja schon ganz gut gelungen…

    Und @Eibensang:
    Gerade Dein letzter Satz trifft den Nagel auf den Kopf.
    Egal, welcher Profession man nachgeht, der Eine möchte/braucht die Perfektion, die vollendete Haptik, vllt. auch das Gefühl des „Ultimativen“, der andere ist mit achtzig oder neunzig Prozent schon mehr als zufrieden.

    Dieser Bericht macht sehr schön deutlich, daß es für Alle eine Lösung gibt…

  5. Profilbild
    MrClaim

    Hallo! Toller Bericht! Ich habe anfangs mal eine HB-Gitarre bestellt aus Neugierde. Mittlerweile besitze ich 5 oder 6. Warum? Die Teile sind einfach mehr als nur ok, überraschen immer wieder und am Kemper klingen sie eh alle gut – deshalb habe ich bei den HB’s noch nie einen PU getauscht. Zudem kann man auch mal hemmungslos daran rumbasteln.
    Meine bislang letzte HB war eine Akustik 12-String für 249,- Euro…tadellos! Mittlerweile bauen HB auch schon Marken PU’s (EMG) in ihre Gitarren und die Preise kommen dann auch schon an andere Marken heran. Ich würde mal sagen dass HB in Sachen Preis/Leistung der aktuelle Leader bis ca. 400 Euro ist.
    Gegenüber den teuereren Gitarren sind wohl (markante) Unterschiede da z.B. ist es für mich immer wieder ein haptischer Unterschied wenn ich meine Duesenberg(s) in die Hand nehme. Ich habe mal 57er PU’s in eine LP von Vintage (300 Euro) eingebaut…die klang (bzw. klingt immer noch) danach genauso wie das Pendant aus dem Hause Gibson und Epiphone. Fazit: es ist für jeden etwas dabei!

  6. Profilbild
    Werner Bremer

    Den Ansatz, bei Tests auf Profiling und Modelling zu verzichten, finde ich sehr gut. Ein, vielleicht sogar zwei Verstärker unterschiedlicher Charakteristika sind m.E. „ehrlicher“, um den Grundklang des Instrumentes zu beurteilen. Nur eine Mindermeinung?

    • Profilbild
      Hein Schlau  AHU

      Sehe ich genauso. Idealerweise ein eher cleaner Amp und einer mit guten Drive-Sounds. Alles ohne Effekte (bloß keine Reverb/Delay) und mit dem Mikro abgenommen.
      Ich selbst kann die Klangqualität einer Gitarre besser bei cleanen Sounds raushören, wenn sie dort gut klingt, wird es auch im Punkrock-Modus hinhauen.

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