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Vintage-Digital: Ensoniq Mirage Sampler mit Sequencer (1984)

Ensoniqs klobiges Meisterstück

13. Mai 2023

Ensoniq Mirage Sampler In Space

Der Ensoniq Mirage wird in Europa zum ersten Mal auf der Frankfurter Musikmesse 1984 vorgestellt. Was muss das für eine für eine Aufregung gewesen sein. Berichte aus der Zeit sprechen von einer Menschenmenge vor dem Ensoniq-Stand, einer bis dato unbekannten Firma aus den USA. Wenn man sich das Gerät anschauen mochte, so benötigte man wohl knapp eine Stunde, wenn man sich zu der Menschentraube gesellte.

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Was war passiert? Nun der Ensoniq Mirage war passiert. Als auf der Messe bekannt wurde, dass ein Sampler, der Multi-Samples beherrscht für unter 2000 Pfund auf den Markt kommen soll, verbreitete sich die Nachricht rasend schnell und führte zum besagten viel belagerten Stand von EQ.

Ensoniq Mirage – ein echter Preishammer

Man muss sich das vor Augen halten. 1984 gab es zwar schon Sampler-Instrumente, aber keins, die man sich als „normaler“ Musiker hätte ohne Weiteres leisten können. Dazu habe ich mal eine kleine Aufzählung, was verschiedene Sampler im Vergleich zum Ensoniq Mirage kosteten – und inflationsbereinigt heutzutage kosten würden.

  • MSRP $1,695 Mirage; Heute: $5087,59 / 4603,03 €
  • E-mu Emulator II, $8000 bis $10000; Heute: $24012,24 / 21733,48 €
  • Fairlight CMI Series II System,ungefähr $28000 für ein Basissystem; Heute: $84042,84 / 76039,67 €

Das ist ohne Übertreibung eine Preissensation. Und der Start des Mirage war eine völlige Überraschung, was dazu führte, dass viele konkurrierende Firmen dessen Existenz leugneten und viele andere nicht glaubten, dass er das leisten könne, was Ensoniq versprach.

Ensoniq Mirage Sampler Von Vorne

Die Ur-Version des Ensoniq Mirage

Bereits im Artikel über den ESQ-1 wurde kurz über die Entstehungsgeschichte der Firma Ensoniq berichtet, die von drei ehemaligen Commodore Mitarbeitern gegründet wurde. Zwei aus der Entwicklung, einer aus dem Management. Darunter eben auch Bob Yannes, der für den legendären SID-Chip verantwortlich zeichnet.

Und so sollte auch ein neu entwickelter Sound-Chip, der Q-Chip (ES5503 DOC) die treibende Kraft hinter den ersten Produkten von Ensoniq sein. Denn auch der ESQ-1 oder der SQ-80 beherbergen diesen Chip, der theoretisch bis zu 32 Oszillatoren hat. Interessanterweise findet er sich auch im wenig erfolgreichen Apple IIGS. Wer mehr über den Q-Chip erfahren möchte, kann dies auf der Seite von Rainer Buchty tun (siehe Link im Anhang).

Die verschiedenen Versionen des Ensoniq Mirage

Der Ensoniq Mirage war das erste Produkt von Ensoniq. Die erste Version in einem etwas klobigen Metallgehäuse hatte ebenfalls eine recht schwammige Klaviatur, die viele Nutzer nicht zufriedenstellen konnte.

Ensoniq Mirage Sampler Diskettenlaufwerk

Der Mirage DSK-1 mit Diskettenlaufwerk

Spätere Revisionen hatten dann bessere Klaviaturen. Bleiben wir bei den Revisionen. Es gab insgesamt 3 Keyboard- und 2 Rack-Versionen.

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  • Mirage, 1984
  • Mirage DSK8, 1985 (zusätzlich pazifische und europäische Herstellung)
  • Mirage DSK1, 1987
  • Mirage DMS-8 Rack 2u, 1985
  • Mirage DMS-1 Rack 2u, 1985

Ensoniq Mirage Sampler Von hintne

Da die Bestellungen durch die Decke gingen, wurden in Europa und im Pazifik-Raum Hersteller gefunden, die unter Lizenz die begehrten Sampler bauten. Die Pazifische Version hatte anstatt richtiger Taster eine Folientastatur zur Eingabe, ganz wie die ersten DX7. Und da die Technik Mitte der Achtziger mit Riesenschritten fortschritt, konnten die europäische und die pazifische Version bereits mit schnelleren Floppy-Laufwerken ausgestattet werden. Diese ermöglichten das Laden einer Bank in sechs, statt in zwölf Sekunden.

Ensoniq Mirage Sampler Anschluss

Eine weitere Gemeinsamkeit aller Versionen: Sie mussten das Betriebsystem von Diskette laden, da außer dem Boot-ROM kein ROM für ein Betriebssystem im Ensoniq Mirage vorhanden war. Das machte Updates auf der einen Seite einfach – man brauchte nur eine aktuelle Diskette vom Händler. Auf der anderen Seite wurde das Betriebssystem auf jeder Sample-Diskette untergebracht, so dass man mitunter viel Kopierarbeit hatte, um vorhandene Samples auf ein neues OS zu bringen. Zumindest ohne später ständig Disketten wechseln zu müssen.

Ensoniq Mirage Sampler Diskettenlaufwerk

Große Evolution – ein 3,5 Zoll Diskettenlaufwerk

Sampling mit dem Ensoniq Mirage

Zunächst einmal ist der Sample-Speicher des Ensoniq Mirage winzig. Es stehen gerade einmal 128 kB zur Verfügung. Und das noch nicht einmal in einem Stück, denn das RAM ist in zwei Bereiche aufgeteilt, die zunächst mit der unteren und oberen Keyboard-Hälfte assoziiert sind. Also ist die maximale Länge für ein Sample dadurch begrenzt. Wie lang nun genau ein Sample sein kann, hänge von der gewählten Sample-Frequenz ab. Unabhängig davon wird immer in 8-Bit-Auflösung gesampelt.

Ensoniq Mirage Sampler Gesamt von hinten

Der Ensoniq-MIrage DSK mal von hinten

Und hier beginnen auch schon die Eigentümlichkeiten des Mirage, die manchmal wirklich schwer zu durchblicken sind. Denn anstatt in Sample-Menü die Samplerate einzustellen, ist der Parameter mit Sample-Length bezeichnet. Wieso? Das ist doch sogar nenutzerfreundlicher? Auf den ersten Blick – ja. Allerdings denkt man beim Sampling eher von der Sampling-Frequenz (FS) her. Hat der Klang viele Obertöne? Dann muss eine hohe Rate gewählt werden, sonst kommt es zu unschönen Aliasing-Artefakten. Für das Sampeln eines Bass-Klanges genügt eine niedrigere FS.

Ensoniq Mirage Sampler Display

Jetzt wird es aber interessant: Beim Ensoniq Mirage kann man BEIDE Parameter einstellen: Länge und Samplerate. Die Einstellung der FS ist wichtig, da hier auch ein tatsächlicher LP-Filter vor dem Sampler-Eingang geschaltet wird. Denn Aliasing, das man grob vielleicht als Spiegelfrequenzen an der Nyquist-Grenze beschreiben könnte, das einmal vorhanden ist, bekommt man auch nicht mehr aus dem Sample heraus. Deswegen wird der Eingang mit einem steilen LP-Filter bearbeitet.

Eine Abhilfe für die beschwerliche Bedienung waren Software-Produkte auf verschiedenen Plattformen. So gab es Editier-Software für den Apple II, den C64 und den Atari St, um nur einige zu nennen. Hier die C64-Software von Steinberg Research.

Eine andere Sache ist das mit dem Audioausgang. Hatte der erste Mirage lediglich einen Monoausgang, besaßen die Folgemodelle einen Stereoausgang. Wer nun glaubt, man könne hier ganz normal die Stimmen im Panorama verteilen – liegt schief. Denn der Stereoausgang stellte die Stimmen zufällig im Panorama dar. Gut für Strings und Flächen, nicht so gut für Piano. Selbst die Anleitung sagt dazu, dass das menschliche Ohr nicht erwartet, das ein Piano ständig im Stereofeld herumhüpft. Für mich klingt das eher nach einem Hack, als nach einem sinnvoll nutzbaren Stereoausgang.

Ensoniq Mirage Sampler Schwarz weiss

Oszillator-Mix und Multi-Sampling im Ensoniq Mirage

Ich denke eine wirklich tolles Feature war die Mix-Funktion für die Oszillatoren. Man konnte zwei Samples (also zwei Oszillatoren) auf eine Taste legen und diese dann per MIDI-Velocity überblenden. Leider versäumte Ensoniq in den ersten Betriebssystemen, dieses auch über MIDI-In zu ermöglichen. Später wurde die Bedienung über ein externes Keyboard wesentlich vereinfacht. Dafür wurde die damals extrem populäre DX7 ausgewählt. Über deren Program-Changes konnte man nun Direkt verschiedene Samples und deren Sound-Variationen in den Lower- oder Upper-Bereich laden.

Ensoniq Mirage Sampler Mix Mode

Der Ensoniq Mirage beherrschte tatsächlich Multisampling, d.h. er konnte mehrere Samples auf der Tastatur verteilen und das nicht nur horizontal, sondern eben auch vertikal mit Velocity-Switches/Fading.

Ensoniq Mirage Sampler Kompakt

Insgesamt konnten acht Samples auf eine Zone verteilt werden. Der Mix-Modus halbierte die Anzahl dann, da jedes Sample mit gerader Nummer dem drunter liegenden Sample zugeordnet wurde. Also gab es beachtliche 16 Samples, die einem Programm zugewiesen werden konnten. Auch an eine MIDI-Overflow-Funktion wurde gedacht, mit der man mehrere Mirage-Sampler verketten konnte.

Ensoniq Mirage - zonen

Die Sound-Engine im Ensoniq Mirage

Aber der Ensoniq-Sampler war nicht auf das Abspielen von Samples begrenzt. Vielmehr gab es eine komplette Synth-Sektion zur Nachbearbeitung – inklusive eines analogen Filters in Form eines Curtis CEM 3328-ICs). LFO und Hüllkurven waren digital, genau wie die Regelung der Lautstärke über den DCA. So konnten zu einem Sample vier Variationen gespeichert werden, bei denen die Parameter des Synth völlig verschieden eingestellt waren. Also z. B. war so etwas wie eine Piano-Fläche machbar. Hier eine kurze Auflistung der Program-Parameter.

  • Low-Pass-Filter: cutoff frequency, resonance (Q), keyboard tracking
  • LFO: speed (frequency) and depth (amplitude), Modulationstiefe zuweisbar zum Modulation-Wheel
  • Keyboard: master tuning, pitch bend range, velocity sensitivity adjustment, upper/lower keyboard balance
  • Getrennte Amplituden- und Filter-Envelopes
  • Fünf Hüllkurven-Parameter: Attack Rate, Peak Level, Decay Rate, Sustain Level, Release Rate
  • Dynamische Hüllkurven-Parameter über Key-Velocity oder Keyboard-Scaling, DCA und VCF: Velocity Sensitive Attack Rate, Peak Level, Sustain Level and Release Rate und Keyboard Scaled Decay Rate

Ensoniq Mirage Sampler Diagram Schema

Problemkind: Sampling mit dem Mirage

Einer der Hauptkritikpunkte am Ensoniq Mirage war eben genau die Sampling-Prozedur. Sie war ausreichend kryptisch, so dass viele Nutzer sich mit den Factory-Disketten oder denen von Drittanbietern zufrieden gaben. Eng verzahnt damit ist die Bedienung über ein simples Keypad und einer zweistelligen LED-Segment-Anzeige.

Ensoniq Mirage Sampler Screen

Das alles wurde dann richtig spannend im optional erhältlichen MASOS-Betriebssystem, das sich ganz auf das Sampling konzentrierte. Dass Werte hier in Hexadezimalschreibweise eingegeben/abgelesen werden mussten, trug auch nicht gerade zur Benutzerfreundlichkeit bei.

Bei MASOS wurde dafür auf den internen Sequencer verzichtet. Dieser konnte im regulären Betriebssystem 333 Events speichern und auch mit einer Steckkarte auf 1333 Events erweitert werden. Man konnte ihn von außen per MIDI-Clock steuern und auch Overdubs vornehmen, die jedoch permanent waren. Eine Undo-Funktion gab es nicht. Das alles allerdings nur auf einem MIDI-Kanal. Bis zu acht Sequenzen fanden auf einer Diskette Platz, die immer zusammen mit den Samples gespeichert wurden.

Ensoniq Mirage Sampler Logo

Ich habe mir den „Mirage Advanced Samplers Guide“ mal zu Gemüte geführt – in Ausschnitten zumindest. Hier findet man sehr viel Wissenswertes über Sampling, damals eine noch recht neue Technologie. Es wird sehr genau die Speicherarchitektur des Ensoniq Mirage beschrieben und wie man das Maximum herausholt. Es ist die Rede von Bits und Bytes und Pages … hier mal eine Seite der Preset-Einstellungen zum Sampling:

Ensoniq Mirage - Cheat sheet MASOS

Ich denke, es ist verständlich, warum das nicht für jeden Nutzer einen Mehrwert darstellte. Und so wurden vom MASOS eben hauptsächlich diese Setup-Presets genutzt. Also z. B. 4 Samples je in Lower und Upper verteilt.Hier ein Beispiel so einer Hex-Tabelle.

Ensoniq Mirage - Hextabelle für Smaple start

Eine Seitennotiz Wert: Bei Erscheinen musste man 50 Pfund extra für das MASOS zahlen und auch formatierte Disketten bekam man nur beim Händler. Mit dem späteren Preissturz kam sowohl MASOS umsonst, als auch ein Betriebsystem, dessen einzige Funktion es war, Ensoniq Mirage Disketten zu formatieren.

Einsatz des Ensoniq Mirage

Und so wurde der Ensoniq Mirage zum großenteils als „Preset-Schleuder“ gebraucht und deswegen finden sich in einigen bekannten Hits aus der Zeit Samples von den Factory-Disketten. Sofort erkennbar das Piano in Kevin Saundersons Inner City oder die Streicher in Derrick Mays Strings of Life.

Derrick May – Strings of Life

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7Kevin Saunderson – Inner City

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Stacey Q – Two Of Hearts

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Fazit

Es gibt viele technische Einzelheiten, die hier nicht erwähnt worden sind. Wie die Filter-Expansion, die Sampling mit 50 kHz erlaubte. Oder das Look-Up-Table-Aliasing. Ganz zu schweigen vom alternativen SoundProcessOS, das den Mirage in eine Art D-50 ohne Effekte verwandelte. Der Mirage könnte spielend eine ganze Special-Serie füttern. Aber ich denke es ist klar geworden, was der Ensoniq Mirage leisten konnte und welchen Einfluss dieses Gerät auf die ganze Industrie hatte.

Es dauerte nämlich nicht mehr lange, bis andere Markten wie Akai auch mit günstigen Samplern auf den Markt drängten. Deren Spezifikationen waren war zum Teil besser. Aber gerade die Rack-Version des Mirage war immer noch beinahe halb so teuer. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass der Mirage ein Schnellschuss war, um den unberührten Markt an günstigen Samplern abzudecken. Wenn man bedenkt, dass nach damaligen Maßstäben und in heutigem Wert ca. 4600,- Euro als günstig zu bezeichnen waren.

Plus

  • der erst tatsächlich bezahlbare Sampler für Hobby-Musiker
  • Multisampling
  • vernünftige Samples Werkslibrary

Minus

  • umständliches Sampling, hantieren mit Hextabellen etc.
  • kein echter Stereo-Ausgang
  • erste Version hatte schlechte Tastatur
  • geringer Sample-Speicher, nicht erweiterbar

Preis

  • 1984: MSRP $1669,- (Inflationsbereinigt 2023: 4600,- Euro)
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Forum
  1. Profilbild
    Tomtom AHU

    Ja, das waren noch Zeiten… 😂 Vielen Dank für dieses lesenswerte Special. Als sich der Mirage etabliert hatte, dauerte es nicht lange bis die anderen Marken nachlegten. Ich hab den Mirage damals auch nicht als Preisschleuder empfunden, sondern auch als finanziell fast unerreichbar. Aber es war möglich! Und das hat mit Sicherheit viele junge Musiker beflügelt! Kann man den Mirage noch heute verwenden? Evtl als Retro Presetschleuder mit Floppy-Emulator? Die Hardware selbst sollte eigentlich heutzutage sehr billig am Gebrauchtmarkt zu bekommen sein oder?

    • Profilbild
      mort76

      @Tomtom „Die Hardware selbst sollte eigentlich heutzutage sehr billig am Gebrauchtmarkt zu bekommen sein oder?“

      Steht ja oben:

      „Mirage Heute: $5087,59 / 4603,03 €“

      „Billige kleine Retro-Presetschleuder“ trifft es dann wohl nicht so direkt.

      • Profilbild
        network southwest

        @mort76 Diese Preise sind die inflationsbereinigten, sagen also nur, wieviel das Neugerät heute kosten würde, wenn man den damaligen Preis auf heute umrechnet.

        Persönlich würde ich mich eher nach einem EPS16+ umschauen, kann mehr und ist viel besser bedienbar. Und klingt meiner Meinung nach klasse.

        • Profilbild
          Tomtom AHU

          @network southwest Leider sind weder Mirage noch EPS 16+ auf dem Gebrauchtmarkt günstig genug, um mich da so richtig zu engagieren. 🤷‍♂️

          • Profilbild
            egsel

            @Tomtom Ich hab noch einen EPS als Tastaturversion mit SCSI-Schnittstelle, schön im Case gelagert. Bei Interesse einfach melden!

  2. Profilbild
    Herr Rorschach

    Mein erster Sampler mit Midi, damals 1991 gebraucht gekauft. Trotz der kryptischen Benutzerführung habe ich mich schnell reingefuchst, denn ich hatte ja nichts anderes. Habe den Sound geliebt, aber leider starb der Mirage 1 1/2 später an einem Wasserschaden.
    Später hatte ich das Rackgerät. War auch toll, aber irgendwann hatte selbst ich genug vom Mirage ;)

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Kaum zu glauben dass diese Firma wenig später einen der am besten zu bedienenden Sampler rausbrachte. Absoluter Kult! Heute reizen mich Keyboard-Sampler wieder, weil es unheimlich kreativ sein kann, gleichzeitig samplen und spielen zu können. Die EPS/ASR waren wie gemacht dafür. Heute wäre ein moderner EPS/ASR mit Sicherheit sehr erfolgreich, eine der wenigen Neuauflagen die ich gerne sehen würde, ohne diese großen Displays im iPad-Format, sondern intuitiv und schnell.

  4. Profilbild
    P.Rotten

    Das sind tolle Retro Sounds. Ich hoffe, es kommt mal eine Sample Library von UVI oder sonst wem. 🙂

  5. Profilbild
    Tai AHU

    „Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass der Mirage ein Schnellschuss war, um den unberührten Markt an günstigen Samplern abzudecken.“

    Genau so sehe ich das auch. Ich kann mich auch an die Messe erinnern. Unglaublicher Hype, auch die Monate danach. Die Firma sah einfach eine Chance, als erste da zu sein. Wiederholte sich etwas weniger spektakulär mit ESQ 1, für mich die erste Workstation.
    EPS/ASR waren dann die nachgeschobenen, seriösen Produkte, die aber eher unter Wert verkauft wurden. Obwohl ich immer die Möglichkeit hatte, mit dem Mirage zu spielen, kommt die Nutzung insgesamt nicht über ein zwei Stunden raus. Ganz im Gegensatz zu den späteren Samplern.

  6. Profilbild
    Flowwater AHU

    Gott sei Dank ist das Sampling bisher an mir vorbei gegangen. Wenn ich mir jetzt ansehe, wir kompliziert das damals alles so war … irgendwie … es ist einfach nicht meins (bis auf Drum-Sounds).

    Als Software nutze ich zwar immer intensiver den »TAL-Sampler« und als Sound-Deisgn-Werkzeug würde mich schon mal »NI Kontakt« oder »Steinberg Halion« reizen. Aber so ein alter Hardware-Sampler … hm.

    Allerdings: So einen »EMU ESI-XXXX« oder einen ganz dicken EMU-Sampler … das wäre vielleicht schon noch mal interessant. Und zwar auch hier eher wegen der eingebauten Synthese-Features als der Bibliotheken, die es dafür so gibt. Also um damit herum zu experimentieren. Ich habe nämlich den Verdacht, dass das damals die gehobenen Features kaum genutzt wurden. Ja, das wäre vielleicht noch mal spannend. 😎

    Aber heute … so einen »Ensonique Mirage« … nee, muss nicht sein. 🙂

    • Profilbild
      mort76

      @Flowwater „Ich habe nämlich den Verdacht, dass damals die gehobenen Features kaum genutzt wurden.“

      Das hatte ja seine Gründe…wenn man Sampler schon vom PC kennt, fühlt sich die Bedienung heute wie eine Strafe an.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        @mort76 Das stimmt! Hatte mir nochmal einen günstigen ASR im Vollausbau geschossen, natürlich mit dicker HD und CD-ROM. Damals ein Segen, 8 Instrumente/Multisamples mit Effekt-Routings laden zu können, hat man heute doch ganz andere Ansprüche. War ein netter Retro-Flash, vor allem VST’s wie Retrologue in den ASR zu samplen und dann zu verwursten. Nach einiger Zeit habe ich mich aber doch gefragt was ich hier mache und das Monster wieder verkauft. Dann lieber alte Keyboard-Magazine bei einer Kanne Tee schmökern. Das waren ganz andere Zeiten, auch von der Schreibweise. 👌

  7. Profilbild
    Synthphreak

    Diese alten Sampler haben schon einen Sound für sich…
    Er würde sich neben dem SCI Prophet 2000 und dem Korg DSS-1 bestimmt wohlfühlen.
    Aber bisher habe ich mich noch nicht überwinden können, den Mirage zu kaufen.

    Leider konnte ich ihn auch nirgendwo antesten – das wäre mal was…

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